Vulkankaninchen

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Vulkankaninchen
Romerolagus diazi (dispale) 001.jpg

Vulkankaninchen (Romerolagus diazi)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Romerolagus
Art: Vulkankaninchen
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Romerolagus
Merriam, 1896
Wissenschaftlicher Name der Art
Romerolagus diazi
(Ferrari-Pérez 1893)

Das Vulkankaninchen (Romerolagus diazi) ist eine Säugetierart aus der Familie der Hasen (Leporidae). Es kommt ausschließlich in der Gebirgsregion im zentralen Teil Mexikos vor, vorwiegend im Gebiet der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl, woher auch sein Name rührt.

Merkmale[Bearbeiten]

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 27 bis 32 Zentimetern und einem Gewicht von 400 bis 600 Gramm zählt das Vulkankaninchen zu den kleinsten Vertretern seiner Familie. Sein Fell ist einheitlich dunkelbraun gefärbt, die Ohren sind kurz und rund, der Schwanz fehlt.

Verbreitung[Bearbeiten]

Verbreitungskarte des Vulkankaninchen

Das Verbreitungsgebiet des Vulkankaninchens beschränkt sich auf die Gebirgsregion im zentralen Teil Mexikos vor, vorwiegend im Gebiet der Vulkane Popocatépetl, Iztaccíhuatl, El Pelado und Tlaloc. Die Gesamtfläche des Verbreitungsgebietes beträgt etwa 386 Quadratkilometer. Historisch war das Gebiet etwas größer und die Art ist unter anderem von den östlichen Ausläufern des Iztaccihuatl sowie der Nevada de Toluca verschwunden, zudem verringert sich das Gebiet zunehmend.[1]

Die Höhenverbreitung der Art liegt zwischen 2800 und 4250 Metern, die höchste Dichte liegt allerdings in Höhen von 3150 bis 3400 Metern.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Sein Lebensraum sind Pinienwälder mit dichtem Unterbewuchs, meistens in 2800 bis 4200 Metern Seehöhe. Vulkankaninchen sind vorwiegend dämmerungsaktiv, die Ruhezeiten verbringen sie in Bauen. Diese Baue sind bis zu 5 Meter lang und haben oft mehrere Ausgänge. Oft teilen sich zwei bis fünf Tiere einen gemeinsamen Bau. Untereinander verständigen sich die Tiere mit hohen Quietschtönen, die an die der Pfeifhasen erinnern, und durch Trommeln mit den Hinterpfoten. Die Nahrung der Tiere besteht aus Gräsern und Kräutern.

Vulkankaninchen können das ganze Jahr über Nachwuchs zur Welt bringen, der Höhepunkt der Geburten liegt im regenreichen Sommer. Die Tragzeit beträgt rund 38 bis 40 Tage, die Wurfgröße liegt bei einem bis vier (durchschnittlich zwei) Jungtieren. Diese verbringen die ersten Lebenswochen im Bau, nehmen aber schon nach drei Wochen feste Nahrung zu sich und sind mit einem Monat selbstständig.

Systematik[Bearbeiten]

Phylogenetische Systematik der Hasenartigen nach Matthee et al. 2004[2]
 Hasenartige 

 Pfeifhasen (Ochotonidae / Ochotona)


 Hasen 


 Buschkaninchen (Poelagus marjorita)


     

 Rotkaninchen (Pronolagus)


     

 Streifenkaninchen (Nesolagus)




     

 Vulkankaninchen (Romerolagus diazi)


     




 Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus)


     

 Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus)



     


 Buschmannhase (Bunolagus monticularis)


     

 Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi)





     

 Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus)


     

 Zwergkaninchen (Brachylagus)




     

 Echte Hasen (Lepus)






Das Vulkankaninchen wird als eigenständige Art und monotypische Gattung den Hasen (Leporidae) zugeordnet. Innerhalb der Art werden keine Unterarten unterschieden.[3] Die Erstbeschreibung der Art erfolgte 1891 durch Fernando Ferrari-Pérez als Lepus diazi. 1896 beschrieb Clinton Hart Merriam die Gattung Romerolagus und beschrieb darin die Art Romerolagus nelsoni, die heute mit dem Vulkankaninchen synonymisiert ist. Die erste Verwendung des aktuellen Artnamens Romerolagus diazi stammt von Gerrit Smith Miller aus dem Jahr 1911.[4]

Auf der Basis von molekularbiologischen Daten wurde von Conrad A. Matthee et al. 2004 ein Kladogramm entwickelt, das die phylogenetischen Verwandtschaften der Gattungen innerhalb der Hasen zueinander darstellt. Demnach wird das Vulkankaninchen einem Taxon bestehend aus den Echten Hasen (Gattung Lepus), den Baumwollschwanzkaninchen (Gattung Sylvilagus), dem Zwergkaninchen, dem Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus), dem Borstenkaninchen (Caprolagus hispidus), dem Buschmannhase (Bunolagus monticularis) und dem Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi) gegenübergestellt.[2]

Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]

Obwohl die Art in Mexiko geschützt ist, wird sie manchmal immer noch gejagt. Hauptbedrohung ist aber die Umwandlung ihres Lebensraums in Felder und Weiden, ihr Verbreitungsgebiet ist heute in drei kleine Flecken zerstückelt. Die IUCN listet das Vulkankaninchen als bedroht (endangered).[1]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c Romerolagus diazi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: Mexican Association for Conservation and Study of Lagomorphs (AMCELA), F.J. Romero Malpica, H. Rangel Cordero, P.C. de Grammont, A.D. Cuarón, 2008. Abgerufen am 14. Januar 2013
  2. a b Conrad A. Matthee, Bettine Jansen Van Vuuren, Diana Bell Terence J. Robinson: A Molecular Supermatrix of the Rabbits and Hares (Leporidae) Allows for the Identification of Five Intercontinental Exchanges During the Miocene. Systematic Biology 53 (3); S. 433-447. (Abstract)
  3. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Romerolagus diazi in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  4.  Fernando A. Cervantes, Consuoelo Lorenzo, Robert S. Hoffmann: Romerolagus diazi. In: Mammalian Species. 360, 1990, S. 1–7 (Volltext (PDF; 934 kB)).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vulkankaninchen (Romerolagus diazi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Romerolagus diazi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: Mexican Association for Conservation and Study of Lagomorphs (AMCELA), F.J. Romero Malpica, H. Rangel Cordero, P.C. de Grammont, A.D. Cuarón, 2008. Abgerufen am 14. Januar 2013