Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

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Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Haupttribüne 2009
Daten
Ort Berlin, Deutschland
Koordinaten 52° 32′ 35″ N, 13° 24′ 19″ O52.54305555555613.405277777778Koordinaten: 52° 32′ 35″ N, 13° 24′ 19″ O
Eigentümer Land Berlin
Eröffnung 1. Oktober 1952
Renovierungen 1964, 1970, 1986/1987, 1998
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 19.708 Plätze
Spielfläche 110 m × 72 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (kurz: Jahnsportpark oder Jahn-Sportpark) ist eine Sportanlage im Westen des Berliner Ortsteils Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow. In der Regel wird mit dem Begriff vor allem das auf dem Areal gelegene Stadion bezeichnet.

Lage und Ausstattung[Bearbeiten]

Das im Gleimviertel gelegene rund 22 Hektar große Areal grenzt im Norden an die Max-Schmeling-Halle und die Gaudystraße, im Osten an die Cantianstraße, im Süden an die Eberswalder Straße und Topsstraße sowie im Westen an den Mauerpark (der von 1949 bis 1990 einen Teil der innerdeutschen Grenze bildete).

Auf dem Gelände befindet sich als größtes Bauwerk ein vorrangig für Fußball, Football und Leichtathletik genutztes Hauptstadion (das auch als Jahnstadion oder wegen der benachbarten Straße Cantianstadion bezeichnet wird). Es ist mit fast 20.000 Sitzplätzen (15.000 davon sind überdacht) nach dem Berliner Olympiastadion und dem Stadion An der Alten Försterei das drittgrößte Stadion der Stadt. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Rasensportplatz mit Leichtathletikanlagen sowie mehrere Tennis-, Beachvolleyball- und Fußballplätze.

Geschichte[Bearbeiten]

Bevor das heutige Gelände als Sportstätte diente, wurde es vom Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 der Preußischen Armee als Exerzierplatz genutzt, nachdem das Militär das Areal 1825 vom Vorbesitzer Wilhelm Griebenow erworben hatte. Daher erhielt der Platz auch seinen Spitznamen Exer. Eine weitere Bezeichnung war Platz zur Einsamen Pappel, abgeleitet von einer auf dem Exerzierfeld freistehenden Schwarzpappel, unter der am 26. März 1848 eine der ersten Volksversammlungen der aufständischen Berliner Arbeiter während der Märzrevolution stattfand.[1]

Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, 1954

Als der Platz am Ende des 19. Jahrhunderts mittlerweile von Wohnhäusern umbaut war, wurde die militärische Nutzung aufgegeben und stattdessen ein Übungsplatz errichtet, der unter anderem bis 1904 die erste Spielstätte des Fußballvereins Hertha BSC (damals noch BFC Hertha 1892) war. Im Jahr 1912 kaufte die Stadt Berlin den größten Teil des Geländes und ließ es 1913 zur Spiel- und Sportanlage umbauen. 1951 erfolgte anlässlich der Weltjugendfestspiele ein erneuter Umbau nach Plänen von Rudolf Ortner,[2] wodurch neben weiteren Spiel-, Trainings- und Wettkampfstätten auch ein Fußball- und Leichtathletikstadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern entstand. Zunächst wurde die Anlage Berliner Sportpark genannt, 1952 entschied sich der Ost-Berliner Magistrat jedoch dazu, sie zu Ehren Friedrich Ludwig Jahns, dessen Todestag in jenem Jahr zum 100. Mal begangen wurde, in Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark umzubenennen.

Danach wurde das Stadion mehrmals erweitert und modernisiert. Im Jahr 1964 wurde eine Flutlichtanlage installiert, sechs Jahre später folgte eine Tartanbahn. Zwischen 1986 und 1987 wurde das Stadion dann komplett saniert. Dabei wurden unter anderem eine neue Haupttribüne errichtet, die Gegengerade überdacht und neue Flutlichtmasten errichtet.[3] Eine weitere Sanierung erfolgte 1998, als das Stadion auch seine heute charakteristischen bunten Schalensitze erhielt.

Nutzung[Bearbeiten]

Derzeit wird das Stadion von den Berlin Adlern, dem SV Empor Berlin sowie vom FC Bundestag genutzt. Ab der Saison 2014/2015 trägt der BFC Dynamo seine Pflichtspiele im Jahnsportpark aus.[4]

Fußball[Bearbeiten]

Zu DDR-Zeiten nutzte ab 1953 zunächst Vorwärts Berlin den Jahn-Sportpark als Heimspielstätte in der DDR-Oberliga. Als der Verein 1971 nach Frankfurt (Oder) delegiert wurde, übernahm der BFC Dynamo das Stadion von Vorwärts und nutzte es von 1971 bis 1992 – mit Ausnahme der Saison 1986/87 – als Heimat. Außerdem fanden zwischen 1971 und 1990 auch zehn Länderspiele der DDR-Fußballnationalmannschaft im Stadion statt. Das Freundschaftsspiel der DDR-Auswahl am 13. März 1974 gegen Belgien (die DDR gewann 1:0 durch ein Tor von Joachim Streich) erzielte dabei die Rekordzuschauerzahl von 30.000. Darüber hinaus wurden drei Finalspiele des FDGB-Pokals im Jahn-Sportpark ausgetragen.

Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, 1987

Zu den bekanntesten Fußballveranstaltungen im Jahn-Sportpark seit der deutschen Wiedervereinigung zählt das Finale des Berliner Landespokals, das seit 1995 jährlich hier stattfindet. Darüber hinaus wird das Stadion von einer Vielzahl von Mannschaften als temporäre Heimspielstätte genutzt, wenn ihr eigenes Heimstadion aufgrund zu erwartender hoher Zuschauerzahlen oder aus Sicherheitsbedenken für sie nicht nutzbar ist, so z. B. die Amateurmannschaft von Hertha BSC oder auch der BFC Dynamo. Im September und Oktober 2001 verlegte auch der 1. FC Union Berlin seine beiden Heimspiele im UEFA-Pokal gegen Haka Valkeakoski und Litex Lowetsch nach Prenzlauer Berg, da die angestammte Heimat der Unioner – das Stadion An der Alten Försterei – nicht die Sicherheitsbestimmungen der UEFA erfüllte. Die erste Mannschaft von Hertha BSC dagegen trug im Juli 2006 ihr UI-Cup-Heimspiel gegen FK Moskau sowie das UEFA-Cup-Qualifikationsspiel gegen Ameri Tiflis aufgrund zu geringer Zuschauerresonanz im Jahn-Sportpark aus. Weitere UEFA-Cup- beziehungsweise Europa-League-Qualifikationsspiele (gegen den FC Nistru Otaci, Interblock Ljubljana und Brøndby IF) trug Hertha hier aus, da das Olympiastadion aufgrund anderer Veranstaltungen nicht nutzbar war.

Folgende Mannschaften nutzten den Park als feste Heimspielstätte:

  • der Berliner AK 07 2006/07 in der Oberliga Nordost,
  • Türkiyemspor Berlin zwischen 2008 und 2012 in der Regionalliga Nord bzw. Oberliga Nordost, weil das Willy-Kressmann-Stadion (bis 2010: Katzbachstadion) die sicherheitstechnischen Auflagen des DFB nicht erfüllte,
  • der 1. FC Union Berlin 2008/09 in der 3. Liga, da das Stadion An der Alten Försterei saniert wurde,
  • die Zweite Mannschaft des 1. FC Union Berlin 2012/13 und 2013/14 in der Regionalliga Nordost, da das Stadion An der Alten Försterei saniert wird

Andere Nutzung[Bearbeiten]

Zwischen 1966 und 1977 war der Jahn-Sportpark Etappenziel der Internationalen Friedensfahrt. Von 1963 bis 1989 fand im Jahn-Sportpark einmal im Jahr der Olympische Tag der Leichtathletik statt, ein Leichtathletik-Vergleich nach dem Vorbild des in West-Berlin stattfindenden Internationalen Stadionfestes (ISTAF). Während der Sanierung des Olympiastadions fand das ISTAF 2002 und 2003 im Jahn-Sportpark statt.[5] Insgesamt wurden in dem Stadion 18 Weltrekorde erzielt; unter anderem übertraf Uwe Hohn am 20. Juli 1984 als erster Speerwerfer der Welt die 100-Meter-Marke, allerdings zeigte die Anzeige nur eine Weite von 04,80 statt 104,80 an.[6]

Auch American Football wird im Jahn-Sportpark gespielt. Von 1999 bis 2003 nutzte zunächst das NFL Europe-Team Berlin Thunder die Anlage. Seit 2004 ist das Jahn-Stadion Heimat des German Football League-Teams der Berlin Adler. Am 13. Oktober 2012 fand hier vor 11.242 Zuschauern das 34. deutsche Endspiel um die Meisterschaft im American Football, der German Bowl XXXIV, statt.[7]

Weiterhin wird der Jahn-Sportpark für musikalische Veranstaltungen genutzt, so trat beispielsweise Michael Jackson hier auf.

Am 5. Mai 2001 fand im Rahmen der Speedway-Einzel-Weltmeisterschaft 2001 der Speedway-WM Grand Prix von Deutschland im Friedrich-Ludwig-Jahn Stadion statt.

Panorama[Bearbeiten]

Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, 2007

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Schwarz-Pappel nahe der Schönhauser Allee. In: www.stadtentwicklung.berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, abgerufen am 30. März 2009.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRudolf Ortner – Bauhausschüler, Architekt und Maler. In: www.meisterhaeuser.de. Stadt Dessau-Roßlau; Amt für Kultur, Tourismus und Sport, abgerufen am 30. März 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMarc Wördehoff: UI-Cup, Saison 06/07, 16. Juli 2006, Hertha BSC – FK Moskau. 16. Juli 2006, abgerufen am 22. Januar 2009.
  4. Mitteilung auf der Website des BFC Dynamo
  5. Die Geschichte des ISTAF Berlin, ISTAF
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format1984 – Hohns Speerwurf für die Ewigkeit. In: www.sporthelden.de. André Helpensteller, abgerufen am 30. März 2009.
  7. Feuerwerk der Einhörner. In: Der Tagesspiegel, 14. Oktober 2012, abgerufen am 22. Oktober 2012.