Boppelsen

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Boppelsen
Wappen von Boppelsen
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Dielsdorfw
BFS-Nr.: 0082i1f3f4
Postleitzahl: 8113
Koordinaten: 672726 / 258324Koordinaten: 47° 28′ 18″ N, 8° 24′ 12″ O; CH1903: 672726 / 258324
Höhe: 521 m ü. M.
Fläche: 3,92[1] km²
Einwohner: 1317 (31. Dezember 2015)[2]
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
11,5 % (31. Dezember 2015)[3]
Website: www.boppelsen.ch
Dorfkern

Dorfkern

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Boppelsen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dielsdorf des Kantons Zürich in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boppelsen liegt auf 520 m ü.M. am Südhang der Lägern im Furttal. Oft wird Boppelsen auch als "Sonnenstube" der Region bezeichnet. Eingebettet zwischen der markanten Lägern und einem unbedeutenden Hügel wird das Dorf durch ein ganz spezielles Klima geprägt. Im Frühling und Sommer wird die Sonnenwärme gespeichert und ermöglicht dadurch einen speziellen Vegetationsprozess. Im Herbst und Winter wehen oft eisige Winde durch das kleine Tal. Durch die leichte Erhöhung liegt im Winter oft auch mehr und länger Schnee als im übrigen Furttal. Entwässert wird die Gemeinde hauptsächlich durch den Dorfbach, welcher hier auch Bacherenbach oder Hulligenbach genannt wird.

Zu Boppelsen gehört die Hochwacht, ein Aussichtspunkt der Lägern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe seiner Geschichte hat sich der Name des Ortes von Bobpinsolo zu Popensolo, dann Boppensol und Bopletzen zu Boppelsen geändert. Der Ursprung und die Bedeutung des Namens ist nicht mehr eindeutig klärbar, aus "Bobpinsolo" im Jahr 1130 (Sumpfgelände des Boppo, Sal oder Haus des Bopp) wird 1217/1222 "Popensolo", 1219 "Boppensol" und bis 1667 "Bopletzen". Die heute offizielle Ortsbezeichnung ist Boppelsen, wobei im Dorf selber immer noch die Bezeichnung "Bopplisse" gilt[4].

Erstmalige schriftliche Erwähnung findet der Ort im Jahre 1130: Lütolf von Regensberg schenkte am 22. Januar 1130 das Grundstück Fahr mit Kapelle dem Kloster Einsiedeln, welche darauf ein Nonnenkloster zu errichten hätte. In der langen Reihe der aufgelisteten Zeugen scheint auch ein Rudolf de Bobpinsolo auf. Er war vermutlich Dienstadel des bedeutenden schweizerischen Freiherrengeschlechts der Regensberger. Die de Bobpinsolos sollen eine Burg an der Lägern bewohnt haben, doch fehlen dazu jegliche Spuren.

Nach dem Zürcher Urkundenbuch waren die Freiherren von Bobpinsolo von 1130 bis 1219 dem Kloster Einsiedeln abgabepflichtig. Auch den Klöstern Wettingen, Oetenbach und Muri aufgrund deren Besitzungen die Einwohner von Boppelsen zehentverpflichtet.

1409 ging die hohe Gerichtsbarkeit von den Habsburgern an Zürich über. Im niederen Gericht sassen die Freiherren von Regensberg zu Gericht. Das niedrige Gericht über das Dorf übten die Freiherren von Regensberg aus. Boppelsen blieb bis 1798 im Verband der Landvogtei Regensberg[5].

Bei einem grossen Dorfbrand wurden 1649 21 Häuser - zwei Drittel des Dorfes - ein Raub der Flammen. 98 Menschen wurden obdachlos.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Gold auf schwarzem Dreiberg zwei abgewendete, grüngestielte und beblätterte Maiglöckchen, jedes drei silberne Blüten tragend

Anstelle des Doppeladlers der Herren von Lägern ist das Maiglöckchen seit 1932 zum Gemeindewappen bestimmt worden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 168
1709 206
1850 334
1900 256
1910 256
1950 292
2000 1018

Nach einiger Zeit der Stagnation führt der Zuwachs von jungen Familien zu einer Umschichtung der Altersstruktur. Viele Menschen, die hier aufgewachsen sind, kehren irgendwann wieder zurück, oft mit Partner und Kinder. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die "Bopplisser", wie die Bewohner im Volksmund genannt werden, sich untereinander als eine "grosse Familie" empfinden und die Verbundenheit hier sehr gross ist. Zudem liefert einen entscheidenden Grund der Beliebtheit des Dorfes auch die spezielle Landschaft, in die es eingebettet liegt. Es gibt einige Geschlechter, die von Boppelsen nicht mehr wegzudenken sind, beispielsweise die "Gassmann" und die "Mäder", die schon seit Generationen hier leben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepräsidentin ist Monika Widmer.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Boppelsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Kanton Zürich
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  4. Namensherkunft auf der Website von Boppelsen
  5. Geschichte von Boppelsen