Animal Crossing

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Animal Crossing
Animal Crossing Fink Heavy.png
Originaltitel どうぶつの森
Transkription Dōbutsu no Mori
Entwickler Nintendo EAD
Publisher Nintendo
Designer Takashi Tezuka, Katsuya Eguchi
Erster Titel Animal Crossing (2001)
Letzter Titel Animal Crossing: Amiibo Festival (2015)
Plattform(en) Nintendo 64, Nintendo GameCube, Nintendo DS, Wii, Nintendo 3DS, Wii U
Genre(s) Simulation

Animal Crossing (jap. どうぶつの森, Dōbutsu no Mori, dt. „Wald der Tiere“) ist eine beliebte Videospielreihe von Nintendo. Das Simulationsspiel spielt sich in einer Fabelwelt ab und verläuft, mit Ausnahme der Spin-Offs, in Echtzeit. In Deutschland erschienen Serienableger für den Nintendo GameCube, den Nintendo DS, die Wii, den Nintendo 3DS und der Wii U.

Besonders in Japan gehört Animal Crossing zu den populärsten Spielereihen überhaupt. Der Ableger für den Nintendo DS, Animal Crossing: Wild World, ist mit weltweit knapp 12 Millionen verkauften Einheiten der bisher erfolgreichste Teil der Serie.[1]

Schöpfer der Reihe ist Katsuya Eguchi.[2]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Animal Crossing-Reihe übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen menschenähnlichen Avatar, der in ein von sprechenden Tieren bewohntes Dorf zieht. Er bekommt von Tom Nook ein kleines Haus gestellt. Um dieses abzubezahlen, müssen diverse Tätigkeiten verrichtet werden, die dazu dienen, die restlichen Bewohner der Stadt und einige Möglichkeiten der Geldgewinnung kennenzulernen. Ist das Haus abbezahlt, bietet Tom Nook dem Spieler mehrfach eine Vergrößerung des Hauses an, für die er jedes Mal mehr Geld verlangt. So lässt sich die eigene Wohnmöglichkeit auf mehrere Zimmer und Stockwerke vergrößern.

Um Geld für die Bezahlung der Haus-Erweiterungen zu erhalten, hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten. Im Dorf befinden sich zahlreiche Bäume, an denen Früchte wachsen. Die Früchte lassen sich nach Schütteln der Bäume aufsammeln und verkaufen. Mithilfe einer Angel kann im Fluss, im Meer oder in Seen nach Fischen geangelt werden. Ebenso kann der Spieler mit einem Kescher Insekten einfangen, durch dessen Verkauf er ebenfalls Geld erhält. Mittels einer Schaufel ist es zudem möglich, Fossilien auszugraben. Nach einer Analyse im Museum durch Eugen lassen sich diese ebenfalls verkaufen. Alternativ können alle Exemplare der Insekten, Fische und Fossilien dem Museum auch einmalig gespendet werden, um dessen Sammlung zu vervollständigen.

In der Ortschaft sind neben dem Spieler weitere Bewohner ansässig. Bei ihnen handelt es sich um sprechende Tiere, die in eigenen Häusern wohnen und mit dem Spieler interagieren können. Hin und wieder ziehen Tiere aus dem Dorf aus und werden durch neue Bewohner ersetzt. Die im Dorf lebenden Tiere nehmen nur selten Einfluss auf das Spielgeschehen.

Ein weiterer Aspekt des Spiels ist das eigene Haus, dessen Inneneinrichtung mithilfe zahlreicher Möbelstücke, Böden und Tapeten individuell gestaltet werden kann. Täglich wird die Inneneinrichtung von der sogenannten „Akademie des schönen Hauses“ bewertet, dessen Vorsitzender Fred ist. Erreicht der Spieler mit seiner Einrichtung bestimmte Punktegrenzen, bekommt er diverse Preise.

Die Schneiderei des Dorfes wird von Tina und Sina geführt. In der Schneiderei kann der Spieler zahlreiche Kleidungsstücke kaufen und dadurch sein Aussehen anpassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kleidungsstücke selber zu gestalten und danach zu tragen.

Eine Besonderheit der Animal Crossing-Reihe ist, dass es in Echtzeit abläuft. Das Spiel richtet sich nach der eingestellten Systemzeit der entsprechenden Konsole. Die Stunden, Tage und Jahre vergehen genau wie im richtigen Leben, 24 virtuelle Stunden entsprechen dabei 24 realen Stunden. Die Zeit, die man nicht spielt, also in Animal Crossing „abwesend“ ist, vergeht im Spiel trotzdem. Auch sind viele Dinge im Spiel tages-, monats- oder jahreszeitabhängig. So finden Feste nur an bestimmten Tagen statt oder lassen sich diverse Fisch- und Insektenarten nur in bestimmten Monaten beobachten und fangen.

Weiterhin verzichtet Animal Crossing auf klassische Spielelemente. So gibt es weder eine fortlaufende Handlung, noch konkrete Missionen oder Aufgaben. Ein festes, erreichbares Spielende existiert ebenso wenig. Im Mittelpunkt des Spiels stehen somit das Sammelprinzip und die Interaktion mit den Nicht-Spieler-Charakteren.

Die virtuelle Spielwelt wird dabei sehr lebensecht präsentiert, indem man mit Umwelt und Tieren interagieren, verschiedenen Beschäftigungen nachgehen oder diverse im Spiel stattfindenden Feste und Feiertage begehen kann. Außerdem gibt es verschiedene Witterungen: Es kann regnen, schneien, die Sonne scheinen, neblig sein oder gewittern.

Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing (2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing (どうぶつの森, Dōbutsu no Mori) wurde in Japan am 14. April 2001 für den Nintendo 64 veröffentlicht, schaffte aber nicht den Weg in den Westen. Am 14. Dezember 2001 erschien das Spiel als Dōbutsu no Mori+ (どうぶつの森+) für den Nintendo GameCube. Hierbei handelt es sich um eine mit dem Originalspiel auf dem Nintendo 64 fast inhaltlich identische Version, die aber technisch vor allem durch den Einsatz diverser Grafikfilter aufgewertet wurde. Am 15. September 2002 wurde das Spiel in Nordamerika veröffentlicht, am 24. September 2004 erfolgte der Release in Europa.

Animal Crossing: Wild World[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing: Wild World (おいでよ どうぶつの森, Oideyo: Dōbutsu no Mori) wurde in Japan am 23. November 2005 für den Nintendo DS veröffentlicht. Am 31. März 2006 wurde die europäische Fassung auf den Markt gebracht. Es bot als erstes Spiel der Reihe die Option, online zu spielen. Mit über 12 Millionen verkauften Exemplaren ist es eines der erfolgreichsten Spiele für diese Plattform.

Animal Crossing: Let’s Go to the City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing: Let’s Go to the City (街へいこうよ どうぶつの森, Machi e ikō yo: Dōbutsu no Mori) erschien am 20. November 2008 für die Wii in Japan. Wenige Tage später wurde das Spiel am 5. Dezember 2008 in Europa veröffentlicht. Es ist das erste Spiel, das WiiSpeak unterstützt. Die Spielwelt wird in die gewohnte Ortschaft und eine Großstadt unterteilt, in der sich das Geschäftsleben abspielt.

Animal Crossing: New Leaf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing: New Leaf (とびだせ どうぶつの森, Tobidase: Dōbutsu no Mori) erschien am 8. November 2012 in Japan und am 14. Juni 2013 in Europa für die Systeme der Nintendo 3DS-Familie. Erstmals kann der Spieler die Rolle des Bürgermeisters annehmen und dadurch intensiver an der Gestaltung der Ortschaft mitwirken. Mit über 9 Millionen verkauften Exemplaren zählt es zu den erfolgreichsten Spielen für den Nintendo 3DS.

Animal Crossing: Happy Home Designer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing: Happy Home Designer (どうぶつの森:ハッピーホームデザイナー, Dōbutsu no Mori: Happī Hōmu Dezain) ist das erste Spin-Off der Reihe, das am 30. Juli 2015 in Japan und am 2. Oktober 2015 in Europa für die Systeme der Nintendo 3DS-Familie veröffentlicht wurde. Es ist das erste Nintendo-Spiel, das Amiibo-Karten unterstützt.

Animal Crossing: Amiibo Festival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animal Crossing: Amiibo Festival (どうぶつの森amiiboフェスティバル, Dōbutsu no Mori: amiibo Fesutibaru) erschien am 20. November 2015 in Europa und einen Tag später in Japan. Das Spiel ist ein Spin-Off der Reihe für die Wii U und basiert auf der Verwendung von Amiibo-Figuren.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den regulären Spielen wurden zahlreiche weitere Anwendungen als Download veröffentlicht.

  • Die Animal Crossing-Lobby erschien am 7. August 2013 kostenlos für die Wii U und wurde am 31. Dezember 2014 eingestellt. In der Lobby konnten zahlreiche Bewohner getroffen und mit anderen Spielern über das Nintendo Network interagiert werden.
  • Der Animal Crossing-Rechner erschien für den Nintendo DSi.
  • Die Animal Crossing-Uhr erschien für den Nintendo DSi.
  • Photos with Animal Crossing ist eine Foto-Anwendung für den Nintendo 3DS, über die der Spieler mithilfe von AR-Karten Fotos mit ausgewählten Animal Crossing-Figuren aufnehmen kann.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einerseits wird das Dorf in Animal Crossing von verschiedenen tierischen Charakteren bewohnt, die keine größere Rolle haben. Der Spieler kann sich mit ihnen unterhalten, ihnen Briefe und Pakete schicken oder kleine Aufgaben für sie übernehmen. Ab und zu ziehen einige dieser Tiere aus dem Dorf aus oder neue ziehen hinzu. Die Anzahl der tierischen Bewohner ist auf acht bzw. seit New Leaf auf zehn begrenzt. Die Tiere verkörpern verschiedene Persönlichkeiten und reagieren entsprechend unterschiedlich auf den Spieler und andere Nicht-Spieler-Charaktere. Seit Wild World führen die Tiere auch Dialoge untereinander, die der Spieler mitverfolgen kann, richten ihr Haus ab und zu ein wenig anders ein, oder reagieren merklich freundlicher und persönlicher auf den Spieler, wenn dieser sich aus- oder unzureichend mit den Tieren beschäftigt.

Neben den Bewohnern des Dorfes gibt es noch weitere Charaktere, die im Spiel jedoch eine größere Rolle einnehmen. Viele können ständig angetroffen werden, andere lassen sich nur hin und wieder im Dorf blicken, manche lediglich an bestimmten Festtagen.

Tom Nook
Tom Nook ist ein Tanuki und Inhaber der Immobilienfirma ImmoNook. Bis Let's go to the City besaß er einen eigenen Laden im Dorf. Nachdem der Spieler mit dem Kauf von Gegenständen einen bestimmten Gesamtpreis überschritt, schloss der Laden für einen Tag und eröffnete am darauffolgenden Tag in größerer Form mit einem größeren Angebot wieder. Seit New Leaf kümmern sich seine Neffen Schlepp und Nepp um den Laden.
Tina und Sina
Tina und Sina sind Igel und Inhaberinnen der Schneiderei der Stadt. In ihr kann der Spieler sich Oberteile, Hosen, Röcke, Kleider, Regenschirme, Accessoires kaufen. Seit New Leaf ist es möglich Kleidungsstücke selber zu gestalten und seine selbst erstellten Designs als QR-Code zu speichern,welche wiederum bei Tina und Sina an der Nähmaschine eingelesen werden kann; zudem werden von ihrer Schwester Samthea unterstützt, die sich speziell um den Verkauf von Kopfbedeckungen und Accessoires kümmert.
Eugen und Eufemia
Die zwei Eulen sind für das Museum des Dorfes zuständig. Eugen betreut seit jeher die Sammlung von Insekten, Fischen, Kunstwerken und Meerestieren. Seit Wild World wird er von seiner Schwester Eufemia unterstützt, die das Observatorium betreibt, in New Leaf ist sie für den Museumsladen zuständig.
K.K.(engl. K.K Slider)
Der Hund ist Musiker und DJ. Er tritt bis Let's go to the City im Café Taubenschlag auf, seit New Leaf hingegen im Club Kalauer.
Pelly und Peggy
Die beiden Pelikanschwestern arbeiten seit jeher für das Postamt. Während Pelly tagsüber anzutreffen ist, ist Peggy nur nachts anwesend. Im Postamt kann der Spieler Briefe an andere Nicht-Spieler-Charaktere oder sein zukünftiges Ich verschicken.

Pepe: Pepe ist der Briefträger In Animal Crossing New Leaf. Er ist ein Pelikan (weiß) und trägt eine grüne Uniform.

Törtel
Die Schildkröte ist bis Let's go to the City der Bürgermeister des Dorfes. In New Leaf wird diese Funktion vom Spieler selber übernommen, während Törtel eine kleine Insel betreibt, auf die der Spieler reisen kann.
Fred
Fred ist ein Otter und war in Wild World Versicherungsvertreter. Seit Let's go to the City ist er für die Akademie des schönen Hauses tätig und bewertet als dessen Vorsitzender die Inneneinrichtung der Häuser der Spieler.
Melinda
Die Hündin ist in New Leaf die Sekretärin des Bürgermeisters. Sie hat einen Bruder namens Moritz, der für das Musterdorf der Akademie des schönen Hauses zuständig ist.
Aziza
Das Kamel gestaltet auf Wunsch des Spielers das eigene Haus um, wodurch dieser exklusive Böden und Tapeten erhalten kann.
Reiner
Der Fuchs betreibt in allen Spielen der Reihe einen Schwarzmarkt, in dem der Spieler Kunstwerke kaufen kann, um sie später dem Museum zu spenden. Zahlreiche der ausgestellten Werke sind jedoch Fälschungen, die das Museum nicht annimmt.
Smeralda
Smeralda, ein Panther, ist Wahrsagerin und kann dem Spieler die Zukunft vorhersehen. Sie ist in allen Spielen der Reihe in dieser Funktion tätig.
Harry und Wuff
Harry und Wuff bewachten in Wild World und Let's go to the City das Stadttor, über das der Spieler online spielen konnte. In New Leaf wird diese Funktion vom Affen Flip übernommen, während die beiden Hunde nun für das Fundbüro arbeiten.

Amiibo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acht amiibo-Figuren und zahlreiche Amiibo-Karten zu Animal Crossing

Mit der Veröffentlichung von Animal Crossing: Happy Home Designer erschien eine erste Serie von Amiibo-Karten, die 100 Stück umfasst. Auf jeder Karte ist ein Bewohner der Animal Crossing-Reihe zu sehen. Die Karten können auch in Animal Crossing: Amiibo Festival verwendet werden. Bisher sind drei Reihen der Karten mit insgesamt 300 Karten erschienen; eine vierte und letzte Reihe wurde für Juni 2016 angekündigt.

Zum Release von Animal Crossing: Amiibo Festival veröffentlichte Nintendo im November 2015 acht Amiibo-Figuren. Im Januar und März 2016 folgten jeweils vier weitere Figuren.[3]

Merchandising[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere in Japan erschienen zahlreiche Merchandise-Artikel zu Animal Crossing. Dazu zählen z. B. Plüsch- und PVC-Figuren, Schlüsselanhänger und Taschen.

Kinofilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Japan lief am 16. Dezember 2006 der Anime-Kinofilm Gekijōban Dōbutsu no Mori (劇場版 どうぶつの森) in den Kinos an, der eine Geschichte aus dem Animal-Crossing-Dorf mit Yui Horie als Synchronsprecherin der Protagonistin Ai erzählt.

Lieder
  • Abspann: Mori e ikou (森へ行こう), gesungen von Taeko Ōnuki (大貫妙子)
  • Keke Bossa (けけボッサ), in der Filmhandlung von Totakeke gesungen
Besetzung
Figur Synchronsprecher[4]
Ai (あい) Yui Horie (堀江由衣)
Būke (ブーケ) Misato Fukuen (福圓美里)
Sarī (サリー) Fumiko Orikasa (折笠富美子)
Yū (ゆう) Yū Kobayashi (小林ゆう)
Kotobuki (コトブキ) Ken'ichi Ogata (緒方賢一)
Tanukichi (たぬきち) Naoki Tatsuta (龍田直樹)
Masutā (マスター) Takaya Hashi (土師孝也)
Rakosuke (ラコスケ) Takashi Miike (三池崇)
Besondere Auftritte (特別出演)
Risetto-san (リセットさん) Yūichi Kimura (木村祐一)
Totakeke (とたけけ) Shun Oguri (小栗旬)
Periko (ぺりこ) Otoha (乙葉)
Aruberuto (アルベルト) Takatoshi Kaneko (金子貴俊)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Animal Crossing: New Leaf Passes 6.35 Million Lifetime Sales. In: gamnesia.com. 1. November 2013, abgerufen am 22. Januar 2016.
  2. Animal Crossing creator open to the idea of AC-themed mobile apps. In: engadget.com. 27. März 2014, abgerufen am 22. Januar 2016.
  3. Figuren-Aufgebot. Nintendo.de, abgerufen am 15. Juni 2015.
  4. 『劇場版どうぶつの森』. In: vap.co.jp. Abgerufen am 22. Januar 2016.