Velké Bílovice

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Velké Bílovice
Wappen von Velké Bílovice
Velké Bílovice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihomoravský kraj
Bezirk: Břeclav
Fläche: 2573 ha
Geographische Lage: 48° 51′ N, 16° 54′ O48.84916666666716.892222222222176Koordinaten: 48° 50′ 57″ N, 16° 53′ 32″ O
Höhe: 176 m n.m.
Einwohner: 3.860 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 691 02
Kfz-Kennzeichen: B
Verkehr
Straße: D2 Brno - Břeclav
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Marie Vlkova (Stand: 2007)
Adresse: nám. Osvoboditelů 570
691 02 Velké Bílovice
Gemeindenummer: 584983
Website: www.velkebilovice.cz
Kirche Maria Geburt

Velké Bílovice (deutsch Groß Billowitz) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt zehn Kilometer nördlich von Břeclav und gehört zum Okres Břeclav.

Geographie[Bearbeiten]

Die südmährische Weinstadt befindet sich in der Thayaebene und wird vom Bílovický potok durchflossen. Sie wird im Norden, Osten und Süden von Weinbergen umgeben. Drei Kilometer nördlich liegt der 262 m hohe Hügel Zimarky. Östlich verläuft das Flüsschen Prušánka, das in mehreren zu Bewässerungszwecken dienenden kleinen Talsperren gestaut wird. Durch Velké Bílovice führt die Staatsstraße 422 von Valtice nach Kyjov. Südwestlich verläuft die Trasse der Autobahn D2 mit der Abfahrt Podivín.

Nachbarorte sind Vrbice im Norden, Čejkovice und Nový Poddvorov im Nordosten, Moravský Žižkov im Südosten, Ladná im Süden, Podivín im Südwesten, Rakvice im Westen sowie Velké Pavlovice und Bořetice im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde er Ort im Jahre 1306, als ihn nach dem Tode von Sigfried Sirotky Tobias von Bechyne erwarb. 1376 kaufte Mikuláš von Rabštejn den Besitz und nach dessen Tode fiel Bílovice an Jobst von Mähren, der es an Gerhard/Heralt von Kunstadt veräußerte. Von diesem erbte es 1406 Boček II. von Podiebrad. Nach dessen Tod 1417 gehörte Bílovice bis 1525 den Liechtensteinern. 1532 wurde Bernhard d.Ä. von Žerotín Herr auf Bílovice. Zusammen mit seinen Brüdern wurde 1551 Friedrich von Zierotin Besitzer.

In Bílovice siedelten sich im 16. Jahrhundert Böhmische Brüder und Täufer an. Letztere gründeten hier 1545 einen Bruderhof [2]. 1564 erfolgte durch Jan d.J. von Žerotín auf Břeclav der Bau der Brüderkirche. Jan von Žerotín ließ gemeinsam mit seiner Frau Kunka von Boskowitz die mittelalterliche Feste zu einem Renaissanceschlösschen umbauen. Ihr Sohn Ladislav Velen von Zerotein war Organisator der Mährischen Ständeaufstandes von 1619 und wurde nach der Schlacht am Weißen Berg enteignet.

Besitzerin der Herrschaft Lundenburg einschließlich Billowitz wurde Esther Gräfin von Meggau und nach ihr Jacob Graf Kuen von Bellassy. 1638 erwarb Karl Eusebius von Liechtenstein den Besitz und die Güter blieben bis 1925 beim Haus Liechtenstein. Johann Wenzel von Liechtenstein ließ 1765 die Kirche rekatholisieren.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wanderten Einwohner von Bílovice nach Argentinien, Kanada und die Vereinigten Staaten aus. Seit 2001 ist Velké Bílovice eine Stadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Hügel Zimarky, ehemalige Burgstätte aus dem 14. und 15. Jahrhundert und heute ein Aussichtspunkt. Auf dem Hügel wurde im Jahre 2002 eine Kapelle errichtet, die dem Hl. Kyrill, Method, Urban und Wenzel geweiht ist.
  • Kirche Maria Geburt
  • Wiedertäuferkeller
  • Weinkeller

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Artikel Billowitz Hutterite Colony (Moravia). In: Global Anabaptist Mennonite Encyclopedia Online (englisch)