Schotstek
| Schotstek | |
|---|---|
| Typ | Verbindung |
| Anwendung | Verbindung zweier gleich- oder ungleich dicker Seile |
| Ashley-Nr. | 1, 1431, 1433 |
| Festigkeit | ca. 50 % |
| Synonyme | Schotenstich, Hinterstich, Weberkreuzknoten, Weberknoten[1] |
| Englisch | Sheet Bend |
| Liste der Knoten | |
Der Schotstek ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile.
Inhaltsverzeichnis
Namen und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Früher verwendeten Seeleute diesen Knoten, um die Schot zu verbinden. Daher stammt auch der Name.[2]
Feuerwehrleute nennen ihn Schotenstich, beim THW heißt er Hinterstich und für Pfadfinder ist er der Weberkreuzknoten oder auch gekreuzter Weberknoten.
Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Schotstek halbiert in etwa die Belastbarkeit des Seiles. Er lässt sich auf Slip legen und ist dann auch unter starker Belastung lösbar. Bei niedriger bis keiner Belastung besteht bei diesem Knoten mit oder ohne Slip die Gefahr, dass er sich löst. Er sollte daher nur für Verbindungen auf ständigen Zug verwendet werden.
Knüpfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In das dicke Ende wird eine Bucht gelegt. Mit dem dünnen Ende fährt man in die Bucht, um diese herum (zuerst um die lose, dann um die stehende Part) und steckt es zwischen dem dünnen Ende und der Bucht durch. Am Ende liegen beide Enden auf der gleichen Seite. Bei unterschiedlich starken Leinen muss darauf geachtet werden, dass der dicke Tampen die Bucht bildet.
In seiner Form entspricht der Schotstek dem Palstek mit innenliegendem Ende. Der Unterschied ist nur, dass die feste Part der dicken Leine nicht mit der losen Part der dünnen zu einer Schlaufe verbunden ist.
Der Schotstek erhält seine Stabilität dadurch, dass die stehende Part des einen Seils die lose Part des anderen Seils bekneift. Darum ist der unzuverlässigere linkshändige Schotstek (Ashley-Nr. 1432) bei unterschiedlicher Beschaffenheit der Seile zu vermeiden.[2] Beim rechtshändigen Schotstek zeigen die losen Enden auf die gleiche Seite, beim linkshändigen dagegen in verschiedene Richtungen. Dadurch liegen die stehenden Enden aneinander, so dass sie ihre Zugwirkung gegenseitig aufheben. Somit verringert sich die Kraft zum Bekneifen der losen Enden.
Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Schotstek eignet sich zum Verbinden zweier Seile, sowohl für gleich starke Seile als auch für Seile unterschiedlicher Stärke oder verschiedener Steifheit.
Außerdem wird der Schotstek zusammen mit dem Webeleinenstek zum Knüpfen von Netzen, wie Fischernetzen und Hängematten verwendet. [3] Hier heißt er Weberknoten, weil er nach einer verschiedenen Methode und mit anderem Material gebunden wird[4].
Angler benutzten den Schotstek als Jamknoten,[5] um eine Schlaufe an der Flugschnur mit dem Vorfach zu verbinden.
Alternativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Der Doppelte Schotstek eignet sich bei sehr unterschiedlich dicken oder unterschiedlich beschaffenen Seilen.
- Bei wechselnder Belastung ist ein Achterknoten zuverlässiger. Er ist aber schlechter lösbar und aufwendiger zu knüpfen.
- Eine dünne Leine (Zeising) wird mit dem Zeisingstek mit einem dicken Seil verbunden.
- Zum Verbinden dicker Trossen ist der Trossenstek am besten geeignet.
- Zum Verbinden von nassen, rutschigen Leinen wie Angelschnur eignet sich der Spierenstich.
- Als besonders sichere Verbindung eignet sich der doppelte Spierenstich.
Abwandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Mit einer zusätzlichen Windung entsteht der Doppelte Schotstek.
- Um dem Schotstek eine schlankere Form zu geben, wird das abstehende Ende nochmals zurückgesteckt. Somit lässt er sich z. B. leichter durch Ösen ziehen und wirkt „aufgeräumt“.
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ Das Ashley Buch der Knoten, S. 19, 6. Auflage - Hamburg: Edition Maritim, 1999
- ↑ a b Clifford W. Ashley: Das Ashley-Buch der Knoten. ISBN 3-89225-527-X.
- ↑ http://www.helpster.de/fischernetze-knuepfen-eine-anleitung_21228
- ↑ Das Ashley Buch der Knoten, S. 19, 6. Auflage - Hamburg: Edition Maritim, 1999
- ↑ Jamknoten