Hamburg-Barmbek-Nord

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Wappen von Hamburg
Barmbek-Nord
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 36′ 19″ N, 10° 2′ 24″ OKoordinaten: 53° 36′ 19″ N, 10° 2′ 24″ O
Fläche 3,9 km²
Einwohner 40.864 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 10.478 Einwohner/km²
Postleitzahl 22049, 22297, 22303, 22305, 22307, 22309
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Verkehrsanbindung
S-Bahn S1Hamburg S1.svg S11Hamburg S11.svg
U-Bahn U3Hamburg U3.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Bärenskulpturen in der Detmerstraße

Barmbek-Nord ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord der Freien und Hansestadt Hamburg. Bis 1951 bildete er zusammen mit Barmbek-Süd und Dulsberg den Stadtteil Barmbek.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seebekaue als Grenze zu Bramfeld

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barmbek-Nord liegt im Osten des Hamburger Bezirks Hamburg-Nord. Die Hamburger Innenstadt ist etwa fünf Kilometer entfernt. Barmbek-Nord zählt zur Inneren Stadt Hamburgs, die durch dichte Bebauung geprägt ist.

Nachbarstadtteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn (von Norden ausgehend) grenzt Barmbek-Nord an die Hamburger Stadtteile Ohlsdorf, Steilshoop, Bramfeld, Wandsbek, Dulsberg, Barmbek-Süd und Winterhude.

Nach Winterhude hin wurde die Dorfgrenze erstmals 1726 zwischen den Bauern beider Dörfer vereinbart. Sie verlief damals im Ostteil des heutigen Stadtparks. Mit Anlage der Bahn-Trasse Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese im Norden zur Stadtteilgrenze, während südlich der Hellbrookstraße nunmehr die Saarlandstraße die Grenze bildet. Die Grenzen nach Alsterdorf, Steilshoop und Bramfeld wurden 1773 festgelegt, wobei im Zuge des Krankenhausbaus noch ein kleines Stück Alsterdorfer Gemarkung an Barmbek fiel.[1].


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Barmbek

In dem weitgehend unbesiedelten Gebiet hatten die Barmbeker Bauern ihre Felder. Wegen Rechtstreitigkeiten um die 5. Hufe wurde die in den 1760er Jahren begonnene Verkoppelung nicht vollständig vollzogen, so dass neben den beiden Gewannen an der Alten Wöhr lediglich auf dem „Olen Enn“ (der früheren Grenze zum untergegangenen Dorf Hartzloh, an das die gleichnamige Straße erinnert), dem Heidhörn und an Teilen Rübenkamps Umlegungen stattfanden. Später haben einzelne Bauern durch internen Landtausch zum Beispiel am südwestlichen Langenfort, auf dem Stellbergterrain sowie im 19. Jahrhundert auch in der nördlichen Feldmark produktivere Ackerflächen für ihre Höfe erreicht.[2] Ab 1784 wurden große Teile der Gemeinweide an die Vollhufner und die nunmehr als Halbhufner bezeichneten Kätner verteilt. Hier wurde darauf geachtet, dass nunmehr hinreichend große Stücke entstanden, so dass jeder Landwirt sich eine große Kuweide anlegen konnte. Der Großteil der Weiden entstand außerhalb des heutigen Barmbek-Nord. Aber auch südlich der Alten Wöhr (10. Hufe), an der Bramfelder Straße auf dem Gelände der heutigen Schiffsbauversuchsanstalt (2. Hufe) bzw. der Techniker Krankenkasse (11. Hufe) und später an der Habichtstraße, wo sich heute die Köster-Stiftung befindet, (12. Hufe) wurden Weiden angelegt.[3]

Die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie entstand auf Flächen den Hufen 6, 7 und 11.

Um 1800 begannen Barmbeker Bauern – Hufner wie auch Kätner – zunehmend einzelne Flächen an Dritte, teils als Wohngrundstücke, teils zu Gewerbezwecken zu verkaufen. Um 1870 verkauften die Eigentümer der Hufen 6, 7 und 11 Flächen nördlich der Osterbek an Johann Hinrich Wilhelm Maurien, der mit Geschäftspartnern dort die New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie gründete und auch später noch weitere Ländereien zur Vergrößerung des Betriebs aufkaufte. 1897 erwarb die Stadt 3,58 Hektar der 9. Hufe an der Steilshooper Straße zum Bau der Abdeckerei.[4]

Bis zur Eingemeindung der Nachbardörfer Bramfeld und Steilshoop 1937 durch das Groß-Hamburg-Gesetz bildeten die heutigen Stadtteile Barmbek-Nord und Dulsberg, die damals noch zusammen mit Barmbek-Süd als Barmbeck bezeichnet wurden, einen Teil der Hamburger Ostgrenze zu Preußen. Aber auch die Osterbek bildete eine Grenze: Da Hamburg dem Deutschen Zollverein zunächst nicht beigetreten war, gehörte Barmbek-Süd zum Hamburger Zollinland, Barmbek-Nord zum preußischen Zollgebiet. Um doppelte Zollformalitäten zu vermeiden, siedelte sich die oben genannte Gummi-Waaren Compagnie hier an.

Als erster Hufner verlegte Johann Hinrich Harckensee 1840 die 4. Hufe aus dem Dorfkern in den Barmbeker Norden an die Bramfelder Straße 43, ungefähr dorthin, wo sich heute die Rettungswache des DRK befindet. Ihm folgte 1890 Heinrich Dreckmann, der seinen Hof, die 12. Hufe, vom alten Dorfplatz an die Grenze nach Bramfeld verlegte, wo er nördlich der Habichtstraße auf den Hellbrookweiden den „Habichtshof“ errichtete, der – durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verstümmelt – noch bis 2008 dort stand.[4] Bereits seit 1883, als Heinrichs Vater Jochim Hinrich Dreckmann noch den Hof im Dorfkern bewirtschaftete, hatte Heinrich Dreckmann auf den Hellbrookweiden ein Gartenhaus errichtet, in dem er mit seiner Frau und ab 1884 dem erstgeborenen Sohn Hans Dreckmann wohnte. Nach dem Habichthof wurde später auch die bis dahin Weg Nr. 207 genannte und seit 1878 gepflasterte Habichtstraße benannt.[5] Den seltenen Fall einer Hofneugründung gab es 1891, als Johann Jochim Lembckes Erben gut 19 Hektar der 10. Hufe in der östlichen Feldmark an dessen zweiten Sohn Adolph abgaben und dieser sich eine neue Hofstelle an der Bramfelder Straße 86 errichtete.[4]

Seit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert gaben die meisten Bauern in Barmbek-Nord die Landwirtschaft auf oder betrieben sie außerhalb Barmbeks in ländlicheren Gegenden vor der Stadt weiter. Der Aerar der Freien und Hansestadt Hamburg erwarb die Vollhufnerrechte von elf der zwölf Hufen sowie einen Großteil von deren verbliebenen Ländereien. Der einzig verbliebene Hof, die 12. Hufe, die damals von Heinrich Dreckmann bewirtschaftet wurde, erhielt als Ausgleich für den Verlust der Gemeinweidenutzung ein Grundstück an der jetzigen Emil-Janssen-Straße.[3] Als im Jahre 1883 der Bau der Hamburger Speicherstadt den Abriss eines großen Arbeiterviertels verlangte, wurde die nordöstlich gelegene Feldmark erschlossen und besiedelt, um neuen Wohnraum zu schaffen. 1907 nahm die Hamburg-Altonaer Stadt- und Vorortbahn mit dem Bahnhof Barmbeck den Betrieb auf. Gleichzeitig begann der Bau der Hamburger Hochbahn, die im Jahre 1912 ihren Betrieb aufnahm.

1910 eröffnete das in einem Forst am Nordende des Stadtteils, an der Grenze zu Alsterdorf gelegene Krankenhaus Barmbek, dessen Gelände als Park gestaltet wurde. Für die Besucher entstand der Haltepunkt Rübenkamp. 1931 kam der Haltepunkt Alte Wöhr hinzu.

Die Bedeutung Barmbeks für den städtischen Wandel im Laufe der Industrialisierung ist enorm. Barmbek-Nord ist als Pionierstandort der Stadtplanung der 1910er und 1920er Jahre im Stile der „Neuen Sachlichkeit“ ein urbanes Kulturdenkmal von internationalem Rang.[6] Als letzter Landwirt in Barmbek-Nord gab Heinrich Lembcke, der seine Felder im damals noch preußischen Steilshoop hatte, 1923 die Landwirtschaft auf, die Vollhufnerrechte der 10. Hufe waren bereits 1900 an die Stadt gefallen. Seine Hofstelle mit dem 1623 erbauten Bauernhaus an der Hufnerstraße fiel den alliierten Bombenangriffen in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli 1943 zum Opfer.[7] Ein Jahr vor Lemcke gab mit Heinrich Dreckmann – zermürbt von den Feldplünderungen nach dem Ersten Weltkrieg – der letzte Vollhufner die Landwirtschaft in Barmbek auf. Auf den zugehörigen Ländereien errichteten Dreckmanns Kinder Mietwohnungen, die von Arnold Dreckmann verwaltet wurden.[8]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Einführung der Reformation durch Johannes Bugenhagen ist Hamburg lutherisch geprägt. Auch heute ist die evangelisch-lutherische Kirche noch die stärkste Religionsgemeinschaft in Barmbek-Nord, auch wenn ein Großteil der Bewohner inzwischen konfessionslos ist.

Die erste in Barmbek-Nord gebaute Kirche ist die Auferstehungskirche im Tieloh, die von 1916 bis 1920 nach Plänen von Camillo Günther entstand. Zuvor gehörte das Gebiet seit 1903 zur Gemeinde der Heiligengeistkirche in Barmbek-Süd, die für ganz Barmbek und Dulsberg zuständig war. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam am Nordrand des Stadtteils noch die Kirche St. Gabriel am Hartzlohplatz hinzu. Neben diesen beiden evangelisch-lutherischen Kirchen, die inzwischen wieder eine gemeinsame Kirchengemeinde bilden, gibt es im Lämmersieth die in den 1920er Jahren erbaute römisch-katholische St. Franziskus-Kirche, deren Gemeindegebiet auch den Dulsberg umfasst. Des Weiteren stehen in der Schwalbenstraße eine neuapostolische Kirche und in der Fuhlsbüttler Straße eine evangelische Freikirche, nämlich die Christus-Gemeinde Barmbek-Nord (Mülheimer Verband).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Barmbek-Nord zum Wahlkreis Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg. Die Bürgerschaftswahl 2015 brachte folgendes Ergebnis:[9]

  • SPD: 46,0 % (–5,7)
  • Grüne: 15,1 % (+0,4)
  • Linke: 11,9 % (+3,3)
  • CDU: 10,0 % (−3,7)
  • AfD: 5,5 % (+5,5)
  • FDP: 4,9 % (+1,0)
  • Übrige: 6,6 % (–0,8)

Aktuelle Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fuhlsbüttler Straße

Rund um die Einkaufsstraße Fuhlsbüttler Straße und den U/S- bzw. Bus-Bahnhof Barmbek ist der Stadtteil Barmbek-Nord im Juli 2005 vom Senat zum Sanierungsgebiet erklärt worden. Voruntersuchungen hatten ergeben, dass der südliche Teil der Fuhlsbüttler Straße Potential für eine städtebauliche Neugestaltung bietet.

Hierzu gehört die beabsichtigte Einrichtung einer neuen Fläche für den Wochenmarkt. Angeschoben wurden die Bemühungen vom Bürgerhaus Barmbek und der Auferstehungskirche Barmbek. Angefangen mit der Wunschbaumaktion hatten die Organisationen die Barmbeker befragt, was im Stadtteil besser werden solle. Seit Beginn der Aktion findet in regelmäßigen Abständen das Stadtteilgespräch statt.

Der Bahnhof Barmbek wird seit 2009 umgebaut. Der ursprünglich nördlich der Gleise vorhandene Busbahnhof aus den 1960er Jahren wurde 2011 aufgegeben und durch Bushaltestellen direkt am Bahnhof in den Straßen Wiesendamm und Krüsistraße ersetzt. Die Arbeiten im Bahnhof selbst dauern im Teil der S-Bahn nach jahrelangen Bauverzögerungen der Deutschen Bahn nach wie vor an. Im Teil der U-Bahn sind sie bereits weitgehend abgeschlossen.

Auf der Fläche des ehemaligen Busbahnhofes am Bahnhof Barmbek wird nunmehr ein 15-stöckiges Bürogebäude errichtet. Das direkt östlich anschließende Kaufhaus wurde nach langem Leerstand infolge der Insolvenz der Hertie-Kette abgerissen. Hier soll ein neues Geschäftshaus als Eingang zur Fuhlsbüttler Straße entstehen. Dieser Straßenzug wird 2015 neu gestaltet und erhält insbesondere mehr Flächen für Fußgänger und Radfahrer. Angrenzende einzelne Flachbauten aus der Nachkriegszeit sollen durch höhere Gebäude ersetzt werden. Baulücken in der Umgebung, beispielsweise entlang der Drosselstraße, sind zur Schließung vorgesehen, durch die insbesondere Flächen für den Wohnungsbau genutzt werden sollen.

Am östlichen Stadtteilrand ist östlich der Steilshooper Straße ein umfassendes Neubaugebiet mit etwa 700 Wohnungen geplant. Hier wird die Fläche umfassend neu geordnet, was insbesondere Gewerbe-, Sport- und Kleingartenflächen betrifft.

Unmittelbar hinter der westlichen Grenze Barmbeks, zwischen S-Bahnstrecke und Stadtpark, sind weitere Groß-Bauprojekte auf Kleingartenflächen geplant, die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs Barmbek wird bereits mit Wohnungen bebaut. Diese Gebiete liegen bereits in Winterhude.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie an der Maurienstraße entstand 1998 das Museum der Arbeit, das vor allem zeigt, wie sich Arbeit in den letzten 150 Jahren gewandelt hat. Dabei stehen Ausschnitte aus dem für Hamburg typischen Bereichen der Arbeitswelt im Vordergrund (Druck- oder Fischindustrie, Kontor- und Hafenarbeit). Das Museum bietet mit großer Unterstützung durch seinen Trägerverein Kurse an, um alte Arbeitstechniken wie das Goldschmieden oder Drucken zu erlernen. Im Hof des Museums hat das Schneidrad des Elbtunnelbohrers TRUDE (TiefRunterUnterDieElbe), mit dem die vierte Elbtunnelröhre gebohrt wurde, sein neues Zuhause gefunden. Ort und Finanzaufwand für die Aktion waren in Barmbek umstritten.

Ehemaliges Eingangsportal von Margarine-Voss; im Hintergrund die Hauptverwaltung der Techniker Krankenkasse

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Heinrich Dreckmann 1901 bis 1903 erbaute Mietwohnungen in der Bramfelder Straße 106 und 108.

Bauten aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg sind in Barmbek-Nord heute kaum vorhanden. Einerseits war die großflächige Bebauung vor 1890 erst bis zur heutigen Hellbrookstraße fortgeschritten, andererseits wurden die meisten der im Zweiten Weltkrieg zerstörten, Fuhlsbüttler Straße und Steilshooper Straße sind aber auch noch einzelne Altbauten erhalten geblieben. Beispielhaft sowohl für Erhalt als auch Zerstörung sind die von Heinrich Dreckmann 1901 bis 1903 eingeschossige Häuserzeilen in der Bramfelder Straße 100 bis 108, vor die einige Jahre später Vorderhäuser gestellt wurden, so dass die typischen Hamburger Wohnterrassen entstanden.[8] Von dieser Bebauung sind lediglich noch die beiden Vorderhäuser Bramfelder Straße 106 und 108 erhalten. Im Vorderhaus Nummer 108 wurde eine Schmiede eingerichtet.[10]. Heute befindet sich dort eine Klempnerei.

Barmbek-Nord ist heute überwiegend von Backsteinarchitektur geprägt. Die Bandbreite an Gestaltung wie an Qualität ist dabei recht groß. Auch namhafte Architekten wie Karl Schneider und Friedrich Richard Ostermeyer haben Wohnhäuser für diesen Stadtteil entworfen, der durch eine schnelle Verkehrsanbindung durch die U-Bahn zunehmend an Beliebtheit in der Arbeiterklasse gewannen. Ostermeyer schuf den Adolf-von-Elm-Hof an der Fuhlsbüttler Straße, neben dem Block am Bendixensweg eines der frühen Zeugnisse des Neuen Bauens.

Fritz Schumacher hat mehrere Schulgebäude und die Polizeiwache am Hartzlohplatz für das Viertel entworfen.

Die Umgestaltungsmaßnahmen der ehemaligen Gummihartwarenfabrik zum Museum der Arbeit haben zu einer Belebung des südlichen Bahnhofsbereichs der S- und U-Bahn-Haltestelle Barmbek geführt. Die städtische Hamburger Wohnungsbaugesellschaft SAGA und die GWG restaurierten ehemalige Fabrikteile und errichteten im Hof des Museums am Osterbekkanal ihre Hauptverwaltungen.

Rundbunker am Barmbeker Bahnhof

In unmittelbarer Nähe zum Museum der Arbeit, gegenüber dem südlichen Ausgang des Bahnhofs, steht ein Rundbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Bunker der Bauart „Zombeck“ wurde 1939 errichtet und steht seit 2003 unter Denkmalschutz.[11]

An der Straßenecke Habichtstraße/Bramfelder Straße steht der von Henry Grell und Peter Pruter entworfene denkmalgeschützte Eingangsbereich der ehemaligen Margarinefabrik Vossin jedem Haus die gute Voss –, der heute Teil der Hauptverwaltung der Techniker Krankenkasse ist. Mit dem Rinderkopf und den beiden Mitarbeiterfiguren links und rechts der Eingangstür wurden große Bedeutung der Margarineproduktion für die Belieferung der Bevölkerung mit preiswerten Verzehrfetten symbolisiert.[12] Auf dem ehemaligen Fabrikgelände wurde von 1985 bis 1989 nach Plänen von Heinz Graaf und Peter P. Schweger die architektonisch interessante Hauptverwaltung der Techniker Krankenkasse errichtet.

Im Norden des Stadtteils befindet sich das Gebiet des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses Barmbek. Nachdem auf dem nördlichen Teils des Geländes die Asklepios Klinik Barmbek neu errichtet wurde, entstand auf dem südlichen Teil das Quartier 21.[13] Dabei werden teilweise die alten Pavillon-Häuser des 1913 eröffneten Krankenhauses in Wohnraum umgestaltet, teilweise werden auch neue Bauvorhaben realisiert, wie etwa das Hochtief-Haus an der Fuhlsbüttler Straße, in welchem der Baukonzern im Frühjahr 2012 seine Hamburg-Niederlassungen zusammengeführt hat. Einen markanten Baukörper stellt der Wasserturm Hamburg-Barmbek dar, der bis 2014 revitalisiert werden soll.

Grünanlage im ehemaligen Wendebecken, rechts sind die Hallen des alten Standortes der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt zu sehen

Parks und Grünanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Wendebecken der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt ist 2004 zu einer Grünanlage umgewandelt worden. In den Jahren zuvor hatte es politischen Streit um eine dort angesiedelte Bauwagenkolonie gegeben. Während sich FDP und GAL für einen Verbleib der Bauwagenbewohner ausgesprochen hatten, forderten SPD (um die von ihr versprochene Parkanlage zu schaffen), CDU und Partei Rechtsstaatlicher Offensive (jeweils aus grundsätzlicher Gegnerschaft zu Bauwagenplätzen) eine Räumung nach Auslaufen des Vertrages 2004 und konnten sich – unterstützt von einem Bürgerbegehren – damit auch durchsetzen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Sportvereine in Barmbek-Nord sind der HSV Barmbek-Uhlenhorst, kurz BU genannt und der SC Urania Hamburg, sowie der Barmbeker Kraftsportverein Goliath. Die Fußballer von BU spielten in der Saison 1974/75 sogar in der zweiten Fußball-Bundesliga. Urania ist besonders im Tischtennis erfolgreich, die erste Damen-Mannschaft in dieser Sportart spielt in der Regionalliga Nord. Beide Vereine bieten aber auch fast alle anderen gängigen Sportarten an.

Daneben gibt es noch einige kleinere Sportvereine im Stadtteil, die sich auf einzelne Sparten beschränken. Ebenfalls im Stadtteil aktiv ist die Hamburger Turngesellschaft Barmbeck-Uhlenhorst e. V. von 1876, die an sich im Stadtteil Barmbek-Süd ansässig ist.

Der BKSV Goliath ist der älteste Sportverein in Barmbek. Er existiert bereits seit 1903. Anfang des 20. Jahrhunderts standen tatsächlich Gewichtheben, Steinweitwurf, Ringen und Rasensport im Vordergrund. Heute widmet sich der Verein hauptsächlich den Kampfkünsten. Aikido, Judo, TaiChi und Qigong, Bartitsu, Selbstverteidigung und Fechten können dort erlernt und aktiv betrieben werden.

Sonstige Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Haus der Jugend am Wittenkamp befindet sich das Pfadfinderheim des Stammes Chersonisos aus dem Pfadfinderbund Nord. Im Gemeindehaus der Auferstehungskirche im Tieloh befindet sich der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, Stamm Astrid Lindgren.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis weit in das 19. Jahrhundert war Barmbek ein typisches Bauerndorf mit entsprechender Wirtschaftsstruktur, wobei im kaum besiedelten Barmbeker Norden fast ausschließlich Äcker und Wiesen für landwirtschaftliche Zwecke vorhanden waren.

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet des heutigen Bahnhofes Barmbek eine Windmühle errichtet, die 1888 ebenfalls dem Feuer zum Opfer fiel und dann als Dampfmühle in Barmbek-Nord neu errichtet wurde (dort befindet sich heute ein Fachhandel für Dach- und Fassadenbedarf).[14]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil wird von Süd nach Nord von der Bramfelder Straße durchzogen, einem Teil des alten Handelsweges, der von Hamburg über die Mundsburg und Barmbek weiter nach Norden führt und über Bergstedt, Bargteheide und Bad Oldesloe schließlich Lübeck erreicht.[15] Bis 2005 war sie Teil der Bundesstraße 434 und auch heute ist sie noch die Magistrale des Stadtteils. Von der Bramfelder Straße gehen mit der Steilshooper Straße und der Fuhlsbütteler Straße direkt nördlich der Osterbek zwei Straßen fächerförmig nach Nordwesten ab, die nicht nur Barmbek-Nord mit den beiden namensgebenden Stadtteilen verbinden sondern auch Haupterschließungsstraßen der Wohngebiete sind. Nördlich des Bahnhofes Barmbek kreuzt mit dem von Osten kommenden Straßenzug Krausestraße/Drosselstraße/Rübenkamp eine weitere wichtige Erschließungsstraße die Bramfelder Straße. Den Norden des Stadtteils zerschneidet von Winterhude aus nach Dulsberg führend mit dem Ring 2 (Straßenzug Lauensteinstraße/Barmbeker-Ring-Brücke/Habichtstraße) der mittlere der drei Hamburger Straßenhalbringe den Stadtteil.

Der Mittelpunkt des ÖPNV-Angebots im Stadtteil ist der Bahnhof Barmbek, der von der U-Bahn-Linie 3, den S-Bahn-Linien 1 und 11 und vielen Buslinien bedient wird. Auch die S-Bahn-Haltestellen Rübenkamp und Alte Wöhr sowie die U-Bahn-Haltestelle Habichtstraße liegen im Stadtteil. Die U-Bahnhöfe Saarlandstraße und Alter Teichweg liegen unmittelbar hinter den Grenzen zu den Nachbarstadtteilen Winterhude bzw. Dulsberg.

Das Stationsgebäude Rübenkamp, 1913 nach Plänen von Ernst Schmidt erbaut, wurde nach Aufgabe durch die Bundesbahn 1985 vom Verein Unser Bahnhof e. V. erworben und wiederhergestellt.

Hauptartikel: Bahnhof Hamburg Rübenkamp

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barmbek-Nord ist Sitz der Zentralen mehrerer Großunternehmen, darunter der Hauptverwaltung der Techniker Krankenkasse an der Bramfelder Straße/Habichtstraße und des größten Hamburger Wohnungsunternehmens SAGA GWG am Osterbekkanal. Unmittelbar am Barmbeker Bahnhof entsteht bis 2016 die neue Hauptverwaltung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft.


Kooperative Gesamtschule Benzenbergweg
Standort Langenfort der Stadtteilschule Helmuth Hübener

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barmbek-Nord ist als Schulstandort gut ausgebaut. Mit dem Margaretha-Rothe-Gymnasium, der kooperativen Gesamtschule Benzenbergweg, den Haupt- und Realschulen Tieloh und Fraenkelstraße (jeweils mit Grundschulabteilung) und mehreren reinen Grundschulen sind alle Schulformen im Stadtteil vertreten. Neben diesen staatlichen Schulen gibt es mit der Franz-von-Assisi-Schule auch eine römisch-katholische Grundschule im Stadtteil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Timon Hoppe, Stefan Brauckmann: Nord Barmbeck – Barmbek-Nord. Analyse eines zentrumsnahen Quartiers im aktuellen Strukturwandel. Norderstedt 2009 ISBN 3837099547

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Barmbek-Nord – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Dreckmann, Von den Grenzen, in: Hans Dreckmann / Henny Wiepking / Walter Lüdemann: Barmbek.Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seite 18 ff.
  2. Hans Dreckmann, Die Verkoppelung, in: Dreckmann / Wiepking / Lüdemann: Barmbek. a.a.O., Seite 34 f.
  3. a b Hans Dreckmann, Aufteilung der Gemeinweide, in: Dreckmann / Wiepking / Lüdemann: Barmbek. a.a.O., Seite 38.
  4. a b c Die Eigentümer der Barmbeker Bauernhöfe und der Verbleib des Hufenlandes, in: Dreckmann / Wiepking / Lüdemann: Barmbek. a.a.O., Seiten 39 ff.
  5. Johann Delekta, Habichthof – Eine Perle in der Krone der Familie Dreckmann, in: Der Barmbeker. Mitteilungsblatt für Barmbek • Bezirk Nord und Hamburg, Heft 9/2010, Seite 14 ff.
  6. Hoppe, T.: Nord Barmbeck - Barmbek-Nord S. 193
  7. „Von Barmbeker Bauerngeschlechtern – Ein Besuch bei Hinrich Lembcke von zwanzig Jahren“, in: Der Barmbeker, Zeitschrift des Bürgervereins zu Barmbek von 1859 r.V., Heft Oktober 1956.
  8. a b Dieter Thiele, Leben auf dem Habichthof – eine Barmbeker Bauernfamilie zwischen Stadt und Land 1890-1914, Hrsg. von der Geschichtswerkstatt Barmbek, Hamburg 2005.
  9. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=7&typ=4&stimme=1&gID=5&gTyp=2
  10. Hans Dreckmann, Die Einzelgrundstücke vor 1830, in: Hans Dreckmann / Henny Wiepking / Walter Lüdemann: Barmbek. a.a.O., Seiten 86 ff.
  11. Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg, Stand 13. April 2010 (Pdf; 915 kB) (Memento vom 27. Juni 2011 im Internet Archive) (PDF; 915 kB), Stand 23. März 2009, Denkmalschutzamt in der Behörde für Kultur, Sport und Medien, S. 209, Denkmallisten-Nr. 1368. Position: 53° 35′ 12″ N, 10° 2′ 42″ O
  12. Hermann Hipp, Freie und Hansestadt Hamburg, Geschichte, Kultur und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, DuMont Buchverlag, Köln 1990, S. 444, ISBN 3-7701-1590-2.
  13. Informationen zum Quartier 21 auf der Seite des Bezirks Hamburg-Nord. Abgerufen am 19. Februar 2016.
  14. Hans Dreckmann, Mühlen in Barmbek, in: Dreckmann / Wiepking / Lüdemann: Barmbek. a.a.O., Seite 16 f.
  15. Gustav Bolland, Die Bramfelder Brücke in Barmbek, in: Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter, Jahrgang 1970, Heft 8, Seiten 217−227.
  16. Almut Nitzsche: Angela Merkel. In: FemBio. FemBio Frauen-Biographieforschung e. V., Januar 2007, abgerufen am 11. Juli 2010.