Crumstadt

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Crumstadt
Stadt Riedstadt
Wappen von Crumstadt
Koordinaten: 49° 48′ 34″ N, 8° 30′ 53″ O
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 12,65 km²[1]
Einwohner: 4169 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 330 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64560
Vorwahl: 06158

Crumstadt ist der südlichste Stadtteil von Riedstadt im Kreis Groß-Gerau in Hessen. Umgangssprachlich wird Crumstadt auch als „Crumscht“ bezeichnet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crumstadt grenzt mit seinem Ortsgebiet nördlich an den Riedstädter Stadtteil Goddelau, östlich an Eschollbrücken und Eich (beides Stadtteile von Pfungstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg), und westlich an die Gemeinde Stockstadt am Rhein und Gernsheim, beide im Kreis Groß-Gerau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crumstadt liegt in einer nach Osten offenen, bis auf den Sandbach und den Lohrrain-Graben verlandeten Mäanderschleife (im Hessischen Ried), die der Neckar vor 2000 Jahren ausgebildet hatte, als er noch bei Trebur in den Rhein mündete.

Fossilienfunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1984 wurden bei den Gewinnungsarbeiten in einer Kiesgrube bei Crumstadt westlich von Darmstadt die Überreste eines großen Großsäugetieres aus dem Eiszeitalter entdeckt. Beim ersten Fund handelte es sich um einen Unterkiefer. Weitere Teile eines Skelettes wurden später geborgen. Wegen der Größe des Unterkiefers hätte man die Reste eines jungen Mammuts vermuten können. Anhand der Zähne konnte jedoch festgestellt werden, dass es sich um das Skelett eines Jungtieres eines seltenen interglazialen Waldelefanten und nicht um die Überreste eines Mammuts handelte. Ausgestellt ist der Fund im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crumstadt wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt als Crumstadt dem Graf Dieter von Katzenelnbogen verpfändet wurde. Es ist jedoch anzunehmen dass Crumstadt wie viele der umliegenden Ortschaften eine fränkische Siedlung war. In den historischen Unterlagen findet Crumstadt in den Jahrhunderten unter anderem mit diesen Ortsnamen Erwähnung: Crumbstat im Jahr 1248 bei der Ersterwähnung, Crvmbestat 1276, Krumstad 1394, Crumpfstat 1414, Krompstaidt 1471, Croymbstat 1509 und Crumstatt 1778.[1]

Als Grundbesitzer von Crumstadt werden genannt: Die Herren von Wolfskehlen, Kurmainz und Kurpfalz sowie das Viktorstift und das Domstift zu Mainz. Durch Verpfändung und Vererbung wurde das Reichsdorf Besitz des Grafengeschlechts von Katzenelnbogen. Nach deren Aussterben fiel das Reichslehen den Landgrafen von Hessen zu.

Verwaltungsmäßig gehört Crumstadt dann bis 1820 zum Amt Dornberg, das ab 1816 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte. 1821 werden im Großherzogtum Landratsbezirke eingeführt und Crumstadt dem Landratsbezirk Dornberg zugeteilt. 1832 wurden die Einheiten ein weiteres Mal vergrößert und es wurden Kreise geschaffen. Dadurch gelangt Crumstadt in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehört Crumstadt zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig ist. Dort verbleibt der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.[1] Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1839 das Landgericht Großgerau und ab 1839 das Landgericht Gernsheim. Aus dem Landgericht Gernsheim geht 1879 das Amtsgericht Gernsheim hervor. das 1934 aufgelöst wird. Seitdem ist für Crumstadt das Amtsgericht Groß-Gerau zuständig.[1]

Bis 1945 gewahrt Crumstadt weitgehend seinen ländlichen Charakter. Erst danach erlebt der Ort durch Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen und später durch andere Bevölkerungsteile des wirtschaftlich aufblühenden Rhein-Main-Gebietes einen großen Aufschwung.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde Crumstadt am 1. Januar 1977 kraft Gesetzes mit weiteren Nachbargemeinden zur Gemeinde Riedstadt zusammengeschlossen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]

  • 1629: 0121 Hausgesessene
  • 1939: 1455 Einwohner
  • 1961: 2259 Einwohner
  • 1970: 2678 Einwohner
Crumstadt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
1.149
1840
  
1.289
1846
  
1.355
1852
  
1.342
1858
  
1.368
1864
  
1.393
1871
  
1.363
1875
  
1.347
1885
  
1.320
1895
  
1.358
1905
  
1.417
1910
  
1.419
1925
  
1.482
1939
  
1.455
1946
  
2.178
1950
  
2.299
1956
  
2.185
1961
  
2.259
1967
  
2.625
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Die evangelische Kirche in Crumstadt wurde von Landgraf Georg I. als protestantischer Kirchbau in Auftrag gegeben und gehört somit nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1593 zu den ältesten evangelischen Kirchen.[4]

Neben zwei Kindergärten, einer Grundschule (Neubau 2011) mit Sporthalle existiert ein Freibad.

In Crumstadt gibt es 3 bedeutende Kneipen, in denen zur Kerwezeit zwei verschiedene Gruppierungen von Kerweborsch aktiv sind.

Die Freiwillige Feuerwehr Crumstadt sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Köth (1904–1981), hessischer Politiker (CDU) und ehemaliger Abgeordneter des Hessischen Landtags
  • Wolfgang Holzhäuser (* 13. Januar 1950), ehemaliger Sprecher der Geschäftsführung der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Crumstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Crumstadt, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 23. November 2012 (Stand: 23. Juli 2012).
  2. Daten / Statistiken. Riedstadt, abgerufen am 27. November 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 366.
  4. Ev. Kirchengemeinde Crumstadt: Crumstädter Kirche