Westattika

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Regionalbezirk Westattika
Περιφερειακή Ενότητα Δυτικής Αττικής
(Δυτική Αττική)
Datei:PE Dytikis Attikis in Greece.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Attika
Fläche: 1.059,824 km²
Einwohner: 160.927 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 151,8 Ew./km²
ISO 3166-2-Code-Nr.: GR-A3
NUTS-3-Code-Nr.: EL306
Gliederung: 5 Gemeinden

Der Regionalbezirk Westattika (griechisch Periferiaki Enotita Dytikis Attikis) ist einer der sieben Regionalbezirke der griechischen Region Attika. Von 1972 bis 2010 bildete das Gebiet als Präfekturbezirk Westattika einen der vier Präfekturbezirke (nomarchíes) der Präfektur und späteren Region Attika, die de facto den übrigen selbstverwalteten Präfekturen (nomí) glichen. Er wurde durch die Teilung der Präfektur Attika in vier Bezirke 1972 geschaffen[2], ersetzte die deckungsgleiche Provinz Megarida und wurde mit der Verwaltungsreform 2010 abgeschafft. Der Regionalbezirk Westattika entsendet vier Abgeordnete in den attischen Regionalrat entsendet, hat darüber hinaus aber keine politische Bedeutung.

Geografie[Bearbeiten]

Westattika erstreckt sich zwischen dem Isthmus von Korinth und dem Großraum Athen-Piräus an der Nordküste des Saronischen Golfs und der Ostküste des Golfs der Alkyoniden, dem östlichen Ausläufer des Golfs von Korinth. Der größte Teil entspricht der antiken Landschaft und ehemaligen modernen Provinz Megaris, die drei östlichen Gemeinden wurden früher der Provinz Attika zugerechnet. Im Westen grenzt Westattika an den Regionalbezirk Korinthia, im Norden an Böotien und im Osten an die Regionalbezirke Ostattika und Athen-West der Region Attika. Die dicht an der Küste gelegene Insel Salamis gehört dem Regionalbezirk Inseln an.

Der Osten um die Hauptstadt Elefsina bildet die heute industriell geprägte Thriasische Ebene (Θριάσιο Πεδίο), das übrige Gelände ist gebirgig und bildet nach Westen (Gerania, 1351 m) und Norden (Kitheronas, 1410 m und Parnitha, 1413 m) eine natürliche Grenze zu den Nachbarregionen. Etwa 40 Prozent der Fläche sind bewaldet, rund 20 Prozent sind Ackerland.

Westattika gliedert sich in die Gemeinden Aspropyrgos, Elefsina, Fyli, Mandra-Idyllia und Megara.

Bevölkerung und Geschichte[Bearbeiten]

Bereits in der Antike nahm Westattika als Verbindung zwischen Athen und den Städten der Peloponnes eine bedeutende strategische Lage ein. Wichtige Siedlungszentren waren das antike Megara und das durch die gesamtgriechisch bedeutenden Mysterien berühmte Eleusis.

Seit dem 14. Jahrhundert war das Gebiet durch die Einwanderung von Arvaniten geprägt, im 20. Jahrhundert wanderten vor allem Griechen von der Peloponnes, aus Kreta, Epirus, Kleinasien und von der russischen Schwarzmeerküste zu, und die Bevölkerung wuchs sprunghaft an. Um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die Industrialisierung um Elefsina, vor allem mit Zement- und Stahlproduktion, Ölraffinerien, Werften und Munitionsfabriken.

Politik[Bearbeiten]

Der Präfekturbezirk wurde durch einen 31-köpfigen Präfekturrat vertreten. Bei den Wahlen 2006 erreichte die sozialistische PASOK mit 19 Sitzen eine absolute Mehrheit, des Weiteren entfielen neun Sitze an die konservative Nea Dimokratia, zwei an Vertreter der kommunistischen KKE und einer an die linksökologische Bewegung Synaspismos. [3] Präfekt ist Aristidis Arkoudaris (Αριστείδης Αρκουδάρης), PASOK.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Von den rund 150.000 Einwohnern arbeiten heute rund 37 % im Industriesektor, 18 % in der Bauwirtschaft und je 9,5 % in Landwirtschaft und Handel. Dabei beherbergen die vier Gemeinden in der Thriasischen Ebene rund 46,1 % der Einwohner der Präfektur.

Seit 2004 bemüht sich die Präfekturverwaltung verstärkt um den – besonders innergriechischen – Tourismus als Wirtschaftsfaktor und wirbt mit den Naturschönheiten der Bergregionen und den Stränden am Saronischen und korinthischen Golf.

An den Luft- und Seeverkehr ist die Präfektur durch den Flughafen Athen und den Hafen von Piräus angeschlossen. An der Küste verläuft außerdem die griechische Autobahn 8, die Athen mit Patras verbindet. Eine regelspurige Bahnstrecke durch Westattika auf der für den Schnellverkehr projektierten PATHE-Achse (Patras–Athen–Thessaloniki–Idomeni) der Griechischen Eisenbahngesellschaft wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts fertiggestellt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Gesetz vom 8. Mai 1972 zur Gliederung der Präfektur Attika griech., PDF (402 KB)
  3. Wahlergebnisse auf den Seiten des griechischen Innenministeriums