Șercaia

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Șercaia
Schirkanyen
Sárkány
Wappen von Șercaia
Șercaia (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Brașov
Koordinaten: 45° 50′ N, 25° 8′ OKoordinaten: 45° 49′ 49″ N, 25° 8′ 15″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 449 m
Fläche: 92,64 km²
Einwohner: 2.822 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 507195
Telefonvorwahl: (+40) 02 68
Kfz-Kennzeichen: BV
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Șercaia, Hălmeag, Vad
Bürgermeister: Cristinel Paltin (PNL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 82
loc. Șercaia, jud. Brașov, RO–507195
Website:

Șercaia (veraltet Șerpeni oder Sărcaia; deutsch Schirkanyen, ungarisch Sárkány) ist eine Gemeinde im Kreis Brașov in der Region Siebenbürgen in Rumänien.

Der Ort ist auch unter den deutschen Bezeichnungen Schirkengen und Scharken bekannt.[2]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Șercaia im Kreis Brașov

Die Gemeinde Șercaia liegt in den Nordausläufern der Transsilvanische Alpen südlich des Flusses Olt (Alt) im historischen Burzenland. Der Ort Șercaia befindet sich am gleichnamigen Bach, am Drum național 1 – hier Teil der Europastraße 68 – und an der Bahnstrecke Brașov–Făgăraș 14 Kilometer östlich von Făgăraș (Fogarasch) und etwa 55 Kilometer nordwestlich von der Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemals von Siebenbürger Sachsen bewohnte Ort wurde erstmals 1235 als Sarcam urkundlich erwähnt. Schirkanyen grenzte seit dem Mittelalter an vier rumänische Dörfer und eine ungarische Ortschaft und war somit eine deutsche Sprachinsel.

Eine Besiedlung auf dem Areal der Gemeinde, wird im eingemeindeten Dorf Hălmeag (Halmagen) in der Jungsteinzeit als auch in der Römerzeit, bei von den Einheimischen genanntem Areal Valea Felmerului (Valea Mâții), vom Rumänischen Ministerium für Kultur und nationales Erbe vermerkt.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde Șercaia entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 3.973 1.697 1.130 965 185
1920 4.266 2.307 1.056 889 14
1966 3.756 2.394 733 541 88
2002 3.050 2.475 413 27 135
2011 2.822 2.295 291 27 209 (Roma 135)

Seit 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl 1920 ermittelt. Die höchste Einwohnerzahl der Rumänen (2394) wurde 1966, die der Magyaren (1253), die der Rumäniendeutschen 1850 und die der Roma (195) 1992 registriert.[4] Heute leben in Șercaia überwiegend Rumänen.

Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie (vor allem Schweinezucht) dominieren das Erwerbsleben in der Ortschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Kirche[5] im Gemeindezentrum, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an Stelle einer vorherigen errichtet. An die Kirche in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, steht der Kirchturm etwa sechs Meter südlich, an den das Pfarrhaus anschließt.[6] Die Kirche, der Glockenturm 1691 errichtet und 1819 erneuert und das Pfarrhaus 1839 errichtet, stehen unter Denkmalschutz,[3]
  • Im eingemeindeten Dorf Hălmeag, die turmlose evangelische Kirche[7] im 13. Jahrhundert errichtet und im 15. erneuert, steht unter Denkmalschutz,[3]
  • Im eingemeindeten Dorf Vad (Waadt), die Narzissenwiese Vad ist ein Naturschutzgebiet der Region.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexandru Ciurcu (1854–1922), Erfinder und Autor, wurde hier geboren.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Șercaia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Wörterbuch der Ortschaften aus Siebenbürgen
  3. a b c Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch).
  4. Volkszählungen 1850–2002, letzte Aktualisierung 1. November 2008 (PDF; 512 kB; ungarisch).
  5. Bild der Kirche bei siebenbuerger.de, abgerufen am 27. Februar 2019
  6. Angaben der Heimatortsgemeinschaft Schirkanyen bei siebenbuerger.de, abgerufen am 27. Februar 2019
  7. Angaben zur reformierten Kirche in Hălmeag bei biserici.org, abgerufen am 27. Februar 2019 (rumänisch).
  8. Alexandru Ciurcu bei earlyaviators.com abgerufen am 6. September 2013 (englisch)