Burg Dachsbach

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Burg Dachsbach
Wahrzeichen Dachsbachs, der Wohnturm des ehemaligen Wasserschlosses

Wahrzeichen Dachsbachs, der Wohnturm des ehemaligen Wasserschlosses

Alternativname(n): Wasserschloss Dachsbach, Hohes Haus
Entstehungszeit: 8. Jahrhundert
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Wohnturm, Teile der Ringmauer
Bauweise: Buckelquader
Ort: Dachsbach
Geographische Lage 49° 38′ 29″ N, 10° 42′ 11,8″ OKoordinaten: 49° 38′ 29″ N, 10° 42′ 11,8″ O
Höhe: 280 m ü. NHN
Burg Dachsbach (Bayern)
Burg Dachsbach

Die Burg Dachsbach ist der ehemalige Wohnturm der Wasserburg am westlichen Ortsrand von Dachsbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern.

Die Anlage wird auch Wasserschloss Dachsbach und wegen ihrer sechsstöckigen Bauweise vereinzelt Hohes Haus genannt. Sie ist eines der Wahrzeichen von Dachsbach.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Dachsbach liegt im Aischgrund auf einer Höhe von 280 m ü. NN etwa auf halbem Weg zwischen Neustadt an der Aisch und Höchstadt an der Aisch. Der erhaltene Turm ermöglicht eine vorzügliche Aussicht über die südlichen Ausläufer des Steigerwaldes. Die Hochwässer der Aisch schneiden manchmal den Weg nach Oberhöchstädt ab.[1][2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fruchtbaren und fischreichen Niederungen des Aischgrundes waren bereits zu Urzeiten dicht besiedelt. Siedlungsspuren und Bodendenkmäler des Neolithikums, der Hallstatt- und Latènezeit finden sich nur einige fußläufige Minuten flussauf- und abwärts. Das Tal war ein wichtiger Handelsweg, auf dem Waren aller Art auch geflößt und getreidelt wurden, was ab der karolingischen Zeit die Errichtung von befestigten Posten erforderte. An der Stelle der Grenzburg an der Furt durch die Aisch ist bereits 1129 ein befestigter Sitz (Festes Haus) mit dem edelfreien Heinrich von Dachsbach bezeugt. Die Wasserburg wird 1280 erstmals als „castrum“ mit ihrem pfandweisen Erwerb durch den Nürnberger Burggrafen Friedrich III. für 500 Mark Silber von Graf Ludwig von Oettingen erwähnt.[4]

Im Zuge des Bauernkrieges wurde die Burg am 9. Mai 1525 von aufständischen Bauern erobert und unter einem gewissen Herding[5] geplündert und niedergebrannt. 1553 wurde die Burg im Verlauf des Zweiten Markgrafenkrieges von den Nürnbergern eingenommen. Am 12. November 1553 wurde die Burg, um sie den Erzfeinden wieder zu entreißen, von Markgraf Albrecht Alcibiades eigenhändig geschleift, um die „Pfeffersäcke“ das Brennen zu lehren. Noch im selben Jahr wurde die Burg wieder aufgebaut[6] und direkt angrenzend ein wasserkraftgetriebenes Mühl- und Sägewerk errichtet.

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg 1632–34 zerstört und nach 1634 der Wohnturm wieder aufgebaut. 1700–01 wurde anstelle der Schlosskapelle die Pfarrkirche St. Marien erbaut. 1798 wurde der Rundturm der äußeren Ringmauer zum Gartenhaus umgebaut.[7]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalterlicher Rundturm, frühere Eckbastion der ehemaligen Burgbefestigung

Das teils ummauerte, 1,3 Hektar große Gelände (D-5-6330-0036) liegt um zwei bis drei Meter leicht erhöht über dem Aischgrund, in einer Flussschleife mit der dort von links zufließenden Saulach. Die Wasserburganlage auf dem längsrechteckigen Areal verfügte über eine in der Nordwestecke gelegene wassergrabenbewehrte kleine Kernburg (Hauptburg). Erhalten ist deren Luginsland, ein mächtiger, quadratischer, 25 Meter hoher Wohnturm aus Buckelquadern mit vier Hauptgeschossen und einem Hocheingang. (D-5-75-117-5) Der Eingang in die Kellergewölbe, mehrere Aborterker mit Kragsteinen sowie das sekundär nach 1593 aufgesetzte Dachgeschoss, dessen Giebelausrichtung von Nordwest nach Südost aufragt, zeigen die Abschnitte der Baugeschichte. Von der 150 m südöstlich gelegenen Vorburg ist in der Ostecke des Geländes der gedrungene, runde Flankierungsturm erhalten, der 1798 zum Gartenhaus umgebaut wurde (D-5-75-117-1). Östlich der Hauptburg befand sich die ehemalige Schlosskapelle aus dem 14. Jahrhundert. Diese wurde 1700 mit der evangelischen Pfarrkirche St. Marien überbaut (D-5-75-117-3), an die sich ein kleiner Friedhof anschließt.[8][9] 1851 wurde auf dem Gelände das ehemalige Schul- und Rathaus errichtet (D-5-75-117-3). Von 1797 bis 1812 wurden mit dem Amts- und Justizhaus (D-5-75-117-4) sowie Nebengebäuden weitere Teile der Burg überbaut.

Über Jahrzehnte hinweg bestand der Wohnturm nur mehr ruinös, und das Gelände wurde lediglich als Lagerplatz für das benachbarte Sägewerk mit Schreinerei genutzt. Unter den oben eingefügten Verzeichnisnummern bestehen Boden- und Baudenkmalschutz (Kirchplatz 1 bis 6).[10]

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 finden in dem teilrestaurierten Turm regelmäßig im Frühsommer Kunstaktionen und -auktionen statt.[11][12]

Auf dem Dach des Turmes nisteten schon seit Urgedenken erfolgreich Storchen-Brutpaare; bei der Sanierung des Daches wurde der ehemals vorhandene Kamin abgebrochen und aus Kostengründen darauf verzichtet, diesen zu erneuern. Da auch kein Nistkorb ersatzweise angebracht wurde, finden die Störche dort seither keinen Halt mehr und nisten anderswo.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochwasser im Aischgrund
  2. Ortsausgang bei Hochwasser
  3. Hochwasserrisikokarte Bayern Dachsbach-Uehlfeld
  4. Burg Dachsbach bei hdbg.eu
  5. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a.d. Aisch 1950, S. 463.
  6. Dachsbacher Geschichte bei dachsbach.de
  7. Eintrag zu Burg Dachsbach in der privaten Datenbank „Alle Burgen“.
  8. Baubestand Burg Dachsbach bei hdbg.eu
  9. Burg Dachsbach bei burgenwelt.de
  10. Denkmäler in Dachsbach
  11. Presseecho Kunstaktionen im Schloß Dachsbach
  12. Kunstprojekt - Tage in Dachsbach