Albanische Luftstreitkräfte

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Albanische Luftstreitkräfte
Forca Ajrore Shqiptare

Albanian Air Forces.svg

Wappen der Albanischen Luftstreitkräfte
Aufstellung 24. April 1951
Staat Albanien Albanien
Streitkräfte Albanische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft (Luftstreitkräfte)
Leitung
Oberbefehlshaber der Streitkräfte Präsident der Republik Albanien
Militärischer Befehlshaber der Streitkräfte Generalstabschef Generalmajor Bajram Begaj
Befehlshaber der Luftstreitkräfte Brigadegeneral Vladimir Avdiaj
Insignien
Flugzeugkokarde Roundel of Albania.svg

Die Albanischen Luftstreitkräfte (albanisch Forca Ajrore Shqiptare) sind eine selbständige Teilstreitkraft der Albanischen Streitkräfte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Versuche zum Aufbau einer Luftwaffe in Albanien gehen auf das Jahr 1914 zurück. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde das Projekt aber gestoppt. Erst Ende der 1930er Jahre wurden angehende Piloten zur Ausbildung ins Ausland geschickt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1951, kam es zur offiziellen Gründung der Albanischen Luftstreitkräfte. Bereits 1947 war eine Luftraumüberwachung aufgebaut worden. Das 1951 gegründete Kampfgeschwader, das unter anderem mit Jak-18 ausgerüstet war, wurde in Tirana auf dem Flugplatz Lapraka stationiert. Ab 1955 flogen die Luftstreitkräfte erstmals mit Jets; die MiG-15 waren in Kuçova stationiert. Im Jahr 1957 wurde eine Transportabteilung aufgebaut. 1962 wurde am Flughafen Tirana das neue Luftstreitkräfte-Regiment stationiert.[1] 1974 Jahren wurde der Militärflugplatz Gjadër eröffnet, so dass auch in Nordalbanien eine Basis zur Verfügung stand.

Albanische F-6 (MiG-19)

1961 war es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Volksrepublik Albanien unter Enver Hoxha und der Sowjetunion gekommen, was sich auch auf die Lieferungen sowjetischer Waffentechnik an die albanischen Luftstreitkräfte auswirkte. In der Folge blieb nur noch die Möglichkeit, Fluggeräte aus der Volksrepublik China zu beziehen, mit der im gleichen Jahr ein Bündnis geschlossen worden war. So gelangten in den folgenden Jahrzehnten hauptsächlich chinesische Lizenzbauten sowjetischer Flugzeuge nach Albanien. Die Jagdfliegerkräfte wurden mit F-6, dem chinesischen Lizenzbau der MiG-19, und ab 1970 zusätzlich durch F-7, einer chinesischen Weiterentwicklung der MiG-21, ausgerüstet. Die Jagdbomberverbände bestanden aus F-2 (MiG-15) und F-4 (MiG-17). Nachdem sich Albanien 1978 auch mit China überworfen hatte und das Land immer mehr in die außenpolitische Isolation abgeglitten war, lieferte selbst diese Seite keine modernen Geräte mehr. So war beim Sturz der kommunistischen Regierung im Jahr 1990 der Flugzeugpark der albanischen Armee hoffnungslos veraltet. Zum Ende 1991 standen noch etwa 90 Jagd- und Jagdbomber, hauptsächlich F-4 und F-6 sowie etwa zwölf F-7, im aktiven Dienst. Dazu kamen für Transportaufgaben etwa sechs Li-2, drei Il-14M von Albtransport, etwa zehn chinesische An-2 (Y-5) und acht Hubschrauber Z-5 (Mi-4). Für die Jagdpilotenausbildung standen ungefähr sechs MiG-15UTI (FT-2) zur Verfügung. Die Grundausbildung wurde mit über dreißigjährigen Jak-11 und Jak-18 (CJ-5) durchgeführt.[2]

Das schwerste Unglück der albanischen Luftstreitkräfte ereignete sich am 22. November 1989, als zwei Hubschrauber Z-5 bei schlechtem Wetter in der Nähe des Dorfes Vuno und des Llogara-Passes mit Bergen kollidierten. Sie waren dabei, Verletzte eines Busunfalls bei Kudhës (Himara) nach Tirana zu transportieren. Bei den Abstürzen verloren alle 21 Insassen ihr Leben, zwei weitere beim Busunfall.[3][4] Anfangs der 90er Jahre kam es zu mehreren Abstürzen:[5] Der letzte eines Düsenflugzeugs fand am 16. September 2004 statt, als ein bewaffneter Militärjet, ein chinesischer Lizenzbau der MiG-19, gleich nach dem Start in Tirana am Rand des Flughafengeländes zerschellte. Der Pilot kam dabei ums Leben.[6] Am 16. Juli 2006 stürzte eine Bell 222 ins Adriatische Meer, die den verletzten Gramoz Pashko zur Behandlung nach Tirana transportiere. Alle sechs Insassen starben.[7][8] Im April 2016 stürzte ein Eurocopter 145 in den Skutarisee, wobei zwei Piloten ums Leben kamen.[9]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die albanischen Luftstreitkräfte verfügen heute über den Flugplatz Luftwaffenstützpunkt Kuçova, den Helikopterlandeplatz Luftwaffenstützpunkt Farka und verschiedene Einrichtungen zur technischen und logistischen Unterstützung der Truppe.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Überwachung des Luftraums, gehört auch die Durchführung von Such- und Rettungsmissionen zu den Aufgaben der Luftwaffe.

Da Albanien aktuell über keine eigenen Strahlflugzeuge verfügt, wird die Sicherung des staatlichen Luftraums von griechischen und italienischen Kampffliegern übernommen.[10]

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die albanischen Luftstreitkräfte betreiben 18 Hubschrauber (Stand Ende 2021).[11]

Luftfahrzeuge Bild Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Hubschrauber
Bell 206 Albanian Air Force Agusta AB-206C-1 JetRanger II Lofting-1.jpg Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten/
Italien Italien
Leichter Mehrzweckhubschrauber AB-206C-1 5
Bölkow Bo 105 Alb BO-105.jpg Deutschland Deutschland Leichter Mehrzweckhubschrauber Bo 105 E-4 4
Bell 205 AB 205 Training.jpg Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten/
Italien Italien
Transporthubschrauber AB-205A-1 3
Aérospatiale AS 332 Cougar Helicopter of the Albanian Air Force.jpg Frankreich Frankreich Transporthubschrauber AS 532 4
Sikorsky UH-60 Beispielbild Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporthubschrauber Beschaffung von 2–3 Maschinen geplant[12][13]
AgustaWestland AW109 Beispielbild Italien Italien VIP-Hubschrauber 1
Eurocopter EC145 Beispielbild Europaische Union Europäische Union VIP-Hubschrauber 1 eine weitere Maschine 2016 abgestürzt
Unbemannte Luftfahrzeuge
AeroVironment RQ-20 Puma Beispielbild Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Aufklärungsdrohne RQ-20B Puma Block AE 6[14]
Bayraktar TB2 Beispielbild Turkei Türkei Kampf- und Aufklärungsdrohne Das albanische Parlament bewilligte 2021 € 8 Mio. für die Beschaffung einer unbekannten Anzahl.[15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Albanian Air Force – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Air Force History. In: Albanian Armed Forces. Abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  2. Lindsay Peacock: Die Luftstreitkräfte der Welt. Bechtermünz, Augsburg 1992, ISBN 3-8289-5334-4, S. 56.
  3. Tragjedia e Llogarasë, dokumenti sekret, pse u rrëzuan helikopterët. In: Funky Fish. 23. November 2009, abgerufen am 24. Juli 2017 (albanisch).
  4. ASN Aircraft accident 22-NOV-1989 Harbin Z-5 (Mil Mi-4) 6-44. In: Aviation Safety Network. 7. April 2016, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  5. ASN Aviation Safety Database results. In: Aviation Safety WikiBase. Abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  6. Nachricht auf albanien.ch vom 16. September 2004. Abgerufen am 24. Juli 2017.
  7. AL-HOV SE-HOV ZA-HOV Bell 222UT C/N 47555. In: Helicopter Database. Abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  8. ASN Aircraft accident 16-JUL-2006 Bell 222UT ZA-HOV. In: Aviation Safety Network. 17. März 2013, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  9. ASN Aircraft 06-APR-2016 Euocopter EC145 FA-637. In: Aviation Safety Network. 12. Oktober 2016, abgerufen am 24. Juli 2017 (englisch).
  10. Artikel in "DiePresse.com" vom 23. Januar 2014, abgerufen am 26. Juni 2014
  11. World Air Force 2022. Flight International, Dezember 2021, abgerufen am 16. Dezember 2021 (englisch).
  12. US gives 3 Black Hawk helicopters to Albania military. In: Army Times. Associated Press, 19. April 2019, abgerufen am 16. Dezember 2021 (englisch).
  13. Lt. Col. Erol Munir: Albania will receive two “Black Hawks” of its own in 2023. In: euronews.al. 24. Mai 2021, abgerufen am 16. Dezember 2021 (englisch).
  14. Foreign Military Sales (FMS) Albania Puma System. In: govtribe.com. 31. Juli 2020, abgerufen am 16. Dezember 2021 (englisch).
  15. Albania earmarks over $9M for Turkish Bayraktar TB2 UCAVs. In: Daily Sabah. 29. Juni 2021, abgerufen am 8. Januar 2022 (englisch).