Gaimersheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Gaimersheim
Gaimersheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Gaimersheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 49′ N, 11° 22′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Eichstätt
Höhe: 384 m ü. NHN
Fläche: 28,21 km2
Einwohner: 12.158 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 431 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85080
Vorwahl: 08458
Kfz-Kennzeichen: EI
Gemeindeschlüssel: 09 1 76 126
Marktgliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 3
85080 Gaimersheim
Website: www.gaimersheim.de
Bürgermeisterin: Andrea Mickel (SPD)
Lage des Marktes Gaimersheim im Landkreis Eichstätt
Landkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis RegensburgLandkreis KelheimLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis Neuburg-SchrobenhausenIngolstadtHaunstetter ForstAdelschlagAltmannsteinBeilngriesBöhmfeldBuxheim (Oberbayern)Denkendorf (Oberbayern)DollnsteinEgweilEichstättEitensheimGaimersheimGroßmehringHepbergHitzhofenKindingKipfenbergKöschingLentingMindelstettenMörnsheimNassenfelsOberdollingPollenfeldPförringSchernfeldStammham (bei Ingolstadt)TittingWaltingWellheimWettstettenKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Gaimersheim ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Eichstätt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaimersheim liegt in der Region Ingolstadt. Das Gemeindegebiet zieht sich vom Nordwesten Ingolstadts bis zum Reisberg. Im Westen grenzt der Markt an Eitensheim und im Osten an Wettstetten. Der Ortskern liegt auf 384 m ü. NHN und die Mittlere Heide auf 377 m ü. NHN[2].

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat vier amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Angermühle und Kraiberg sind ehemalige Gemeindeteile.

Es gibt die Gemarkungen Gaimersheim und Lippertshofen.

Auf Gaimersheimer Flur beginnt der Naturpark Altmühltal.[4]

Nachbarorte und -gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitzhofen Böhmfeld Wettstetten
Eitensheim Etting (Ingolstadt)
Dünzlau (Ingolstadt) Friedrichshofen (Ingolstadt) Ingolstadt (Piusviertel)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es finden sich zahlreiche Funde früher Besiedelung auf Gaimersheimer Flur: Erste Funde gibt es aus Paläolithikum und Neolithikum. An der Straße von Gaimersheim nach Rackertshofen wurden Gräber aus der späten Bronzezeit (Urnenfelderkultur) entdeckt. Weitere Funde gibt es aus Hallstattzeit und La-Tène-Zeit. Neben weiteren römischen Funden wurde an der Straße nach Böhmfeld eine Villa rustica ausgegraben.

Urkundliche Erwähnung: Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahre 908.[5] Im so genannten Geisenfelder Urbar aus dem Jahre 1300 wird ein Meierhof in Gaimersheim erwähnt – diese Urkunde befindet sich im Hauptstaatsarchiv in München. In diesem Urbar ist die erste Erwähnung als Markt niedergeschrieben.

Das Marktrecht wurde 1699 durch den bayerischen Kurfürsten Max Emanuel bestätigt. Der Ort verfügte über die Hoch- und Niedergerichtsbarkeit, resultierend aus seiner Zugehörigkeit zum Kloster Geisenfeld.

Der Markt Gaimersheim gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Vohburg des Kurfürstentums Bayern. Gaimersheim besaß ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Ebenfalls befand sich hier eine Schranne des kaiserlichen Landgerichts Hirschberg. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1870 erhielt Gaimersheim einen eigenen Bahnhof, als die Eisenbahnlinie MünchenIngolstadtNürnberg südlich am Markt vorbeigeführt wurde.

Im 19. Jahrhundert wurde das Fort von der Tann in der südlichen Gemarkung errichtet, das zum Befestigungskranz der bayerischen Landesfestung Ingolstadt gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprengten die amerikanischen Besatzungstruppen das Fort, wie die meisten dieser Bauart aus dem Festungsring Ingolstadt. Altbürgermeister Sebastian Schiebel hatte gleichzeitig die Aufgabe, eine große Zahl von Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland in Gaimersheim anzusiedeln. So entstand im Vorbereich um das ehemalige Fort von der Tann eine Siedlung, Kraibergsiedlung genannt, die auch heute noch fast authentisch mit ihren kleinen Doppelhäusern mit Spitzdach erhalten ist und die neben dem Altort die zweite Keimzelle der Siedlungstätigkeit in Gaimersheim bildet.

Gaimersheim konnte, nicht zuletzt wegen der unmittelbaren Nähe zu Ingolstadt, immer mehr an Einwohnern gewinnen. Mittlerweile ist der Markt Gaimersheim vor Beilngries und hinter Eichstätt die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis Eichstätt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform kam am 1. Januar 1976 die ehemalige Nachbargemeinde Lippertshofen zu Gaimersheim.[6]

Bereits am 1. Juli 1972 wurde der frühere Weiler Blumhof anlässlich der Auflösung der Gemeinde Etting nach Gaimersheim eingemeindet. Der Rest der Gemeinde Etting mit dem gleichnamigen Pfarrdorf wurde in die kreisfreie Stadt Ingolstadt eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 04.036 Einwohner
  • 1970: 05.229 Einwohner
  • 1980: 07.015 Einwohner
  • 1987: 07.758 Einwohner
  • 1990: 08.436 Einwohner
  • 1995: 09.327 Einwohner
  • 2000: 10.105 Einwohner
  • 2005: 10.956 Einwohner
  • 2010: 11.336 Einwohner
  • 2015: 11.618 Einwohner
Rathaus von Gaimersheim
Die kath. Pfarrkirche von Gaimersheim

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat von Gaimersheim hat 24 Mitglieder.

  • SPD 11 Sitze
  • CSU 9 Sitze
  • FW 3 Sitze
  • FDP / Parteifreie Bürger 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946–1960: Sebastian Schiebel (CSU)
  • 1960–1984: Martin Meier (SPD)
  • 1984–2008: Anton Knapp (CSU) – seit 2008 Landrat des Landkreis Eichstätt
  • seit 2008: Andrea Mickel (SPD)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot auf grünem Schildfuß eine silberne Kirche in perspektivischer Seitenansicht mit blauen Dächern, die beiden Flankentürme links am Langhaus mit zwei schwarzen Schalllöchern unter dem Dachrand und einem schwarzen Fenster darunter, mit je einer goldenen Turmkugel abgeschlossen, auf dem rechten Langhausdachende ein goldenes Kreuz, rechts in der Langhauswand neben zwei mittigen schwarzen Bogenfenstern ein schwarzes Portal, zu dem fünf silberne Stufen führen.“ Das Wappen existiert mindestens seit 1308 und hat das Aussahen seitdem kaum verändert.[7]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaimersheim unterhält eine Gemeindepartnerschaft mit der sächsischen Stadt Seifhennersdorf.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Gaimersheim noch bis zum Jahr 1950 den Charakter einer gewerblich-landwirtschaftlichen Mischgemeinde besaß, ist der Markt heute geprägt von ihren Gewerbegebieten und der räumlichen Nähe zur am Ingolstädter Stadtrand zu Gaimersheim gelegenen Audi AG. In den Gewerbegebieten haben sich neben der Edeka Südbayern daher auch einige Automobilzulieferer angesiedelt. So hat sich auch eine große Anzahl mittelständischer Unternehmen niedergelassen.

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 20, im Produzierenden Gewerbe 1510 und im Bereich Handel und Verkehr 1001 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 874 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 3567. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1424 ha. Davon waren 1333 ha Ackerfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: sieben Einrichtungen mit 544 Kindergartenplätzen und 466 Kindern (Stand 2018)[8]
  • Grundschule Gaimersheim
  • Mittelschule Gaimersheim (ehemals Hauptschule)
  • Gymnasium Gaimersheim (Zweckverband des Landkreises mit Ingolstadt, eröffnet zum Schuljahr 2010/2011)
  • Außenstelle der VHS Ingolstadt
  • öffentliche Bücherei im Rathaus
  • private Musikschule[9]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum im Winterbauer-Anwesen
  • Backhaus: Veranstaltungsort der Gemeinde Gaimersheim
  • Galerie 17

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naturlehrpfad am Reisberg
  • Badelandschaft Aquamarin (Hallen- und beheiztes Freibad)
  • EDEKA Ballsporthalle
  • Xaver-Ernst-Sportanlage und Sportheim des TSV Gaimersheim
  • Tennisanlage TSV Gaimersheim
  • Tennisanlage TV Ingolstadt (an der Gabel)
  • Sander Tennishalle
  • offener Jugendtreff „no fear“ (Neueröffnung am 1. September 2016 im Neubau in der Römerstraße 41)[10]
  • Schützenverein Männerschützengesellschaft Gaimersheim 1874
  • Schützenverein „Hubertus“

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caritas-Altenheim „St. Elisabeth“ mit 78 Plätzen (Stand: 15. Dezember 2016)[8]
  • Caritas-Sozialstation (Sozialstation und katholischer Krankenpflegeverein; im Haus: Ingolstädter Tafel e. V.)

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Markt Gaimersheim sind derzeit 83 eingetragene Vereine gemeldet[11]. (Stand: Juni 2018)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gaimersheim befindet sich ein Bahnhof der Kategorie 6 an der Bahnstrecke Ingolstadt–Treuchtlingen der Deutschen Bahn. Dieser wird im Regelbetrieb halbstündlich von einer Regionalbahn nach Ingolstadt–München[12] bzw. Treuchtlingen–Nürnberg[13] bedient, Wochentags im Berufsverkehr auch von Zügen der Bayerischen Regiobahn in Verlängerung der Strecke von Eichstät Stadt–Eichstätt Bahnhof nach Ingolstadt Hbf(–Augsburg Hbf). Dort besteht Taktanschluss in Richtung Regensburg bzw. Ulm und Augsburg sowie zum Regionalexpress nach Nürnberg und München. Die Buslinien 50, 55 und 85 der INVG verbinden Gaimersheim mit Ingolstadt werktags in einem 30-Minuten-Takt, die Linie S9 führt über das Gewerbegebiet zum Audi-Werk.

Von der A 9 kommend ist Gaimersheim über die Ausfahrt Lenting zu erreichen.

Die Nordumgehung Gaimersheim wurde im Juni des Jahres 2011 dem Verkehr übergeben. Sie zweigt bei Eitensheim von der B 13 in östliche Richtung ab Richtung Wettstetten bzw. Lenting zur Ausfahrt Lenting. Die Ausfahrt heißt hier „Eitensheim-Nord/Gaimersheim-Nord/Lenting“. Eine Südumgehung ist noch in Planung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Staudacher, Theodor Straub: Chronik des Marktes Gaimersheim. Ingolstadt 1984, ISBN 3-920253-18-3.
  • Andreas J. Schmidt: Gaimersheim. In: Handbuch der Historischen Stätten Bayern I, Altbayern und Schwaben. (= Kröners Taschenausgabe. Band 324). Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32401-6, S. 258–259.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gaimersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Daten allgemein. Markt Gaimersheim, abgerufen am 2. Juli 2019.
  3. Gemeinde Gaimersheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 14. September 2019.
  4. Naturpark Altmühltal. Abgerufen am 2. Juli 2019.
  5. Namensentstehung von Markt Gaimersheim. Markt Gaimersheim, abgerufen am 2. Juli 2019.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 598.
  7. Wappenkunde. Markt Gaimersheim, abgerufen am 2. Juli 2019.
  8. a b Markt Gaimersheim. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. In: Statistik kommunal 2018. Bayerisches Landesamt für Statistik, März 2018;.
  9. Unsere Standorte. Musikschulen Loy, abgerufen am 12. Juli 2019.
  10. Jugendtreff „No Fear“. Kommunale Jugendarbeit Eichstätt, abgerufen am 2. Juli 2019.
  11. Vereine. Markt Gaimersheim, abgerufen am 2. Juli 2019.
  12. Treuchtlingen–Ingolstadt. Kursbuchstrecke 990. In: Kursbuch der Deutschen Bahn 2019. Deutsche Bahn, 6. Juni 2019, abgerufen am 2. Juli 2019.
  13. Ingolstadt–Treuchtlingen. Kursbuchstrecke 990. In: Kursbuch der Deutschen Bahn 2019. Deutsche Bahn, 6. Juni 2019, abgerufen am 2. Juli 2019.