Westfalenbank

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Koordinaten: 51° 28′ 47″ N, 7° 13′ 4″ O

Westfalenbank AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1921
Auflösung 2010
Sitz Bochum, Deutschland
Mitarbeiter 250 (2005)
Branche Bank
Website www.westfalenbank.de

Die Westfalenbank AG (BLZ 430 200 00) war eine Bochumer Bank, die 1921 von mehreren Industrieunternehmen des Ruhrgebietes (Bergbau-Aktiengesellschaft „Lothringen“, Essener Steinkohlenbergwerke AG und Maschinenfabrik Henschel & Sohn AG) als Konzernbank gegründet wurde, um nicht von den Berliner Großbanken abhängig zu werden. Das Konsortium Henschel-Lothringen-Essener Steinkohle-Vereinigung kaufte die 1903 gegründete Harzer Bank AG in Osterode von der Privat- und Commerzbank und verlegte den Sitz nach Bochum.

Ihren Aufschwung erlebte die Westfalenbank in den 1950er Jahren, in denen sie die Hausbank etlicher Ruhrgebietskonzerne war. Bereits in der Kohlekrise der 1960er Jahre geriet auch die Westfalenbank in Schwierigkeiten. Als der Chemiekonzern BASF in den 1970er Jahren die Wintershall AG übernahm, wurde BASF zum Mehrheitsaktionär und verkaufte mangels Interesse die Bankanteile an die Bayrische Hypotheken- und Wechselbank AG weiter, die ihrerseits später in der HypoVereinsbank aufging.

1992 wurde das Vorstandsmitglied Dieter Pöhlmann entlassen, da er den Immobilienspekulanten Naftoli Gelerman, Hary Broch und Menachem Grünbaum zu großzügige Kredite genehmigt hatte. Diese hatten nach fallenden Immobilienpreisen Insolvenz anmelden müssen und damit der Westfalenbank einen empfindlichen finanziellen Schaden zugefügt.[1]

Da mehrere Großkunden der Westfalenbank in Schwierigkeiten gerieten, wurde sie im Jahr 2002 an die Düsseldorfer Falke-Bank AG verkauft. Da die Falke-Bank ihrerseits aber vor dem Ruin stand, kaufte die HypoVereinsbank die Westfalenbank am 24. Mai 2004[2] wieder zurück.

Die HypoVereinsbank filetierte in den folgenden Jahren die einzelnen Bereiche der Westfalenbank: Das Asset-Management wurde vom Finanzkonzern Fortis gekauft, das Privatkundengeschäft ging wenig später an Merck Finck & Co, das Firmenkundengeschäft mit einem Kreditvolumen von rund einer Milliarde Euro blieb bei der HypoVereinsbank. Die Westfalenbank AG einschließlich des verbliebenen Restgeschäfts wurde 2006 an die US-amerikanische Crown-Gruppe verkauft, die die Bank in Crown Westfalen Bank AG umfirmierte. Zum 31. Dezember 2010 wurde der Geschäftsbetrieb der Bank schließlich eingestellt. Seitdem befindet sich die Crown Westfalen Bank AG in Liquidation.[3]

Die Gebäude der Westfalenbank an der Huestraße wurden 2008 von einem Bochumer Immobilienunternehmen gekauft und in ein Medienzentrum[4] umgebaut, in dem heute unter anderem die WAZ-Redaktion Bochum und der lokale Radiosender 98.5 Radio Bochum ansässig sind.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caspar Dohmen: Niedergang der Westfalenbank - Beerdigung auf Raten. In: Handelsblatt. 23. Januar 2006 (handelsblatt.com).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Focus Wahrheitsfindung vor Gericht vom 3. Oktober 1993
  2. Ad-hoc-Mitteilung der HypoVereinsbank in der Wirtschaftswoche
  3. Angabe auf http://www.westfalenbank.de/, abgerufen am 26. Juni 2013
  4. WAZ Bochum Medienhaus im Kortum-Karree am 16. April 2008