Biebesheim am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Biebesheim am Rhein
Biebesheim am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Biebesheim am Rhein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 47′ N, 8° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 18,68 km2
Einwohner: 6784 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 363 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64584
Vorwahl: 06258
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
64584 Biebesheim
Website: www.biebesheim.de
Bürgermeister: Thomas Schell (SPD)
Lage der Gemeinde Biebesheim am Rhein im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-GustavsburgBischofsheim (Mainspitze)Rüsselsheim am MainRaunheimKelsterbachTreburNauheimMörfelden-WalldorfRiedstadtGroß-GerauBüttelbornStockstadt am RheinBiebesheim am RheinGernsheimWiesbadenMain-Taunus-KreisFrankfurt am MainRheinland-PfalzKreis BergstraßeLandkreis OffenbachDarmstadtLandkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Biebesheim am Rhein (Mundart: Biwwesem am Rhoi) ist eine Gemeinde im südhessischen Kreis Groß-Gerau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biebesheim am Rhein liegt im Hessischen Ried, ca. 15 Kilometer südwestlich von Darmstadt und ca. 20 Kilometer nördlich von Worms. Ca. 15 Kilometer südöstlich von Biebesheim am Rhein liegt Bensheim. Mannheim und Frankfurt am Main sind jeweils ca. 35 Kilometer entfernt und mit der Riedbahn zu erreichen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biebesheim grenzt im Norden an die Gemeinde Stockstadt, im Osten an die Stadt Riedstadt, im Süden an die Stadt Gernsheim sowie im Westen, getrennt durch den Rhein, an die Gemeinden Hamm, Eich und Gimbsheim (alle Landkreis Alzey-Worms).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biebesheim besteht nur aus einem Ortsteil und einer Gemarkung (Gmk.-Nr. 60015).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biebesheim auf einer Karte aus dem Jahr 1738 (links), Karte gewestet

Die älteste erhaltene Erwähnung von Biebesheim findet sich im 12. Jahrhundert im Lorscher Codex. Der Ort feierte aufgrund zweier Urkunden des Klosters Eberbach im Jahr 2009 seine 800-jährige urkundliche Erstnennung. Die Erwähnung in den historischen Dokumenten fand unter variiertem Ortsnamen statt, so:[2] Bubenesheim (um 1200), Bvbensheim (1276), villa Buebensheim (1297), Bubisheim (1358), Bibenshusen (1423), Byebeßheym (1493), Bibesen (1511) und Bobbesheim (1514). Belegt ist dabei, dass es in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts adlige und kirchliche Grundbesitzer gab.[2] So die Grafen von Katzenelnbogen, die Herren von Frankenstein, die Klöster Eberbach, Lorsch und Heiligenberg sowie das Domkapitel und das Spital zu Mainz. 1587 werden als Grundbesitzer der Landgraf von Hessen, das Domkapitel zu Mainz, das Spital St. Katharina zu Mainz und das Spital zu Hofheim genannt.

Nördlich von Biebesheim liegt die Wüstung Lochheim, deren älteste und erste Nennung als uilla Locheim im Codex Laureshamensis in der Urkunde 187, datierbar zwischen dem 9. Oktober 770 und dem 8. Oktober 771 (3. Regierungsjahr Karls des Großen) durch die Schenkung einer Wiese dokumentiert wird. 1209 muss die Kirche noch gestanden haben, da den Zisterziensern die Erlaubnis zum Abbruch erteilt wurde. Danach wurde der Ort nicht mehr erwähnt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Biebesheim:

„Biebesheim (L. Bez. Dornberg) luth. Pfarrdorf; 314 St. von Dornberg, zwischen dem Rhein und dem Modaubach gelegen, hat 176 Häuser und 1172 Einw., die bis auf 6 Kath. 1 Reform. und 41 Juden alle lutherisch sind, so wie eine schöne neue Kirche. – In diesem Orte, der früher Bubenesheim hieß, war das Kloster Lorsch begütert. Eberhard, Graf von Katzenellenbogen belehnte, 1401, Johann von Wolfskehlen mit diesem Dorfe, und 1473 brachte Philipp, Graf von Katzenellenbogen, die Antheile, die die adeligen Familien von Stockheim und Hohenstein hier besassen, an sich. Die Kirche hatte drei Altäre, welche in ältern Zeiten die Herrn von Wolfskehlen allein vergeben haben mögen. Die Grafen von Katzenellenbogen erhielten durch Kauf 13 an dem Kirchsatz. Der Wolfskehlen’sche Antheil am Patronat kam an Eberhard von Gemmingen, der ihn 1535 von Hessen lehnbar machte, bis ihn dessen Nachkommen, 1577, ganz an Hessen abtraten. Im Jahr 1689 wurde Biebesheim von den Franzosen zum Theil in Asche gelegt. In der Gemarkung lagen die beiden ausgegangenen Orte Nieder und Oberlochheim.“[3]

Am 1. Dezember 1979 erhielt die Gemeinde offiziell den Namenszusatz am Rhein.[4]

1982 errichtete die Hessische Industriemüll GmbH, heute HIM GmbH, eine Sonderabfallverbrennungsanlage. Am 6. Mai 1986 kam es aufgrund eines leicht brennbaren Gas-Luft-Gemisches zu einer Explosion in der Anlage. Die Schäden beliefen sich dabei auf mindestens eine Million DM.

Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territoriale Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biebesheim war territorial in die nachfolgenden Einheiten eingegliedert:[2][5][6]

Amts-System bis 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der frühen Neuzeit waren auf unterster Ebene die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung im „Amt“ vereinigt. Biebesheim gehörte seit der Frühen Neuzeit bis 1821 zum Amt Dornberg.

Für das Fürstentum Starkenburg wurde 1803 das „Hofgericht Darmstadt“ eingerichtet. Es war für zivilrechtliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Diesem übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

1821 wurde im Großherzogtum eine Verwaltungsreform durchgeführt: Die Ämter wurden aufgelöst, für die Verwaltungsaufgaben Landratsbezirke gebildet und für die Rechtsprechung Landgerichte eingerichtet.[8]

Verwaltung ab 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die übergeordneten Aufgaben der Verwaltung von Biebesheim war ab 1821 der Landratsbezirk Dornberg zuständig. 1832 wurden die Verwaltungseinheiten ein weiteres Mal vergrößert und Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Biebesheim in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Biebesheim zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.[2]

Rechtsprechung ab 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Biebesheim war ab 1821 das Landgericht Großgerau, ab 1839 das neu gegründete Landgericht Gernsheim zuständig.

Mit der Reichsjustizreform wurde die unterste Ebene der Justiz mit Wirkung vom 1. Oktober 1879 in „Amtsgericht“ umbenannt. Zuständig für Biebesheim war nun das Amtsgericht Gernsheim. Seit dessen Auflösung 1934 ist das Amtsgericht Groß-Gerau für Biebesheim zuständig.[2]

Materielles Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Regent der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Georg I., veranlasste am Ende des 16. Jahrhunderts, dass die von seinem Kanzler, Johann Kleinschmidt, zusammengestellte Rechtssammlung Landrecht der Obergrafschaft Katzenelnbogen dort rechtsverbindlich wurde. Sie galt in Biebesheim als Partikularrecht, subsidiär ergänzt um das Gemeine Recht, bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.[9] Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Kirche und Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Beleg für das Vorhandensein einer Kirche stammt aus dem Jahr 1210 als eine ecclesia erwähnt wird. Als Kirchenpatrone werden Nikolaus und Anna und Sebastian und Katharina und Peter und Erasmus für einzelne Altäre genannt. Das Kirchenpatronat hat 1210 das Kloster Eberbach inne. 1356 verkaufen die Herren von Wolfskehlen das Patronat an von Katzenelnbogen. Aber bereits 1361 haben sie es wieder in ihrem Besitz. Im Jahr 1404 werden beide als Patronatherren genannt; zwei Drittel die Herren von Wolfskehlen, ein Drittel die Grafen von Katzenelnbogen.[2]

Die heutige evangelische Kirche wurde wahrscheinlich von den Herren zu Wolfskehlen gestiftet da ihnen lange Zeit deren Einkünfte und das Recht zur Ernennung der Pfarrer zustand. Nach Einführung der Reformation 1535 wurde die Gemeinde von einem evangelischen Pfarrer übernommen, die Kaplanstelle wurde nicht mehr besetzt. Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Kirche am 5. August 1635 bis auf die Grundmauern nieder, als kaiserliche Truppen das Dorf brandschatzten. Erst am 15. Mai 1665 konnte eine neue Kirche geweiht werden. Am gleichen Platz wurde die heute noch erhaltene neue Kirche im evangelischen Barockstil errichtet, die am 7. November 1773 ihrer Bestimmung übergeben werden konnte.[10]

Von 1867 bis 1938 existierte eine jüdische Synagoge. Das Gemeindeleben wurde während der Naziherrschaft ausgelöscht. Die Religionsangehörigen flohen unter anderem nach Südafrika und in die USA:

Die katholische Pfarrgemeinde St. Maria Goretti besteht aus den beiden Ortschaften Biebesheim und Stockstadt am Rhein und entstand nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen aus Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Es wurden die beiden Kirchen „St. Maria Goretti“ und „St. Maria – Königin des Friedens“ erbaut.

Als kirchliche Verwaltungen sind heute für Biebesheim das katholische Dekanat Rüsselsheim des Bistums Mainz und das evangelische Dekanat Ried der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zuständig.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Biebesheim 6358 Einwohner. Darunter waren 686 (10,8 %) Ausländer von denen 279 aus dem EU-Ausland, 324 aus anderen Europäischen Ländern und 83 aus anderen Staaten kamen.[11] Die Einwohner lebten in 2684 Haushalten. Davon waren 761 Singlehaushalte, 848 Paare ohne Kinder und 812 Paare mit Kindern, sowie 221 Alleinerziehende und 42 Wohngemeinschaften.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1629: 0110 Hausgesesse[2]
• 1791: 0892 Einwohner[13]
• 1800: 0876 Einwohner[14]
• 1806: 1046 Einwohner, 166 Häuser[7]
• 1829: 1172 Einwohner, 176 Häuser[3]
• 1867: 1592 Einwohner, 261 Häuser[15]
Biebesheim: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
892
1800
  
876
1806
  
1.046
1829
  
1.172
1834
  
1.215
1840
  
1.287
1846
  
1.425
1852
  
1.565
1858
  
1.493
1864
  
1.598
1871
  
1.622
1875
  
1.697
1885
  
1.807
1895
  
1.836
1905
  
2.177
1910
  
2.320
1925
  
2.454
1939
  
2.710
1946
  
3.673
1950
  
3.919
1956
  
4.531
1961
  
4.762
1967
  
5.694
1970
  
5.970
1972
  
6.152
1976
  
5.799
1984
  
6.129
1992
  
6.219
2000
  
6.600
2005
  
6.544
2010
  
6.420
2011
  
6.358
2015
  
6.383
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2][16]; 1972:[17]; 1976:[18]; 1984:[19]; 1992:[20]; 2005:[21]; 2010:[22]; Zensus 2011[23]; 2015:[24]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

• 1829: 1124 lutheranische (= 95,90 %), einen reformierten (= 0,08 %), 41 jüdische (= 3,50 %) und 6 katholische (= 0,51 %) Einwohner[3]
• 1961: 3726 evangelische (= 78,24 %), 959 katholische (= 20,14 %) Einwohner
• 2011: 2989 evangelische (= 47,0 %), 1185 katholische (= 18,6 %), 2185 sonstige (= 34,4 %) Einwohner[25]

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde im Vergleich mit Landkreis, Regierungsbezirk Darmstadt und Hessen:[26]

  Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2017 2.227 98.042 1.695.567 2.524.156
Veränderung zu 2000 +5,6 % +5,4 % +16,1 % +16,0 %
davon Vollzeit 2017 84,2 % 75,9 % 72,8 % 71,8 %
davon Teilzeit 2017 15,8 % 24,1 % 27,2 % 28,2 %
Ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte 2017 281 13.048 224.267 372.991
Veränderung zu 2000 −17,4 % −9,6 % +9,0 % +8,8 %
Branche Jahr Gemeinde Landkreis Regierungsbezirk Hessen
Produzierendes Gewerbe 2000 51,5 % 43,8 % 27,0 % 30,6 %
2017 49,3 % 33,2 % 20,4 % 24,3 %
Handel, Gastgewerbe und Verkehr 2000 20,2 % 27,6 % 26,4 % 25,1 %
2017 38,3 % 27,9 % 24,7 % 23,8 %
Unternehmensdienstleistungen 2000 5,2 % 14,0 % 25,1 % 20,2 %
2017 3,9 % 19,9 % 31,6 % 26,1 %
Sonstige Dienstleistungen 2000 22,8 % 13,7 % 20,1 % 22,5 %
2017 8,2 % 18,6 % 23,0 % 25,4 %
Sonstiges (bzw. ohne Zuordnung) 2000 0,3 % 1,0 % 1,4 % 1,5 %
2017 0,2 % 0,5 % 0,3 % 0,4 %

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[27] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[28][29][30]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,1 12 43,1 14 45,5 14 39,7 12 45,9 14
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,3 8 23,4 7 26,3 8 34,7 11 29,3 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 20,5 6 16,4 5 20,1 6 13,8 4 14,1 5
FWB Freie Wählergemeinschaft Biebesheim 15,1 5 17,1 5 8,1 3 11,8 4 10,8 3
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 47,6 43,4 45,6 48,1 51,6
Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[31]

Bürgermeister Thomas Schell (SPD) wurde am 3. September 2017 mit 82,63 % der Stimmen im ersten Wahlgang zum dritten Mal für 6 Jahre gewählt.[31]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot ein silbernes Hufeisen.

Grundlage für das 1926 vom Innenminister des Volksstaates Hessen genehmigte Wappen, das von Wilhelm Hermann Diehl aus Groß-Gerau gestaltet wurde, war das alte Gerichtssiegel aus dem Jahr 1546, das vermutlich auf das 1401 bestehende vermutlich größte Gestüt in der gesamten Obergrafschaft Katzenelnbogen zurückgeht. Am 16. August 1979 bestätigte der Innenminister des Landes Hessen das Wappen. Seither wird es auch im Gemeindesiegel verwendet.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nördlich angrenzend an Biebesheim befindet sich das Europa-Reservat Kühkopf-Knoblochsaue, ein von Rhein und Altrhein eingeschlossenes Stück Sumpf- und Auenlandschaft. Weiterhin gab es einen überregional bekannten Vogelpark, der geschlossen wurde.
  • Das Heimatmuseum Biebesheim zeigt in seinen Ausstellungsräumen Exponate aus der Landwirtschaft, dem Handwerk und Handel sowie in einer Remise landwirtschaftliche Großgeräte. Sehenswert ist die Vor- und frühgeschichtliche Abteilung in der es zwei Highlights zu sehen gibt: Den Biebesheimer Togatus, die römische Bildnisstatue eines Mannes in Tunica und Toga (20-10 v. Chr.) und einen jungbronzezeitlichen Kammhelm. Das Museum ist derzeit wegen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, bis voraussichtlich Ende 2018 geschlossen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die sehr geräumige Rheinhalle wird für Hallensportarten, aber auch für kulturelle Zwecke sowie Gewerbeschauen genutzt.
  • In der direkt nebenan gelegenen Auktionshalle finden neben Auktionen für Rinder, unterschiedlichste Tierausstellungen, Discos, Autoausstellungen, Hochzeiten mit bis zu 700 Gästen und Gewerbepräsentationen statt.[32]
  • Die in der Ortsmitte gelegene Kulturhalle wird für die kulturellen Veranstaltungen der Gemeinde Biebesheim genutzt, kann aber auch für private Veranstaltungen gebucht werden.
  • 2016 war der Biebesheimer Rathausplatz Start-/Endpunkt der Aktion "Der Kreis rollt", einer alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung des Kreises Groß-Gerau.[33] Viele Vereine und Institutionen beteiligten sich mit Ständen und Ausstellungen.[34]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochregallager von Fresenius Medical Care während der Bauphase

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 1868 Hektar, davon entfallen in ha auf:[35]

Nutzungsart 2011 2015
Gebäude- und Freifläche 234 260
davon Wohnen 90 92
Gewerbe 75 95
Betriebsfläche 22 22
davon Abbauland 1 1
Erholungsfläche 21 21
davon Grünanlage 9 9
Verkehrsfläche 125 126
Landwirtschaftsfläche 1184 1171
davon Moor 0 0
Heide 0 0
Waldfläche 60 60
Wasserfläche 184 183
Sonstige Nutzung 40 26

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biebesheim ist Standort der HIM GmbH, der zentralen Verbrennungsanlage für Giftstoffe und Industriemüll im Land Hessen.
  • Nalco
  • Im Ort betreibt der Wasserverband Hessisches Ried ein Wasserwerk, der Sitz ist in Groß-Gerau.
  • Alpha Industrial hat für Fresenius Medical Care ein weltweites Distributionszentrum gebaut. Das Hochregallager hat eine Stellkapazität für 55.000 Europaletten. Die Fertigstellung war Ende 2008.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Biebesheimer Bahnhof

Biebesheim hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt am Main (Riedbahn). Darüber hinaus besteht eine Busverbindung in die Nachbarorte und nach Darmstadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Wilhelm Hammann (* 25. Februar 1897 in Biebesheim; † 26. Juli 1955 in Rüsselsheim) war ein hessischer Pädagoge und Politiker der KPD.
  • Max Ilgner (* 28. Juni 1899 in Biebesheim; † 28. März 1966 in Schwetzingen) war Vorstandsmitglied der I.G. Farben und Wehrwirtschaftsführer
  • Hans Sudheimer (* 18. März 1920 in Biebesheim; † 13. Januar 1987), vom 1. Juli 1948 bis 30. Juni 1959 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Biebesheim
  • Walter Sommerfeld (* 1951 in Biebesheim), Altorientalist und Professor in Marburg
  • Ursula Hammann (* 16. September 1955 in Biebesheim), Politikerin bei Bündnis 90/Die Grünen, Landtagsabgeordnete von 1995 bis 2019. Vizepräsidentin des Hessischen Landtages von 2012 bis 2019.
  • Christel Göttert, Kulturpreisträgerin des Kreises Groß-Gerau.[36]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Biebesheim am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Biebesheim – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. a b c d e f g h i Biebesheim, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 8. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 16. Oktober 2018.
  3. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 19 (Online bei google books).)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 366.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862, DNB 013163434, OCLC 894925483, S. 43 ff. (Online bei google books).
  7. a b Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.
  8. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt, S. 404.
  9. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108f. und beiliegende Karte.
  10. Geschichte der evangelischen Kirche zu Biebesheim abgerufen am 17. Nov. 2012
  11. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Biebesheim am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  12. Haushalte nach Familien: Biebesheim am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  13. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 120 (Online in der HathiTrust digital library).
  14. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 120 (Online in der HathiTrust digital library).
  15. Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 14 (Online bei google books).
  16. Einwohnerzahlen historische Einwohnerentwicklung (Hauptwohnsitze). Gemeinde Biebesheim am Rhein, abgerufen im April 2019.
  17. Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 33, S. 1424, Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,9 MB]).
  18. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  19. Kommunalwahlen 1985; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 30. Oktober 1984. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1984 Nr. 46, S. 2175, Punkt 1104 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  20. Kommunalwahlen 1993; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 21. Oktober 1992. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1992 Nr. 44, S. 2766, Punkt 935 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  21. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2005). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  22. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2010). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  23. Einwohnerzahlen: Biebesheim am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  24. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden (30. Juni 2015). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Hessisches Statistisches Landesamt. Archiviert vom Original;.
  25. Religionszugehörigkeit: Biebesheim am Rhein. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Mai 2015.
  26. Gemeindedatenblatt: Biebesheim. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH;
  27. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. 433001, Biebesheim am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  28. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. 433001, Biebesheim am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  29. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. 433001, Biebesheim am Rhein. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2011.
  30. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. 433001, Biebesheim am Rhein. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  31. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Biebesheim am Rhein. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  32. Auktionshalle. In: Webauftritt. Gemeinde=Biebesheim, abgerufen im Oktober 2019.
  33. Merkblatt mit allen Infos. FNP, 3. Mai 2016, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  34. Quer durchs Ried rollen. FNP, 16. April 2016, abgerufen am 4. Dezember 2018.
  35. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  36. Kulturpreisträgerin hat für Frauen viel bewegt. In: Frankfurter Neue Presse. 4. Januar 2018, abgerufen am 19. August 2020.