Burg Rauenwörth

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Burg Rauenwörth
Alternativname(n): Castellum Rau(h)enwerde; Rauhenwörth
Entstehungszeit: vor dem 14. Jahrhundert
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Burgstall, kein aufgehendes Mauerwerk mehr
Ort: Walting
Geographische Lage 48° 55′ 17″ N, 11° 21′ 51,2″ OKoordinaten: 48° 55′ 17″ N, 11° 21′ 51,2″ O
Höhe: 376 m ü. NN
Burg Rauenwörth (Bayern)
Burg Rauenwörth

Die Burg Rauenwörth, auch Rauhenwörth geschrieben, ist eine abgegangene Niederungsburg im Altmühltal auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Walting im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Sie befindet sich zwischen dem Waltinger Gemeindeteil Gungolding und dem Kipfenberger Gemeindeteil Arnsberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelte sich um eine Wasserburg auf 376 Metern über Normalnull. Sie stand auf einer durch einen Ringgraben gebildeten Insel der Altmühl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das „Castellum Rauhenwerde“ war als Eichstätter Lehen im Besitz der Grafen von Grögling-Hirschberg und kam mit deren Aussterben laut testamentarischer Verfügung von Graf Gebhard VII. vom 8. September 1304 und gemäß Gaimersheimer Schiedsspruch von 1305 mitsamt dem Wildbann in den zugehörigen Wäldern an das Hochstift Eichstätt.[1] Sie scheint danach rasch verfallen zu sein; aufgehendes Mauerwerk ist vermutlich seit Jahrhunderten nicht mehr vorhanden.[2] 1289 wird die Wasserburg als „einstige kleine Burg Rauenwerde“ erwähnt.[3] Die Insellage ging durch Verlandung allmählich verloren; zuletzt waren nur noch leichte Vertiefungen der Grabenanlage erkennbar.[4]

Als der Landkreis Eichstätt 1987 im Zuge von Natur- und Umweltprogrammen die Wiederherstellung der Insel in Angriff nahm, um sie zu einer Ödfläche und zu einem Feuchtbiotop umzugestalten, fanden im Bereich der durch Luftbilder bekannten ehemaligen Burgbrücke archäologische Sondierungen statt,[5] die neben zahlreicher Keramik des 13. Jahrhunderts Reste von Brückenbalken aus Eiche zum Vorschein brachten. Laut dendrochronologischer Untersuchungen wurden diese Eichen im Jahr 1295 gefällt.[4]

Das Feuchtbiotop, das seit seiner Anlage nicht bewirtschaftet wird, darf aus Naturschutzgründen nicht betreten werden.[4] Somit ist das Gelände der ehemaligen Wasserburg nicht zugänglich.[6]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Burgstall südwestlich gegenüber stand auf einem Felsen die 1394 angelegte, nicht zu Ende gebaute bayerisch-herzogliche Burg Nunnenstein/Nonnenstein/Neuenstein.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rauenwörth. In: Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Mittelfranken. II Bezirksamt Eichstätt. München: R. Oldenbourg Verlag 1928 (Nachdruck 1982), S. 301f.
  • Karl Zecherle und Toni Murböck: Sehenswerte Natur im Kreis Eichstätt. Eichstätt: Landkreis Eichstätt 1982, S. 38
  • Andreas Tillmann: Grabungen in der Wasserburg Rauenwörth bei Gungolding: Gemeinde Walting, Landkreis Eichstätt, Oberbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern, 1987, S. 173–176
  • Gerd Riedel: Die Ausgrabungen auf dem Burgstall Rauenwörth bei Gungolding, Lkr. Eichstätt. Befunde und Funde. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 101 (1992), S. 37–133
  • Marina Sachenbacher-Palavestra: Tierknochenfunde aus der Wasserburg Rauenwörth bei Gungolding. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt, 101 (1992), S. 134–138

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mader, S. 301; auch: Alfred Wendehorst: Das Bistum Eichstätt: Die Bischofsreihe bis 1535, Band 1. Berlin: Walter de Gruyter GmbH, 2006, S. 126
  2. Mader, S. 302; Zecherle/Murböck, S. 38
  3. Tillmann, S. 176
  4. a b c Über die Burg und das Feuchtbiotop auf personenschiffahrt.de
  5. Tillmann, S. 173, sowie: [1]@1@2Vorlage:Toter Link/www.dgamn.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Chronik Gungolding auf walting.com
  7. Sammelblatt HV Eichstätt 92/93 (1999/2000), S. 288; Zecherle/Murböck, S. 38