Voila (Brașov)

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Voila
Wolldorf
Vojlea
Voila (Brașov) führt kein Wappen
Voila (Brașov) (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Brașov
Koordinaten: 45° 49′ N, 24° 50′ OKoordinaten: 45° 49′ 4″ N, 24° 50′ 26″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 420 m
Fläche: 86,42 km²
Einwohner: 2.660 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner je km²
Postleitzahl: 507260
Telefonvorwahl: (+40) 02 68
Kfz-Kennzeichen: BV
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Voila, Cincșor, Dridif, Ludișor, Sâmbăta de Jos, Voivodeni,
Bürgermeister: Gheorghe-Marian Osalciuc (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 124
loc. Voila, jud. Brașov, RO–507260

Voila (deutsch Wolldorf, ungarisch Vojlea)[2] ist eine Gemeinde im Kreis Brașov, in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Voila im Kreis Brașov

Die Gemeinde Voila liegt im Süden des Siebenbürgischen Beckens in den Nordausläufern der Fogarascher Berge (Munții Făgăraș). Im Westen des Kreises Brașov an der Mündung des Baches Breaza in den Olt (Alt), an der Bahnstrecke Avrig–Făgăraș und an der Europastraße 68 liegt der Ort Voila elf Kilometer westlich von der Stadt Făgăraș (Fogarasch); die Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) befindet sich etwa 75 Kilometer südöstlich von Voila entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Voila wurde erstmals 1231 urkundlich erwähnt.[3] Eine Besiedlung der Region deutet nach archäologischen Funden auf dem Areal des eingemeindeten Dorfes Cincșor (Kleinschenk) jedoch in die Frühbronzezeit zurück.[4] Im Königreich Ungarn befand sich die Gemeinde Voila im Fogarascher Komitat.

Bis 2003 gehörte auch die heutige Gemeinde Sâmbăta de Sus (Ober-Mühlendorf) zur Gemeinde Voila.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 5.717 4.921 22 582 192
1910 6.860 5.788 348 629 97
1941 6.377 5.474 51 587 265
1977 6.168 5.588 33 381 166
1992 4.794 4.254 48 91 401
2002 4.618 4.186 30 40 362
2011 2.660 2.303 18 8 331 (170 Roma)

Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde auf dem Gebiet der Gemeinde Voila die höchste Einwohnerzahl – gleichzeitig die der Rumänen und die der Magyaren – 1910 registriert. Die höchste Zahl der Rumäniendeutsche (667) wurde 1880 und die der Roma (401) 1992 ermittelt. Des Weiteren wurden 1910 zehn Slowaken (1910 sieben und 1977 einer) und vier Ukrainer (2002 zwei), und 1930 und 1966 je ein Serbe registriert.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Dorf Cincșor (Kleinschenk) die evangelische Kirchenburg im 13. Jahrhundert errichtet, im 19. Jahrhundert erneuert, steht unter Denkmalschutz.[6]
  • Im Dorf Sâmbăta de Jos (Unter-Mühlendorf) das Brukenthal-Schloss, 1750 durch Samuel von Brukenthal errichtet, steht unter Denkmalschutz.[6] Das Schloss befindet sich heute in einem schlechten Bauzustand.[7] Die rumänische-orthodoxe Kirche Adormirea Maicii Domnului, nach unterschiedlichen Angaben, 1802[6] oder 1806[8] errichtet, steht unter Denkmalschutz.[6]
  • Im Dorf Voivodeni die Kirchen Adormirea Maicii Domnului im 13. Jahrhundert errichtet (eine der ältesten Steinkirchen im Fogarascher Land; im 20. Jh. erneuert)[9] und die Sf. Nicolae 1767 errichtet, stehen unter Denkmalschutz.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Voila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Karl Gottlieb von Windisch: Geographie des Großfürstenthums Siebenbürgen, Preßburg 1790
  3. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  4. Institute Of Archaeology − Cincșor abgerufen am 6. September 2015 (rumänisch)
  5. Volkszählung, letzte Aktualisierung 1. November 2008 (ungarisch; PDF; 521 kB)
  6. a b c d e Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  7. Das Brukenthal-Schloss in Sâmbăta de Jos in einem schlechten Zustand am 25. Mai 2015 bei eurourbanism.ro abgerufen am 11. September 2015 (rumänisch)
  8. Die orthodoxe Kirche in Sâmbăta de Jos bei biserici.org abgerufen am 11. September 2015 (rumänisch)
  9. Die Kirche Adormirea Maicii Domnului bei cimec.ro