Ayvalık

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Ayvalık
Wappen von Ayvalık
Ayvalık (Türkei)
Red pog.svg
View on Ayvalik.JPG
Moscheen in Ayvalık, die Saatli-Moschee rechts im Hintergrund
Basisdaten
Provinz (il): Balıkesir
Koordinaten: 39° 19′ N, 26° 42′ OKoordinaten: 39° 19′ 3″ N, 26° 41′ 44″ O
Höhe: m
Einwohner: 71.063[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 266
Postleitzahl: 10400
Kfz-Kennzeichen: 10
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 34 Mahalle
Bürgermeister: Mesut Ergin (DP)
Website:
Landkreis Ayvalık
Einwohner: 71.063[1] (2018)
Fläche: 265 km²
Bevölkerungsdichte: 268 Einwohner je km²
Kaymakam: Namık Kemal Nazlı
Website (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Ayvalık (griechisch Κυδωνίες Kydonies, oder Αϊβαλί Aivali) ist eine Kreisstadt in der türkischen Provinz Balıkesir an der Ägäisküste gegenüber der griechischen Insel Lesbos. Seit einer Gebietsreform 2012 ist die Kreisstadt flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem gleichnamigen Landkreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde um 1600 nahe der früheren antiken Siedlung Kisthene (Κισθἠνη) gegründet[2]. Die Stadt hatte eine bemerkenswerte Geschichte und eine Sonderstellung innerhalb des Osmanischen Reiches. Der griechischen Bevölkerung wurde gestattet, exklusiv in der Stadt zu siedeln, d. h. außer wenigen osmanischen Beamten war es türkischen Landsleuten nicht erlaubt, sich hier niederzulassen. Im Jahre 1891 lebten 21666 Griechen und 180 Türken in Ayvalık.[3]

In Ayvalık gab es bereits im 19. Jahrhundert eine Druckerei, eine Apotheke und es waren verschiedene Konsulate hier ansässig, unter anderem das deutsche, das französische und das niederländische Konsulat. Es gab eine Akademie und verschiedene Gymnasien und Berufsschulen. Die noch existierenden Herrenhäuser lassen den damaligen Wohlstand der Stadt erahnen. Aufgrund der Sonderstellung behielt die Stadt die Steuerrechte, und man musste keine Abgaben an die osmanische Regierung zahlen. 1908 wurde die Stadt Sitz eines orthodoxen Metropoliten. Der erste und zugleich effektiv letzte amtierende Metropolit war Gregor von Kydonies.[2]

Im Mai 1919 besetzten die Griechen im griechisch-türkischen Krieg Teile der ägäischen Küste. Nach der Niederlage der Griechen im Herbst 1922 gegen die türkische Armee und dem darauffolgenden Bevölkerungsaustausch wurden Griechen aus Ayvalık gegen die Teile der türkischen Minderheiten von den ägäischen Inseln (meist aus Kreta und Lesbos) und aus Nordgriechenland „ausgetauscht“. Heute wird in Ayvalık, meist auf der Insel Alibey Adası (Cunda), die zu Ayvalık gehört, teils Griechisch gesprochen. In vielen Restaurants findet man die kretische, griechische und bosnische Küche wieder. In einem kleinen Dorf namens Küçükköy (8 km von Ayvalık) wurden ab 1908 und danach in mehreren Gruppen Flüchtlinge aus Bosnien und dem Sandschak angesiedelt, die heute noch unter sich Bosnisch sprechen.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch heute finden sich in der Umgebung der Stadt vielfach Überreste griechischer Gebäude und Klöster, die sich teilweise in einem schlechten Zustand befinden. Viele Vereine in Ayvalık fordern mittlerweile von den örtlichen Behörden die Restaurierung der Klöster und Kirchen, um die Kulturgüter der Stadt zu erhalten. 2014 wurde die Taxiarchenkirche auf der Insel Cunda restauriert.

Die Altstadt von Ayvalık bietet die schönsten Beispiele der neo-klassischen Architektur der „Griechischen Wiedergeburt“. Sehenswert sind besonders die Herrenhäuser an der Küstenstraße. Einige ehemalige Kirchen wie die Johanneskirche (Agios Ioannis) werden heute als Moscheen genutzt und sind daher gut erhalten.

Heute lebt wie früher ein großer Teil der Bevölkerung vom Olivenanbau. Mit 2.000.000 Olivenbäumen befindet sich hier das größte Olivenanbaugebiet der Türkei. Die verschiedenen Ölsorten konkurrieren bestens mit Ölen aus der Toskana. In den nostalgischen und verwinkelten Gassen findet man immer noch Olivenölseifen-Hersteller. Insbesondere im Winter, wenn die Oliven geerntet und gepresst werden, liegt feiner Olivenölduft über der Stadt. Obwohl der Fischreichtum des ägäischen Meeres nachgelassen hat, ist die Fischerei weithin erhalten geblieben.

Jeden Donnerstag findet in Ayvalık ein Basar statt, zu dem auch gerne die Nachbarn aus Lesbos anreisen.

Blick auf die Bucht von Ayvalık

Etwas außerhalb von Ayvalık befindet sich der beliebte Aussichtspunkt Şeytan Sofrası („Teufelstisch“) mit einem schönen Blick auf die Bucht von Ayvalık und ihre zahllosen Inseln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ayvalık – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkiye Nüfusu İl İlçe Mahalle Köy Nüfusu (Nufusune.com), abgerufen am 23. April 2019
  2. a b Demetrius Kiminas: The Ecumenical Patriarchate. Wildside Press LLC, 2009, ISBN 978-1-4344-5876-6, S. 75–76 (online in der Google-Buchsuche).
  3. Laut Angaben von Vital Guinet, der vom osmanischen Reich beauftragt worden war, in Anatolien solche Statistiken zu erstellen