Das Institut – Oase des Scheiterns

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Seriendaten
OriginaltitelDas Institut – Oase des Scheiterns
Institut Oase.jpg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Jahr(e)seit 2017
Produktions-
unternehmen
Novafilm
Länge27 Minuten
Episoden8+ in 2+ Staffeln (Liste)
GenreSitcom, Satire, Culture-Clash-Komödie
TitelmusikEbow, Nikolaus Graf – Oase des Scheiterns
RegieMarkus Sehr, Lutz Heineking, jr.
DrehbuchRobert Löhr
ProduktionGeraldine Voss
MusikNikolaus Graf
KameraPhilipp Kirsamer, Philipp Pfeiffer
SchnittBenjamin Ikes, Ole Heller
Erstveröffentlichung14. Dezember 2017 auf BR Mediathek, NDR Mediathek
Besetzung

Hauptdarsteller:

Nebendarsteller:

Das Institut – Oase des Scheiterns ist eine deutsche Workplace-Sitcom[1] über die Arbeit eines deutschen Kulturinstituts im zentralasiatischen Fantasiestaat Kisbekistan. Weitgehend am Interesse der Einheimischen vorbei versuchen die sechs Mitarbeiter, mit Sprachkursen und Veranstaltungen ein positives Deutschlandbild zu vermitteln. Das in der Serie dargestellte Deutsche Sprach- und Kulturinstitut trägt dabei unverkennbar Züge des Goethe-Instituts.

Die Serie ist eine Koproduktion der Sender Bayerischer Rundfunk, Norddeutscher Rundfunk und Westdeutscher Rundfunk sowie BR Puls und ARD-alpha (Staffel 1) bzw. von BR, NDR, WDR und MagentaTV (Staffel 2).

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kallalabad, die Hauptstadt der Islamischen Volksrepublik Kisbekistan: Hier befindet sich eines von weltweit über hundert Deutschen Sprach- und Kulturinstituten. Unter der Leitung von Dr. Eckart bietet das Institut Deutschkurse an, Theateraufführungen und Gastspiele deutscher Künstler sowie eine reichhaltige Auswahl deutschsprachiger Bücher, Filme und CDs. Das einzige Problem: Die Kisbeken bleiben dem Institut fern. Die einheimische Bevölkerung hat genug eigene Sorgen – Krankheiten, Korruption, Krieg – und daher keinerlei Nerv, sich auf die deutsche Kultur einzulassen.

Und so schmoren die fünf Expats und ihr kisbekischer Regionalkoordinator mehr oder minder im eigenen Saft; spielen Fußball gegen die Mitarbeiter der Niederländischen Botschaft, stellen sich als Wahllokal für die kisbekischen Kommunalwahlen zur Verfügung, spenden Blut fürs Rote Kreuz, organisieren einen Brettspielabend – und müssen ständig Vorwände finden, die Münchener Zentrale von einer Schließung des Standorts abzubringen. Innerhalb der Belegschaft verlaufen zahlreiche Gräben – Ossi gegen Wessi, Christin gegen Stalinistin, Hipster gegen Philister –, aber auch eine zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen der Deutschlehrerin Jördis und dem Kisbeken Haschim anbahnt.

Obwohl sich die Mitarbeiter des Instituts weltgewandt und kulturell aufgeschlossen geben, treten immer wieder ihre deutsche Leitkultur-Arroganz und ihr latenter Rassismus zutage. Und trotz der Direktive, möglichst sensibel mit der Religion und den Bräuchen des Gastlandes umzugehen, treten die Mitarbeiter von einem interkulturellen Fettnäpfchen ins nächste und sind am Ende jeder Folge kurz davor, einen Kampf der Kulturen heraufzubeschwören.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staffel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Original­titel Erstaus­strahlung Regie Drehbuch
1 Deutsche Einheit 3. Jan. 2018 Markus Sehr Robert Löhr
2 Null negativ 3. Jan. 2018 Markus Sehr Robert Löhr
3 Titus der Weise 4. Jan. 2018 Markus Sehr Robert Löhr
4 Wahltag 11 Jan. 2018 Markus Sehr Robert Löhr
5 Crashkurs Deutsch 18. Jan. 2018 Lutz Heineking, jr. Robert Löhr
6 Kallalabale und Liebe 25. Jan. 2018 Lutz Heineking, jr. Robert Löhr
7 Fußball ist unser Leben 1. Feb. 2018 Lutz Heineking, jr. Robert Löhr
8 Siedler von Kallalabad 8. Feb. 2018 Lutz Heineking, jr. Robert Löhr
Am 14. Dezember 2017 wurden alle Folgen der Staffel vorab in den Mediatheken des BR und des NDR veröffentlicht.[2]

Staffel 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Original­titel Erstaus­strahlung Regie Drehbuch
1 Deutsche Neue Welle t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
2 Couchsurfing in Kisbekistan t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
3 Der Exorzismus der Anneliese E. t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
4 Ritt der Walküre t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
5 Die fliehenden Holländer t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
6 Schlangen im Büro t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
7 Durch die Wüste t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
8 Dahoam is Dahoam t.b.a. Markus Sehr Robert Löhr
Am 1. August 2019 wurden alle Folgen der Staffel vorab bei MagentaTV veröffentlicht.[3]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden ausschließlich in einem ehemaligen Frauengefängnis und Gerichtsgebäude im Berliner Ortsteil Moabit statt, dem man durch entsprechende Ausstattung und digitale Hintergründe die Anmutung des Mittleren Ostens gab.[4]

Ihre Premiere hatte die Serie am 28. Oktober 2017 in München: Beim Seriencamp wurden drei Folgen vorgestellt. Bei der Wahl zum Publikumspreis kam Das Institut dabei – hinter Mary Kills People und Babylon Berlin – auf den 3. Platz.[5] Die Premiere der 2. Staffel fand auf dem Filmfest München 2019 statt.[6]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Presse wurde die Serie mehrheitlich gelobt und für ihre Unverzagtheit und ihre Gagdichte gepriesen:

Die Witze sind nie platt, sondern eigentlich immer politisch unkorrekt und auf einem fürs deutsche Fernsehen ungewohnten Niveau. Es ist eine Gratwanderung zwischen Politik und Kultur und dem Clash der Kulturen, der hier großartig gelingt.

Wenn öffentlich-rechtliches Fernsehen lustig sein möchte und dafür dann auch noch ein Land namens Kisbekistan erfindet, in dem die Mitarbeiter einer Goethe-Institut-Persiflage auf Einheimische treffen, dann lässt das Schlimmes befürchten. Aber die Serie ‚Das Institut‘ bricht die Erwartungen in fast jeder Hinsicht.

Witze mit dieser Schärfe und Genauigkeit finden sich in deutschen Filmkomödien meistens einmal in 90 Minuten. In der neuen TV-Comedy ‚Das Institut‘ finden sie sich alle paar Minuten. Als müsste […] bewiesen werden, dass es nun auch mit Comedys in Deutschland hinhaut, legt der Bayerische Rundfunk damit eine wahre Fernsehperle vor.

Kritischere Stimmen bemängeln das Niveau des Humors und das falsche Feindbild:

Die Serie schießt mit Gags wild um sich – allerdings ohne klares Trefferbild. Warum ausgerechnet ein Kultur-Vorposten, der den realen Goethe-Instituten nachempfunden wurde, hier zum Symbol für deutsche Überheblichkeit und Besserwisserei, also zur Zielscheibe gemacht werden soll, erschließt sich nicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Comedy Serie: Das Institut – Oase des Scheiterns. Bayerischer Rundfunk, 16. November 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
  2. BR und NDR haben Sendeplatz für "Das Institut" gefunden. In: DWDL.de. 16. November 2017, abgerufen am 4. März 2019.
  3. https://www.dwdl.de/nachrichten/72949/zweite_institutstaffel_ab_august_bei_magentatv/
  4. Thomas Lückerath: "Das Institut": Dieser deutsche Kulturexport ist ein Witz. DWDL.de, 25. Dezember 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
  5. Seriencamp 2017 kürt Gewinner - und zieht Bilanz. DWDL.de, 30. Oktober 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
  6. Seriencamp 2017 kürt Gewinner - und zieht Bilanz. DWDL.de, 30. Oktober 2017, abgerufen am 5. Januar 2018.
  7. http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/01/03/culture_clash_durch_kulturpolitik_tv_comedy_ueber_das_drk_20180103_2345_59cd2137.mp3
  8. Christoph Fuchs: Zu wenig deutsche Einheit im Regal ist ein Kündigungsgrund. In: sueddeutsche.de. 2. Januar 2018, abgerufen am 15. August 2018.
  9. Hannah Pilarczyk: Deutsche Comedy-Perle: "Fack ju Göhte"-Institut. In: Spiegel Online. 14. Dezember 2017, abgerufen am 10. Juni 2018.
  10. Jörg Seewald: Sein Mann ist geborener Münchner. In: FAZ.net. 19. Mai 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.