Die Qual der Wahl
| Film | |
| Titel | Die Qual der Wahl |
|---|---|
| Originaltitel | The Campaign |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2012 |
| Länge | 85 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Jay Roach |
| Drehbuch | |
| Produktion |
|
| Musik | Theodore Shapiro |
| Kamera | Jim Denault |
| Schnitt | |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Die Qual der Wahl (Originaltitel: The Campaign) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 2012. Regie führte Jay Roach, das Drehbuch schrieben Chris Henchy und Shawn Harwell. In den Hauptrollen sind Will Ferrell, Zach Galifianakis, Jason Sudeikis, Katherine LaNasa und Dylan McDermott zu sehen.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der demokratische Abgeordnete Cam Brady möchte bei den Wahlen in North Carolina zum fünften Mal hintereinander in den Kongress gewählt werden. Dann wird jedoch eine Affäre mit einer Anhängerin publik, nachdem er versehentlich eine anzügliche Nachricht auf einem fremden Anrufbeantworter hinterlässt.
Die korrupten Geschäftsleute Glen und Wade Motch suchen sich einen Gegenkandidaten, der für die Republikaner antreten kann. Ihre Wahl fällt auf den Sohn des früheren republikanischen Wahlkampfmanagers Raymond Huggins. Der leicht vertrottelte Marty betreut in der Stadt Hammond den nicht vorhandenen Fremdenverkehr. Cam unterschätzt Marty zunächst und demütigt ihn mit einem hämischen Video über sein bisheriges Schmalspurleben. Darauf engagieren die Brüder Motch den Wahlkampfmanager Tim Wattley, der Marty als soliden Familienvater mit erfolgversprechenden politischen Ideen inszeniert. Martys Umfragewerte steigen, während die von Cam weiter sinken, als er versucht, Marty zu schlagen, dabei aber ein Baby trifft. Nachdem Cams Werbespots Marty als al-Qaida-Terroristen zeigen, entlarvt Marty ihn als scheinheiligen Christen, der nicht einmal das Vaterunser aufsagen kann. In einer Snake handler-Kirche will Cam sein religiöses Image wiederherstellen, wird jedoch von einer Schlange gebissen. Ein Video landet im Internet und drückt seine Umfragewerte.
Als sein Sohn bei der Kandidatur zum Klassensprecher schmutzige Methoden anwendet, besinnt Cam sich auf seine Vorbildfunktion und will mit Marty Frieden schließen. Marty macht eine Flasche edlen Whiskey auf und Cam erzählt, dass er Politiker geworden ist, um den Menschen zu helfen. So habe er in seiner Kindheit als Klassensprecher ein altes rostiges Klettergerüst vom Spielplatz entfernen lassen. Nachdem Cam gegangen ist, wird Marty von Tim überredet, ihn bei der Polizei als Trunkenheitsfahrer zu melden. Die Festnahme belastet Cams Popularität noch weiter. In einem fingierten Video lässt Marty sich von Cams Sohn als „Dad“ bezeichnen. Im Gegenzug verführt Cam Martys vernachlässigte Ehefrau Mitzi und veröffentlicht ein heimlich mit ihr aufgenommenes Sexvideo. Das Video demütigt die Familie Huggins, und Cams Wahlkampfmanager Mitch kündigt aus Protest. Marty übt Vergeltung, als er Cam bei einem Jagdausflug ins Bein schießt, wodurch Martys eigene Popularität ansteigt.
Kurz vor der Wahl erfährt Marty von den Brüdern Motch, dass sie die Stadt an chinesische Investoren verkauft haben, die hier Fabriken bauen und importierte Niedriglöhner beschäftigen werden. Er erkennt, dass er nur benutzt wurde, beendet die Zusammenarbeit und versöhnt sich mit seiner Familie. Um ihre Pläne doch noch umsetzen zu können, unterstützen die Brüder nun den weit abgeschlagenen Cam.
Am Wahltag scheint Cams Sieg eine sichere Sache. In seinem allerletzten Werbespot gelobt Marty, im Falle seiner Wahl der ehrlichste Abgeordnete zu werden. Er offenbart auch den Plan der Motch-Brüder und verkündet Fehltritte aus Cams früheren Leben. Die Umfragen drehen sich noch einmal, doch am Ende gewinnt Cam, weil die Gebrüder Motch die Wahlmaschinen manipuliert haben. Während Cam feiert, zeigt Marty ihm seine großen Narben, die er sich bei einem Unfall auf dem rostigen Klettergerüst zugezogen hatte und sagt, dass er in der Schule zu ihm aufgesehen hat, da er das Klettergerüst entfernt hatte. Cam realisiert daraufhin, wie weit er sich von seinen wahren Beweggründen als Politiker entfernt hat und nimmt die Wahl zum Kongressabgeordneten nicht an. So gewinnt Marty schließlich doch die Wahl. Durch seinen Rücktritt erlangt Cam Mitchs Respekt wieder zurück und beide einigen sich darauf, später wieder zusammenzuarbeiten. Außerdem ernennt Marty Cam zu seinem Stabschef.
Sechs Monate später decken Marty und Cam die Machenschaften der Brüder Motch auf und bestellen sie zu einer Anhörung in einen von Marty geleiteten Untersuchungsausschuss im Kongress. Die beiden Brüder merken an, dass alles, was sie getan haben, gemäß dem Urteil im Fall Citizens United v. Federal Election Commission legal sei. Sie werden schließlich doch verhaftet, da der von ihnen vermittelte Tim Wattley sich als international gesuchter Krimineller entpuppt.
Besetzung und Synchronisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die deutsche Synchronisation entstand unter der Dialogregie von Sven Hasper durch die Synchronfirma Interopa Film GmbH in Berlin.[3]
| Rollenname | Schauspieler/in | Synchronsprecher/in[3] |
|---|---|---|
| Camden „Cam“ Brady | Will Ferrell | Uwe Büschken |
| Martin „Marty“ Huggins | Zach Galifianakis | Michael Iwannek |
| Mitch Wilson | Jason Sudeikis | Norman Matt |
| Rose Brady | Katherine LaNasa | Melanie Pukaß |
| Tim Wattley | Dylan McDermott | Tom Vogt |
| Glen Motch | John Lithgow | Frank-Otto Schenk |
| Wade Motch | Dan Aykroyd | Thomas Danneberg |
| Raymond Huggins | Brian Cox | Klaus Sonnenschein |
| Mitzi Huggins | Sarah Baker | Nicole Hannak |
| Janette | Taryn Terrell | |
| Tripp Huggins | Josh Lawson | Philipp Moog |
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dreharbeiten begannen am 14. November 2011 in und um New Orleans und Hammond, Louisiana, und dauerten bis Februar 2012 an.[4] In den Vereinigten Staaten hatte der Film am 4. August 2012 beim Traverse City Film Festival Premiere, bevor er am 10. August 2012 regulär in die Kinos kam.[5] Die Gesamteinnahmen für den Premierentag beliefen sich auf 10,25 Millionen US-Dollar, womit Die Qual der Wahl hinter Das Bourne Vermächtnis auf Platz 2 landete.[6] Nach dem ersten Wochenende beliefen sich die Einnahmen aus 3205 Kinos auf 26,6 Millionen Dollar und stellt damit die beste Premiere eines Films über den Wahlkampf überhaupt dar.[7] Das weltweite Gesamteinspielergebnis liegt bei über 105 Millionen Dollar, wobei fast 87 Millionen davon aus den USA kommen.[8] Der deutsche Kinostart war am 4. Oktober 2012.[9] Das Gesamteinspielergebnis in Deutschland beträgt umgerechnet über 150 Tausend US-Dollar.[10]
Eine Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray erfolgte in den USA am 30. Oktober 2012 und in Deutschland am 8. Februar 2013.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film erhielt gemischte bis positive Kritiken, mit einem Rating von 66 Prozent bei Rotten Tomatoes, basierend auf 201 Rezensionen. So ist „seine rohe Art der politischen Satire […] nicht ganz so schlau oder scharf, wie man es sich in einem Wahljahr vielleicht erhofft hat, aber The Campaign gelingt es dank seiner gut zueinander passenden Hauptdarsteller, eine ausreichende Anzahl von Lachern, zu generieren“. (Its crude brand of political satire isn't quite as smart or sharp as one might hope in an election year, but The Campaign manages to generate a sufficient number of laughs thanks to its well-matched leads.)[11] Lukas Foerster von der Tageszeitung schrieb, dass der Film von „den beiden Hauptdarstellern lebt“ und führt weiter aus, dass der Film „in den Dialogen erfrischend obszön“ ist und „zahllose kleinere und größere Skandale der jüngeren Vergangenheit aufgreift“, dabei sollte man aber „scharfe, tagesaktuelle politische Satire im Stil der Daily Show dennoch nicht erwarten“.[12] Richard Roeper gab dem Film ein „A-“ und beschrieb ihn als „eine der besten Komödien des Jahres“, wo „das Material offensiv lustig ist, aber die Lacher sehr beständig sind“.[13] Hingegen urteilte der Toronto Star den Film als „laut, profan und unerbittlich vulgär“, während er „auch gelegentlich lustig sei“.[14] Auch Claudia Puig vom USA Today merkte an, dass „der Humor inkonsistent ist und der politischen Satire der nötige Biss fehlt“.[15] Das Lexikon des internationalen Films beschrieb den Film als „eine bitterböse, mitunter durchaus grenzwertige Satire, die politisches Machtstreben hemmungslos überzeichnet, um die egoistischen Motive der Akteure bloßzulegen“ und führte weiter aus, dass er „höchst unterhaltsam nicht zuletzt wegen seiner beabsichtigen Anspielungen auf reale US-Politiker“ sei.[16]
Auch bei den Preiskritikern fand der Film Beachtung, so wurden sowohl Will Ferrell als auch Zach Galifianakis bei den People’s Choice Awards 2013 in der Kategorie Favorite Comedic Movie Actor nominiert. Die beiden erhielten auch bei den MTV Movie Awards 2013 eine Nominierung als bestes Filmpaar. Der Komponist Theodore Shapiro gewann 2013 den BMI Film & TV Award für die beste Filmmusik.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website
- Die Qual der Wahl bei IMDb
- The Campaign bei Rotten Tomatoes (englisch)
- The Campaign bei Metacritic (englisch)
- Die Qual der Wahl in der Online-Filmdatenbank
- Die Qual der Wahl in der Deutschen Synchronkartei
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Freigabebescheinigung für Die Qual der Wahl. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 134834/V; abgerufen am 17. April 2026).
- ↑ Alterskennzeichnung für Die Qual der Wahl. Jugendmedienkommission.
- 1 2 Die Qual der Wahl. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Mike Scott: Will Ferrell comedy 'Dog Fight' looking for a few good extras ahead of New Orleans shoot. In: Nola.com. 26. Oktober 2011, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Die Qual der Wahl – Release dates. In: IMDb.com. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Ray Subers: Friday Report: Solid Starts for 'Bourne,' 'Campaign'. In: Box Office Mojo. 11. August 2012, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Ray Subers: Weekend Report: 'Legacy' Debut Keeps 'Bourne' Franchise Alive. In: Box Office Mojo. 11. August 2012, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ The Campaign. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Die Qual der Wahl. In: FilmStarts.de. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ The Campaign – International Box Office Results. In: Box Office Mojo. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ The Campaign. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 4. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Lukas Foerster: Die Qual der Wahl. In: Taz.de. 4. Oktober 2012, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ The Campaign Review. In: RichardRoeper.com. Abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Bruce DeMara: The Campaign review: Dirty politics. In: Toronto Star. 9. August 2012, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Claudia Puig: 'The Campaign' is a stumper. In: USA Today. 9. August 2012, abgerufen am 3. Juni 2013.
- ↑ Die Qual der Wahl. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 3. Juni 2013.