Bahnstrecke Duisburg–Dortmund

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Duisburg–Dortmund
Strecke der Bahnstrecke Duisburg–Dortmund
Streckennummer (DB):2650
Kursbuchstrecke (DB):416 (Fernbahn)
450.2 (S-Bahn)
Streckenlänge:56 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:140 km/h
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Stammstrecke von Hamm
   
Strecke von Enschede
   
119,5 Dortmund Hbf
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Strecken nach Soest, nach Iserlohn, nach Witten
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Hauptstrecke nach Bochum S 1
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117,0 Dortmund Gbf
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114,7 Hansa (Abzw)
   
Güterumgehungsbahn
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
112,8 Dortmund-Nette (Abzw)
   
S-Bahn von Dortmund-Dorstfeld S 2
   
110,3 Dortmund-Mengede
   
ehem. westfälische Emschertalbahn
   
105,3 Castrop-Rauxel Hbf
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101,9 Bladenhorst (Abzw)
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Strecke von Dortmund
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100,8 Herne Hot (Abzw)
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100,0 Herne Gbf
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98,4 Herne (ehem. Herne CME)
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Strecke nach Recklinghausen S 2
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Strecke nach Bochum
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A 43
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Strecke Gelsenkirchen-Bismarck–Bochum
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Strecke von Bochum
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Strecke von Recklinghausen
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94,5 Wanne-Eickel Hbf
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ehem. Trasse nach Bismarck, Schalke (bis 1962)
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Strecke nach Gelsenkirchen-Bismarck,
  Strecke nach Gelsenkirchen-Schalke (seit 1911)
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diverse ehem. Strecken
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ehem. Strecke nach Essen-Kray Nord
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89,1 Gelsenkirchen Hbf
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nach Gelsenkirchen-Schalke Süd, nach Essen S 2
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ehem. Strecke Gelsenkirchen-Hessler–Essen Hbf
S-Bahnhalt…
85,1 Essen Zollverein Nord
   
ehem. Strecke Essen-Katernberg Nord–Essen Hbf
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ehem. Strecke von Essen-Altenessen RhE
  und Strecke von Essen Hbf
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82,1 Essen-Altenessen (ehem. Essen CME)
   
ehem. Strecken nach Essen Nord und E-Segeroth
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(Güterstrecke bis Essen-Dellwig Abzw eingleisig)
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ehem. Strecke von Essen Nord
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80,0 Essen-Bergeborbeck
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ehem. Strecke nach Essen-Horl
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Strecke von Bottrop
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76,3 Essen-Dellwig Abzw
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Strecke Bottrop–Essen-Dellwig Ost
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76,0 Essen-Dellwig
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75,2 Essen-Frintrop (ehem. Rbf)
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Oberhausen-Stahlwerksgelände (geplant)
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Straßenbahnlinie 105 Oberhausen↔Essen (geplant)
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71,7 Oberhausen Hbf Obo (Abzw)
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zur Strecke nach Wesel
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zur Strecke nach Oberhausen West
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Strecke von Wesel
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70,7 Oberhausen Hbf
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Strecke nach Duisburg-Ruhrort
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Oberhausen-Alstaden (geplant)
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ehem. Strecke nach Mülheim-Styrum
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S-Bahn nach Mülheim-Styrum S 3
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68,6 Kolkmannshof (Abzw)
   
ehem. Strecke Duisburg-Ruhrort–Mülheim-Styrum
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Hauptstrecke von Mülheim-Styrum S 1
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67,1 Kaiserberg (Abzw)
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Strecke Oberhausen West–Duisburg-Wedau
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Strecke von Oberhausen West
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63,1 Duisburg Hbf
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Stammstrecke nach Köln S 1

Die Bahnstrecke Duisburg–Dortmund ist eine wichtige und historisch bedeutsame Eisenbahnstrecke in Deutschland. Sie ist eine Hauptachse des Schienenpersonenfern-, -nahverkehrs und Güterverkehrs im nördlichen Ruhrgebiet, u. a. befahren von Intercity-Express, Intercity, Regional-Express, Regionalbahn und der S-Bahn Rhein-Ruhr.

An ihr liegen die Hauptbahnhöfe von Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Wanne-Eickel und Dortmund sowie die regional bedeutsamen Bahnhöfe Essen-Altenessen und Herne.

Sie ist der mittlere Teil der von der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (CME) gebauten Stammstrecke von Köln-Deutz nach Minden, nach der die Gesellschaft benannt wurde. Die Strecke wurde 1847 eröffnet und seither mehrfach modernisiert und ausgebaut. Sie ist heute zwei- bis viergleisig, elektrifiziert und als Hauptstrecke klassifiziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem sie am 18. Dezember 1843 die preußische Konzession für ihre namensgebende Strecke erhalten hatte, begann die CME im damaligen (Cöln-)Deutz mit dem Bau des ersten Teilstücks nach Düsseldorf, das sie am 20. Dezember 1845 eröffnen konnte. Nur wenige Wochen später, am 9. Februar 1846, wurde bereits das zweite Teilstück nach Duisburg fertiggestellt, vorläufiger Endpunkt war der am Ort des heutigen Duisburger Hauptbahnhofes gebaute „Cöln-Mindener Bahnhof“, dem ersten von später drei Bahnhöfen der drei größten, nominell privaten Eisenbahn-Gesellschaften an gleicher Stelle.

Mit dem nächsten Teilstück über Oberhausen, Altenessen, Gelsenkirchen, Wanne, Herne und Dortmund nach Hamm hatte man sich bewusst gegen eine Streckenführung in der Nähe der damaligen Kohlegruben am nördlichen Ufer der Ruhr und für die ebenere und damit kostengünstiger und leichter zu verwirklichende Trasse entschieden. Trotzdem dauerte es noch weit über ein Jahr, bis am 15. Mai 1847 auch dieses Teilstück in Betrieb gehen konnte.

Noch im gleichen Jahr, am 15. Oktober 1847, wurde das letzte Teilstück bis Minden und damit die gesamte, 263 Kilometer lange und zunächst eingleisige Strecke fertiggestellt. Am gleichen Tag eröffneten die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen ihre Bahnstrecke Hannover–Minden.

Stichbahn nach (Duisburg-)Ruhrort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Oberhausener Bahnhof (dem heutigen Oberhausener Hauptbahnhof) aus baute die CME 1848 eine Stichbahn nach Ruhrort zu den dortigen Hafenanlagen und vereinbarte mit der Ruhrort-Crefeld-Kreis Gladbacher Eisenbahn-Gesellschaft den Bau des Eisenbahn-Trajektes Ruhrort-Homberg.

Oberhausen–Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberhausener Bahnhof war ebenfalls Ausgangspunkt der am 20. Oktober 1856 eröffneten Bahnstrecke nach Arnheim über Wesel und Emmerich am Rhein. Diese wird umgangssprachlich auch „Hollandstrecke“ genannt, aber fälschlicherweise, da sie bereits in Gelderland endet.

Venlo- und Ruhrgebiet–Hamburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Wanne (dem heutigen Wanne-Eickel Hauptbahnhof) war dann ab dem 1. Januar 1870 Ausgangspunkt für die Bahnstrecke nach Hamburg, manchmal missverständlich auch „Rollbahn“ genannt. Diese Eisenbahnstrecke zur deutschen Nordseeküste war Teil der Paris–Hamburger-Bahn, die ebenfalls von der CME als Hamburg-Venloer Bahn gemäß preußischer Konzession gebaut wurde.

„Emschertalbahn“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitgehend parallel zu ihrer Stammstrecke baute die CME zur besseren Erschließung der Kohlegruben und prosperierenden Industrieanlagen zwischen 1871 und 1878 entlang der Emscher eine weitere Strecke von Duisburg nach Dortmund über Osterfeld Süd und Wanne durch das nördliche Ruhrgebiet.

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Duisburg–Dortmund wurde seit ihrer Eröffnung gemäß ihrer wachsenden Bedeutung für den aus dem zentralen Ruhrgebiet nach Norden gewanderten Kohlebergbau immer weiter ausgebaut und modernisiert. Heute ist die Strecke auf ganzer Länge mindestens zweigleisig und vollständig elektrifiziert.

Die Strecke ist heute im Vergleich zu den anderen West-Ost-Verbindungen, insbesondere der zentralen Ruhrgebietsstrecke der ehemaligen Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft, von weniger großer Bedeutung, hat sich aber immerhin - auch im Gegensatz zur Rheinischen Bahn - bis heute als wichtige Achse behaupten können. Dringend benötigte, aber nicht durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen verhindern bislang eine intensivere Nutzung der Strecke, so fährt die S-Bahn S 2 streckenweise nur einmal pro Stunde.

Der in der Nähe des Weltkulturerbes Zollverein gelegene S-Bahn-Haltepunkt Essen-Katernberg Süd wurde 2009 in Essen Zollverein Nord umbenannt.

Zugangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Züge des Fernverkehrs nutzen lediglich Teilstrecken:

Der Abschnitt von Duisburg nach Oberhausen wird von Zügen dreier Intercity-Express-Linien befahren, zumeist auf dem Weg nach Amsterdam, darüber hinaus auf ihrer Fahrt nach Arnheim von der Regional-Express-Linie RE 19, auf dem Weg nach Wesel von der Regional-Express-Linie RE 5 „Rhein-Express“, sowie der Regionalbahn-Linie RB 35.

Die alle zwei Stunden verkehrende Intercity-Linie 35 nutzt einen Großteil der Strecke von Duisburg bis Wanne-Eickel. Dazu kommen weitere vereinzelte Intercity-Züge der Linie 32, der Regionalexpress RE 2 „Rhein-Haard-Express“, sowie die Regionalbahnen RB 42 und RB 46 auf dem kurzen Teilstück von Gelsenkirchen bis Wanne-Eickel.

Die S-Bahn-Linie S 2 fährt im regulären 20-Minuten-Takt lediglich auf dem Teilstück zwischen Herne und Dortmund-Mengede, von dort nach Dortmund nutzt sie die Trasse nach Dortmund Süd der ehemaligen Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft. In Herne nimmt ein Zug pro Stunde den Weg nach Recklinghausen. Auf dem Streckenstück von Gelsenkirchen nach Herne fährt sie im alternierenden 20/40-Minuten-Takt, ein Zug pro Stunde biegt in Gelsenkirchen nach Essen ab. Nur einer von drei Zügen pro Stunde fährt (somit im Stundentakt) fast die komplette historische Strecke zwischen Duisburg und Dortmund.

Auf gesamter Länge befahren wird die Strecke lediglich von der Regional-Express-Linie RE 3 „Rhein-Emscher-Express“, die auf dem kompletten Weg von Düsseldorf nach Hamm (Westfalen) dem Streckenverlauf der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft folgt.

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Strecke liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Für Fahrten in allen Regionalzügen gilt der regionale VRR-Tarif und der NRW-Tarif.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entlang der Bahnstrecke Duisburg–Dortmund kommt es gleich zweimal zu der ansonsten eher seltenen Konstellation, dass zwei Hauptbahnhöfe unmittelbar aufeinander folgen, d. h. ohne einen weiteren Bahnhof oder Haltepunkt zwischen ihnen. Zum einen sind dies Duisburg Hauptbahnhof und Oberhausen Hauptbahnhof, zum anderen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Wanne-Eickel Hauptbahnhof.

Als weiteres Kuriosum ist letztgenannter wohl der einzige Hauptbahnhof, der als wichtigster Bahnhof der Stadt nicht deren Namen trägt. Wanne-Eickel Hauptbahnhof liegt in Herne, ist aber von größerer Bedeutung als der Bahnhof Herne. Dies hat historische Gründe: Der Bahnhof von Herne war niemals Hauptbahnhof gewesen, da die Stadt Herne und deren Bahnhof aus Sicht der Bahn unbedeutend waren. Der Bahnhof des vormals eigenständigen Ortes Wanne hingegen war seit Inbetriebnahme der umgangssprachlich „Rollbahn“ genannten Strecke nach Hamburg von stetig wachsender Bedeutung und wurde mit dem Zusammenschluss mehrerer Ortschaften zur Stadt Wanne-Eickel zu deren Hauptbahnhof. Nach der Eingemeindung von Wanne-Eickel in die Stadt Herne beließ es die Deutsche Bundesbahn bei den angestammten Namen, um zum einen den wichtigsten Bahnhof der Stadt weiter im „Rang“ eines Hauptbahnhofes zu halten, zum anderen sich die Kosten für die Umbenennung zu sparen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NRWbahnarchiv von André Joost:

ehemalige Strecken:

Deutsche Bahn AG:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.