Thorsten Merten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thorsten Merten, 2015

Thorsten Merten (* 1963 in Ruhla) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorsten Merten wollte ursprünglich Journalist werden und arbeitete als Volontär in der Lokalredaktion Eisenach beim Vorgängerblatt der Thüringer Allgemeinen.[1] Nach seiner Armeezeit erhielt er von 1986 bis 1990 seine Schauspielausbildung, an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, wo er die dort neueingerichtete Abteilung Kabarett besuchte und mit dem Schauspieldiplom (u. a. als „Diplom-Kabarettist“) abschloss.[1]

Es folgten Engagements an Theaterbühnen im In- und Ausland. So spielte Merten unter anderem am Théâtre Vidy in Lausanne. Er hatte zwei Festengagements Staatstheater Schwerin (1992–1994 und erneut 1999–2003). Seit 2004 spielte Merten regelmäßig am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Er trat dort im Bankenstück von Lutz Hübner (Regie: Volker Hesse, 2004), in Das Wundermärchen von Berlin von Hanns Heinz Ewers (Regie: Alexander Lang, Premiere: Spielzeit 2004/05, als Freiherr von Thüngen), Das weite Land (Regie: Volker Hesse, 2005) und Vor Sonnenuntergang (Regie: Volker Hesse, Premiere: Spielzeit 2004/05, als Schwiegersohn Erich Klamroth) auf.[2]

Am Deutschen Theater in Berlin spielte er 2006 den Zuschneider Schürzinger in Kasimir und Karoline. 2007 hatte er großen Erfolg als McMurphy in Einer flog über das Kuckucksnest von Dale Wasserman am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.[3] 2008/09 gehörte Merten zum Ensemble der Volksbühne Berlin.[4] Dort trat er unter anderem als Graf Schabelski in Iwanow[5] (Regie: Dimiter Gotscheff, 2008), in der Inszenierung Hunde von Frank Castorf (2008), in Prometheus von Aischylos (Regie: Dimiter Gotscheff, 2009) und ebenfalls 2009 in Castorfs Inszenierung von Nord nach Motiven des gleichnamigen Romans von Louis-Ferdinand Céline auf. In der Spielzeit 2009/10 trat Merten am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin als Geist in William Shakespeares Hamlet auf.[6]

2010 übernahm er an der Komischen Oper Berlin die Rolle des Professor Dr. Hinzelmann in Sebastian Baumgartens Inszenierung der Operette Im weißen Rößl.[7] 2014–2015 spielte er am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin als Stargast den Volkspolizisten Horkefeld im Musical Sonnenallee (Film).[8][9] Im Februar/März 2016 gastierte er am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin als Mr. Myers in dem Musical Fame.[10]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erfahrungen vor der Kamera machte Merten bereits 1992 in dem Kinofilm Stilles Land von Andreas Dresen. Seinen Durchbruch als Film- und Fernsehschauspieler hatte Merten 2001, ebenfalls unter der Regie von Andreas Dresen, in dessen Tragikomödie Halbe Treppe, in der Merten als Radiomoderator Chris überzeugte.[1][11] Seitdem war Merten regelmäßig in deutschsprachigen Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Hierbei wurde er im deutschen Fernsehen häufig in Kriminalserien und Kriminalfilmen eingesetzt. 2005 spielte er die Rolle des unter Mordverdacht geratenen Ehemanns Rainer Wiedemann in der ZDF-Fernsehserie Wilsberg. 2006 spielte Merten die Rolle des arbeitslosen Vaters in dem Filmdrama Vier Fenster von Christian Moris Müller.[12] 2007 übernahm er an der Seite von Iris Berben die Rolle des undurchsichtigen Geschäftsmanns Arne Larson in dem historischen ZDF-Mehrteiler Afrika, mon amour.

Seit 2010 verkörpert Merten in der ZDF-Krimireihe Spreewaldkrimi, an der Seite von Christian Redl den Oberinspektor und späteren Polizeikommissar Martin Fichte.[1]

In dem Filmdrama Halt auf freier Strecke (2011) arbeitete er erneut mit Andreas Dresen zusammen. Merten verkörperte darin den Hirntumor der männlichen Hauptfigur Frank Lange (Milan Peschel), dem er eine menschliche Gestalt verlieh.[13] In der Tragikomödie Silvi (2013) spielte er die männliche Hauptrolle, den Ehemann Michael, der er sich nach vielen Ehejahren von der weiblichen Hauptfigur Silvi (Lina Wendel) trennt. Er wirkte auch in mehreren Märchenfilmen mit. Merten hatte außerdem wichtige Haupt- und Nebenrollen u. a. in den Fernsehreihen Tatort, Bella Block (2008), Helen Dorn (2016) und Donna Leon (2016, als tatverdächtiger Bibliotheksmitarbeiter Piero Sartor).

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorsten Merten hat zwei Söhne und eine Tochter und lebt in Berlin.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thorsten Merten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Schauspieler Thorsten Merten: "Ich sehe mich nicht gern auf der Leinwand". In: Thüringer Allgemeine vom 1. Oktober 2012. Abgerufen am 25. November 2017.
  2. MAXIM GORKI THEATER 2001 - 2006. Premieren. Intendanz Bernd Wilms (von 1994 bis 2001). Abgerufen am 25. November 2017.
  3. Ein Indianer kennt den Schmerz. Aufführungskritik in: Die Welt vom 1. April 2007
  4. Thorsten Merten. Künstlerischer Stab: Eintrag bei der Volksbühne Berlin
  5. Iwanow. Archiv Berliner Theatertreffen/Berliner Festspiele. Abgerufen am 25. November 2017.
  6. Hamlet. Besetzung und Hintergrundinformationen
  7. Thorsten Merten. Vita. Offizielle Internetpräsenz Komische Oper Berlin. Abgerufen am 25. November 2017.
  8. „Sonnenallee“ mit Live-Musik: Das soll krachen in der Bude. In: Ostsee-Zeitung vom 23. Januar 2014. Abgerufen am 25. November 2017.
  9. Retro-Komödie: Sonnenallee - Das Musical. Als die DDR noch eingemauert war.... Produktionsdetails und Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 25. November 2017.
  10. Drama: Fame. Steiniger Weg zur Erfüllung großer Träume. Produktionsdetails und Besetzung bei Musicalzentrale.de. Abgerufen am 25. November 2017.
  11. Halbe Treppe. Informationen zum Film auf der Homepage des Hessischen Rundfunks
  12. Vier Fenster (PDF; 3,8 MB) Pressemappe mit einem Kurzporträt von Thorsten Merten
  13. „Ich wollte stark sein, ist mir nicht gelungen“. Filmkritik. Auf Diesseits.de. Das humanistische Magazin vom 5. Dezember 2011. Abgerufen am 25. November 2017.