Anja Hajduk

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Anja Hajduk, 2017

Anja Margarete Helene Hajduk (* 8. Juni 1963 in Duisburg) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages, dem sie bereits von 2002 bis 2008 angehörte. Von 2002 bis 2008 war sie Vorsitzende der Grün-Alternativen Liste und von 2008 bis 2010 Senatorin und Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt von Hamburg.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1982 in Duisburg-Homberg absolvierte Hajduk ein Studium der Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Universität Hamburg, das sie 1988 mit dem Diplom abschloss. Von 1989 bis 1997 war sie als angestellte Psychologin im interkulturellen Jugendaustausch tätig.

Sie ist mit der ehemaligen Hamburger Schulsenatorin Ute Pape (SPD) liiert.[1][2]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hajduk wurde 1995 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und gehörte von September 2000 bis November 2001 dem Vorstand der Grün-Alternativen Liste an.[3] Im April 2002 wurde sie als Nachfolgerin der verstorbenen Kristin Heyne zur Vorsitzenden der Grün-Alternativen Liste gewählt.[4] Diesen Posten gab sie im Juni 2008 nach ihrer Ernennung zur Senatorin ab.[5]

Auf der Bundesdelegiertenkonferenz am 2. Oktober 2004 kandidierte sie für den Posten der frauenpolitischen Sprecherin im Bundesvorstand, unterlag aber Katja Husen.[6]

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1997 bis 2002 gehörte Hajduk erstmals der Hamburgischen Bürgerschaft an. Sie war parlamentarische Geschäftsführerin der GAL-Bürgerschaftsfraktion und haushaltspolitische Sprecherin.

Dem Deutschen Bundestag gehörte sie erstmals von 2002 bis 2008 an. Bei der Bundestagswahl 2002 zog sie über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Sie setzte sich bei ihrer Nominierung gegen Willfried Maier durch.[4] Bei der Bundestagswahl 2005 zog sie über Platz 2 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Auf Platz 1 kandidierte diesmal Krista Sager, die bei der Bundestagswahl 2002 über Platz 2 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag eingezogen ist.[7] Von 2002 bis 2004 war sie stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses und von 2004 bis 2008 haushaltspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion.

Bei der Bürgerschaftswahl 2011 kandidierte sie als Spitzenkandidatin der Grün-Alternativen Liste.[8][9] Sie gewann ein Direktmandat im Wahlkreis Eppendorf-Winterhude und zog damit erneut in die Hamburgische Bürgerschaft ein. Anschließend war sie stellvertretende Vorsitzende der GAL-Bürgerschaftsfraktion und haushaltspolitische Sprecherin.

Seit 2013 ist sie erneut Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der Bundestagswahl 2013 zog sie über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.[10] In der 18. Wahlperiode war sie parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion und Mitglied im Haushaltsausschuss. Bei der Bundestagswahl 2017 zog sie erneut über Platz 1 der Hamburger Landesliste in den Deutschen Bundestag ein.[11] In der 19. Wahlperiode ist sie stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion und Mitglied im Haushaltsausschuss.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Bürgerschaftswahl 2008 kam es in Hamburg zur Bildung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene und Hajduk wurde am 7. Mai 2008 vom Ersten Bürgermeister Ole von Beust als Senatorin und Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in den Senat von Beust III berufen. Für Aufsehen sorgte ihre Genehmigung des Neubaus eines Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg am 30. September 2008. Im Wahlkampf war die GAL mit dem Wahlkampfversprechen aufgetreten, den Kraftwerkbau zu verhindern.[12] Bei der Landesmitgliederversammlung am 9. Oktober 2008 sprach sich aber eine Mehrheit der Mitglieder für die Fortsetzung der Koalition aus.[13]

Nach dem Rücktritt von Bürgermeister von Beust gehörte sie zu den neu bestätigten Mitgliedern des Senats von Christoph Ahlhaus. Nach der Aufkündigung der schwarz-grünen Koalition durch die GAL wurden aber am 29. November 2010 alle GAL-Senatsmitglieder durch den Ersten Bürgermeister Christoph Ahlhaus entlassen.[14] Als politische Erfolge konnte sie die Gründung des städtischen Energieversorgungsunternehmens Hamburg Energie und die Einführung des StadtRAD Hamburg verbuchen. Die bis in das Planfeststellungsverfahren entwickelte Planung der ersten Stadtbahnstrecke wurde nach dem Koalitionsbruch durch den Ersten Bürgermeister Ahlhaus ausgesetzt und dann durch den neuen Ersten Bürgermeister Olaf Scholz endgültig gestoppt.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde versucht, ihre Niederlage gegen Katja Husen bei ihrer Kandidatur für den Bundesvorstand aus ihrem Wikipedia-Artikel zu entfernen.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Anja Hajduk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Realistin taz.de, 16. Februar 2011
  2. Gegen die Platzhirsche: Anja Hajduk welt.de, 18. Februar 2011
  3. Nach Sturz der Parteispitze: Grüne ratlos welt.de, 6. November 2001
  4. a b Die neue grüne Doppelspitze taz.de, 8. April  2002
  5. Grünen-Chefin Anja Hajduk und ihr Vize treten ab welt.de, 21. Mai 2008
  6. Husen siegt haushoch taz.de, 4.  Oktober 2004
  7. Ohne Vollmer und Volmer faz.net, 19. August 2005
  8. Selbstbewusste Gallier faz.net, 8. Februar 2011
  9. Hamburgs Grüne auf schwieriger Mission zeit.de, 9. Februar 2011
  10. Grüne: Sager macht Weg frei für Hajduk welt.de, 3. September 2012
  11. Hamburger Grüne setzen Hajduk auf Platz ein welt.de, 27. November 2016
  12. Grüne Umweltsenatorin genehmigt Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg spiegel.de, 30. September 2008
  13. Moorburgs langer Schatten taz.de, 10. Oktober 2008
  14. Ahlhaus entlässt nach Koalitionsbruch GAL-Senatoren welt.de, 29. November 2010
  15. Ausradierte Politiker-Erinnerungen (Memento vom 8. Juli 2006 im Internet Archive) fr-aktuell.de, 29. Juni 2006