Zoo Hannover

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Erlebnis-Zoo Hannover
Hannover Zoo.svg
Vollständiger Name Erlebnis-Zoo Hannover
Ort Adenauerallee 3
30175 Hannover
Fläche 22 Hektar
Eröffnung 4. Mai 1865
Tierarten 211 Arten
Individuen 2.177 Tiere[1]
Besucherzahlen über 1.600.000 (2011)
Organisation
Leitung Frank Werner, Andreas Michael Casdorff (Geschäftsführer)
Trägerschaft Zoo Hannover GmbH
Förderorganisationen Zoostiftung Region Hannover,
Verein der Zoofreunde Hannover e. V.
Zoo Hannover Eingang ausen.jpg

Eingangsbereich des Zoos an der Straße

www.zoo-hannover.de
Zoo Hannover (Niedersachsen)
Zoo Hannover
52.3808333333339.7705555555556Koordinaten: 52° 22′ 51″ N, 9° 46′ 14″ O

Der Zoo Hannover ist ein Zoo im gleichnamigen Stadtteil in Hannover. Er wurde am 4. Mai 1865 gegründet und umfasst eine Fläche von 22 Hektar. Er beherbergt gegenwärtig etwa 3.400 Tiere in 237 Arten. Das Unternehmen beschäftigt in der Hauptsaison circa 400 Mitarbeiter. Der Großteil ist für die Betreuung der Besucher zuständig (Stand: 2011).

Seine Fläche mit konventioneller Tierpräsentation wurde weiterentwickelt. Dabei entstanden sieben Themenwelten, die an den natürlichen Lebensraum oder Kulturkreis der Tiere angelehnt sind, ihnen Rückzugsmöglichkeiten bieten und gleichzeitig den Besuchern Begegnungen ohne Gitter ermöglichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Adolf Schütte (1865)[Bearbeiten]

Ehemaliger Eingang des Zoos am Schiffgraben, links, 1908
Postkartenmotiv mit dem Zoo vor 1900

Der Zoo Hannover wurde 1865 aus privaten Mitteln gegründet und ist der fünftälteste Zoo Deutschlands. Die Anregung zum Bau erfolgte Mitte des 19. Jahrhunderts durch Hermann Schläger und Mitglieder der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover die bereits das Naturhistorische Museum gegründet hatte. Die Naturhistorische Gesellschaft Hannover richtete eine dreiköpfige Kommission ein, die Gespräche mit dem Magistrat der Stadt Hannover führte. Am 25. Februar 1863 fand eine Generalversammlung der Zoointeressenten statt und im Sommer des gleichen Jahres wurde mit dem Bau eines zoologischen Gartens begonnen. Da umfangreiche Kosten für die Haltung der wilden Tiere kalkuliert wurden, wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Laufende Kosten sollten durch Jahresabonnements und Einnahmen an der Tageskasse gedeckt werden. Im Mai 1865 wurde der Zoologische Garten Hannover eröffnet. Der damalige Zoo-Assistent aus Köln, Adolf Schütte, wurde als erster Zoodirektor vom Verwaltungsrat berufen und war maßgeblich für den Aufbau des Tierbestands im Zoo Hannover verantwortlich.

Wilhelm Niemeyer (1865–1874)[Bearbeiten]

Schüttes Nachfolger war gelernter Landwirt und besuchte vor seinem Amtsantritt mehrere Zoos, um sich tiergärtnerische Kenntnisse anzueignen. Seine Leidenschaft galt der Vogelhaltung, was sich deutlich im hannoverschen Tierbestand widerspiegelte: die artenreiche Fasanensammlung genoss überregionale Bekanntheit und Anerkennung. Niemeyer verfasste den ersten Zooführer für den Zoo Hannover, in dem er die Tiere nach Tierhäusern und Gehegen geordnet beschrieb.

Im Zentrum der Anlage befand sich eine Felsenanlage mit Greifvogel-Voliere, Aquarium sowie Grotten für Raubtiere.

Christian Kuckuck (1874–1893)[Bearbeiten]

Mit Christian Kuckuck übernahm 1874 ein studierter Tierarzt die Leitung des Zoos. Er schloss sein Studium bereits 1865 an der Königlichen Tierarzneischule Hannover ab und sammelte bis zu seinem Amtsantritt Erfahrungen als Veterinär. In den Anfangsjahren mussten die Gründer mit vielen Schwierigkeiten kämpfen. Der Anspruch war hoch, doch konnte man auf keine praktischen Erfahrungen der Wildtierhaltung zurückgreifen. Die Folge waren hohe Verluste. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Zoo Hannover zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt, auch wenn die angestrebte Bedeutung des zoologischen Gartens als naturkundliche Bildungseinrichtung in den Hintergrund trat.

Ernst Schäff (1893–1910)[Bearbeiten]

Der studierte Biologe war vor seiner Berufung zum hannoverschen Zoodirektor Assistent am Zoologischen Institut der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule. Der wissenschaftliche Bereich des Zoos war ihm wichtig. Er hielt z. B. Biologievorlesungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und setzte sich verstärkt dafür ein, dass der Zoo als Bildungsinstitut anerkannt wurde. Während der Amtszeit Schäffs erreichte der Tierbestand in Hannover seinen bis dahin qualitativen und quantitativen Höhepunkt.

Adolf Fritze (1910–1923)[Bearbeiten]

Als Adolf Fritze die Leitung 1910 übernahm, befand sich der Zoo auf dem Weg in eine finanzielle Krise. Viele direkte Konkurrenten, z. B. moderne Waldwirtschaften in Zoonähe oder die 1913/14 erbaute Stadthalle waren für Besucher attraktiver. Durch die Folgen des Ersten Weltkrieges geriet die Aktiengesellschaft in finanzielle Not – obwohl die Stadtverwaltung seit 1905 jährlich einen Zuschuss zahlte. Durch immer steigende Zuschüsse sicherte die Stadtverwaltung den Betrieb des Zoos, bis sie den Tiergarten 1920 schließlich übernahm. Als der Zoo finanziell nicht mehr tragbar war, wurde er am 1. Oktober 1922 geschlossen.

Otto Müller (1924–1933)[Bearbeiten]

Eine Bürgerinitiative setzte sich für eine Wiedereröffnung des Zoos ein. Durch öffentlichen Druck und privates Engagement wurde der Zoo 1924 von der Tierhandelsfirma Ruhe aus Alfeld mit einer Löwenschlucht, einem Raubtierhaus und einem Affenfelsen wieder eröffnet. Otto Müller war die treibende Kraft hinter dieser Initiative und wurde als neuer Zoodirektor berufen. Vor seiner Amtszeit war er Oberlehrer für Naturwissenschaften an der Leibnizschule in Hannover und bei seinen Schülern für seine unkonventionellen Unterrichtsmethoden beliebt. So rief er etwa ein Schulkino ins Leben (eines der ersten in Deutschland) und nutzte Terrarien in den Klassenräumen, um den Schülern lebendiges Anschauungsmaterial im Biologieunterricht zu zeigen. Als Zoodirektor war er darauf bedacht, den Zoo wieder als gesellschaftlichen Ort zu etablieren, indem er Konzerte, Freilichtkinos, Theateraufführungen, Maskenbälle oder Gartenfeste im Zoo veranstaltete.

Hermann Ruhe sen. (Pächter) (1931–1961)[Bearbeiten]

Hermann Ruhe besaß eine Tierhandelsfirma in Alfeld und arbeitete bereits lange mit dem Zoo Hannover zusammen. Ab 1931 nutzte er den Zoo als „Schaufenster“ für seine Tierhandlung. 1932 übernahm Ruhe den Zoo komplett. Nachdem der Zoo im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört worden war, wurde er bis 1946 provisorisch aus den Mitteln der Firma Ruhe wieder betriebsbereit hergerichtet. Bis zum Neubeginn in den 1950er Jahren waren nur wenige Tiere im Zoo. In den folgenden Jahren wurden Häuser für Nashörner, Elefanten, Giraffen und Antilopen sowie eine Robben- und Pinguinanlage gebaut. Seit dem Ende der 1950er Jahre entstand dann mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt ein damals moderner Freiflächenzoo. In dieser Zeit war der Zoo bekannt für seine Elefantenzucht: zehn asiatische und drei afrikanische Elefanten wurden geboren. In Fachkreisen war der Zoo auch für seinen Bestand an Antilopen bekannt. Aus den Zeiten des Tierhandels stammte eine Vielzahl Arten aus Afrika wie Säbel-, Pferde-, Rappen- und Addaxantilopen. Verschiedene Ducker, diverse Kuhantilopenarten, Gnus und die amerikanische Pronghornantilope wurden gezüchtet.

Hermann Ruhe jun. (Pächter) (1961–1971)[Bearbeiten]

Hermann Ruhe jun. etablierte schmale Gräben als symbolische Gehegebegrenzung, das später als hannoversches Grabenprinzip bekannt wurde. Er beobachtete verschiedene Huftierarten und stellte fest, dass auch sie eine starke Bindung an ihre vertraute Umgebung haben und diese symbolischen Grenzen nur in Extremfällen überwinden.

Lothar Dittrich (1972–1993)[Bearbeiten]

1972 ging der Zoo wieder in den Besitz der Stadt Hannover über. Aus Kreisen der Hannoveraner Politik und Wirtschaft erfolgte die Gründung des Fördervereins Zoofreunde Hannover e. V., die in den folgenden Jahren eine Reihe neuer Tieranlagen errichteten. Höhepunkt war der Neubau des Urwaldhauses für Menschenaffen. Ab 1974 wurden Walrosse gezeigt und es entstand die Streichelwiese mit vielen Haustieren. 1978 erfolgte die erste Geburt eines Drills nach dem Krieg. Seinerzeit war der Zoo Hannover der einzige Zoo weltweit, in dem regelmäßig diese bedrohte Primatenart aus Westafrika aufwuchs. Hier erfolgte auch die Gründung des Zuchtbuchs für die Drills. Mittlerweile gibt es auch einen Förderverein zum Schutz dieser Affen in ihrer Heimat. 1975 war ein Rekordjahr mit 980.000 Tagesbesuchern, in den 1980er Jahren gab es in Hannover große Zuchterfolge und der Zoo beteiligte sich an diversen Auswilderungsprogrammen. Lothar Dittrich engagierte sich dafür, dass der Zoo als Bildungseinrichtung wahrgenommen wurde. Er hielt Vorlesungen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Die Biologie und Haltung der Zootiere) und übernahm die wissenschaftliche Betreuung des Fernsehmagazins Tele Zoo.

Klaus-Michael Machens (1994–2011)[Bearbeiten]

Eingangsbereich des Zoos

Anfang der 1990er Jahre steckte der Zoo in einer Krise. Die Besucherzahlen sanken, der öffentliche Betriebskostenzuschuss wurde gekürzt. Daraufhin beschloss die Stadt einen Neuanfang. Das städtische Amt Zoo wurde 1994 in eine GmbH umgewandelt und symbolisch für eine Mark an den Kommunalverband Großraum Hannover veräußert. Der Jurist und stellvertretende Direktor des Kommunalverbandes Großraum Hannover, Klaus-Michael Machens übernahm die Geschäftsführung.

1995 untersuchte ein interdisziplinäres Planungsteam Stärken und Schwächen des Zoos. Ergebnis: Der Zoo musste sich dem Wettbewerb mit einem neuen Konzept stellen. Zoofachleute, Architekten und Freizeitforscher entwickelten in enger Kooperation das Konzept „Zoo 2000“, mit dem sich der Zoo am Ideenwettbewerb der Weltausstellung Expo 2000 beteiligte. 1996 wurde der Zoo als „Projekt Expo 2000“ offiziell anerkannt, zunächst aber vor allem in Fachkreisen misstrauisch beäugt.[2] Das Konzept trägt Machens' Handschrift und wurde nach der Methodik Design Thinking erstellt.[3]

Die Philosophie des neuen Zoos lautet: „Nur was Menschen kennen, werden sie lieben. Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.“ [4] Die herkömmliche Tierpräsentation in Gehegen wurde weitgehend aufgegeben. Die natürlichen Lebensräume der Tiere wurden vielmehr in Szenarien detailgetreu nachgebildet. Für eine Gesamtinvestition von 54,7 Millionen Euro (107 Millionen Mark) wurden vier als europaweit einzigartig geltende Erlebniswelten geschaffen: die Afrikalandschaft „Sambesi“, der Gorillaberg, der indische Dschungelpalast und Meyers Hof. Die Distanzen zwischen Mensch und Tier wurden auf ein Mindestmaß reduziert, erforderliche Sicherheitsbarrieren in die Landschaft eingebaut.

2005 wurde der Zoo mit dem deutschen Tourismuspreis geehrt.[5] Seit dem Jahre 2000 besuchten jährlich über eine Million Gäste den Zoo. 2005 zur Adventszeit öffnete zum ersten Mal der „Winter-Zoo“, 2007 wurde das Kinderland „Mullewapp“ eröffnet, im Frühjahr 2010 das australische „Outback“ und im Mai 2010 die siebte Erlebniswelt, das kanadische „Yukon Bay“.

Der Erfolg des Konzeptes Zoo 2000 wird von einigen Kommentatoren wie folgt bewertet:

Financial Times Deutschland:
„Machens hat – in Vollzeit gerechnet – fast 250 neue Arbeitsplätze geschaffen und die Besucherpreise mehr als verdreifacht. Obwohl Hannovers Zoo mit 23 Euro Eintritt für Erwachsene der teuerste Deutschlands ist, kommen doppelt so viele Gäste wie 1994. Der Tierpark verkauft fast 20-mal mehr Jahreskarten, nämlich mehr als 100.000 Stück, und die Eintrittserlöse stiegen um 555 Prozent.“[6]
Bund der Steuerzahler:
„Die unbestreitbaren wirtschaftlichen Erfolge gehen zu einem großen Teil auf den langjährigen Geschäftsführer Machens und seine engagierten Mitarbeiter zurück“. Erfolge, „die nicht etwa der Regionspolitik zuzurechnen sind.“[7]

Nach anhaltenden politischen Differenzen des Regionspräsidenten sowie Zoo-Aufsichtsratsvorsitzenden Hauke Jagau mit dem Zoodirektor Machens stellte Jagau Anfang Februar 2011 zunächst einen zweiten Geschäftsführer an die Seite von Machens,[8] Ende März 2011 wurde Machens vom Aufsichtsrat des Zoos fristlos entlassen.[9] Nachdem der Aufsichtsrat Verhandlungen ablehnte, erhob Machens Klage gegen seine Entlassung.[10] Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover aus strafrechtlicher Sicht „keine Anhaltspunkte für ein pflichtwidriges Verhalten von Klaus-Michael Machens ausmachen können“,[11] eine Einschätzung, die im Juli 2011 letztinstanzlich bestätigt wurde.[12] Im Februar 2012 entschied das Landgericht Hannover, dass Machens Kündigung rechtswidrig war und sprach ihm eine Abfindung zu.[13]

Frank Werner (2011–2013)[Bearbeiten]

2011 wurde Frank Werner, der bisherige kaufmännische Leiter des Zoos, mit der Geschäftsführung betraut. Er führte das Konzept der Thematisierung mit dem Neubau der Schimpansenanlage Kibongo konsequent weiter fort.

Frank Werner und Andreas Michael Casdorff (seit 2013)[Bearbeiten]

Die Vielfalt des Geschäftsbetriebes, an 365 Tagen im Jahr über 1,3 Mio. jährlichen Besuchern den Zoobesuch neben gastronomischem Angebot und Veranstaltungen am Abend zu bieten, führte im August 2013 zu einer Verstärkung der Geschäftsführung. Andreas M. Casdorff übernahm als gleichberechtigter Geschäftsführer die Bereiche Gastronomie, Marketing/Presse, Merchandising, Service, Vertrieb und Zoologie. Gemeinsam wird das Erlebniskonzept des Zoos weitergeführt.

Erlebniswelten[Bearbeiten]

Der seit 1996 so genannte „Erlebnis-Zoo Hannover“ gliedert sich weitgehend in Themenbereiche, in denen der Besucher scheinbar in den natürlichen Lebensraum der Tiere versetzt wird und diese ohne Gitter beobachten kann. Ein gut fünf Kilometer langer Entdeckerpfad bietet Gelegenheit, auf Erkundungstour zu gehen. Teil des Konzepts sind kommentierte Fütterungen, bis zu acht Tier-Shows am Tag, Safaris mit Zoo-Scouts für Gruppen, Dschungel- und Evolutionspfad sowie begehbare Pelikan- und Känguruanlagen sowie ein Streichelzoo für Kinder.

Sambesi[Bearbeiten]

Offene Flamingoanlage
Sambesi-Bootsfahrt durch den Zoo Hannover an den Tieranlagen vorbei

Die „Sambesilandschaft“ ist einer afrikanischen Savannenlandschaft nachempfunden. Sie ist nach dem Sambesi benannt. Ein nachgebildeter Fluss schlängelt sich an den geräumigen Gehegen der Giraffen, Löwen, Pelikane, Flusspferde, Zebras etc. vorbei. Als eine der Hauptattraktionen des Zoos fahren auf dem Gewässer seilgeführte Boote, die die Besucher den Tieren teilweise sehr nahebringen. Weiterhin gibt es eine nordafrikanische Wüstenanlage mit Kasbahkulisse zu sehen. Darin leben seltene Addax und Somali-Wildesel. Im „Sahara Conservation Visitor Center“ informiert der Zoo über seine Auswilderungsbemühungen.

Kibongo[Bearbeiten]

Nachwuchs bei den Gorillas
Orang-Utan Yenko (2013)

Mitten im Zoo erhebt sich der „Gorillaberg“. Er ist der Kern von Kibongo und eine Anlage für Menschenaffen in Europa und erste gebaute Themenwelt. Am Fuß des Bergs, inmitten eines Teichs, leben die Gibbons in einer Felslandschaft. Im Laufe des Anstiegs über den Evolutionspfad wird der Besucher mit der Menschheitsgeschichte samt Ausgrabungen und lebensgroßen Nachbildungen konfrontiert.

Über eine Höhle betritt man das Reich der Flachlandgorillas, eine Lichtung im Urwald mit Wasserfall, Kletterbaum, Höhlen. Direkt neben dem Gehege befinden sich Kletterseile für Kinder. Beim Abstieg stellen eine Ausgrabungsstätte, ein verlassenes Forschungscamp und ein liegen gebliebener Landrover die Mühen der Wissenschaftler dar, das Geheimnis der Menschheit zu lüften.

Am Ende des Pfades findet sich das Urwaldhaus mit den Innenanlagen der Gorillas und Schimpansen sowie der Orang-Utans, Faultiere, Weißbüscheläffchen und Gold-Agutis.

Weißbüschelaffen im Zoo Hannover

In Kibongo leben:

Yukon Bay[Bearbeiten]

Die kanadische Themenwelt „Yukon Bay“ mit Wolfsschlucht, Flusslauf, Hafenstadt und Unterwasserwelt entstand in Zusammenarbeit mit dem Yukon Territory. Offizielle Eröffnung der Themenwelt war am 22. Mai 2010. Sie zeigt folgende Tierarten:

Timberwölfe, Jungtiere

Die Pinguine leben auf dem Frachtschiff Yukon Queen im Hafenbecken, das dort auf einer fiktiven Reise von Südafrika kommend auf Grund gelaufen ist. Die Unterwasserwelt, mit Blick auf Eisbär-, Robben-, und Pinguinbecken, ist vom Frachtraum der Yukon Queen aus zu sehen.

Baustart war im Januar 2008. Finanziert wurde das Projekt von der Region Hannover, dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, Spenden und Einnahmen des Zoos. Der erste Bauabschnitt, der „Yukon Trail“, wurde im Juli 2008 eröffnet und verbindet auf direktem Weg die Themenwelten Sambesi und Dschungelpalast.

Dschungelpalast[Bearbeiten]

Spiegelung des Dschungelpalastes
Sibirischer Tiger im Zoo Hannover

Der „Dschungelpalast“ stellt den Palast des indischen Maharadschas Bakhat dar, der nach dessen Tod langsam wieder vom Dschungel und Tieren in Besitz genommen wurde. Kernstück der Erlebniswelt ist eine große Elefantenanlage sowie heiligen Tempelaffen. In der Nähe des Prunksaals leben Tiger. Der Entdeckerpfad führt weiter durch die große Palasthalle, wo sich die einsehbaren Innengehege der Hanuman-Affen, die Anlage der Leoparden, die Pythons und der Palast-Basar befinden.

Hinter dem indischen Palast verlässt man den Dschungel und betritt, durch ein rotes chinesisches Tor, die Höhen des Himalaja. Zusammen auf einer Anlage leben hier Kleine Pandas und Muntjaks.

Der Dschungelpalast beherbergt:

Outback[Bearbeiten]

Hinter dem Dschungelpalast geht es über „Klein-Himalaya“ mit Muntjakas und kleinen Pandas direkt in das australische „Outback“, wo Beuteltiere und australische Vögel zu sehen sind. Im Rahmen der Bauarbeiten für Yukon Bay, wurde im Winterhalbjahr 2009/2010 die sechste Erlebniswelt eingerichtet.

Rote Erde sowie eine Hügellandschaft mit einem alten Farmhaus mit typischem Windrad, eine verlassene Tankstelle und ein kleiner Pub wecken Erinnerungen an die Gegend beim australischen Ayers Rock. In einer begehbaren Anlage leben Bennett-Kängurus. In einer Voliere, die in den „Pub“ integriert ist, finden sich verschiedene australische Vogelarten.

Im Outback leben seit März 2010:

Mullewapp[Bearbeiten]

Eingang zu Mullewapp

Im Juni 2007 wurde das Kinderland „Mullewapp“ nach Motiven des Kinderbuchautors Helme Heine eröffnet.

Mullewapp ist als Heimat der drei Freunde Johnny Mauser, Franz von Hahn und dem dicken Waldemar gestaltet. Neben einem Streichelzoo und einem Haus mit Mäusen und Ratten findet man zahlreiche Anspielungen auf die literarische Vorlage sowie drei Rodelbahnen, einen Abenteuerspielplatz und ein Familienrestaurant, in dem man sich sein Nudelgericht selbst zusammenstellen und bei der Zubereitung zusehen kann.

Folgende Tierarten leben in diesem Teil Mullewapps:

Für Schulklassen wurde ein Biologie-Zimmer mit kleinen Tieren eingerichtet, darunter Amerikanische Laubfrösche, Bartagamen, Blauzungenskinke, Chinesische Rotbauchunken, Königspythons, Madagaskar-Taggeckos, Jemenchamäleons, Stachelschwanzwarane, Spinnenschildkröten, Blattschneiderameisen sowie Madagaskar-Fauchschaben und ein Tansania-Langschwanzskorpion. Das Zimmer ist nur während des Winterzoos zu bestimmten Zeiten begehbar.

Meyers Hof[Bearbeiten]

„Meyers Hof“ ist eine bäuerliche Gehöftanlage. Sie besteht aus alten Wohn-, Wirtschafts- und Stallgebäuden in einer ländlichen Umgebung mit Wiesen, Weiden und einem Teich. Sieben regionaltypische Fachwerkhäuser (teils Fachhallenhäuser) aus verschiedenen Epochen bilden die Kulisse für diese Erlebniswelt. Die historischen Gebäude sind im Zoo originalgetreu wieder aufgebaut worden. Ergänzt wird das Ensemble durch den Abenteuerspielplatz „Brodelburg“ und einen Gaststättenbetrieb in einem alten Bauernhaus. Über einen Nebeneingang zur Gaststätte ist der im Zoo gelegene Bereich von Meyers Hof im Sommerhalbjahr ab 18 Uhr und im Winterhalbjahr ab 16 Uhr eintrittsfrei zugänglich.

Auf Meyers Hof leben regionale Haus- und Nutztierrassen, die mittlerweile selten geworden sind:

Winter-Zoo[Bearbeiten]

Von Ende November bis Mitte Januar findet auf Meyers Hof und Mullewapp der „Winter-Zoo“ statt. Zu den Attraktionen gehören zwei Schlittschuhbahnen für Kinder und Erwachsene, Eisstockschießen, drei Rodelbahnen, Porutsche für die Kleinen und ein nostalgisches Kinderkarussell. Ab Ende 2010 wurde auch der Themenbereich „Yukon Bay“ mit einbezogen.

Kleinere Themenbereiche[Bearbeiten]

Strandbad[Bearbeiten]

Beim „Strandbad“ handelt es sich um eine Nachbildung einer norddeutschen Küstenlandschaft mit Gräsern, die eine Oase der Ruhe bildet. Vom Strandkorb aus sind verschiedene Vögel sichtbar:

Tropenhaus[Bearbeiten]

Das Tropenhaus bildet eine Umgebung, die einem Regenwald nachempfunden wurde. Darin befinden sich unter anderem frei fliegende Papageien. Im und am Gebäude sind einige Primaten in Gehegen untergebracht. Ebenso gibt es Terrarien mit Kleinsäugern und Reptilien.

Im Tropenhaus leben:

Alte Anlagen[Bearbeiten]

Elefantenshow im Zoo Hannover

Aufgrund des Projektes Yukon Bay wurde ein erheblicher Teil der alten Anlagen ersetzt, die nicht mehr dem heutigen Standard entsprachen. Vorerst bleiben aber noch die Gehege der Lamas, Nandus, Vikunjas, Pampashasen und Wasserschweine, die Anlagen für Pferdeantilopen, Kleine Kudus, Rotducker, Zwergrüsseldikdiks, Nyalas und Pinselohrschweine sowie die Greifvogel-Volieren mit den Gänsegeiern, Weißkopf-Seeadlern, Andenkondoren, Bartgeiern, Steppenadlern, Mäusebussarden und Schwarzmilanen bestehen.

Showarena[Bearbeiten]

Im Erlebnis-Zoo Hannover gibt es täglich bis zu acht Shows, die in der Showarena am Sambesi, auf Meyers Hof und im neuen Yukon Stadium im Hafen von Yukon Bay stattfinden. In den Shows werden Besonderheiten von Zootieren, wie das Jagdverhalten von Greifvögeln oder der ausgeprägte Geruchssinn von Nasenbären, präsentiert. Es wird auf tierische Rekorde eingegangen und es werden tierärztliche Aspekte veranschaulicht. Ergänzt werden die Shows durch die zahlreichen Fütterungen, bei den beispielsweise auch der Familienverband der Elefanten erläutert und auf die Aufzucht der Baby-Elefanten eingegangen wird.

Folgende Tierarten werden in den Shows in der Showarena gezeigt:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Den sogenannten Parkscout Publikums Award, der von Lesern des Online-Magazins Parkscout.de vergeben wird und als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Freizeit-Branche gilt, erhielt der Erlebnis-Zoo Hannover bereits viermal.[14][15][16][17]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Dittrich, Annelore Rieke-Müller: Ein Garten für Menschen und Tiere. Verlagsgesellschaft Grütter, Hannover 1990, ISBN 3-9801063-2-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zoo Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inventur 2013 zoohannover.de, abgerufen am 14. Januar 2014
  2. Erster deutscher Profitier-Park Focus vom 8. Juni 1998
  3. Design Thinking im Zoo HannoverVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times Deutschland vom 6. August 2010
  4. Zoostiftung Region Hannover
  5. Deutscher Tourismuspreis – Innovationsreport 2005. S. 16 (PDF; 3.913 kB).
  6. zitiert nach Design Thinking im Zoo HannoverVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter Financial Times Deutschland vom 6. August 2010
  7. Bund der Steuerzahler, zitiert nach Erlebnis-Zoo Hannover im Regions-TÜV
  8. Felix Harbart, Bernd Haase: Das Ringen um die Zukunft des Zoos Hannover. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 9. Februar 2011. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  9. Aufsichtsrat feuert Hannovers Zoochef Machens. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. März 2011. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  10. Machens reicht Klage gegen Zoo Hannover ein. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 7. April 2011. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  11. Keine Ermittlungen gegen entlassenen Zoochef Machens. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 31. März 2011. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  12. Ermittlungen gegen ehemaligen Zoochef Machens verworfen. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2011. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  13. Kündigung des Zoo-Chefs ist rechtswidrig. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2012. Abgerufen am 7. Februar 2014.
  14. http://www.parkscout.de/magazin/parkscoutaward20062007diegewinner/freizeitparks-ferienparks-zoos-shows-erlebnisbaeder
  15. http://www.parkscout.de/magazin/pswaward042010
  16. http://www.parkscout.de/magazin/parkscout-die-gewinner-2007-2008/award
  17. http://www.parkscout.de/magazin/parkscout-award-gewinner-20102011