Frankfurt School of Finance & Management

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bankakademie)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frankfurt School of Finance & Management
Logo
Gründung 1957
Trägerschaft privat, gemeinnützig
Ort Frankfurt am Main
Bundesland Hessen
Staat Deutschland
Präsident und Vorsitzender der Geschäftsführung Udo Steffens
Studenten 1.376 WS 2013/14[1] (hinzu kommen bundesweit ca. 5.000 Teilnehmer in den berufsbegleitenden Programmen)
Mitarbeiter 492
davon Professoren 53
Jahresetat 75,7 Mio. EUR (2013)
Website www.frankfurt-school.de

Die Frankfurt School of Finance & Management ist eine private, staatlich anerkannte Wirtschaftsuniversität und Business School mit bis 2015 befristetem[2] Promotionsrecht mit Sitz in Frankfurt am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Hochschule ging am 17. Januar 2007 aus der Bankakademie und der Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) hervor. Die HfB ihrerseits wurde 1990 als Fachhochschule mit dem Schwerpunkt Banken und Finanzwirtschaft gegründet und 2004 in eine wissenschaftliche Hochschule überführt.

1957 wurde der Bankakademie e. V. vom Gabler Verlag in Wiesbaden gegründet. 1966 wurde der Verein mit regionalen Verbände des privaten Kreditgewerbes und dem Verband der Genossenschaftsbanken als Mitgliedern neu gegründet und bot Weiterbildungen zum Bankfachwirt und zum Bankbetriebswirt an. In den 1970er Jahren wurde das Spektrum zudem um ein Managementstudium mit dem nicht-akademischen Abschluss „diplomierter Bankbetriebswirt“ erweitert.

Unter dem Dach der Bankakademie wurde 1990 die Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) gegründet. 1994 schlossen die ersten 35 Studenten als Diplom-Betriebswirte (FH) ab. Der wesentliche Unterschied des Bildungsangebots im Vergleich zu anderen privaten (Fach-)Hochschulen lag darin, dass das betriebswirtschaftliche Studium mit der Möglichkeit paralleler Berufspraxis in Teilzeit verbunden war, ohne dass der Studiumumfang selbst gekürzt wurde.

Campus der Frankfurt School im Ostend

Im Rahmen des Bologna-Prozesses führte die HfB im Jahr 2000 das Bachelor- und Master-System ein. Das Modell der berufsintegrierten akademischen Ausbildung wurde in das berufsintegrierte Studium zum Bachelor bzw. Master of Science übernommen. Daneben wurden zunehmend mehr klassische Vollzeitstudiengänge eingeführt, die einen internationalen Fokus hatten. 2001 bezog die HfB ihren neuen Campus im Frankfurter Ostend. 2003 graduierten die ersten Masterstudenten.

Zum 3. November 2004 wurde die HfB in eine wissenschaftliche Hochschule überführt. 2007 wurden beide Einrichtungen unter dem gemeinsamen Dach der Frankfurt School of Finance & Management vereint. Seit Januar 2008 ist die Frankfurt School of Finance & Management eine gemeinnützige GmbH die von der gleichnamigen Stiftung getragen wird.

Derzeit verfügt die Frankfurt School über 53 Professorinnen und Professoren.[3] Sowohl in den Vollzeit- als auch in den berufsbegleitenden Studiengängen liegt der inhaltliche Schwerpunkt inzwischen auf der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre. Die ehemals alleinigen, namensgebenden Schwerpunkte Finanzdienstleistung und Management prägen zwar nach wie vor alle Studiengänge, werden aber inzwischen primär über Wahlmodule und spezialisierte Masterstudiengänge angeboten. Die Quote der Absolventen der Frankfurt School, die in die Industrie gehen, lag zuletzt bei ca. 5%[4]. Die Frankfurt School of Finance & Management arbeitet mit rund 90 Partneruniversitäten zusammen.

Die Frankfurt School plant den Umzug in einen Neubau im Frankfurter Nordend bis 2017Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren.[5]

Organisation[Bearbeiten]

Die Geschäftsleitung der Frankfurt School besteht aus dem Präsidenten und Vorsitzenden der Geschäftsführung Udo Steffens und dem Vizepräsidenten und Geschäftsführer Ingolf Jungmann. Dem Präsidium gehören außerdem die Vizepräsidenten Michael H. Grote (Akademische Angelegenheiten) und Hartmut Kliemt (Forschung) sowie die Direktoren Klaus Beinke (Firmenprogramme & Services) und Fatma Dirkes (International Advisory Services) an.

Die Wissenschaftler der Frankfurt School sind in fünf sogenannten Departments organisiert. Neben den Professoren und anderen hauptamtlichen Lehrkräften gibt es elf Programmdirektoren, die für das Management und für die Entwicklung der Studiengänge verantwortlich sind. Sie werden ebenfalls zur Fakultät gezählt, obwohl sie ein separates Team bilden, das beim Präsidenten und nicht beim Vizepräsidenten für Akademische Angelegenheiten angesiedelt ist. Nicht alle Programmdirektoren sind in der Lehre tätig.

Department Leiter Professoren Honorarprofessoren sonstige hauptamtliche Lehrkräfte
Finance Michael Koetter 16 1 1
Management Erich Barthel 12 1 1
Economics Paul G. Schmidt 6 2 1
Accounting Jörg R. Werner 5 1 0
Legal Studies & Ethics Hartmut Kliemt 4 1 0

Akademische Programme[Bearbeiten]

Bachelor und Master[Bearbeiten]

Die Frankfurt School bietet sechs Programme an, die alle mit dem Grad Bachelor of Science (B.Sc.) abschließen. Alle Programme werden in Vollzeit studiert und umfassen 210 ECTS Credit Points. Mit Ausnahme des Intensivprogramms "Business Administration" dauert das Studium sieben Semester. Zwei Programme sind dual, d.h. sie verbinden Berufstätigkeit mit Studium. Alle Programme beinhalten außerdem Praktika in Deutschland und im Ausland, sowie mindestens ein Semester Auslandsstudium an einer der Partnerhochschulen der Frankfurt School:

  • Business Administration (englischsprachig, sechssemestriges Intensivprogramm)
  • International Business Administration (englischsprachig, zwei obligatorische Auslandssemester)
  • Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsprüfung (deutschsprachig)
  • Betriebswirtschaftslehre (duales Programm)
  • Wirtschaftsinformatik (duales Programm)
  • Management, Philosophy & Economics (deutschsprachig)

In den dualen Studienprogrammen kooperiert die Frankfurt School mit großen Banken wie der Deutschen Bank, der Commerzbank, der KfW, der DekaBank der DZ Bank und der Postbank und mit anderen Unternehmen wie der Deutschen Telekom. Die Kooperationspartner stellen die Arbeitsplätze bereit. Neben ihrem Gehalt bekommen die Studierenden von ihren jeweiligen Arbeitgebern einen Teil der Studiengebühren erstattet – meist 25%, in seltenen Fällen bis zu 100%.

Die Studiengebühren in den Bachelor-Programmen betragen 6.200 € pro Semester, im Intensivprogramm "Business Administration" 7.440 € pro Semester (Stand: Studienbeginn 2013).

Die Frankfurt School bietet darüber hinaus neun Masterprogramme an und verleiht die akademischen Grade Master of Science (M.Sc.), Master of Arts (M.A.), Master of Business Administration (MBA) und Master of Laws (LL.M.):

  • Master in Auditing (MA)
  • Master of Finance (MA)
  • Master of International Business (MA)
  • Master in Management (MA)
  • Master in Risk Management & Regulation (MA)
  • Executive Master of Business Administration (EMBA)
  • Master of Business Administration (MBA)
  • MBA in International Healthcare Management (IHM)
  • Master of Mergers & Acquisitions (LL.M.)

Berufsbegleitende Programme[Bearbeiten]

Ferner werden spezialisierte Programme wie z. B. Finance Journalism[6] etc. angeboten.

Akkreditierungen[Bearbeiten]

Alle mit einem akademischen Grad erworbene Abschlüsse sind staatlich anerkannt und von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) akkreditiert. Im Mai 2014 erhielt die Frankfurt School außerdem eine Akkreditierung durch die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) International und im Juni 2014 auch das EQUIS-Siegel.[7] Gegenwärtig ist die Frankfurt School of Finance & Management eine von drei deutschen Hochschulen, welche von AACSB[8], FIBAA[9] sowie EQUIS[10] akkreditiert wurde.

Rankings und Forschung[Bearbeiten]

Das Magazin Wirtschaftswoche bewertete die Frankfurt School 2012 und 2013 nach einer Umfrage unter 500 Personalverantwortlichen als sechstbesten BWL-Fakultät in Deutschland.[11] Ihr Master of Finance war außerdem das einzige Programm einer deutschen Hochschule, das 2014 im Ranking der Financial Times aufgeführt wurde.[12] Der Master of Finance steht im FT Ranking 2014 auf Platz 20 weltweit.[13] Im Handelsblatt-Ranking der forschungsstärksten BWL-Fakultäten belegte die Frankfurt School 2012 Rang 8 unter den deutschen Universitäten.[14]

Im CHE-Ranking erreichte die Frankfurt School 2012/13 in der Kategorie „Bachelor (Uni) BWL“ gemeinsam mit der Universität Mannheim, der TU München, der EBS und der WHU die beste Bewertung.[15] Nach neuer Datenerhebung durch das Centrum für Hochschulentwicklung für das Hochschulranking 2014/15, platzierte sich die Frankfurt School erneut in der Spitzengruppe.[16]

Im FAZ-Ranking 2013 zu den Universitäten der Top-Ökonomen, befindet sich die Frankfurt School auf Platz 13.[17]

Weitere Angaben[Bearbeiten]

Zulassungsverfahren[Bearbeiten]

Zur Zulassung führt die Frankfurt School ein zweistufiges Bewerbungsverfahren durch. Auf die schriftliche Bewerbung erfolgt ein Assessment-Center. Das Assessment-Center für die Bachelor-Programme besteht aus mehreren schriftlichen Tests, in dem analytisch-logische Fähigkeiten, Teamkompetenz, allgemeinwirtschaftliches Wissen sowie Fremdsprachenkenntnisse in Englisch überprüft werden und einer Gruppenübung.[18] Außerdem werden Bewerber von zwei Personen interviewt. Interviewer sind meistens ein Vertreter der Hochschule – beispielsweise ein Professor oder einer der Programmdirektoren – und ein Vertreter eines Unternehmens, mit dem die Frankfurt School zusammenarbeitet. Für die beiden angebotenen englischsprachigen Bachelorprogramme muss zudem ein Sprachzertifikat eingereicht werden (GER Sprachniveau C1).[19]

Qualität in der Lehre[Bearbeiten]

Alle Lehrveranstaltungen werden von den Studenten evaluiert. Für die einzelnen Studienprogramme sind außerdem Lernziele definiert, also Kompetenzen und Fähigkeiten, die die Studenten bis zum Abschluss ihres Studiums erworben haben sollen. Damit prüft die Hochschule nicht nur ihre Studenten, sondern auch ihre eigene Lehrleistung. Für das Qualitätsmanagement gibt es eigene Mitarbeiter.[20]

[Bearbeiten]

Das neue Logo

Das Logo ist ein artifizielles Signet, in dem sich neben Anklängen an die Währungszeichen Dollar, Euro, Yen und Pfund auch die mathematisch-wissenschaftlichen Zeichen für gleich/ungleich und unendlich erkennen lassen. Die Farben waren ursprünglich dunkelblau (die Farbe der Bankakademie) und gelb-orange (ehemals HfB).

Das alte Logo

Durch die Frankfurter Kommunikationsagentur Maleki Group wurde am 30. März 2007 ein Widerspruch gegen die Marke mit dem Versuch eingereicht, der Frankfurt School of Finance & Management die Verwendung der Namensbestandteile „Frankfurt“ und „Finance“, des Logos und der Farbkombination blau/gelb zu untersagen.[21]

Vor dem Landgericht Frankfurt am Main wurde durch den Vorsitzenden Richter Kästner am 10. November 2009 in einem öffentlichen Gütetermin dargelegt, dass eine Zeichenähnlichkeit nicht gegeben ist. Hinsichtlich der Farbkombination wurde zu einem Vergleich geraten, in dem die Frankfurt School auf die Gelbtöne im Logo verzichtet. Die Frankfurt School nutzt seit 30. August 2010 in der farblichen Gestaltung des Logos die Kombination blau/weiß.[22]

Befristetes Promotionsrecht[Bearbeiten]

Die Frankfurt School hat seit 2005 ein Promotionsprogramm, das mit dem akademischen Grad Dr. rer. pol. abschließt. Das Promotionsrecht wurde befristet bis zum 31. Dezember 2010 verliehen, die Befristung wurde einmalig um fünf Jahre verlängert.[2] Das Promotionsrecht der Privatschule ist nicht unumstritten. So bemerkte der Wissenschaftsrat in einer Stellungnahme zur Akkreditierung, die Frankfurt School habe „erst sehr spät energische Schritte eingeleitet, um das ihr befristet verliehene Promotionsrecht durch adäquate Forschungsleistungen zu untermauern.“ und nahm das befristet verliehene Promotionsrecht ausdrücklich von der für zehn Jahre ausgesprochenen Akkreditierung aus.[23] Laut Wissenschaftsrat hat die Frankfurt School es versäumt, die institutionellen und infrastrukturellen Voraussetzungen für ein Forschungsumfeld zu schaffen. Daher sieht er „gegenwärtig keine ausreichende wissenschaftliche Basis, um eine Entfristung oder weitere Verlängerung des bislang befristet verliehenen Promotionsrechts für die Frankfurt School zu empfehlen.“[24] Nach Plagiatsvorwürfen wurde dem ersten Absolventen, der im Jahr 2007 an der Frankfurt School promoviert wurde[25] der Doktorgrad wieder entzogen.[26]

Bekannte Professoren[Bearbeiten]

Alumni[Bearbeiten]

Seit der Gründung haben etwa 100.000 Absolventen ihren Studienabschluss in der beruflichen Weiterbildung gemacht. In den akademischen Programmen gibt es derzeit über 1.500 Alumni aus den Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengängen und dem Promotionsprogramm. Die Frankfurt School hat aus historischen Gründen zwei Alumni-Vereine, da nach der Fusion von Bankakademie und HfB die beiden Alumni-Vereine eigenständig blieben.

  • Frankfurt School Alumni e.V. (vormals HfB-Alumni e.V.): Verein der Absolventen der akademischen Studiengänge [1]
  • Frankfurt School of Finance & Management Bankakademie Alumni e.V.: Verein der Absolventen der beruflichen Weiterbildungsprogramme (Bankfachwirt, Bankbetriebswirt, Managementstudium) [2]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [3]
  2. a b Melanie Welters: Promotionsrecht verlängert. Journal Frankfurt, 25. Januar 2011, abgerufen am 14. September 2013.
  3. http://www.frankfurt-school.de/content/de/who_we_are/facts.html
  4. http://www.frankfurt-school.de/content/de/who_we_are/alumni/alumni_surveys.html
  5. Lukas Gedziorowski: Auf der Zielgeraden. Frankfurter Rundschau, 21. August 2013, abgerufen am 14. September 2013.
  6. Finance Journalism an der Frankfurt School http://www.frankfurt-school.de/content/de/education_programmes/professional_programmes/fjm.html
  7. http://www.frankfurt-school.de/content/en/who_we_are/accreditation.html
  8. http://www.aacsb.edu/accreditation/accreditedmembers.asp
  9. Systemakkreditierte Hochschulen FIBAA
  10. http://www.efmd.org/index.php/accreditation-main/equis/accredited-schools
  11. Frankfurt School auf dem sechsten Platz im BWL-Hochschulranking der Wirtschaftswoche. Frankfurt School of Finance & Management. Abgerufen am 8. April 2013.
  12. Masters in Finance Pre-experience 2014. Financial Times. Abgerufen am 23. Juni 2014.
  13. http://rankings.ft.com/businessschoolrankings/masters-in-finance-pre-experience-2014
  14. Handelsblatt-Ranking Betriebswirtschaftslehre 2012. Handelsblatt. Abgerufen am 17. September 2012.
  15. CHE-Ranking Bachelor (Uni) BWL 2012/13. Die Zeit. Abgerufen am 20. November 2012.
  16. http://ranking.zeit.de/che2014/de/rankingunion/show?esb=24&ab=3&hstyp=1#&left_f1=23&left_f2=62&left_f3=525&left_f4=363&left_f5=14&order=alpha&unionview=table&subfach=
  17. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/f-a-z-oekonomenranking-muenchen-vor-mannheim-12593382.html.
  18. http://www.frankfurt-school.de/content/de/education_programmes/bachelor/general_information_bsc/assessment-center.html
  19. http://www.frankfurt-school.de/content/de/education_programmes/bachelor/general_information_bsc/lanuage_requirements.html
  20. http://www.frankfurt-school.de/content/de/who_we_are/accreditation_quality.html
  21. LG Frankfurt 2-18 O 35/09
  22. Wortbildmarke der Frankfurt School of Finance & Management
  23. Stellungnahme zur Akkreditierung der Frankfurt School of Finance & Management (PDF; 297 kB), Wissenschaftsrat, S. 12 und S. 10, abgerufen am 14. Dezember 2012.
  24. Stellungnahme zur Akkreditierung der Frankfurt School of Finance & Management (PDF; 297 kB), Wissenschaftsrat, S. 11, abgerufen am 14. Dezember 2012.
  25. Jahresbericht 2007, Management Research Centre, Frankfurt School of Finance & Management, S. 2.
  26. Frankfurt School entzieht Doktorgrad – Mh/Pressespiegel 17. Oktober 2012. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Oktober 2012, abgerufen am 14. September 2013 (Ausgabe Nr. 242, S. 33).

50.1096388888898.6974111111111Koordinaten: 50° 6′ 35″ N, 8° 41′ 51″ O