Wetar

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der indonesischen Insel Wetar. Weitere Bedeutungen von Wetar sind in Wetar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wetar
Wetar im Westen der Barat-Daya-Inseln
Wetar im Westen der Barat-Daya-Inseln
Gewässer Bandasee
Inselgruppe Barat-Daya-Inseln
Geographische Lage 7° 48′ S, 126° 18′ O-7.8126.31412Koordinaten: 7° 48′ S, 126° 18′ O
Wetar (Molukken-Papua)
Wetar
Länge 130 km
Breite 45 km
Fläche 3600 km²
Höchste Erhebung 1412 m

Die tropische Insel Wetar (indon. Pulau Wetar) ist die größte der Barat-Daya-Inseln (Südwestinseln, da sie sich südwestlich von Ambon befinden). Mit ihnen gehört sie zu den Kleinen Sundainseln, politisch aber zur indonesischen Provinz Maluku. Dort ist sie Teil des Distrikts (Kecamatan) Pulau-Pulau Wetar, Regierungsbezirk (Kabupaten) Südwestmolukken.

Geographie[Bearbeiten]

Wetar liegt nordöstlich von Timor

Südlich, jenseits der Straße von Wetar, liegt Osttimor (56 km entfernt). Westlich, auf der anderen Seite der Straße von Ombai, die Insel Alor. Nördlich die Bandasee und im Osten die weiteren Inseln der Kepulauan Barat Daya, Romang und Damar. Im Südwesten liegt die sehr kleine Insel Liran (Lirang) und weiter entfernt die osttimoresische Insel Atauro. Vor der Nordwestküste Wetars liegt die kleine Insel Reong.

Wetar ist 130 km lang (Ost-West-Richtung) und 45 km breit (Nord-Süd). Die Insel hat eine Fläche von 3.600 km². Sie ist umgeben von Korallenriffen, die sich zum Sporttauchen eignen. Der höchste Punkt der Insel liegt 1.412 Meter über dem Meer.

Die wichtigsten Städte auf Wetar sind Lioppa im Nordwesten, Ilwaki im Süden, Wasiri im Norden, Masapun im Osten und Arwala im Nordosten. Straßen verbinden die Ortschaften miteinander.

Wetar ist zusammen mit den anderen Kepulauan Barat Daya und den Bandainseln Teil des vulkanischen Inselbogens. Wetar ist jedoch nicht allein vulkanischen Ursprungs, sondern besteht größtenteils aus ozeanischer Kruste, die durch seismische Aktivitäten an die Oberfläche gehoben wurde. Hier kollidieren die Australische Platte und die Eurasische Platte. Der Gunung Api Wetar, ein Vulkan mit 282 Meter Höhe, brach 1512 und 1699 aus.

Wetar besitzt einige Goldminen, die aber schlecht verwaltet wurden und die Umwelt gefährden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Wetar war Teil der Republik der Südmolukken.

Tierwelt und Klima[Bearbeiten]

Wetar hat dasselbe Klima wie Timor. Regen fällt fast nur in der Zeit des Monsuns. Daher verlieren viele Bäume des Waldes, der die Insel größtenteils bedeckt, ihre Blätter in der Trockenzeit. Zusammen mit seinen Nachbarinseln ist Wetar Teil der Region Wallacea, die die Grenze zwischen Asien und Australien bildet. Sie ist bekannt für ihre einzigartige Fauna und Wetar bildet da keine Ausnahme. Auf Wetar leben 162 Vogelarten, drei davon sind endemisch, vier gefährdet. Mehrere tragen den Namen der Insel, so die Wetar-Taube, der Wetar-Rotflügelsittich (Aprosmictus jonquillaceus wetterensis) und der Wetar-Irislori (Psitteuteles iris wetterensis). Auch bei uns bekannt ist der hier heimische Zebrafink. Zusammen mit Timor und einigen kleineren, vorgelagerten Inseln wurde Wetar zur Timor and Wetar Endemic Bird Area erklärt.[2] Unter den Reptilien ist der Bindenwaran mit über zwei Metern Länge der auffälligste Vertreter auf der Insel.

Siehe auch: Fauna Timors und Flora Timors

Kultur[Bearbeiten]

Die Bevölkerung gehört zumeist zu den Papua-Völkern. Die meisten sind Muslime, es gibt aber auch eine christliche Minderheit.

Einige der Malayo-Polynesischen Sprachen des Timorzweiges werden nur auf Wetar gesprochen. Wetar (Wetaresisch) wird auch auf den Nachbarinseln Liran und Atauro gesprochen. Auf Wetar spricht man die Dialekte Aputai, Ili'uun, Perai, Talur und Tugun. Alle diese Sprachen werden nur von kleinen Gruppen mit etwa 1000 Sprechern verwendet. Die offizielle Landessprache Bahasa Indonesia und die Regionalsprache Ambonese Malay (Ambonesisch) sind weit verbreitet.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, überwiegend werden Sagopalmen angebaut. Schildkröten werden gejagt und deren Panzer an Länder exportiert, die den Handel noch nicht verboten haben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Timor and Wetar deciduous forests. WWF
  2. Important Bird Areas in Timor-Leste (Englisch) (PDF-Datei; 1,87 MB)