Bahnhof Bamberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bamberg
Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz
Empfangsgebäude und Bahnhofsvorplatz
Daten
Kategorie 2
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Abkürzung NBA
IBNR 8000025
Eröffnung 1. September 1844[1]
Profil auf Bahnhof.de 393
Architektonische Daten
Architekt Friedrich Bürklein
Lage
Stadt Bamberg
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 54′ 3″ N, 10° 53′ 58″ O49.90083333333310.899444444444Koordinaten: 49° 54′ 3″ N, 10° 53′ 58″ O
Höhe (SO) 240 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i7i12i13i15i15i16i18i20

Der Bahnhof Bamberg ist der einzige Personenbahnhof der kreisfreien Stadt Bamberg in Oberfranken. Er ist ein wichtiger Knotenbahnhof für Nahverkehrszüge der Deutschen Bahn und der Agilis-Eisenbahngesellschaft und wird zudem regelmäßig von ICE-Zügen bedient. Der Bahnhof liegt an den Bahnstrecken Nürnberg–Bamberg, Bamberg–Hof und Bamberg–Würzburg. Er besitzt sieben Bahnsteiggleise und gehört der Bahnhofskategorie 2 an.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich im Osten von Bamberg, nordöstlich des rechten Regnitzarms. Er wird umrahmt von der Ludwigstraße im Westen, der Starkenfeldstraße im Süden, die die Bahnanlagen auf einer Brücke überquert, der Brennerstraße im Osten und der Zollnerstraße mit einer Unterführung unter den Gleisen im Norden. Eine Unterführung vom Gleistunnel zur Brennerstraße wurde seit 2010 durchbrochen und im März 2012 eröffnet, das im neuen Radhaus aufgeht.[2] Auf dem Bahnhofsvorplatz trifft die Luitpoldstraße aus der Stadtmitte auf die Ludwigstraße. Das Empfangsgebäude mit der Adresse Ludwigstraße 6 befindet sich westlich der Bahnanlagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahnhof Bamberg im 19. Jahrhundert
Empfangsgebäude mit Pferdedroschken und Straßenbahn, um 1898

Der Bahnhof wurde im Jahr 1844 als Endbahnhof der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg von den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen in Betrieb genommen. Am 25. August 1844 fuhr der erste Zug in den Bahnhof ein, offiziell begann der Betrieb jedoch erst im Oktober desselben Jahres. Kurz nach seiner Eröffnung, im April 1845, wurde der Bahnhof Sitz des Königlich Bayerischen Bahnamtes Bamberg.[3] 1846 verlängerte man die Bahnstrecke nach Norden in Richtung Hof. Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude dauerten zu diesem Zeitpunkt noch an; es wurde im September 1846 eröffnet. Das Gebäude entwarf der Architekt Georg Friedrich Christian Bürklein, der durch die Planung mehrerer Bahnhofsbauten in Bayern bekannt wurde.

1852 wurde der Bamberger Bahnhof an die Bahnstrecke Bamberg–Würzburg angeschlossen und somit zum Eisenbahnknoten. Das Empfangsgebäude wurde vergrößert und erhielt ein zusätzliches Stockwerk. Dieser Umbau war 1858 beendet. 1866 ging das erste Stellwerk am Bahnhof Bamberg in Betrieb.[1]

Von 1897 bis 1922 befand sich auf dem Bahnhofsvorplatz der wichtigste Knoten der Straßenbahn Bamberg. Die Haltestelle dort wurde von drei der insgesamt vier Linien des Netzes bedient. Nachdem die Straßenbahn stillgelegt worden war, begann erst 1924 ein Ersatzbetrieb mit Omnibussen.

Der Bahnhof erhielt im Jahr 1908 Anschluss an die Eisenbahnstrecke nach Scheßlitz und es entstand das Bamberger Bahnbetriebswerk.[3] Aufgrund dieser betrieblichen Bedeutungszunahme wurde das Empfangsgebäude zwischen 1900 und 1908 nochmals erweitert und erhielt einen Vorbau.[4]

1939 elektrifizierte die Deutsche Reichsbahn den Bahnhof zusammen mit den Strecken nach Hof und Nürnberg, da er ein Halt der bedeutenden Fernverbindung Berlin–München war. Aufgrund der Schäden, die der Bahnhof während des Zweiten Weltkriegs erlitt, wurde seine Bedeutung für den Fernverkehr in den folgenden Jahren jedoch wieder geringer. Obwohl der Wiederaufbau schnell verlief, nahm der Fernverkehr am Bahnhof Bamberg weiter ab, da in der sowjetischen Besatzungszone die Fahrdrähte 1946 wieder abgebaut wurden.

1948 wurde das mechanische durch ein elektromechanisches Stellwerk ersetzt.[3]

Ausblick[Bearbeiten]

Mit der für Dezember 2017 vorgesehenen Inbetriebnahme der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt soll in Bamberg ein stündlicher ICE-Systemhalt in beiden Richtungen angeboten werden.[5][6]

Im Zuge des Baus der anschließenden Ausbaustrecke Nürnberg–Ebensfeld zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf wird die Strecke zwischen Bamberg und Lichtenfels im Jahr 2016 acht Monate für den Zugverkehr gesperrt. Es soll ein Schienenersatzverkehr mit drei Buslinien nach Lichtenfels sowie Bahnverkehr bis Hallstadt durch Agilis durchgeführt werden.[7]

Die Deutsche Bahn plant, ab spätestens Dezember 2028 eine IC-Linie von Bamberg über Würzburg und Stuttgart nach Tübingen anzubieten.[8]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnsteige, Blickrichtung Südosten

Der Bahnhof besitzt sieben Durchgangsgleise an vier Bahnsteigen, wobei sich Gleis 1 am Hausbahnsteig befindet. Das siebte Gleis trägt die Nummer 8. Jeder Bahnsteig ist überdacht und verfügt über digitale Zugzielanzeiger. Alle Bahnsteige sind über eine Fußgängerunterführung mit dem Hausbahnsteig verbunden. Außerdem ist der Bahnhof behindertengerecht mit Aufzügen ausgestattet.

Empfangsgebäude[Bearbeiten]

Empfangsgebäude

Das dreistöckige historische Empfangsgebäude besteht aus Sandstein und ist in drei Flügel aufgeteilt. Es verfügt über einen leicht erhöhten Mittelrisalit, an den sich ein zweistöckiger Vorbau anschließt, sowie über ein flaches Walmdach aus Dachziegeln. Das Dach des Vorbaus besteht aus Metall. Ursprünglich war der Bahnhof mit einem Fürstenzimmer ausgestattet, das aber nicht erhalten ist. Neben dem Empfangsgebäude stehen auch drei nördlich davon errichtete Bahnhofsnebengebäude unter Denkmalschutz.[4]

Im Bahnhofsgebäude befinden sich ein Reisezentrum und Einkaufsmöglichkeiten.

Bahnsteigdaten[Bearbeiten]

  • Gleis 1: Länge 298 m, Höhe 55 cm
  • Gleis 2: Länge 370 m, Höhe 76 cm
  • Gleis 3: Länge 370 m, Höhe 76 cm
  • Gleis 4: Länge 197 m, Höhe 76 cm
  • Gleis 5: Länge 197 m, Höhe 76 cm
  • Gleis 6: Länge 378 m, Höhe 76 cm
  • Gleis 8: Länge 378 m, Höhe 76 cm[9]

Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Bamberg wird im Fernverkehr im Zweistundentakt von ICE-Zügen der Linie ICE 28 von Hamburg-Altona oder Berlin nach München bedient. Es kommen hauptsächlich ICE T zum Einsatz. Außerdem verkehrt ein Intercity-Zugpaar der Linie IC 28 von Berlin Gesundbrunnen nach München.

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 wurde die Zahl der täglichen ICE-Halte von 18 auf 24 angehoben.

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 28 (Hamburg-Altona –) Berlin – Leipzig – Jena Paradies – Bamberg – Nürnberg – Ingolstadt bzw. Augsburg – München 120-Minuten-Takt
(z. T. 60-Minuten-Takt)
IC 28 Berlin Gesundbrunnen – Leipzig – Bamberg – Nürnberg – Augsburg – München einzelne Züge

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Im Regionalverkehr wird Bamberg von drei Regional-Express-Linien und zwei Regionalbahn-Linien der Deutschen Bahn AG sowie einer Linie der Agilis bedient.

Zuggattung VGN-Linie Strecke Taktfrequenz Fahrzeugmaterial
RE R2 Franken-Thüringen-Express:
NürnbergFürthErlangenBamberg
SchweinfurtWürzburg 120-Minuten-Takt BR 442 (Talent 2)
ein Zugpaar mit DoSto
LichtenfelsCoburgSonneberg 60-Minuten-Takt
LichtenfelsSaalfeldJena 120-Minuten-Takt
RE Main-Saale-Express:
Bamberg – Lichtenfels – Neuenmarkt-Wirsberg – Bayreuth / Hof
120-Minuten-Takt BR 641
(z. T. noch BR 612 (RegioSwinger))
RE Main-Spessart-Express:
Bamberg – Schweinfurt – Würzburg
120-Minuten-Takt BR 425/426
(als Ersatz für zukünftig TwinDexx-Vario)
RB R15 Mainfrankenbahn:
(Schlüchtern – Jossa – Gemünden –) Würzburg – Schweinfurt – Bamberg
120-Minuten-Takt BR 440 (Coradia Continental)
RB R15 Mainfrankenbahn:
(Jossa – Gemünden – Würzburg – Schweinfurt –) Haßfurt – Bamberg
120-Minuten-Takt BR 440 (Coradia Continental)
(z. T. noch n-Wagen)
RB R2 (Saalfeld (Saale) –) Kronach – Lichtenfels – Bamberg 60-Minuten-Takt BR 442 (Talent 2)
(z. T. noch n-Wagen)
ag R26 (Forchheim –) Bamberg – Breitengüßbach – Ebern 60-Minuten-Takt BR 650 (Regio-Shuttle RS1)

Seit Dezember 2013 ist die Regional-Express-Linie Würzburg–Bamberg–Lichtenfels–Bayreuth/Hof in zwei Linien aufgeteilt. DB Regio Franken gewann die Ausschreibung im Bereich Main-Spessart und wird fortan die Linie von Würzburg nach Bamberg betreiben, die teilweise ab 2015 bis Frankfurt verlängert werden soll. Die Linie Bamberg-Lichtenfels-Bayreuth/Hof wird weiterhin von DB Regio Nordostbayern betrieben.

S-Bahn-Verkehr[Bearbeiten]

Die Linie S1 der S-Bahn Nürnberg endet im Stundentakt in Bamberg.

VGN-Linie Strecke Taktfrequenz Fahrzeugmaterial
S1 Bamberg – Strullendorf – Hirschaid – Buttenheim – Eggolsheim – Forchheim – Kersbach – Baiersdorf – Bubenreuth – Erlangen – Bruck – Eltersdorf – Vach – Unterfarrnbach – Fürth HauptbahnhofRothenburger StraßeSteinbühlHauptbahnhofDürrenhofOstringMögeldorfRehhofLaufamholz – Schwaig – Röthenbach (Pegnitz) – Steinberg – Seespitze – Lauf West – Lauf (links Pegnitz) – Ottensoos – Henfenfeld – Hersbruck (links Pegnitz) – Happurg – Pommelsbrunn – Hartmannshof 60-Minuten-Takt BR 442 (Talent 2)

ÖPNV-Anbindung[Bearbeiten]

Die Bushaltestelle Bahnhof/Ludwigstr südlich des Empfangsgebäudes wird von neun Stadtbuslinien der Stadtwerke Bamberg angefahren. Ein Großteil davon verkehrt werktags im 15-Minuten-Takt. Der Zentrale Omnibusbahnhof im Stadtzentrum ist dadurch etwa alle drei bis fünf Minuten mit dem Bus zu erreichen. Darüber hinaus befinden sich die Haltestellen Bahnhof/Post, Bahnhof/Atrium in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und vor dem Gebäude Bahnhofsvorplatz. Dort verkehren auch regionale Buslinien anderer Betreiber, mehrere Fernbuslinien und der DB-Tochter Frankenbus (vormals OVF). Auf dem Bahnhofsvorplatz vor dem Empfangsgebäude sind Taxis erreichbar. Zur Eröffnung des Durchgangstunnels im März 2012 wurde die Haltestelle Brennerstraße in Bahnhof/Brennerstr umbenannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Heidrich, Bernd Schmitt, Dieter Stüllein: Eisenbahnknotenpunkt Bamberg. Eisenbahn-Fachbuch-Verlag, Neustadt bei Coburg 2003, ISBN 3-9805967-8-8.
  • Norbert Heidrich, Norbert Kempf: Chronik des Bahnhofs Bamberg: Daten und Fakten. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Bamberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Burkhard Thiel: Bahnhof Bamberg auf Zielbahnhof.de, abgerufen am 21. Mai 2011
  2. Eröffnung der Unterführung am Gleistunnel
  3. a b c Michael Jungwirth: Die Geschichte der ersten Staatsbahn Bayern auf KBS820.de, abgerufen am 12. April 2012
  4. a b Der Bahnhof Bamberg in der Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, abgerufen am 28. Mai 2011
  5. Bahn: ICE-Systemhalt in Bamberg bleibt. infranken.de, 7. März 2013.
  6.  Bamberg profitiert vom Neubau der ICE-Strecke. In: Bayerische Staatszeitung. 17. Oktober 2014, ISSN 0341-3993, S. 7.
  7. http://www.nahverkehr-franken.de/rbahn/aktuell.html 34 Wochen Streckensperrung Bamberg - Lichtenfels in 2016 vom 11. März 2015.
  8. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Mehr Bahn für Metropolen und Regionen. Präsentation vom 18. März 2015, S. 17.
  9. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof Bamberg auf deutschebahn.com