Alan Cumming

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alan Cumming zu Gast beim Toronto International Film Festival, 2013

Alan Cumming OBE[1] (* 27. Januar 1965 in Aberfeldy, Perthshire, Schottland) ist ein britisch-US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur. Der RSAMD-Absolvent ist insbesondere bekannt als Ensemblemitglied der Royal Shakespeare Company und aus Filmen wie James Bond 007 – Goldeneye. Er ist mit Illustrator und Storyboard-Artist Grant Shaffer verheiratet.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit

Cumming wurde 1965 im schottischen Aberfeldy geboren und wuchs auf dem Landsitz Panmure Estate in Angus nahe Carnoustie auf, an der Ostküste Schottlands.[2] Seine Umwelt beschrieb Cumming als „feudal“.[3] Seine Mutter, Mary Darling, war Sekretärin einer Versicherungsgesellschaft, sein Vater Alex Cumming war Oberförster des Atholl Estate. Sein Bruder Tom ist sechs Jahre älter und als Hausverwalter in Southampton (England) tätig. Durch Tom hat er eine Nichte und zwei Neffen.[3]

In seiner Autobiographie Not My Father’s Son (Nicht der Sohn meines Vaters) beschreibt Cumming die emotionale und physische Gewalt, die sein Vater ihm als Kind und Jugendlicher antat.[4][5][6] Seine Mutter schaffte es erst, eine Scheidung von ihrem gewalttätigen Mann zu erwirken, nachdem sie finanzielle Unabhängigkeit erlangt hatte.[3] Cumming sagte aus, dass er in seinen frühen Zwanzigern den Kontakt zu seinem Vater vollständig abbrach. Erst kurz vor dem Dreh seiner persönlichen Episode der BBC-Genealogie-Dokureihe Who Do You Think You Are? nahm er den Kontakt wieder auf und erfuhr, dass sein Vater der Ansicht gewesen war, Cumming sei nicht sein biologischer Sohn.[3] Cumming und sein Bruder konnten später mittels DNA-Tests die Vaterschaft von Alex Cumming einwandfrei nachweisen.[4]

Cumming ist der Ansicht, seine schwierige Kindheit habe ihn das Schauspielern gelehrt durch „die ständige Notwendigkeit, ihm gegenüber meine eigenen Emotionen völlig zu unterdrücken bzw. zu verbergen, als ich ein kleiner Junge war“.[7]

Ausbildung und Karriere

In seiner Heimatstadt Angus besuchte er erst die Monikie Grundschule, dann weiterführend die Carnoustie High School.[8]

Nach seinem Schulabschluss zog Cumming ins 160 Kilometer südöstlich gelegene Glasgow, um dort an der renommierten RSAMD (heute Royal Conservatoire of Scotland) Schauspiel zu studieren. Nach seinem Abschluss erhielt er Engagements der bekannten Theaterensembles der Royal Shakespeare Company (RSC) und des Royal National Theatre, mit denen er diverse Theaterstücken inszenierte. Große internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Rolle des Antagonisten Boris Grishenko im Bond-Film Goldeneye. Ein jüngeres Publikum erschloss er sich als Fegan Floop in den drei Spy-Kids-Filmen. 1994 feierte Cumming mit Butter sein Drehbuch- und Regiedebüt. 2001 folgte mit Beziehungen und andere Katastrophen die erste Spielfilmregie.

Im November 2006 erhielt Cumming die Ehrendoktorwürde der University of Abertay Dundee. Er ist zudem Patron des Scottish Youth Theatre, dem schottischen Nationaltheater „von und für“ junge Menschen.

Benefizarbeit und Auszeichnungen

Cumming engagiert sich insbesondere für den Tierschutz und seit seinem öffentlichen Coming-out als bisexueller Mann[9] auch verstärkt als LGBT*-Aktivist. Er ist außerdem Patron der gemeinnützigen Stiftung NORM-UK, die sich mit medizinischen Fragen zur Vorhaut-Gesundheit und Beschneidungspraktik beschäftigt. Cumming selbst lehnt die routinemäßige Beschneidung von Säuglingen, wie sie beispielsweise in den Vereinigten Staaten üblich ist, vehement ab.[10][11] Er initiiert und unterstützt Spendenaktionen für Organisationen wie AMFAR (AIDS-Forschung), GLAAD und Human Rights Campaign (Gleichberechtigung und Aufklärung) sowie die Projekte Broadway Cares und Equity [US-amerikanische Theatergewerkschaft AEA] Fights AIDS (Aufklärung und Beistand). Für das New Yorker Equality Network beteiligte er sich an einer Videokampagne, welche erfolgreich zur Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Schottland beitrug.[12] 2014 wurde das entsprechende Gesetz verabschiedet.[13]

Für seinen erfolgreichen Aktivismus ebenso wie für seinen Beitrag zur Unterhaltungsindustrie und der Erhaltung der Künste verlieh ihm Queen Elisabeth II. 2009 den Ehrenoffiziersrang des Order of the British Empire.[1][14][15] Cumming kommentierte: „Mein Beruf gibt mir ein Sprachrohr. Ich bin laut und spreche aus, was mir durch den Kopf geht.“[16] Der mit der Auszeichnung einhergehende Titel OBE („O“ für Officer im Unterschied zu MBE, CBE und KBE) ist nach dem vollständigen Namen zu führen.

Im März 2005 erhielt Cumming im Rahmen der 16. jährlichen GLAAD Medien-Preisverleihung den Vito Russo Award für seinen „außerordentlichen Beitrag zur Beseitigung von Homophobie“.[17] Im Juli desselben Jahres erhielt er auch von der Human Rights Campaign in San Francisco deren Humanitarian Award, ebenfalls für seine öffentlichen Stellungnahmen im Namen der LGBT-Gemeinschaft. Cumming setzt sich vielfach für artgerechte Tierhaltung ein, dafür erhielt er 2017 den Humanitarian Award der Tierschutzorganisation PETA.[18] Seit 2012 ernährt er sich nach eigenen Angaben vegan.[19]

Privatleben

1985 heiratete er Schauspielkollegin Hilary Lyon, die unter anderem in Hamlet neben ihm auf der Bühne stand (als Ophelia, Cumming in der Titelrolle); nach acht Jahren (1993) ließen sie sich wieder scheiden. Er war zwei Jahre lang mit Schauspielerin Saffron Burrows und über sechs Jahre mit Theaterdirektor Nick Philippou zusammen.[5]

Cumming ist seit seiner frühen Jugend Atheist.[20] Er ist bekennender Unterstützer der Scottish National Party und der Unabhängigkeit Schottlands von der englischen Krone.[21] Am 7. November 2008 nahm Cumming die US-amerikanische als zweite Staatsbürgerschaft an. Dies involvierte eine Vereidigungs-Zeremonie in New York City.[22][23]

Heute lebt er mit seinem Ehemann, dem Zeichner Grant Shaffer, und ihren Hunden Jerry und Lala in Manhattan.[24] Shaffer arbeitet als Illustrator und Storyboard-Artist und war beispielsweise verantwortlich für das surrealistisch angehauchte Musikvideo zu Bedtime Story von Madonna.[25] Cumming und Shaffer lernten sich 2004 kennen, am 7. Januar 2007 gingen sie im Royal Naval College in Greenwich (London) eine eingetragene Partnerschaft ein.[26][27] Am fünften Jahrestag ihrer Lebenspartnerschaftszeremonie, am 7. Januar 2012, heirateten Cumming and Shaffer schließlich in ihrer Wahlheimat New York, dort war die Ehe ein halbes Jahr zuvor für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet worden.[28] 2006 sagte er im Interview, er würde „von Herzen gerne ein Kind adoptieren“, doch sein Leben sei „zu hektisch“ für Kinder.[29]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alan Cumming – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Große Geburtstagsfeier in London: Queen schlägt Christopher Lee zum Ritter Rheinische Post vom 13. Juni 2009. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  2. Alan Cumming on dealing with his past. In: The Scotsman, 8. November 2014. Abgerufen am 16. November 2014. 
  3. a b c d Alan Cumming (Video interview). In: Larry King Now, 27. Oktober 2014. Abgerufen am 1. November 2014. 
  4. a b Alan Cumming: 'I never felt I'd achieved enough because I was always told I was nothing'. In: The Guardian, 14. November 2014. Abgerufen am 16. November 2014. 
  5. a b Adam Higginbotham: Cumming out on top. In: The Observer, 16. Februar 2003. Abgerufen am 15. April 2013. 
  6. Alan Cumming Biography (1965–). In: Film Reference.com. Abgerufen am 15. April 2013.
  7. Actor Alan Cumming Is Not His ‚Father’s Son‘. In: NPR, Weekend Edition Saturday, 11. Oktober 2014. Abgerufen am 1. November 2014. 
  8. High school reunion for film star Alan Cumming. In: The Courier (Dundee), 8. Januar 2013. Archiviert vom Original am 29. November 2014. Abgerufen am 16. November 2014. 
  9. Adam Sandel: Alan Cumming Is Bisexual — And You Might Be Too.
  10. John Dalton: Film Star Wants the Foreskin to be with you. In: NORM-UK. 11. Juni 2007. Archiviert vom Original am 19. Dezember 2013.
  11. X-Man Nixes Circs. In: circumstitions.com. 11. Juni 2007.
  12. Video: Scottish campaign for equal marriage launches 'It's Time' celebrity video campaign. In: Pink News, 24. Juni 2013. Abgerufen am 25. Juni 2013. 
  13. Mattia Rosini: Gay marriage is legal in scotland. In: west-info.eu (WElfare Society Territory). 5. Februar 2014. Abgerufen am 6. Dezember 2017.
  14. Queen's birthday honours list: Diplomatic service and overseas list. In: guardian.co.uk. 13. Juni 2009.: „Actor, Producer and Presenter. For serv film, theatre and the arts and to activism for equal rights for the gay and lesbian community“
  15. To be Ordinary Officers of the Civil Division of the said Most Excellent Order:. In: The London Gazette, 13. Juni 2009, S. B24. Abgerufen am 15. April 2013. 
  16. Bi OBE. In: Bi Media, 25. November 2009.  „„I have a voice because of my work. I'm loud and I speak my mind““ 
  17. Andrew Gans: GLAAD Media Awards to Honor Billy Crystal and Alan Cumming. 25. März 2005. Archiviert vom Original am 16. Januar 2014. Abgerufen am 15. April 2013.
  18. Photo Flash: Alan Cumming Receives PETA’s Humanitarian Award at Valentine’s Day Bash Broadway World News, 13. Februar 2017.
  19. Heidi Pashman: 25 Sexiest Vegan and Vegetarian Celebrities. 13. Januar 2013. Archiviert vom Original am 14. Dezember 2013. Abgerufen am 14. Dezember 2013.
  20. Warren Allen Smith: Celebrities in Hell., S. 91 (Zugriff am 18. Januar 2017).
  21. Nicola Sturgeon quips she could field SNP candidates in England. In: The Guardian, 13. Dezember 2016. Abgerufen am 12. November 2017. 
  22. Alan Cumming: I bought a blue car today!. In: alancumming.com. 7. November 2008. Archiviert vom Original am 4. März 2012. Abgerufen am 15. April 2013.
  23. Peter Ross: Alan Cumming interview: seen the future, got the t-shirt. In: The Scotsman, 1. November 2008. Abgerufen am 15. April 2013. 
  24. Peter McQuaid: The artful swinger – bisexual actor Alan Cumming – Brief Article – Interview. In: The Advocate, 28. September 1999, S. 59–62. 
  25. Grant Shaffer: Bedtime Storyboards: An All-time Classic Madonna Video in the Making. In: Icon, Boy Toy Inc, Januar 1995. 
  26. Alan Cumming marries illustrator Grant Shaffer in a civil ceremony in England
  27. Natalie Finn: Alan Cumming Groomed for Marriage. In: E!. 8. Januar 2007. Abgerufen am 15. April 2013.
  28. Jeremy Kinser: Alan Cumming Remarries Husband in New York. 9. Januar 2012. Archiviert vom Original am 11. April 2012. Abgerufen am 15. April 2013.
  29. David Mattin: Odd man out: Alan Cumming. In: The Times, 18. Juli 2006.