Überhandknoten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Überhandknoten
Überhandknoten
Typ Grundform
Anwendung Stopper
Ashley-Nr. 46, 519
Festigkeit ca. 45 %
Englisch Overhand knot
Liste der Knoten
Überhandknoten mit einem Papierstreifen

Der Überhandknoten ist der einfachste Stopperknoten. Er wird gebunden, indem das Ende um die eigene stehende Part gewunden wird.

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig wird der Überhandknoten mit dem halben Knoten und dem halben Schlag verwechselt. Diese drei Knoten sind sehr ähnlich in ihrem Aufbau, haben jedoch klar unterschiedliche Anwendungszwecke.[1]

Der halbe Knoten ist ein loser Verbindungsknoten, der eine Grundform in der Knotenkunde ist und nicht als selbstständiger Knoten auftritt. Er wird geknüpft, indem zwei Seilenden um einander geschlungen werden. Der verschlungene Teil des Überhandknotens entspricht somit dem halben Knoten.

Beim halben Schlag handelt es sich um einen Törn, den die lose Part um die eigene stehende Part beschreibt. Häufig umwickelt das Seil dabei ein anderes Objekt.

mit Überhandknoten verschlossene Plastiktüte

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Überhandknoten verringert, als einzelner Knoten in ein Seil geknotet, dessen Belastbarkeit um mehr als die Hälfte, und ist nach Belastung äußerst schwer zu lösen. Unbelastet neigt er dazu, sich von allein zu öffnen.

Meist wird er als Stopperknoten verwendet, beispielsweise, um das Ende eines Nähfadens am Durchrutschen durch den Stoff zu hindern.

Mit einem Überhandknoten kann ohne Bindemittel ein Beutel oder Sack verschlossen werden, wenn dieser nicht komplett gefüllt ist und noch genügend Stoff („Hals“) zum Verknoten übrig bleibt.

Abwandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Legt man einen Überhandknoten auf Slip (d. h. man bindet ihn so, dass eine Schlinge entsteht, mit welcher der Knoten schnell geöffnet werden kann), entsteht der Slipstek.
  • Führt man beim Überhandknoten das freie Ende nochmals durch das Auge, entsteht ein doppelter Überhandknoten.
  • Verdreht man beim Überhandknoten das Auge um eine halbe Drehung, entsteht eine Endacht.
  • Legt man zwei Seilenden zusammen und macht mit beiden einen Überhandknoten, entsteht ein Sackstich.
  • Legt man einen Überhandknoten in ein Band und fährt diesem mit einem zweiten Band gegenläufig genau nach, entsteht der Bandschlingenknoten als Verbindung zweier Bänder.
  • Legt man einen Überhandknoten um ein zweites Seil und macht mit diesem einen Überhandknoten um das erste Seil, entsteht ein Spierenstich oder Fischerknoten.
  • Legt man mehrere Überhandknoten nacheinander um eine Stange, entsteht der Marlschlag.
  • Knüpft man in zwei Seilenden jeweils einen Überhandknoten, so dass die beiden Knoten ineinander greifen, entsteht der Zeppelinstek.

Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seefahrer und Kletterer verwenden als Stopper häufiger die Endacht. Der Knoten ist größer und liegt mittig in der Leine.

Siehe auch: Liste der Knoten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clifford Ashley: Ashley-Buch der Knoten. Nummer 46–48.