Pyrbaum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pyrbaum
Pyrbaum
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pyrbaum hervorgehoben
49.29833333333311.289444444444438Koordinaten: 49° 18′ N, 11° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 438 m ü. NHN
Fläche: 50,28 km²
Einwohner: 5653 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90602
Vorwahl: 09180
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 156
Marktgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
90602 Pyrbaum
Webpräsenz: www.pyrbaum.de
Bürgermeister: Guido Belzl (Christliche Freie Wähler)
Lage des Marktes Pyrbaum im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
Pilsach Velburg Neumarkt in der Oberpfalz Seubersdorf in der Oberpfalz Sengenthal Pyrbaum Postbauer-Heng Parsberg Mühlhausen (Oberpfalz) Lupburg Lauterhofen Hohenfels (Oberpfalz) Freystadt Dietfurt an der Altmühl Deining Breitenbrunn (Oberpfalz) Berngau Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz Berching Nürnberg Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Roth Landkreis Schwandorf Landkreis Regensburg Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Kelheim Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Ortskern mit Rathaus

Pyrbaum ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz.

Auch das Tor zur Oberpfalz genannt, war Pyrbaum die erste Gemeinde Bayerns, die bereits am 1. Oktober 1970 den Abschluss der Gemeindegebietsreform herbeigeführt hat. Von Pyrbaum wird oft als Gemeinde mit dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Bayerns gesprochen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt Pyrbaum liegt als westlichste Gemeinde des Regierungsbezirks der Oberpfalz 20 km südöstlich der Stadt Nürnberg und ist größtenteils von Wald bedeckt. Als einzige Gemeinde der Oberpfalz gehört sie zur Region Franken. Der Ort Pyrbaum liegt auf einer Anhöhe. Der Ortsteil Neumühle ist der westlichste Punkt der Oberpfalz.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Pyrbaum gehören 14 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Oberhembach, Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Faustkeilfund bei Rengersricht zeigt, dass schon in der Jungsteinzeit Jäger und Sammler die Gegend durchstreiften. Eine keltische Siedlung in Pruppach aus der Antike ist durch Überreste einer Keltenschanze auf dem Burgstall belegt.

Der Ort Pyrbaum wird 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und gilt als ältester Ort der heutigen Gemeinde Pyrbaum. Von 1346 bis zu deren Aussterben 1740 wurde Pyrbaum vom Geschlecht derer von Wolfstein beherrscht. Wilhelm von Wolfstein erbaute 1493 in Pyrbaum ein Schloss. Um 1510 erfolgte der Bau der Pfarrkirche zu Ehren St. Georg, in derselben Zeit der Bau der Gottesackerkapelle mit einem Flügelaltar. Um 1540 ließen die Wolfsteiner, die inzwischen den neuen Glauben angenommen hatten, in Pyrbaum die Reformation durchführen;[3] 1561 wurde diese abgeschlossen, die letzten Katholiken verließen den Ort. Im Dreißigjährigen Krieg wird das Gemeindegebiet stark in Mitleidenschaft gezogen.

1740 kam Pyrbaum nach dem Erlöschen der Wolfsteiner an Bayern. Mithilfe des Kapuzinerordens wurde Pyrbaum rekatholiziert; der Bau des Kapuzinerhospizes erfolgte 1760. Vier Jahre zuvor war der erste katholische Lehrer angestellt worden. 1802 wurde das Kloster aufgehoben und die Pfarrei an Weltpriester übergeben. 1853 brannte das Schloss ab, nicht aber die Kapelle, die 1880/81 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Diese Kirche brannte am Pfingstmontag 1899 ab. Im Jahr darauf erfolgte ein Neubau, der am 20.  Januar 1901 benediziert wurde.[4]

1923 bekam die Gemeinde elektrischen Strom, ab 1954 Zug um Zug eine zentrale Wasserversorgung.[5]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die Gemeinden Pyrbaum, Oberhembach, Rengersricht und Seligenporten. Diese wurden am 1. Oktober 1970 zur Gemeinde Pyrbaum zusammengefasst.[6]

Politik[Bearbeiten]

Rathaus des Marktes

Marktgemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 wie folgt zusammen:

  • CSU 7 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • Grüne 1 Sitz
  • Freie Wähler 4 Sitze
  • Christlich Freie Wähler Seligenporten-Rengersricht 3 Sitze
  • Freie Wähler Schwarzach 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 16. März 2014 wurde Guido Belzl (CFW) mit 81,4 % zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde wiedergewählt. Auf seine Gegenkandidatin Monika Werft (GRÜNE) entfielen 18,6 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein bewurzelter grüner Birnbaum mit goldenen Früchten. Das Wappen ist seit 1527 bekannt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 29. Oktober 1988 besteht eine Partnerschaft mit der ungarischen Gemeinde Csákvár, mit deren Nachbargemeinde Vértesboglár seit dem 31. Juli 1991.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ev. Pfarrkirche St. Georg

Im Ortsteil Seligenporten befindet sich das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Seligenporten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Pyrbaum

Parks[Bearbeiten]

  • Tiergehege Faberhof

Sport[Bearbeiten]

  • HSG Pyrbaum/Seligenporten: Handball (1981 und 1992 Bayerischer Meister)
  • SV Seligenporten: Fußball (zurzeit Regionalliga Bayern)
  • Schützengilde 1876 Pyrbaum e. V.
  • Reit- und Fahrverein Seligenportener Klosterreiter e.V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

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  • Königsschießen der Schützengilde Pyrbaum
  • Saufeier der Schützengilde Pyrbaum
  • Wolfsteiner Fest
  • Pyrbaumer Weihnachtsmarkt
  • Pyrbaumer Pfingstkirchweih
  • Pyrbaumer Brunnenfest
  • Ball des Marktes
  • Adventskonzert in der Kosterkirche Seligenporten
  • Seligenportener Klosterhoffest
  • Seligenportener Kirchweih
  • Seligenportener Starkbierfest
  • Seligenportener Oldtimertreffen
  • Seligenportener Blues im Dorf
  • Kunst im Dorf Oberhembach
  • Grillfest der Stützpunktwehr Pyrbaum
  • Backofenfest Schwarzach (OGV)
  • Schwarzacher Kirchweih (jährlich am letzten Wochenende im September)

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Pyrbaumer Gewürzbrot
  • Pyrbaumer Sauwetter-Tee
  • Seligenportener Klosterbier und Klostergold (Schnaps) der Brauerei Feihl
  • Schwarzacher Kirwaschnaps

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Markt Pyrbaum ist geprägt durch den starken Einfluss aus dem angrenzenden Großraum Nürnberg–Fürth–Erlangen, in dem viele Pyrbaumer Bürger ihren Arbeitsplatz haben. Doch auch in der Gemeinde selbst gibt es leistungsfähige Betriebe, insbesondere in der Metallbearbeitung, im Maschinenbau, der Druck- und Klebetechnik, der Elektrotechnik sowie im Glasbau. In Pyrbaum steht der Bevölkerung eine Mehrzweckhalle für sportliche, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen zur Verfügung. Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dem Ort eine Grundschule, zwei Kindergärten, eine Bücherei, eine Apotheke sowie Allgemein-, Zahn- und Tierärzte, in Seligenporten einen Kindergarten, eine weitere Grundschule und je einen Zahn- und Tierarzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Markt Pyrbaum ist über Kreisstraßen und die Staatsstraße 2402 an das überörtliche Verkehrsnetz angebunden. Zur Anschlussstelle Allersberg der BAB München–Nürnberg (A 9) sind es vom Ortsteil Seligenporten ca. 5 km, zur Anschlussstelle Neumarkt der BAB Nürnberg–Regensburg (A 3) sind es von den Ortsteilen Pyrbaum und Seligenporten jeweils ca. 18 km. Die Entfernung zur Bundesstraße 8 beträgt 5 km. Über die Kreisstraße NM 17 und die Staatsstraße 2225 erreicht man in 25 Minuten Nürnberg.

Bis 1973 hatten Pyrbaum, Rengersricht und Seligenporten Haltestellen an der seither stillgelegten und inzwischen abgebauten Nebenbahnstrecke Burgthann–Allersberg.


Medien[Bearbeiten]

  • Mitteilungsblatt für den Markt Pyrbaum

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Gemeindebücherei Pyrbaum
  • Gemeindearchiv Pyrbaum

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Maximilian Krafft (1889–1972), Mathematiker

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek online
  3. Buchner II, S. 428
  4. Buchner II, S. 428-430
  5. Infobroschüre der Marktgemeinde Pyrbaum (PDF-Datei)
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 533

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pyrbaum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien