Bachs

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Bachs
Wappen von Bachs
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Dielsdorf
BFS-Nr.: 0081i1f3f4
Postleitzahl: 8164
Koordinaten: 675372 / 264287Koordinaten: 47° 31′ 30″ N, 8° 26′ 22″ O; CH1903: 675372 / 264287
Höhe: 470 m ü. M.
Höhenbereich: 404–633 m ü. M.[1]
Fläche: 9,13 km²[2]
Einwohner: 613 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 61 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
13,4 %
(31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Emanuel Hunziker (parteilos)
Website: www.bachs.ch
Bachs im April 2021

Bachs im April 2021

Lage der Gemeinde
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Bachs ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Schräggeteilt von Silber und Blau, in Silber ein achtstrahliger blauer Stern

Als Bachs 1714 – damals zur Landvogtei Regensberg gehörend – eine neue Kirche erhielt, wurde in dieser der Zürcher Schild angebracht, der durch einen facettierten Stern, als Zeichen für die Gemeinde Bachs, ergänzt wurde. Als es darum ging ein amtliches Wappen festzulegen, wählte man anstelle eines facettierten Sterns, einen einfachen blauen Stern. Im März 1931 wurde das bereinigte Wappen vom Gemeinderat angenommen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachs liegt im Bachsertal, welches vom Fisibach durchflossen wird. Nordöstlich des Dorfs liegt der Stadlerberg (637 m ü. M.), südwestlich davon die Egg (671 m ü. M.). Die Gemeinde grenzt an die aargauischen Gemeinden Fisibach sowie auf wenigen Metern an Siglistorf und an die zürcherischen Gemeinden Weiach, Stadel, Neerach, Steinmaur, Schöfflisdorf und Oberweningen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1467 36
1634 391
1836 596
1860 673
1960 414
1990 591
2000 577
2010 570
2021 636

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Etienne Linggi (seit dem 1. Juli 2022).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vom Zürcher Regierungsrat erlassenen umfassende Schutzverordnung beschränkt die Entwicklung der Gemeinde stark.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postautohaltestelle Bachs Post
Historisches Luftbild von 1950

Obwohl die Luftdistanz zur Stadt Zürich lediglich 18 km beträgt, ist Bachs bis heute eine sehr ländliche Gemeinde, ruhig und etwas abgelegen. Als einzige Gemeinde des Bezirks Dielsdorf gehört sie (noch) nicht zur Agglomeration Zürich, was auch mit der dürftigen Anbindung an den öffentlichen Verkehr zu tun hat, welche durch eine Postautolinie gewährleistet wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste Siedlung ist der 1277 erwähnte Hof Hodleten. Die Grundbesitzer, die Grafen von Nimburg schenkten um 1150 einen Teil des Hofes dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen. Die Grenze zum Aargau bewachten die Burgen Waldhausen und Ruebisberg.

Von den Habsburgern ging Bachs 1409 an Zürich über.

Seit der Brandkatastrophe von 1763 unterscheiden die Bachser Alt- und Neubachs.

Am späten Nachmittag des 7. Dezember 1944 wurden im Eggwald bei Bachs die beiden Spione Walter Laubscher und Hermann Grimm durch ein Erschiessungskommando hingerichtet. Es war die letzte Hinrichtung unter Militärstrafrecht und die letzte Hinrichtung in der Schweiz überhaupt. Der Hinrichtungsort ist seither in der Bevölkerung als «Hitlerplatz» bekannt.[5][6] 1972 wurde der Zweckverband Abwasserreinigung Fischbach-Glatt gegründet, welcher in Niederglatt eine Kläranlage für die angeschlossenen Gemeinden betreibt.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wald nimmt mit 44 % fast die Hälfte der Fläche der Gemeinde ein. Eine kantonale Schutzverordnung schränkt seit einigen Jahrzehnten die landwirtschaftliche Nutzung grosser Teile des Tales ein, was anfänglich für böses Blut sorgte, heute aber mehrheitlich Zustimmung findet. Das Bachsertal ist heute – nicht zuletzt dank dieser Verordnung – eine der letzten intakten Kulturlandschaften des Kantons Zürich.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachs ist eine Hochburg im Korbball der Frauen. In der höchsten Spielklasse der Schweiz, der Nationalliga A holte sich das Bachser Team in den Jahren 1979, 1989 und zwischen 2004 und 2007 viermal in Serie den Schweizer Meistertitel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.
  • Eugen Bolleter: Geschichte eines Dorfes: (Fisibach, jetzt Bachs, Kanton Zürich). Beer & Cie, Zürich 1921.
  • Martin Leonhard: Bachs – aus der Geschichte eines Tales. Hrsg. von der Politischen Gemeinde Bachs zum 900-Jahr-Jubiläum. Bachs 1995. DNB 984160833.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bachs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Rolf Löffler: Erschossen auf dem Hitlerplatz. In: Bieler Tagblatt, 11. September 2012
  6. Peter Noll: Landesverräter. 17 Lebensläufe und Todesurteile 1942–1944. ISBN 978-3719306816.
  7. Zweckverband ARA Fischbach-Glatt. In: niederhasli.ch. Abgerufen am 8. April 2022.