Hochschule Bochum

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Hochschule Bochum
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Gründung 1971
Trägerschaft MIWFT NRW (staatlich)
Ort Bochum
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Land Deutschland
Präsident Jürgen Bock
Studenten 6.360 WS 2013/14[1]
Mitarbeiter 475
davon Professoren 134
Jahresetat 32,5 Millionen Euro
Website www.hochschule-bochum.de
Südansicht (2007)
Nordwestansicht (2006)
Haupteingang

Die Hochschule Bochum − Bochum University of Applied Sciences (kurz: BO) ist mit rund 6000 Studierenden und rund 475 Beschäftigten (beide Angaben aus Februar 2013) die zweitgrößte Hochschule in Bochum. Sie wurde 1971 im Bochumer Stadtteil Querenburg als Fachhochschule Bochum gegründet und befindet sich in unmittelbarer Nähe der Ruhr-Universität Bochum.

Sie heißt seit dem 1. September 2007 Hochschule Bochum und verwendet in der Außendarstellung den Zusatz Bochum University of Applied Sciences.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region Mittleres Ruhrgebiet und darüber hinaus ist die Hochschule vor allem durch ihre Lehre in drei Bereichen präsent: Als Hochschule mit einem internationalen Schwerpunkt in Sachen „Engineering“ (Mechatronik und Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik) und als Hochschule mit einem breiten Spektrum im Kompetenzbereich „Raum und Bau“ und als Hochschule mit einem internationalen Studienangebot im Bereich Wirtschaft.

Das größte internationale Angebot stellt der Fachbereich Wirtschaft: Neben Studienmöglichkeiten an Partnerhochschulen, z. B. in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Irland bietet die Hochschule ihren Wirtschaftsstudenten sechs binationale Studiengänge, zum Teil mit Doppel-Abschlüssen.

Drei Fachbereiche sind im Schwerpunkt „Raum und Bau“ zusammengefasst: Bauingenieurwesen mit den Richtungen „Konstruktiver Ingenieurbau“, „Verkehrssysteme und Verkehrsmanagement“, „Wasser und Umwelt“ sowie „Bauprojektmanagement“; Vermessungswesen und Geoinformatik, mit dem auf die Anforderungen moderner computergestützter Nutzung und Verarbeitung von Raumdaten ausgerichteten Studiengang Geoinformatik sowie Architektur, der seit vielen Jahren beim CHE-Ranking bundesweit unter den Top Ten gelistet wird.

Die hohe Position im Ranking verdankt der Fachbereich Architektur vor allem der Bewertung durch die Studierenden: Die Hochschule bildet nach amerikanischem Vorbild aus – jedem Studierenden wird ein eigener Arbeitsplatz in der Hochschule zur Verfügung gestellt. In der "BlueBox" sind auf 1.200 Quadratmetern rund 250 Arbeitsplätze mit PC- und Laptopanbindung (Wireless LAN) eingerichtet, für die Master-Studiengänge gibt es ein eigenes „Masterstudio“. Seit Anfang 2009 wurde die „BlueBox“ kernsaniert und wurde am 4. Mai 2011 wiedereröffnet.[2]

In einigen Fachbereichen ist auch ein berufsbegleitendes Studium möglich.

In der „Kooperativen Ingenieurausbildung“ (KIA) erwerben die Absolventen eine Doppelqualifikation:

  • Sie schließen ein volles Bachelorstudium an der Hochschule mit der Bachelor-Prüfung ab.
  • Parallel zum Studium wird eine Berufsausbildung in einem Metall- oder Elektroberuf mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) bzw. der Kreishandwerkerschaft abgeschlossen.

Fachbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Architektur
  • Bauingenieurwesen
  • Elektrotechnik und Informatik
  • Mechatronik-Zentrum NRW
  • Mechatronik und Maschinenbau
  • Geodäsie
  • Wirtschaft

Studentische Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der größten Projekte der Hochschule Bochum ist das Solarcar Team, welches seit 2002 an der Hochschule existiert. Das Team besteht aus etwa 30 Studenten der Hochschule. An dem Projekt können alle Fachbereiche teilnehmen. Das erste Solarfahrzeug wurde im Jahre 1998 bis 2001 in Kooperation mit der London South Bank University gebaut. 2002 wurde dann der erste in Bochum entwickelte und gebaute Wagen HansGo! fertiggestellt. Seit 2003 nimmt die Hochschule Bochum an der alle zwei Jahre ausgetragenen World Solar Challenge teil, bei der bereits im ersten Jahr Platz 5 erreicht wurde. 2007 wurde auf der australischen WSC mit einem neuen Fahrzeug, dem SolarWorld No. 1, der vierte Platz erreicht. Ein Jahr später konnte auf der American Solar Challenge 2008 der dritte Platz erreicht werden. 2009 wurde mit dem BOcruiser das erste vierräderige Fahrzeug fertiggestellt, welches mehr Bezug zur Alltagstauglichkeit haben soll. 2010 erreichte der BOcruiser auf der European Solar Challenge Platz 1. Vom Oktober 2011 bis zum Dezember 2012 befand sich das Fahrzeug „SolarWorld GT“ 415 Tage auf Weltumrundung.[3] Fast 29.000 Kilometer lang führte die Route über Neuseeland, USA, Italien, Monaco, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Tschechien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Moldawien, Ukraine und Russland wieder zurück an den Ausgangspunkt nach Adelaide, Australien. Das darauffolgende Solarfahrzeug aus Bochum, PowerCore SunCruiser, schloss die World Solar Challenge 2013 im Oktober in Australien als Vizeweltmeister ab.

Das aktuelle Auto ist der ThyssenKrupp SunRiser, ein zweisitziges Sport-Coupé. Es soll die positiven Eigenschaften aller bisherigen Solarmobile kombinieren. Bei diesem Fahrzeug standen in der Entwicklung die Erprobung neuer Werkstoffe, ein ansprechendes Design und Alltagstauglichkeit im Vordergrund.[4] Außerdem ist der SunRiser das erste Solarfahrzeug der Hochschule, das statt einem Renncockpit einen ansprechenden Innenraum besitzt. Bei der World Solar Challenge 2015 belegte der ThyssenKrupp SunRiser den dritten Platz in der „Cruiser Class“ und erhielt zudem die „Judges Commandation“, einen Preis für das Auto, das die Jury hinsichtlich Design und Nutzbarkeit als bestes Fahrzeug erachtet.[5]

Campus Velbert/Heiligenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochschule Bochum, Campus Velbert/Heiligenhaus (bei Kiekert AG)

Im September 2009 eröffnete die Hochschule Bochum eine Außenstelle am Campus Velbert/Heiligenhaus (CVH).[6] Besonderheit des Studiums am CVH ist die interdisziplinäre Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsunternehmen in der Region. So werden alle Studiengänge am Standort auch als duales Studium angeboten. Hierbei gibt es nicht nur die klassische duale Studienvariante: Lehre plus Studium (kooperative Ausbildung), Studierende können sich auch für das kooperative Ingenieurstudium entscheiden, hierbei werden Praktikatage im Unternehmen mit Präsenzveranstaltungen an der Hochschule kombiniert.[7] In seinem Studienkonzept betont der Standort Velbert/Heiligenhaus Aspekte der technischen und hardwarenahen Informatik in der Mechatronik, wie sie u. a. bei mechatronischen Systemen in der regionalen Wirtschaft angewendet werden (z. B. elektronische Türschlösser oder Schließsysteme für Autos) und zunehmend an Bedeutung gewinnen.[8]

Kooperationen mit der Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der CVH zählt bis Ende 2015 über 100 Unternehmen aus der Region zu seinen Kooperationspartnern.[9] Diese Unternehmen haben sich für eine duale Ingenieurausbildung in Zusammenarbeit mit dem CVH entschieden. Ziel der Hochschule ist es, eine praxisnahe Ausbildung mit einem intensiven Ausbildungs-, Forschungs-, und Entwicklungsbezug anzubieten.[10] Seit dem Start im Wintersemester 2009/2010 ist der Campus Velbert/Heiligenhaus in Räumen der Firma Kiekert AG in Heiligenhaus untergebracht.[11] Insgesamt stehen dort bislang drei Etagen zur Verfügung, in denen neue Räume wie Hörsaal, Seminarräume, Elektronik- und IT-Labore sowie Arbeitsräume für die Studierenden entstanden sind. Zudem gibt es für Studierende und Beschäftigte eine Bibliothek. Der CVH nutzt die Räumlichkeiten bei der Kiekert AG, bis der Neubau im Zentrum von Heiligenhaus fertiggestellt ist. 2015 waren rund 280 Studierende am CVH eingeschrieben.[12] Langfristig sollen bis zu 400 Nachwuchsingenieure am neuen Standort ausgebildet werden.[13]

ZDI-Schülerlabor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Campus Velbert/Heiligenhaus befindet sich eines von insgesamt drei Schülerlaboren im Kreis Mettmann.[14] Das TEC Lab Mechatronik bietet schwerpunktmäßig Versuche im Bereich Technik und Physik für Oberstufenschüler und die Mittelstufe an.[15]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Bochum: Statistik Bildung(abgerufen am 2. November 2015)
  2. Hochschule Bochum, Wiedereröffnung der sanierten BlueBox
  3. Hochschule Bochum, Weltumrundung von SolarWorld GT
  4. bosolarcar.de ThyssenKrupp SunRiser
  5. bosolarcar.de Empfehlung für den ThyssenKrupp SunRiser.
  6. Hochschule Bochum startet im Herbst 2009 am Campus Velbert/Heiligenhaus. Website der Stadt Heiligenhaus. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  7. Erfahrungsbericht KIS-Student Lars Lieker Website der Schule-Schlagbaum AG. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  8. Studieren am Campus Velbert/Heiligenhaus Website der Hochschule Bochum. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  9. 100. Kooperationspartner am Campus Velbert/Heiligenhaus. Website der Westen. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  10. Kooperationspartner Campus Velbert/Heiligenhaus. Website der Hochschule Bochum. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  11. Baubeginn auf dem Hochschul-Campus. Website der Rheinischen Post. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  12. Newsletter Campus Velbert/Heiligenhaus, Ausgabe Dezember 2015. Website der Hochschule Bochum. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  13. Baubeginn auf dem Hochschul-Campus. Website der Rheinischen Post. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  14. ZDI-Schülerlabore. Website der Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation. Abgerufen am 4. Dezember 2015.
  15. Campus Heiligenhaus will Schüler für Technik begeistern. Website der Westen. Abgerufen am 4. Dezember 2015.

Koordinaten: 51° 26′ 50″ N, 7° 16′ 17″ O