Bündnis für nachhaltige Textilien

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Das Bündnis für nachhaltige Textilien (kurz Textilbündnis) ist eine Partnerschaft von rund 150 Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der deutschen Bundesregierung. Die Akteure haben sich 2014 zusammengeschlossen, um gemeinsam Verbesserungen entlang globaler Wertschöpfungsketten in der Textilindustrie durchzusetzen. Hierzu haben sie soziale und ökologische Ziele vereinbart. Jedes Mitglied hat sich verpflichtet, jährlich einen immer ambitionierteren individuellen Maßnahmenplan vorzulegen und Verbesserungen hin zu größerer Nachhaltigkeit umzusetzen und extern evaluieren zu lassen. Zusätzlich setzen die Bündnismitglieder gemeinsam Bündnisinitiativen in Entwicklungsländern um mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Textilarbeitern zu verbessern und negative Auswirkungen auf die Umwelt zu mindern.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das eingestürzte Gebäude

Das Textilbündnis wurde am 16. Oktober 2014[2] von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller als Reaktion auf den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ins Leben gerufen. Bei der Katastrophe, welche auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen war, starben 1135 Menschen und 2438 Menschen wurden verletzt. Sie hatten Kleidung auch für den deutschen Bekleidungsmarkt produziert.[3] Die Lieferketten von Textil- und Bekleidungsprodukten sind hoch komplex, regional stark diversifiziert und arbeitsteilig. Entsprechend vielschichtig sind auch die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Missstände bei der Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards sind in vielen Produktionsländern immer noch weit verbreitet: Kinderarbeit, mangelhafter Arbeitsschutz, zu lange Arbeitszeiten, zu geringe Löhne, eingeschränktes Versammlungsrecht, fehlendes Chemikalien- und Abfallmanagement sowie nicht vorhandene Kläranlagen bedeuten eine ernste Bedrohung für die Arbeiter und die Umwelt.[4] Das Textilbündnis möchte die Kräfte von Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der Bundesregierung vereinen, um diese Missstände zu lindern.[5]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2017 zählt das Bündnis rund 150 Mitglieder – darunter befinden sich vor allem Unternehmen und Verbände, aber auch Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie die deutsche Bundesregierung.[6]

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das übergeordnete Ziel des Textilbündnisses[7] ist es, die Situation der Arbeiter in Produktions- und insbesondere Entwicklungsländern sowie den Umweltschutz entlang der gesamten Textil-Lieferkette mit vereinten Kräften zu verbessern.

Spezifische Bündnisziele wurden in den Facharbeitsgruppen[8] Sozialstandards und existenzsichernde Löhne[9], Chemikalien- und Umweltmanagement[10] sowie Naturfasern[11] entwickelt und durch den Steuerungskreis verabschiedet. Die sozialen Bündnisziele beinhalten u. a. Auflagen zur Umsetzung von Gewerkschaftsfreiheit und Kollektivverhandlungen, zum Verbot von Zwangsarbeit und Pflichtarbeit, einschließlich Schuldknechtschaft, Sklaverei, Leibeigenschaft sowie Gefängnisarbeit und zum Verbot von Kinderarbeit und dem Schutz jugendlicher Arbeitnehmer.[9] Im Bereich Naturfasern bekennt sich das Bündnis zu grundlegenden Prinzipien sozialer sowie ökologischer Nachhaltigkeit und ethischen Geschäftspraktiken.[11] Ökologische Nachhaltigkeit beinhaltet beispielsweise das verbotene Agrochemikalien keine Verwendung finden und der Wasserverbrauch in der landwirtschaftlichen Produktion reduziert wird. Im Bereich Chemikalien wird das Ziel verfolgt, den Einsatz von giftigen Substanzen in der Textilproduktion zu verringern.[10] Als Grundlage dient das Textilkapitel der aktualisierten MRSL („manufacturing restricted substances list“) der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Foundation (Version 1.1 vom Dezember 2015).[12]

Die Grundlage der Bündnisziele sind international anerkannte Leitlinien und Standards wie die UN-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte, die OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen und die ILO-Kernarbeitsnormen.[9]

Das Textilbündnis setzt sich gezielt für menschenwürdige Arbeit und wirtschaftliches Wachstum (SDG 8), nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum (SDG 12)[13] sowie die Förderung von Partnerschaften (SDG 17) ein und leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der internationalen Zielvereinbarungen im Rahmen der Agenda 2030[14] für eine nachhaltige Entwicklung.

Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festgehalten wurden die Ziele, Maßnahmen und der Rahmen der Zusammenarbeit in einem gemeinsam erarbeiteten Aktionsplan. Parallel zur Bündnisgründung wurde zunächst der Aktionsplan 1.0 entworfen. Auf dieser Grundlage wurde der Aktionsplan 2.0 weiterentwickelt, der bis heute Gültigkeit besitzt.[15]

Die Mitglieder bringen ihre Kompetenzen vor dem Hintergrund ihrer eigenen fachlichen Schwerpunkte und organisationseigenen Ziele in Arbeitsgruppen oder konkreten Maßnahmen zu ausgewählten Lieferstufen ein.

Die Arbeitsweise des Textilbündnisses basiert auf den drei Säulen Individuelle Verantwortung, Gemeinsames Engagement und Gegenseitige Unterstützung.[16]

Individuelle Verantwortung (Review Prozess)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Textilbündnis folgt dem Prinzip der prozesshaften Verbindlichkeit: Alle Mitglieder verpflichten sich im Rahmen des Review-Prozesses zu konkreten Zielen in den drei Bereichen Chemikalien- und Umweltmanagement, Sozialstandards und existenzsichernde Löhne sowie Naturfasern, verfolgen diese nachweisbar und gestalten sie jedes Jahr anspruchsvoller. Ausgehend von ihrem Status-Quo müssen die Mitglieder Maßnahmenpläne, sogenannte Roadmaps erstellen, in denen sie sich individuelle Ziele zur Verbesserung der Sozial- und Umweltstandards in ihren Lieferketten setzen. Die Ziele der Mitglieder orientieren sich an Schlüsselfragen und Indikatoren,[17] die gemeinsam in den Facharbeitsgruppen[8] des Bündnisses erarbeitet wurden. Im Bereich Sozialstandards ist das Fragenraster eng an den Kernelementen zur Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht, wie sie in den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte[18] beschrieben sind, angelehnt. Während es verpflichtend ist, plausible Ziele in allen Bereichen der Sorgfaltspflichten zu formulieren, ermöglicht die individuelle Zielsetzung Bündnismitgliedern, die menschenrechtliche Sorgfalt entsprechend der eigenen Ausgangslage – wie im Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte gefordert[19] – in einer ihrer Größe und Position angemessenen Weise umsetzen.

Die ersten Maßnahmenpläne mussten 2017 eingereicht werden. Die Veröffentlichung der Pläne ist im ersten Jahr noch freiwillig und ab 2018 verpflichtend. Auf der Webseite des Textilbündnisses sind die bereits veröffentlichten Maßnahmenpläne für das Jahr 2017 einzusehen.[20] Ab 2019 müssen die Mitglieder zusätzlich Fortschrittsberichte, sogenannte Performance Steckbriefe einreichen, in denen sie über die Umsetzung der im vergangenen Jahr gesetzten Ziele berichten. Die Maßnahmenpläne und Fortschrittsberichte werden von externen Dienstleistern auf Plausibilität geprüft.[21]

Ein gemeinsamer Fortschrittsbericht aller Mitglieder als Teil des Jahresberichts soll aufzeigen, was das Bündnis gemeinsam erreicht hat. [7]

Gemeinsames Engagement (Bündnisinitiativen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Textilbündnis bringt eine Reihe von Bündnisinitiativen auf den Weg, die von mehreren Mitgliedern gemeinsam initiiert und umgesetzt werden. Durch konkrete Projekte in Produktionsländern sollen die Rahmenbedingungen vor Ort verbessert sowie Zulieferer und lokale Akteure stärker eingebunden werden. Laut Bündnis decken die Initiativen Themenbereiche ab, die nur durch die Verknüpfung der Erfahrung, Expertise und Ressourcen mehrerer Bündnismitglieder gemeinsam bearbeitet werden können. So sollen langfristige, strukturelle Veränderungen angestoßen werden.[13] Bisher gibt es drei Bündnisinitiativen:

  1. Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Südindien
  2. Stärkung des nachhaltigen Chemikalien- und Umweltmanagements im Textilsektor (regionaler Fokus: Asien)
  3. Verbesserung des Wassermanagements für eine nachhaltige Wertschöpfungskette im Bereich Baumwolle in Pakistan[22]

Gegenseitige Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Textilbündnis dient den Mitgliedern als gemeinsame Lernplattform. In Facharbeitsgruppen arbeiten sie gemeinsam an verschiedenen Themen und profitieren dabei von der vielfältigen im Bündnis vertretenen Expertise. Auf der Mitgliederplattform können alle Mitglieder sich zu Erfahrungen und Best Practices austauschen. Darüber hinaus genießen die Mitglieder wechselnde Schulungsangebote, z. B. Webinare zum Thema „Existenzsichernde Löhne“, Workshops zum Thema „Wassermanagement“ oder auch eine Summerschool zum Thema „Nachhaltige Chemikalien“.[23] Die Arbeit im Bündnis wird zudem mit Handreichungen und Instrumenten wie zum Beispiel Berechnungshilfen zur Ermittlung des Baumwollanteils oder einer Zusammenstellung von Risikoländerindizes durch das Bündnissekretariat unterstützt.[16]

Governance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Steuerungskreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wichtigste Entscheidungsgremium[15] des Bündnisses ist der Steuerungskreis. Die Mitglieder des Textilbündnisses wählen aus ihrer Mitte Vertreter der Wirtschaft, der Nichtregierungsorganisationen, der Bundesregierung, der Gewerkschaften sowie der Standardorganisationen für den Steuerungskreis. Er besteht aus zwölf ordentlichen Mitgliedern und tagt alle ein bis zwei Monate. Er trifft Entscheidungen auf der Grundlage der von Experten in aktuell sechs Fachgruppen erarbeiteten Empfehlungen.[8]

Die Facharbeitsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Facharbeitsgruppen sind zeitlich beschränkte Expertengruppen, die gemäß ihren Mandaten thematische und regionale Fragestellungen bearbeiten und an den Steuerungskreis berichten. Sie erarbeiten Empfehlungen für den Steuerungskreis. Derzeit gibt es sechs durch den Steuerungskreis mandatierte Facharbeitsgruppen: Sozialstandards und existenzsichernde Löhne, Chemikalien und Umweltmanagement, Naturfasern, Review-Prozess, Umsetzung und Internationalisierung sowie Kommunikation.[8]

Das Bündnissekretariat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bündnissekretariat [15] ist für die fachliche und prozessbegleitende Unterstützung des Textilbündnisses und die Betreuung der Mitglieder zuständig. So bereitet es z. B. die Arbeitsgruppensitzungen, Strategiesitzungen, Schulungen für Mitglieder zur Umsetzung der Bündnisziele, Pressekonferenzen und die jährliche Mitgliederversammlung[24] vor.[8]

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Beteiligung aller Akteursgruppen wurden in den ersten zwei Jahren die inhaltlichen Anforderungen des Review Prozesses sowie die Arbeitsweise, Strategien und Prozesse für die Zielverfolgung entwickelt. Inzwischen kann das Bündnis erste Erfolge vorweisen. Im Juli 2017 haben die Mitglieder im Bündnis 129 verbindliche Maßnahmenpläne vorgelegt, von denen 40 bereits freiwillig veröffentlicht wurden[6] [25] Da die drei Bundesministerien im Namen der Bundesregierung eine gemeinsame Roadmap vorlegen und einige andere Mitglieder lediglich über einen Beobachterstatus verfügen, wurden weniger Maßnahmenpläne erstellt, als Mitglieder im Bündnis sind. In diesen Maßnahmenplänen haben sich die Bündnismitglieder insgesamt auf mehr als 1.500 Maßnahmen verpflichtet und deren Umsetzung bereits in die Wege geleitet. Die Maßnahmen zielen – den Bündniszielen entsprechend – auf existenzsichernde Löhne, die Bekämpfung von Kinderarbeit, die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien oder auch die nachhaltige Wassernutzung im Baumwollanbau. Beispielsweise hat sich die Kleiderei Hamburg vorgenommen, bis 2018 den Prozentanteil von Fairtrade-zertifizierter Baumwolle am Gesamtvolumen Baumwolle auf 20 Prozent zu steigern. Textilunternehmen Dibella b.v. hat im Zuge der Umsetzung sozialer Bündnisziele bei Geschäftspartnern eine Kooperation mit 50 indischen Dörfern geschlossen, von denen zukünftig nachhaltige Baumwolle bezogen werden soll. Des Weiteren hat sich die Roy Robson Fashion GmbH das Ziel gesetzt, 62 Prozent seiner Produzenten in Risikoländern bis 2018 auf einen Verhaltenskodex zu verpflichten.

Einige Mitgliedsunternehmen gehen bereits nachweislich den Weg zu mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten. So hat Aldi Nord bereits im Frühjahr 2017 alle relevanten Produktionsstätten seiner Textilien und Schuhe auf der Unternehmens-Webseite veröffentlicht.[26] C&A hat im Frühjahr 2017 seine eigene Biobaumwollkampagne gestartet und sein erstes vollständig kompostierbares „cradle-to-cradle“-Shirt herausgebracht, welches in allen europäischen Filialen verkauft wird.[27]

Im Herbst 2016 vermittelte das Textilbündnis erfolgreich im Zusammenhang mit dem Brand in der Textilfabrik von Ali Enterprises in Pakistan im Jahr 2012: Zusätzlich zu den bereits gezahlten Soforthilfen konnte eine Entschädigungssumme für die Opfer von 5,15 Millionen Euro ausgehandelt werden.[28]

Darüber hinaus verankerte die Bundesregierung, im Rahmen ihres Engagements im Textilbündnis, das Thema „Nachhaltige Textilien“ auf internationaler Ebene: In der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 setzte die Bundesregierung die Übernahme von Verantwortung in globalen Lieferketten als zentrales Thema. Im Ergebnis wurden eine bessere Umsetzung von Umwelt-, Arbeit- und Sozialstandards weltweit sowie die Unterstützung von Multi-Akteurs Partnerschaften als Ziele in der Abschlusserklärung festgehalten.[29] Auch im Rahmen des G20 Gipfels 2017 in Hamburg wurde die Bedeutung nachhaltiger globaler Wertschöpfungsketten für eine gerechte Globalisierung festgehalten und die Verpflichtung zur Förderung nachhaltiger und inklusiver Lieferketten weltweit in die Abschlusserklärung aufgenommen.[30]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bündnis für nachhaltige Textilien hat seit seiner Gründung im Oktober 2014 vielfältige Reaktionen hervorgerufen. Zu Beginn wurde es vor allem von Seiten der Wirtschaft wiederholt als realitätsfern kritisiert.[31] Im weiteren Verlauf traten dem Textilbündnis dennoch immer mehr Wirtschaftsunternehmen und Verbände bei. Der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bezeichnete den gemeinsam erarbeiteten Aktionsplan des Bündnisses als „ambitioniert“.[32] Mittlerweile ist das Bündnis in die Umsetzung gestartet und verbucht, laut Handelsblatt,[33] erste Erfolge: Mit dem Einreichen der Maßnahmenpläne haben sich 129 Unternehmen und Organisationen verpflichtet, in diesem Jahr für mehr soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz in Lieferländern wie Bangladesch sorgen zu wollen.

Ein Vertreter des Bundesentwicklungsministeriums betont, dass das Bündnis durch die individuellen Zielsetzungen der Mitglieder ganz konkrete Verbesserungen in der Textil-Lieferkette bewirke. Eine Vertreterin der Umweltorganisation Greenpeace sieht die Zukunft des Bündnisses kritisch, da im Zuge der Abgabe der Maßnahmenpläne einige Unternehmen das Textilbündnis verlassen hätten.[34] Im Bündnis geblieben sind jedoch trotz der hohen Anforderungen an nachhaltige Verbesserungen nahezu alle umsatzstarken Mitglieder, darunter Adidas, ALDI Nord und ALDI Süd, Bugatti, C&A, Deuter, Edeka, Esprit, Gerry Weber, H&M, Hess Natur, Hugo Boss, KIK, Maier Sports, NKD, Olymp, Orsay, Otto, Primark, Puma, REWE, Roy Robsen, Schöffel Sportbekleidung, Tchibo und Vaude.[35] Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats, äußerte sich im August 2017 in einem Interview mit dem Handelsblatt optimistisch, dass die Mitgliederzahl in den kommenden Wochen und Monaten wieder ansteigen werde.[36]

Das Textilbündnis wird immer wieder dafür kritisiert, dass neben Vorreitern wie HessNatur oder Vaude auch Firmen wie KiK oder Primark als Mitglieder vertreten sind. Johannes Merck, Director of Corporate Social Responsability bei der Otto Group und Vertreter im Steuerungskreis, teilt diese Kritik nicht. Seiner Meinung nach müssen alle Akteure der Textilbranche in den Prozess der Verbesserung einbezogen werden. Nur so verfüge das Bündnis über den notwendigen Hebel, Veränderungen zu erwirken. Auch der Vorwurf, es gehe zu langsam voran, wird immer wieder laut. Der CSR-Chef der Otto-Group wertet es hingegen als großen Erfolg, dass die unterschiedlichen Erwartungshaltungen und Meinungen aller Mitglieder zusammengeführt wurden und eine Einigung auf sinnvolle Kriterien erzielt werden konnte. Diese bereite die Grundlage für sinnvolle und effektive Maßnahmenpläne.[37] Auch für Jürgen Janssen, Leiter des Bündnissekretariats, ist „ein Multistakeholder-Ansatz sicher nicht der schnellste Weg, aber in meinen Augen der effektivste und vor allem nachhaltigste.“[38]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Für Fairness und Umweltschutz in der Textilproduktion | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  2. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ: Deutsches Engagement. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  3. DGB – Bundesvorstand: Rana Plaza: Es fehlen noch 15 Millionen Dollar Entschädigung. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  4. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ: G7: Menschenwürdige Arbeit schaffen. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  5. WER WIR SIND | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  6. a b Mitglieder. Website des Textilbündnisses, abgerufen am 18. November 2017.
  7. a b Bündnis für nachhaltige Textilien, "Das Bündnis"
  8. a b c d e Bündnis für nachhaltige Textilien, „Gremien“
  9. a b c Bündnis für nachhaltige Textilien, "Ziele Sozialstandards"
  10. a b Bündnis für nachhaltige Textilien, "Ziele Chemikalien- und Umweltmanagement"
  11. a b Bündnis für nachhaltige Textilien, "Ziele Naturfasern"
  12. Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Foundation: Manufacturing Restricted Substances List (MRSL). Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  13. a b Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit „Gemeinsame Fortschritte im Textilsektor“
  14. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ: Agenda 2030. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  15. a b c Bündnis für nachhaltige Textilien, „Aktionsplan Textilbündnis“
  16. a b Bündnis für nachhaltige Textilien, „Was wir tun“
  17. Bündnis für nachhaltige extilien: Indikatorenraster Marken & Handel. Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  18. Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte, Auswärtiges Amt, 21. Dezember 2016
  19. Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland: Nationaler Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte. Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  20. Maßnahmenpläne 2017 | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  21. Individuelle Verantwortung | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  22. Gemeinsames Engagement | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  23. S³C - 2nd Summer School on Sustainable Chemistry for Sustainable Development 2016 in Lüneburg, Germany (englisch) – Global Chemicals and Waste Information Platform zu nachhaltigen Chemikalien
  24. Meilenstein gesetzt | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  25. Für Fairness und Umweltschutz in der Textilproduktion | Bündnis für nachhaltige Textilien. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  26. Lieferkettentransparenz bei ALDI Nord – Textilien und Schuhe. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  27. C&A bringt voll kompostierbares T-Shirt heraus – Utopia.de. In: Utopia.de. 23. Mai 2017 (utopia.de [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  28. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ: Einigung über weitere Entschädigungen nach Brand in Textilfabrik. Abgerufen am 6. Oktober 2017.
  29. G7: Abschlusserklärung der G7 2015 auf Schloss Elmau. Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  30. G20: Abschlusserklärung der G20 in Hamburg. Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  31. Industrie kritisiert "Bündnis für nachhaltige Textilien". (yahoo.com [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  32. Bekleidung: Konzerne treten Textilbündnis bei. In: Die Zeit. 2. Juni 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  33. Textilbündnis legt Roadmap vor: Profit und Moral. (handelsblatt.com [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  34. Georg Weishaupt: Labiles Prinzip - Das Bekenntnis zu einer fairen Lieferkette gerät in Gefahr. Hrsg.: Handelsblatt. 105980. Auflage. Düsseldorf 2. August 2017.
  35. Textilwirtschaft: Die größten Textileinzelhändler in Deutschland 2015. Abgerufen am 6. Oktober 2017 (PDF).
  36. Georg Weishaupt: Labiles Prinzip - Das Bekenntnis zu einer fairen Lieferkette gerät in Gefahr. Hrsg.: Handelsblatt. 105980. Auflage. Düsseldorf 2. August 2017.
  37. Textilwirtschaft: Interview mit Dr. Johannes Merck, Otto Group. Hrsg.: Textilwirtschaft.
  38. Ist faire Kleidung möglich? Abgerufen am 6. Oktober 2017.