Überhandknoten

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Überhandknoten
Überhandknoten
Typ Grundform
Anwendung Stopper
Ashley-Nr. 46, 519
Festigkeit ca. 45 %
Englisch Overhand knot
Überhandknoten mit einem Papierstreifen

Der Überhandknoten ist der einfachste Stopperknoten. Er wird gebunden, indem das Ende um die eigene stehende Part gewunden wird.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Häufig wird der Überhandknoten mit dem halben Knoten und dem halben Schlag verwechselt. Diese drei Knoten sind sehr ähnlich in ihrem Aufbau, haben jedoch klar unterschiedliche Anwendungszwecke.[1]

Der halbe Knoten ist ein loser Verbindungsknoten, der eine Grundform in der Knotenkunde ist und nicht als selbstständiger Knoten auftritt. Er wird geknüpft, indem zwei Seilenden um einander geschlungen werden. Der verschlungene Teil des Überhandknotens entspricht somit dem halben Knoten.

Beim halben Schlag handelt es sich um ein Törn, den die lose Part um die eigene stehende Part beschreibt. Häufig umwickelt das Seil dabei ein anderes Objekt.

mit Überhandknoten verschlossene Plastiktüte

Anwendung[Bearbeiten]

Als einzelner Knoten in ein Seil geknotet, verringert er dessen Belastbarkeit um mehr als die Hälfte, und ist nach Belastung nur noch sehr schwer bis gar nicht mehr zu lösen. Unbelastet neigt er dazu, sich von allein zu öffnen.

Meist wird er als Stopperknoten verwendet, beispielsweise, um das Ende eines Nähfadens am Durchrutschen durch den Stoff zu hindern, oder hinter einem Paketknoten.

Ein Beutel oder Sack kann ohne Bindemittel mit einem Überhandknoten verschlossen werden, wenn er nicht komplett gefüllt ist und noch genügend Stoff („Hals“) zum Verknoten übrig bleibt.

Abwandlungen[Bearbeiten]

  • Legt man einen Überhandknoten auf Slip (d. h. so, dass eine zuziehende Schlinge entsteht), entsteht ein Knoten, der als Slipstek oder Paketknoten bekannt ist.
  • Dreht man beim Überhandknoten die Enden nochmals, entsteht ein doppelter Überhandknoten.
  • Legt man zwei Seilenden zusammen und macht mit beiden einen Überhandknoten, entsteht ein Sackstich.
  • Legt man einen Überhandknoten in ein Band und fährt diesem mit einem zweiten Band gegenläufig genau nach, entsteht der Bandschlingenknoten als Verbindung zweier Bänder.
  • Legt man einen Überhandknoten um ein zweites Seil und macht mit diesem einen Überhandknoten um das erste Seil, entsteht ein Spierenstich oder Fischerknoten.
  • Legt man mehrere Überhandknoten nacheinander um eine Stange, entsteht der Marlschlag.

Alternativen[Bearbeiten]

Seefahrer und Kletterer verwenden als Stopper häufiger die Endacht. Der Knoten ist größer und liegt mittig in der Leine.

Siehe auch: Liste der Knoten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Clifford Ashley: Ashley-Buch der Knoten. Nummer 46–48.