Bod (Rumänien)

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Bod
Brenndorf
Botfalu
Wappen von Bod (Rumänien)
Bod (Rumänien) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Brașov
Koordinaten: 45° 46′ N, 25° 39′ OKoordinaten: 45° 45′ 50″ N, 25° 38′ 30″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 506 m
Fläche: 33,56 km²
Einwohner: 3.994 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 507015
Telefonvorwahl: (+40) 02 68
Kfz-Kennzeichen: BV
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Bod, Colonia Bod
Bürgermeister: Sergiu Arsene (unabh.)
Postanschrift: Str. Școlii, nr. 139
loc. Bod, jud. Brașov, RO–507015

Bod (deutsch Brenndorf, ungarisch Botfalu) ist eine Gemeinde in Siebenbürgen, Rumänien.

Der Ort ist auch unter den deutschen Bezeichnungen Bringendorf oder Brignendorf und der ungarischen Botfalva bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der gemeinde Bod im Kreis Brașov

Die Gemeinde Bod liegt im Burzenland im Nordosten des Kreises Brașov. Der Ort liegt an der Kreisstraße (drum județean) DJ 103, 15 Kilometer nördlich von der Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt), zwei Kilometer von der Nationalstraße DN 13, entfernt. Des Weiteren liegt die Gemeinde an der internationalen, elektrifizierten Bahnstrecke Teiuș–Brașov.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Wappen von Brenndorf

Archäologische Funde weisen darauf hin, dass die Gegend um die Ortschaft bereits in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein dürfte.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1386 nach der Ansiedelung der Siebenbürger Sachsen, die Brenndorf jahrhundertelang nachhaltig prägen sollten.

Durch die geografische Lage des Ortes war die Gemeinde seit jeher von aus dem Süden und Osten einfallenden Eroberungs- und Plünderungszügen bedroht.[3]

Während des Zweiten Weltkrieges kam es aufgrund der Sendeanlage zu erheblichen Kämpfen.

Im Jahre 2009 wurden noch 65 Mitglieder der evangelischen Gemeinde gezählt (Siebenbürger Sachsen).[4]

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Bod:

Volkszählung Ethnie
Jahr Einwohner Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1850 1.933 539 - 1.258 136
1920 2.393 920 100 1.369 4
1956 3.892 2.140 638 1.075 39
1977 5.082 3.297 837 919 29
2002 3.927 3.291 469 64 103
2011 3.994 3.373 322 42 257 (Roma 16)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1977, gleichzeitig die der Rumänen und der Magyaren ermittelt. Die höchste Bevölkerungszahl der Rumäniendeutschen (1.406) wurde 1930 und die der Roma (136) 1850 registriert. Fast bei jeder Aufnahme bekannten sich einer bis drei Menschen als Ukrainer, Serben oder Slowaken.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Eisenbahnlinie von Kronstadt nach Budapest errichtet, wodurch sich auch für Brenndorf neue Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entfaltung ergaben.

Die 1889 gegründete Zuckerfabrik ist das markanteste Unternehmen der Gemeinde. Aus der Zeit der Gründung stammt auch die Katastralgemeinde „Colonia Bod“.

1933/34 wurde der Langwellensender Bod in Betrieb genommen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der rumänienweite Kälterekord wurde hier im Januar 1942 registriert (−38,5 °C).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Kirche aus dem 14. Jahrhundert
  • Lang- und Mittelwellensendeanlage von Bod (errichtet 1933/34), weithin sichtbar

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Bod bei arcanum.hu (ungarisch)
  3. Historisches über die Entwicklung von Brenndorf auf www.siebenbuerger.de
  4. Dieter Drotleff: Pfarrer, Kuratoren, Seelenzahlen. In: Allgemeine Deutsche Zeitung. Beilage: Karpatenrundschau, 4. März 2010, S. 3.
  5. E. Varga: Statistik der Einwohnerzahlen nach Ethnie im Kreis Brașov laut Volkszählungen von 1850–2002 (ungarisch; PDF; 512 kB)
  6. Bericht über Damasus Dürr bei siebenbuerger.de
  7. Franz Heinz: Malerei und Grafik von Reinhardt Schuster in Bern am 9. September 2012 bei siebenbuerger.de