Belaruskaja tschyhunka

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Kyrillisch (Weißrussisch)
Беларуская чыгунка
Łacinka: Biełaruskaja čyhunka
Transl.: Belaruskaja čyhunka
Transkr.: Belaruskaja tschyhunka
Kyrillisch (Russisch)
Белорусская железная дорога
Transl.: Belorusskaja železnaja doroga
Transkr.: Belorusskaja schelesnaja doroga
Eisenbahn-Karte
HistBCh.gif

Belaruskaja tschyhunka (BTsch bzw. BC) oder (russisch) Belorusskaja schelesnaja doroga ist die weißrussische Eisenbahngesellschaft. Zentrum des Schienennetzes der Belaruskaja Tschyhunka ist der zentrale Minsker Personenbahnhof Minsk Passaschyrski beziehungsweise - für den Güterverkehr - der Rangierbahnhof Minsk Sartaval'ny.

Organisation[Bearbeiten]

Stadler FLIRT in Minsk

Die Belaruskaja tschyhunka entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion als Nachfolger der Sowjetischen Eisenbahnen auf dem weißrussischen Staatsgebiet. Als Staatsbetrieb ist die BTsch dem Weißrussischen Verkehrsministerium unterstellt. Präsident der Gesellschaft ist Wladimir Scherelo.

Betrieb[Bearbeiten]

Streckennetz[Bearbeiten]

Das Eisenbahnnetz in Weißrussland hat bis auf wenige Ausnahmen die aus Zeiten der russischen und sowjetischen Herrschaft übernommene russische Standardspurweite 1520 mm und wird von der Staatsbahn BTsch betrieben. Große Teile des Netzes sind mit 25 kV 50 Hz elektrifiziert. Neben dem auf Hauptstrecken dichten Güterverkehr verkehren reservierungspflichtige Fernzüge und reservierungsfreie Vorortzüge.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Der Fahrzeugpark ist bis heute weitgehend sowjetischen Ursprungs. Es werden insbesondere Diesellokomotiven russischer und ukrainischer Produktion (Lokomotivfabrik Kolomna) sowie die auch in Russland häufigen ursprünglich tschechoslowakischen Elektrolokomotiven eingesetzt. Im Vorort- und Regionalverkehr sind neben Elektrotriebwagen („Elektritschka“) auch Dieseltriebwagengarnituren anzutreffen. Waggons sind häufig aus DDR-Produktion und entsprechen dem sowjetischen Standardmodell.

wichtige Bahnhöfe[Bearbeiten]

Nationaler Verkehr[Bearbeiten]

Das nationale Schienennetz besitzt eine sternförmige Ausrichtung zur zentral gelegenen Hauptstadt Minsk. Periphere Eckpunkte sind Hrodna, Brest, Homel, Mahiljou, Orscha und Wizebsk. Zur Erschließung der großstädtischen Agglomerationen beispielsweise in Minsk gibt es S-Bahn-ähnliche Vorortzugsysteme ("Elektritschka"). Die Eisenbahn ist wichtiger Träger des inländischen Güterverkehrs. Es gibt Bemühungen, sowohl das Schienennetz als auch den Fahrzeugpark zu modernisieren.

Internationaler Verkehr[Bearbeiten]

Weißrussland ist ein wichtiges Transitland. Die internationalen, das Land durchquerenden Strecken verlaufen hauptsächlich in Nordost-Südwest-Richtung. Am bedeutsamsten ist die Verbindung von Warschau (Polen) über Brest–Minsk–Orscha nach SmolenskMoskau und PragKattowitzMinskMoskau Vltava (Russland) beziehungsweise WizebskSankt Petersburg (Russland). Wichtig ist daneben auch die Verbindung VilniusMinskHomel/Kiew sowie von Vilnius über Baranawitschy nach Riwne (Ukraine). Die meisten Züge zwischen dem Gebiet Kaliningrad und dem russischen Mutterland verkehren ebenfalls über weißrussisches Gebiet. An den Grenzbahnhöfen Brest und Hrodna (Richtung Polen) gibt es Umspuranlagen für Reisezugwagen, wo Drehgestelle und Kupplungen getauscht werden können.

Schienenkreuzfahrten[Bearbeiten]

Die Belaruskaja Tschyhunka betreibt einen Luxuszug für Schienenkreuzfahrten in Ost- und Nordosteuropa unter dem Namen Bellaruss-Courier.

Weblinks[Bearbeiten]