Aero Trasporti Italiani

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ATI
Logo der ATI
DC-9/32 der ATI 1991 in Düsseldorf
IATA-Code: BM
ICAO-Code: ATI
Rufzeichen: ATI
Gründung: 1963
Betrieb eingestellt: 1994
Sitz: Neapel, ItalienItalien Italien
Heimatflughafen:

Flughafen Neapel

Flottenstärke: 42
Ziele: National
ATI hat den Betrieb 1994 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes.

Aero Trasporti Italiani, kurz ATI, war eine italienische Fluggesellschaft mit Sitz und Basis in Neapel. Als Tochterunternehmen der Alitalia führte sie hauptsächlich Inlandsflüge durch.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine Douglas DC-9 der ATI 1973
Eine Fokker F-27 der ATI 1974
ATR-42 der ATI

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

Ende 1963 gründete Alitalia die Tochtergesellschaft ATI, die von ihrem Sitz in Neapel aus besonders Inlandsstrecken in Süditalien bedienen sollte. Das Grundkapital des Unternehmens stammte zu 90 % von der Alitalia und zu 10 % von der Staatsholding IRI, die ihrerseits auch den überwiegenden Teil der Alitalia-Aktien hielt. ATI nahm den Flugbetrieb am 2. Juni 1964 mit zwei Flugzeugen vom Typ Fokker F-27 auf, von denen bis 1969 insgesamt dreizehn eingesetzt wurden. 1969 stießen auch die ersten vier Douglas DC-9 zur Flotte.

Zunächst flog die Gesellschaft auf den Strecken Triest-Venedig-Florenz-Rom, Rom-Neapel-Palermo-Trapani-Pantelleria, Palermo-Catania-Reggio Calabria-Neapel-Rom sowie Rom-Grosseto-Mailand. Charakteristisch für ATI waren in den Jahren danach u.a. die Ost-West-Verbindungen in Süditalien. Von 1966 bis 1969 bediente ATI im Auftrag der Kingdom of Libya Airlines auch Inlandsstrecken in Libyen sowie Verbindungen von dort nach Malta. 1968 übernahm ATI von Alitalia die Tochtergesellschaft Elivie, die ihren Hubschrauberbetrieb jedoch 1971 einstellen musste.

1973 verfügte ATI neben den genannten F-27 über 13 Douglas DC-9-32 und beförderte mehr als drei Millionen Passagiere. Besonders in Süditalien verkaufte sich das Unternehmen mit dem Slogan Aerobus (dt. „Luftbus“) sehr gut.

Entwicklung seit den 1980er-Jahren[Bearbeiten]

In den 80er Jahren ersetzte ATI ihre 27 DC-9 nach und nach durch 38 McDonnell Douglas MD-82, die Fokker-Flotte wurde von 10 Regionalflugzeugen vom Typ ATR 42 abgelöst.

Ab Ende der 1980er Jahre bot ATI auch Linienflüge ins europäische Ausland an. 1994 übernahm Alitalia aus wirtschaftlichen Gründen ihr Tochterunternehmen ATI ganz. Obwohl offiziell Teil der Alitalia-Flotte, flogen etliche MD-82 in den Jahren danach noch in der ATI-Lackierung. Diese war mit Ausnahme des Schriftzuges und der blauen Farbe mit dem Alitalia-Design identisch. Auch der ehemalige Ferienflieger Aermediterranea, ebenfalls eine Tochtergesellschaft der Alitalia, hatte ein vergleichbares Design, nur in blauer, oranger und roter Farbe.

In vieler Hinsicht ähnelte ATI aufgrund ihres Streckennetzes und wegen der auf das Notwendigste reduzierten Serviceleistungen und entsprechend moderaten Preisen einer heutigen Billigfluggesellschaft.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

ATI verzeichnete in 30 Jahren insgesamt sechs Zwischenfälle mit Todesopfern:[1]

  • Am 25. Mai 1969 verunglückte eine Fokker F-27 mit dem Kennzeichen I-ATIT von Rom kommend bei der Landung in Reggio Calabria, wobei ein Passagier ums Leben kam.
  • Am 16. April 1972 stürzte eine Fokker F-27 mit dem Kennzeichen I-ATIP auf dem Flug von Rom nach Foggia bei Amaseno ab. Alle 18 Personen an Bord kamen ums Leben.
  • Am 6. Oktober 1972 wurde eine Fokker F-27 mit dem Kennzeichen I-ATIS auf dem Weg von Triest nach Bari entführt. Der Entführer wurde von der Polizei erschossen.
  • Am 30. Oktober 1972 stürzte eine Fokker F-27 mit dem Kennzeichen I-ATIR auf dem Weg von Rom nach Bari bei Poggiorsini ab, wobei alle 27 Menschen an Bord ums Leben kamen.
  • Am 14. September 1979 verunglückte eine aus Alghero kommende DC-9 beim Landeanflug auf Cagliari bei Capoterra. Alle 31 Personen an Bord, 27 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder, starben.
  • Am 15. Oktober 1987 verunglückte der Aero-Trasporti-Italiani-Flug 460 von Mailand-Linate nach Köln-Bonn bei Lasnigo. Alle 37 Menschen an Bord der ATR-42 mit dem Kennzeichen I-ATRH kamen ums Leben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aero Trasporti Italiani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. - ASN Aviation Safety Database (englisch), abgerufen am 17 Dezember 2014