Alaejos

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Gemeinde Alaejos
Alaejos – Kirche San Pedro und Rathaus (links)
Alaejos – Kirche San Pedro und Rathaus (links)
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Alaejos
Alaejos (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Valladolid
Comarca: Tierra de Medina
Koordinaten 41° 18′ N, 5° 13′ WKoordinaten: 41° 18′ N, 5° 13′ W
Höhe: 745 msnm
Fläche: 102,49 km²
Einwohner: 1.400 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 13,66 Einw./km²
Postleitzahl: 47510
Gemeindenummer (INE): 47004 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Alaejos

Alaejos ist ein Ort und eine spanische Gemeinde (municipio) mit 1.400 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der Provinz Valladolid der Region Kastilien-León.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Alaejos liegt in der Iberischen Meseta knapp 62 km (Fahrtstrecke) südwestlich von Valladolid bzw. knapp 28 km westlich von Medina del Campo in einer Höhe von ca. 745 m ü. d. M.[2] Der Ort hat einen Autobahnanschluss an die Autovía de Castilla (A-62). Das Klima im Winter ist kalt, im Sommer dagegen warm bis heiß; der spärliche Regen (ca. 370 mm/Jahr) fällt verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2001 2012
Einwohner 3.646 3.561 3.610 1.550 1.468

Der kontinuierliche Bevölkerungsrückgang im 20. Jahrhundert ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner lebten jahrhundertelang hauptsächlich als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch ein wenig Viehzucht (Schafe, Ziegen, Hühner) und der Weinbau gehörte. Wegen der großen Entfernung zu den Städten Valladolid und Salamanca war die Vermarktung von Überschüssen kaum möglich. In der Kleinstadt selbst ließen sich Kaufleute, Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art nieder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Rückeroberung (reconquista) der Gebiete im Norden der Iberischen Halbinsel im 10. und 11. Jahrhundert gehörte Alaejos zum Königreich León und bildete möglicherweise eine Art Grenzfestung zu den von den Mauren kontrollierten Gebieten weiter südlich. Nach vorangegangenen Versuchen vereinigte sich León im Jahr 1230 endgültig mit dem Königreich Kastilien. Trotz Zerstörungen während des Comuneros-Aufstands (1520–1522) erlebte die Kleinstadt ihre Blütezeit im 16. und 17. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alaejos – Iglesia de Santa María
  • Zentrum des Ortes ist die Plaza Mayor mit dem im 16. Jahrhundert auf einem Natursteinsockel erbauten Rathaus aus Ziegelsteinen.
  • Die dreischiffige, dem Apostel Petrus geweihte Hallenkirche San Pedro steht unmittelbar daneben. Die gänzlich aus Ziegelsteinen erbaute Kirche entstand im 16. Jahrhundert und verfügt über einen hohen viergeschossigen Glockenturm mit einem zurückgestuften Aufsatz und einer doppelten Laterne, der dem 17. Jahrhundert zugeschrieben wird. Das dreischiffige Innere der Kirche ist von komplizierten Rippengewölben aus Stuck bedeckt; in den Seitenschiffen stehen aufwändig gestaltete und mit Blattgold überzogene Barockaltäre. Höhepunkt ist der polygonal gebrochene und in Felder unterteilte Retabel des Hochaltars mit zahlreichen Figuren aus der Zeit um 1580.[4]
  • Ebenfalls ins 16. Jahrhundert gehört die an einem wenige hundert Meter nordöstlich gelegenen Platz stehende und im Äußeren ganz ähnlich gestaltete Iglesia de Santa María. Ihr Inneres ist ebenfalls dreischiffig, aber in der Höhe basilikal gegliedert. Der die Rückwand der überkuppelten Apsis einnehmende barocke Hauptaltar präsentiert von kanelierten Säulen gerahmte Felder mit Figuren; auch die in den Seitenschiffen befindlichen Nebenaltäre sind aufwändig gestaltet.
  • Mehrere Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert (Casa del Inquisidor, Casa del Marqués de Gastañaga, Casa de los Regidores, Casa del Obispo) tragen steinerne Wappenschilde.
  • Am südlichen Ortsrand stehen die spärlichen Ruinen des Castillo de Alaejos, welches um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Auftrag von Alonso de Fonseca I., dem auch die Initiative zum Bau des Castillo de Coca zu verdanken ist, entstand.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • José Ojeda Nieto: Alaejos. Un Pueblo de Castilla en el Siglo XVII. Diputación de Valladolid, Valladolid 2009, ISBN 978-8478521319.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alaejos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Alaejos – Karte mit Höhenangaben
  3. Alaejos – Klimatabellen
  4. Alaejos – Iglesia de San Pedro