Doppelter Palstek

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Doppelter Bulin
Doppelter Bulin
Typ Schlaufe
Anwendung Anseilknoten
Ashley-Nr. 1080
Festigkeit 56 %
Synonyme Doppelter Palstek
Englisch Weiches Auge, Bowline on the Bight

Der doppelte Bulin ist ein Knoten im Bergsport, der zum Anseilen verwendet wird.

Anwendung[Bearbeiten]

Beim Klettern dient der doppelte Bulin als besonders leicht zu lösender Einbindeknoten am Klettergurt. Er ist selbst nach häufiger oder großer Sturzbelastung leicht wieder zu öffnen. Dies macht ihn zum perfekten Anseilknoten beim Sportklettern, wo Stürze ins Seil häufig auftreten. Allerdings existiert die Meinung, dass das Knotenbild nicht so einfach zu kontrollieren sei wie das des Achterknotens. Der Achterknoten wird deshalb als Standardanseilknoten empfohlen.

Beim Standplatzbau mit Hilfe einer (vernähten) Bandschlinge findet der doppelte Bulin ebenfalls Verwendung. Er bildet dann – anstelle einer Sackstichschlinge – das „weiche Auge“, in dem der HMS-Karabiner eingehängt werden kann.[1][2]

Der doppelte Palstek wurde früher als eine Art „Brustgurt“ verwendet. Zur Sicherung ist er aber nur geeignet, wenn von oben gesichert werden kann. Beispielsweise beim Abstieg in eine Grube, oder gesichert an einem Jolltau oder Fall beim Aufstieg auf den Mast eines Segelschiffes. Dabei wird eine Schlinge um die Brust gelegt, und die andere diagonal um Brust und über eine Schulter. Wichtig ist, dass der Knoten eng sitzt, damit der zu Sichernde nicht herausrutschen kann.

Knüpfen[Bearbeiten]

Gelegt[Bearbeiten]

Diese Variante lässt sich auch in der Mitte des Seiles knüpfen. Zum Legen eines weichen Auges in eine Bandschlinge ist auch nur diese Methode möglich.

Als Ersatz für einen Brustgurt wird das Seilende doppelt genommen. Die Schlaufe soll etwa von der Schulter bis zum Boden reichen. Dann wird in die Schlaufe mit dem doppelten Seil ein Auge gelegt. Die lange Schlaufe wird knapp durch das Auge gesteckt, so dass aus der Schlaufe zwei Schlingen entstehen. Das durchgesteckte Ende bildet eine kleine Bucht, die über die beiden Schlaufen und den ganzen Knoten gestülpt wird. Der Knoten wird an den beiden Schlingen festgezogen.

Gesteckt[Bearbeiten]

Das Seilende wird durch die Schlaufen des Klettergurtes gezogen und zu einem losen Palstek geknüpft. Das freie Ende soll noch etwa 70 cm lang sein. Mit diesem wird nun der Schlinge und dem Knoten nochmal parallel nachgefahren. Der doppelte Palstek muss sorgfältig kontrolliert und festgezogen werden.

Alternativen[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Knoten

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. know-how am Berg. wesentliches zu ausrüstung, planung und seiltechnik, DAV-Summit-Club, München 2010, S. 41 u. 47
  2.  Peter Plattner: Das „weiche Auge“. In: bergundsteigen. (PDF, abgerufen am 30. Juli 2015).