Amazonas (Brasilien)

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Estado do Amazonas
Amazonas
Amazonas (Brasilien)
Amazonas
Amazonas
Koordinaten 4° S, 65° WKoordinaten: 4° S, 65° W
Lage des Bundesstaates Amazonas in Brasilien
Lage des Bundesstaates Amazonas in Brasilien
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Gründung 1889 (als Staat, 1850–1889 Provinz Amazonas)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Amazonas
Hauptstadt Manaus
Região intermediária 4 (seit 2017)
Região imediata 11 (seit 2017)
Gliederung 62 Munizipe
Gewässer Amazonas, Rio Negro, Amazonasbecken
Klima äquatorial, Am, Af
Fläche 1.559.146,9 km²
Einwohner 3.483.985 (2010, letzte Volkszählung[1])
Dichte 2,2 Ew./km²
Schätzung 4.144.597 Ew. (1. Juli 2019[1])
Zeitzone UTC−04, UTC−5
Website www.amazonas.am.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Gouverneur Wilson Lima (PSC)
(seit 1. Januar 2019)
Vizegouverneur:
Carlos Almeida (PRTB)
(seit 1. Januar 2019)
Senatoren: 3
Abgeordnete: 8
Landesparlamentarier: 24
Wirtschaft
BIP 86.560 Milliarden R$Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
21.979 R$ pro Kopf
(2015)
HDI 0,674 (mittel) (2010)

Amazonas, amtlich portugiesisch Estado do Amazonas, ist der größte der 26 Bundesstaaten Brasiliens. Er liegt im Nordwesten des Landes und gehört zur Região Norte (Nordregion). In der Hauptstadt Manaus lebt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern fast die Hälfte der Bevölkerung des Staates.

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Territorium ist nach dem gleichnamigen Fluss Rio Amazonas benannt, bekannt seit dem 16. Jahrhundert auch als Rio de las Amazonas.

Geographie und Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er umfasst das westliche Amazonasbecken im Nordwesten Brasiliens und besteht größtenteils aus tropischem Regenwald. Die geographische Lage wird durch folgende maximale Breiten- und Längengrade bestimmt:

  • Geographische Breite −2°14'29" bis −9°49'10" (Nord-Süd)
  • Geographische Länge −56°06'00" bis −73°47'40" (Ost-West)

Der Bundesstaat grenzt an die Nachbarstaaten Peru, Kolumbien und Venezuela sowie an die brasilianischen Bundesstaaten Roraima, Pará, Mato Grosso, Rondônia und Acre. Er selbst ist in 62 Gemeinden, den Munizipalstädten (portugiesisch municípios) unterteilt.

Seine Fläche beträgt knapp 1,56 Millionen km², die Einwohnerzahl pro Quadratkilometer betrug 2010 2,23 Einwohner. Die Volkszählung des Jahres 2010 des Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) verzeichnete 3.483.985 Einwohner. Zum 1. Juli 2019 wurde durch das IBGE die Bevölkerungszahl auf 4.144.597 Personen geschätzt.[1]

Bevölkerungsentwicklung[2][1]

Jahr Einwohnerzahl
Zensus 1991 2.103.243
Zensus 2000 2.812.557
Zensus 2010 3.483.985
Schätzung 2019 4.144.597

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teatro Amazonas in Manaus

Die größte Stadt des Bundesstaates und der Região Norte ist Manaus mit geschätzten 2.182.763 Einwohnern (2019).[3] Nach dem Zensus von 2010 leben vier Fünftel der Bevölkerung Amazonas’ in Städten und ein Fünftel auf dem Land.[4] Weitere große Städte des Bundesstaates neben Manaus sind Parintins mit geschätzten 114.273 Einwohnern (2019),[5] Itacoatiara mit geschätzten 101.337 Einwohnern (2019),[6] Manacapuru mit geschätzten 97.377 Einwohnern (2019),[7] Coari mit geschätzten 85.097 Einwohnern (2019)[8] sowie Tefé mit geschätzten 59.849 Einwohnern (2019).[9]

Indigene Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

65 indigene Gruppen leben laut IBGE in Amazonas. Der Zensus von 2010 hat eine Gesamtanzahl von 168.680 Menschen ermittelt, die zur indigenen Bevölkerung gezählt werden, womit die höchste Anzahl von den Indigenen Brasiliens in Amazonas lebt.[4]

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermischung des Amazonas-Wassers mit dem Wasser des Rio Negro

Der Fluss Amazonas heißt im Bundesstaat Amazonas auf seiner längsten Strecke bis zur Hauptstadt Manaus Rio Solimões. Die größten sonstigen Flüsse sind:

Die Mehrheit der Flüsse Amazonas’ ist ganzjährig befahrbar.[4]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchsten Punkte Brasiliens liegen in Amazonas; so der Pico da Neblina mit 3.014 Metern und der Pico 31 de Março mit 2.992 Metern.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spanier Francisco de Orellana gilt als Entdecker des Gebietes, das heute den Bundesstaat Amazonas ausmacht. Die Entdeckung war Teil der Gonzalo-Pizarro-Expedition und fand von 1541 bis 1542 statt. Die Region geriet jedoch wieder in Vergessenheit bis zwei Ordensbrüder den Amazonas erneut befuhren und das Interesse an einer Inbesitznahme wieder weckten. 1637 startete eine weitere Expedition unter Pedro Teixeira. Im selben Jahr schuf Philipp IV. von Spanien durch eine königliche Satzung die capitania do Cabo do Norte. 1669 wurde das Forte de São João da Barra do Rio Negro gegründet, aus welchem sich über Jahrhunderte hinweg die Hauptstadt von Amazonas entwickeln sollte: Manaus.[10]

1850 wurde im Kaiserreich Brasilien die Provinz Amazonas durch Ausgliederung aus der Provinz Grão-Pará gegründet und Manaus zur Hauptstadt erhoben. Die Provinz bestand bis 1889, bei Gründung der Republik Brasilien 1889 wurde sie zum Staat Amazonas.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 4. April 2014 hatte José Melo de Oliveira von dem Partido do Movimento Democrático Brasileiro (PMDB) das Amt des Gouverneurs (portugiesisch governador) übernommen und löste den seit dem 31. März 2010 amtierenden Zivilingenieur Omar Aziz ab. Aziz hatte die Nachfolge von Eduardo Braga angetreten, unter dem er zweimal, in der Wahlperiode ab 2002 und ab 2006, Vizegouverneur gewesen ist. In der Wahl vom 3. Oktober 2010 wurde Aziz mit 63,9 % der Stimmen im Amt bestätigt.[11]

Bei den Wahlen in Brasilien 2018 wurde der der als rechtsreligiös und rechtspopulistisch eingeschätzten Partei Partido Social Cristão (PSC) angehörende Wilson Miranda Lima, Wahlname Wilson Lima, zum 50. Gouverneur des Bundesstaates Amazonas mit 58,5 % oder 1.033.954 der gültigen Stimmen gewählt.[12][13]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amazonas verfügt seit 1918 über eine Academia Amazonense de Letras. Eines der größten Festivals ist das jährlich am letzten Juniwochenende stattfindende Festival Folclórico de Parintins.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesstaat Amazonas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d IBGE: Amazonas – Panorama.
  2. Brasilien: Bundesstaaten und Großstädte - Einwohnerzahlen, Karten, Grafiken, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 22. Dezember 2017.
  3. IBGE: Manaus – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. a b c d N. N.: Dados auf der Internetseite der Regierung Amazonas’.
  5. IBGE: Parintins – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. IBGE: Itacoatiara – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  7. IBGE: Manacapuru – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  8. IBGE: Coari – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  9. IBGE: Tefé – Panorama. Abgerufen am 1. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  10. N. N.: História, auf der offiziellen Internetseite der Regierung des Bundesstaates.
  11. Governador Omar Aziz (Memento vom 16. September 2013 im Internet Archive)
  12. Wilson Lima 20 (Governador). In: eleicoes2018.com. Eleições 2018, abgerufen am 12. Januar 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  13. Eleições 2018 | Wilson Lima Governador 20. In: estadao.com.br. Estadão, abgerufen am 12. Januar 2019 (brasilianisches Portugiesisch).