Gerkan, Marg und Partner

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Gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Rechtsform GmbH
Gründung 1965
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

  • Meinhard von Gerkan
  • Volkwin Marg
Mitarbeiter 490[1]
Website www.gmp-architekten.de

Gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (eigene Kurzschreibweise: gmp) ist eine deutsche Architektensozietät in Hamburg mit Büros in Europa, Asien, und Südamerika.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hamburger Zentrale von gmp an der Elbchaussee in Hamburg-Othmarschen (ganz oben, drittes Gebäude von links)
Die neue Leipziger Messe
Der neue Hauptbahnhof Berlin
Seniorenstift Augustinum Hamburg

Gmp wurde 1965 von den Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg gegründet. Neben zwei Büros in Hamburg und einem in Berlin befinden sich mittlerweile sieben weitere Büros von Gmp in Aachen, Frankfurt am Main, Peking, Shanghai, Shenzhen, Hanoi, Neu-Delhi, Moskau und Rio de Janeiro. Bei nationalen und internationalen Wettbewerben errang Gmp über 400 Preise, darunter mehr als 200 erste Preise sowie zahlreiche Auszeichnungen für beispielhafte Architektur. Das Aufgabengebiet des Unternehmens erstreckt sich mittlerweile von Einfamilienhäusern, Hotels, Museen, Theatern und Konzerthallen, Bürogebäuden, Handelszentren und Krankenhäusern bis hin zu Stadien, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Verkehrsbauten und Gewerbebauten.

Bekannte Bauten sind unter anderem der Flughafen Berlin-Tegel (1975), der Neubau des Berliner Hauptbahnhofs und die Terminals 1 und 3 am Flughafen Stuttgart. 1991 bis 1995 (Gesamtplanungs- und Bauzeit) entstand die Neue Messe Leipzig für die Leipziger Messe, deren spektakuläre Glashalle in Zusammenarbeit mit Ian Ritchie Architects, London, entwickelt wurde. In den Jahren 2000 bis 2004 wurde nach Entwürfen von Gmp das Olympiastadion Berlin umgebaut und dabei der Einbau einer christlichen Kapelle im Erdgeschoss realisiert. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entwarfen die Architekten die Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main und das Rheinenergie-Stadion in Köln. Das Büro hat seit seiner Gründung neben diesen Architekturikonen auch zahlreiche Bauten mit „teilweise extrem kommerzieller Ausrichtung der Bauherren“ realisiert, bei denen Gmp ein „durchgehend hohe Qualitätsstandard“ „unter den komplexesten Bedingungen im In- und Ausland“ und „trotz routinierter Vorgehensweise“ attestiert wird.[2]

In China hat Gmp unter anderem die Messe- und Kongresszentren in Nanning und Shenzhen sowie das Museum in Shanghai-Pudong und das Zhongguancun in Peking realisiert. Weitere Projekte sind die Oper in Chongqing und das Chinesische Nationalmuseum in Peking. Gmp gilt als erfolgreichstes europäisches Architekturbüro in China. Innerhalb von nur sechs Jahren sind bis 2005 weit über 100 Entwürfe entstanden, von denen 2005 sieben bereits fertiggestellt, dreizehn in Planung und 30 in konkreter Ausführungsplanung waren.[3]

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika plante Gmp drei der insgesamt zehn Stadionneubauten in Kapstadt, Provinz Western Cape, in Port Elizabeth und das Moses-Mabhida-Stadion in Durban, Provinz KwaZulu-Natal.

Für die Fußball-Europameisterschaft 2012 plante Gmp das Stadion Narodowy, welches auf dem Platz des alten Stadion Dziesięciolecia im Warschauer Stadtteil Praga errichtet und am 29. Januar 2012 eingeweiht wurde.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien plante Gmp drei der Stadionneubauten und -umbauten in Brasília (Estádio Nacional de Brasília Mané Garrincha), Belo Horizonte (Estádio Governador Magalhães Pinto) und Manaus (Arena da Amazônia).[4]

Gmp belegt weltweit Platz 24 auf der Liste der Architekturbüros mit den meisten Mitarbeitern.[1]

2017 plante und errichtete Gmp mit der Kunsthalle Mannheim den derzeit größten Museumsneubau in Deutschland.[5]

Projekt: Flughafen Berlin Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Bau des Flughafens Berlin Brandenburg war Gmp führend, zusammen mit JSK, an der Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg International (pg bbi) beteiligt, wobei Gmp die technische und JSK die kaufmännische Leitung übernahm. Wegen zahlreicher Kosten- und Terminüberschreitungen vor allem bei der Sicherheitstechnik kündigte die Flughafengesellschaft der pg bbi am 23. Mai 2012 und reichte im Juni Klage vor dem Landgericht Potsdam ein. Gerkans Anwälte werfen in ihrer Klageerwiderung der Berliner Flughafengesellschaft vor, das Termin- und Finanzchaos selbst verursacht zu haben.[6] Eine Sonderkommission des Bundesverkehrsministeriums wertete die Entlassung im Februar 2013 als Fehler,[7] eine Einschätzung, die seit dem von vielen Seiten gleichlautend getroffen wurde.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Von Kapstadt nach Brasilia/From Capetown to Brasilia. Neue Stadien der Architekten von Gerkan, Marg und Partner/New Stadiums by the Architects Gmp, Pinakothek der Moderne, München

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bauen zwischen Welten. Internationale Projekte der Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Hrsg. v. Christian Schittich. Institut für internationale Architektur-Dokumentation, München 2016 (Edition Detail).
  • Meinhard von Gerkan: Architektur von Gerkan, Marg und Partner (ausführliches Werkverzeichnis in sieben Bänden von 1966 bis 1999) Birkhäuser, Basel 2001, ISBN 3-7643-6457-2.
  • Volkwin Marg (Hrsg.): Stadien und Arenen von Gerkan, Marg und Partner. Hatje Cantz, 2006, ISBN 3-7757-1677-7.
  • Von Kapstadt nach Brasilia/From Capetown to Brasilia. Neue Stadien der Architekten von Gerkan, Marg und Partner/New Stadiums by the Architects Gmp. Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache. Prestel, München 2010, ISBN 978-3-7913-4439-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gerkan, Marg und Partner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b WA 100 2017, The World’s Largest Architecture Practices January 2017, Building Design supplement, London UBM, 2017, S. 14.
  2. Falk Jaeger: Top Ten Deutsche Architekten. Webseite des Goethe-Instituts, November 2016, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  3. Ideale Stadt – Reale Projekte, von Gerkan, Marg und Partner in China, red-dot.org, 2. August 2005
  4. Philipp Lichterbeck: Manaus, ein tödliches Stadion mitten im Dschungel. In: Zeit Online. 24. April 2014; abgerufen am 24. April 2014: „Hubert Nienhoff ist Partner bei Gmp, einem der renommiertesten deutschen Architektur-Büros. Drei Stadien hat Gmp in Brasilien konzipiert: in Belo Horizonte, Brasilia und Manaus.“
  5. rheinpfalz.de: Neubau der Kunsthalle Mannheim: Kunst im Kettenhemd
  6. Architekt wirft Flughafenmanagern „großangelegte Täuschung“ vor
  7. Ramsauers eigenes Haus zeigt Missmanagement auf. In: rbb-online. 20. Februar 2013, archiviert vom Original am 17. Februar 2013; abgerufen am 24. September 2017.
  8. Klaus Kurpjuweit: Chefchen, wechsle dich. Das unglaubliche BER-Personalkarussell. Ein Topmann nach dem anderen musste gehen. In: Der Tagesspiegel, 24. Februar 2017; CDU-Aufsichtsrat hält Kündigung der BER-Planer für Fehler. In: Der Spiegel, 5. Juni 2015, abgerufen am 4. Juni 2017.

Koordinaten: 53° 32′ 44″ N, 9° 54′ 50″ O