Eike Immel

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Eike Immel

Eike Immel in der Sendung Markus Lanz, 2012

Spielerinformationen
Geburtstag 27. November 1960
Geburtsort StadtallendorfDeutschland
Größe 187 cm
Position Tor
Vereine in der Jugend
0000–1976
1976–1978
TSV Eintracht Stadtallendorf
Borussia Dortmund
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1978–1986
1986–1995
1995–1997
Borussia Dortmund
VfB Stuttgart
Manchester City
247 (0)
287 (0)
43 (0)
Nationalmannschaft
1975–1976
1976–1977
1977–1978
1978
1979–1980
1980–1988
Deutschland U-15
Deutschland U-16
Deutschland U-18
Deutschland Amateure
Deutschland U-21
Deutschland
4 (0)
5 (0)
4 (0)
1 (0)
14 (0)
19 (0)
Stationen als Trainer
1998–2001
2001–2002
2002–2003
2003–2005
VfR Heilbronn
Beşiktaş Istanbul (Torwarttrainer)
FK Austria Wien (Torwarttrainer)
Fenerbahçe Istanbul (Torwarttrainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Eike Immel (* 27. November 1960 in Stadtallendorf) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er war Nationaltorhüter und stand unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1986 und der Europameisterschaft 1988 im Kader der Auswahl des DFB.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Als 15-Jähriger verließ Immel seine Jugendmannschaft TSV Eintracht Stadtallendorf und wechselte in die Jugendabteilung von Borussia Dortmund.[1] Für die Profimannschaft von Borussia Dortmund debütierte Immel am 12. August 1978 (1. Spieltag) als 17-Jähriger beim 1:0-Sieg im Bundesligaheimspiel gegen den FC Bayern München.[2]

Er wechselte 1986 von Borussia Dortmund, für die er insgesamt 247 Bundesligaspiele bestritten hatte, als Nummer drei der A-Nationalmannschaft zum VfB Stuttgart. In der Saison 1991/92 feierte Immel mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft seinen größten Erfolg.

In der Saison 1995/96 gab sein Trainer Rolf Fringer dem Nachwuchskeeper Marc Ziegler den Vorzug. Immel entschied sich deshalb, den VfB zu verlassen und wechselte in die Premier League zu Manchester City.[3]

Immel absolvierte 534 Bundesligaspiele und nimmt damit Platz sieben der Liste der Rekord-Spieler der Fußball-Bundesliga ein. 287 Spiele davon bestritt er für den VfB Stuttgart. Von den Torhütern hat nur Oliver Kahn mehr Liga-Spiele absolviert. Er ist der Bundesliga-Torhüter mit den meisten Gegentoren: insgesamt 829.[4] Nach „Zu-Null“-Spielen belegt Immel mit 147 Partien ohne Gegentor Platz drei hinter Oliver Kahn und Oliver Reck.

Seine Karriere musste er in England wegen eines Hüftleidens beenden.[5]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Immel absolvierte bereits von 1975 bis 1978 Länderspiele für die Nachwuchsmannschaften des DFB und am 8. November 1978 ein Länderspiel für die Amateur-Nationalmannschaft, die in Den Haag der Auswahl der Niederlande mit 0:2 unterlegen war.

Immel war Juniorenauswahlspieler und wurde bei der U-21-Europameisterschaft 1982 Vizeeuropameister.

Am 11. Oktober 1980 war er mit 19 Jahren der jüngste Torhüter, der je für eine Deutsche Fußballnationalmannschaft antrat. Das 1:1-Unentschieden in Eindhoven gegen die Auswahl der Niederlande war sein Debüt.[6] Er stand bei den Europameisterschaften 1980 und 1988 und den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 jeweils im deutschen Kader, das EM Turnier 1988 spielte er als Stammtorhüter durch (Aus im Halbfinale gegen die Niederlande).[7] Bis 1988 stand Immel insgesamt 19 Mal im Tor der deutschen Nationalmannschaft, kehrte ihr aber nach einem Streit mit dem Teamchef Franz Beckenbauer den Rücken, da dieser im ersten Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 1990 gegen Finnland dem jungen Bodo Illgner den Vorzug gegeben hatte.

Erfolge als Spieler[Bearbeiten]

Vereinsmannschaften[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Seine Trainerkarriere begann Eike Immel beim württembergischen Verbandsligisten VfR Heilbronn, mit dem er 1999 als Vizemeister hinter der SpVgg Au/Iller in die Oberliga Baden-Württemberg aufstieg. Im März 2001 wechselte er in die Türkei, zunächst zu Beşiktaş Istanbul, wo er (wie auch bei den folgenden Stationen) unter Christoph Daum als Torwarttrainer arbeitete. Nach dessen Demission im Mai 2002 wechselte er im Oktober 2002 zum FK Austria Wien, ehe er zwischen Juli 2003 und Dezember 2005 beim türkischen Rekordmeister Fenerbahçe Istanbul tätig war und Volkan Demirel trainierte.[8] Seitdem bei Immel jedoch Hüftkopfnekrose diagnostiziert wurde, kann er seinem Beruf als Torwarttrainer nicht mehr nachgehen.[9] Seit 2008 führt Eike Immel die eigene Eike-Immel-Torwartschule in Kassel.[10][11]

Fernsehauftritte[Bearbeiten]

Vom 11. Januar bis zum 24. Januar 2008 nahm Eike Immel an der dritten Staffel der RTL-Show „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ teil, bei der er den 5. Platz belegte. Eike Immel trat 2008 auch bei Das perfekte Promi-Dinner, Schmidt & Pocher und Nachtcafé auf.[12] Immel war dreimal in der Fernsehsendung Markus Lanz zu Gast. In der Sendung vom 8. Februar 2012 erklärte er, seit seiner Geburt auf dem linken Auge eine Sehfähigkeit von unter 20 % zu haben. Das räumliche Sehen habe er sich schon seit frühester Kindheit antrainiert, obwohl er „beim ersten Versuch, mit dem Finger in ein Wasserglas zu treffen, es sicher nicht schaffen würde“. Am 13. Juni 2012 diskutierte er über das EM-Spiel Deutschland gegen die Niederlande. Sein dritter Besuch war am 11. September 2014. Am 2. Dezember 2014 war er Gast in der Sendung Menschen bei Maischberger.

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Wie ein Liebeslied (mit Bata Illic)
  DE 18 14.03.2008 (6 Wo.)

Musikaufnahmen[Bearbeiten]

Zusammen mit seinem Dschungel-Kollegen Bata Illic nahm Immel die Single Wie ein Liebeslied auf, die am 29. Februar 2008 veröffentlicht wurde.

Am 26. Juni 2009 erschien sein Solo-Album Meine andere Seite.[13][14]

Privates[Bearbeiten]

Immel entstammt einer Landwirtsfamilie. Er ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Im Jahr 1989 unterstützte er den Wahlkampf von Lothar Späth in Baden-Württemberg.[15]

Eike Immel gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an. Die Stiftung Jugendfußball wurde im Jahr 2000 von Jürgen Klinsmann, weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet.[6]

Im April 2008 musste Immel Privatinsolvenz anmelden, weil er sich durch langjährige hohe Konsumausgaben finanziell übernommen hatte und Bauherrenmodelle im Totalverlust geendet hatten.[9][11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  FUSSBALL: Ganz große Zukunft. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1989 (online).
  2. Die Nationalmannschaft in den 80ern: Mit Kalle zum Hahnenkampf. In: 11 Freunde, 29. März 2011
  3.  Fußball: Bingo im Refugium. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1996 (online).
  4. Statistik - Torhüter - Bundesliga
  5. Hinweis in: echt - Das Stadionmagazin, Heft 39, 30. März 2012, S. 21.
  6. a b Ich hätte kämpfen müssen. In: 11 Freunde, 10. März 2009
  7.  NATIONALELF: Früher gab’s Erich. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1988 (online).
  8. Eike Immel über sein Image: »Daran bin ich selbst Schuld«
  9. a b Ehemalige Fußballprofis: In Saus und Braus gelebt, dann abgestürzt auf stern.de vom 10. Januar 2008
  10. Eike Immel trainiert Torhüter des Kirchhörder SC. In: Ruhrnachrichten, 23. Oktober 2008
  11. a b Reden wir über Geld (25): Eike Immel „Viel Geld für Autos und Frauen ausgegeben“. In: Süddeutsche Zeitung, 11. Juli 2008
  12. Eike Immel in der Internet Movie Database (englisch)
  13. Eike Immel bei 11 Freundinnen - Magazin für Frauenfußball
  14. Eike Immel im Gespräch – Badewannensänger mit Stollen an den Füßen. In: Süddeutsche Zeitung, 30. Dezember 2009
  15.  FUSSBALL: Mit der Hälfte verdorben. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1989 (online).