Ein Kind wird gesucht

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Filmdaten
OriginaltitelEin Kind wird gesucht
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Länge90 Minuten
Stab
RegieUrs Egger
DrehbuchFred Breinersdorfer
Katja Röder
ProduktionNils Dünker
Eric Bouley
Christopher Sassenrath
MusikNellis Du Biel
Ina Siefert
KameraLukas Strebel
SchnittBenjamin Hembus
Besetzung

Ein Kind wird gesucht ist ein 2017 entstandener Fernsehfilm des ZDF in Zusammenarbeit mit Arte von Urs Egger nach dem Drehbuch von Katja Röder und Fred Breinersdorfer basierend auf dem Fall Mirco aus dem Jahr 2010. Der Film veranschaulicht neben den Ermittlungen der Polizei unter Leitung des von Heino Ferch gespielten Kriminalkommissars auch das Leid der von Silke Bodenbender und Johann von Bülow verkörperten Eltern des Jungen während der Zeit, da im Dunkeln liegt, was mit Mirco geschehen ist.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2010 verschwindet der zehnjährige Mirco Schlitter an einem Freitagabend auf dem Nachhauseweg. Als seine Eltern Sandra und Reinhard Schlitter am nächsten Morgen bemerken, dass ihr Sohn verschwunden und sein Bett unbenutzt ist, schalten sie die Polizei ein.

Unverzüglich richtet diese unter der Leitung des erfahrenen Kriminalhauptkommissars Ingo Thiel eine Sonderkommission ein. Thiel und seinem Stellvertreter Ecki ist jedoch schnell klar, dass sie den Jungen wohl nicht mehr lebend finden werden. Dennoch setzen sie alles daran, Mircos Schicksal aufzuklären. Keine noch so ungewöhnliche Ermittlungsmethode lassen sie dabei aus. Nach über 140 Tagen können sie den Täter schließlich ermitteln. 145 Tage nach Mircos Verschwinden erfolgt die Festnahme durch die SOKO.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Nils Dünker für Lailaps Pictures produzierte Film wurde im Auftrag des ZDF vom 10. März bis 12. April 2017 in Nordrhein-Westfalen unter dem Arbeitstitel Das Versprechen gedreht. Als Koproduzenten fungierten Christopher Sassenrath und Eric Bouley für die Kölner handwritten Pictures. Die redaktionelle Verantwortung lag bei Günther van Endert für das ZDF und Olaf Grunert für Arte.[1] Das Drehbuch basiert unter anderem auf der Episode „Das Versprechen“ aus dem Buch Soko im Einsatz von Ingo Thiel unter Mitarbeit von Bertram Job und dem Buch Mirco – Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen. von Sandra und Reinhard Schlitter.[2]

Am 22. September 2017 feierte der Film beim Krimifestival Tatort Eifel in Daun schließlich seine Premiere.[3]

Die Erstausstrahlung im Fernsehen fand am 15. Dezember 2017 bei Arte statt.[4] Sie erreichte mehr als 1,81 Mio. Zuschauer. Der Marktanteil, der bei Arte sonst um die 1,1 % liegt, betrug außergewöhnliche 6 %. Damit schlug der Film in der Primetime sogar TV-Sender wie ProSieben, Vox und RTLII.[5] In Frankreich erzielte der Film unter dem Titel Un Enfant disparaît zusätzliche 1,259 Mio. Zuschauer und 5,1 % Marktanteil, womit er ebenfalls deutlich über dem dortigen Senderschnitt lag.[6] In der ewigen Bestenliste der Quoten von Arte Deutschland belegte der Film Platz zwei und war in Deutschland und Frankreich Jahressieger 2017.[7]

Der Film wurde am 9. März 2018 beim Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden mit dem Publikumspreis und dem Darstellerpreis für Heino Ferch ausgezeichnet.[8] Zudem erhielt er eine Nominierung als „Beste Produktion“ bei den Preisen der Deutschen Akademie für Fernsehen, die am 30. November 2018 in Berlin vergeben werden.[9]

Am Montagabend, den 22. Oktober 2018, wurde der Film im ZDF um 20.15 Uhr als „Fernsehfilm der Woche“ ausgestrahlt.[10]

Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TV Spielfilm beurteilte den Film als „packend erzählte Realität statt Krimieinerlei“[11], während tittelbach.tv der Ansicht ist, dass den Polizeibeamten des Falls Mirco mit dem Film vor allem „ein Denkmal“ gesetzt worden sei.[12] Der Film gehe unter die Haut und bleibe über 90 Minuten hochspannend, auch wenn der Zuschauer wisse, wie der Fall ausgehe, lobte Zeit Online.[13] Die Neue Osnabrücker Zeitung befand, der Film sei nicht spektakulär – aber grandios, „gerade weil er auf effektheischende Momente verzichtet“.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Kind wird gesucht in der Internet Movie Database (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heino Ferch löst „Das Versprechen“ ein adS mediabiz.de
  2. Dreharbeiten für ZDF-Krimi „Das Versprechen“ in NRW: ZDF Presseportal. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  3. Ein Kind wird gesucht. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  4. Ein Kind wird gesucht. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  5. „Eifelpraxis“ besiegt die Fußball-Bundesliga, Sat.1 erfolgreich mit der „Genial daneben“-„Weihnachtsshow“. Meedia, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  6. Toutelatele.com: Audiences TV du vendredi 15 décembre 2017 : une finale en baisse pour Koh-Lanta et la victoire d’André, NCIS s’achève sans panache, Suède / France booste TMC. In: Toutelatele. (toutelatele.com [abgerufen am 19. Dezember 2017]).
  7. Fred Breinersdorfer: News (Fred Breinersdorfer). Abgerufen am 9. Februar 2018.
  8. Deutsches FernsehKrimi-Festival. Abgerufen am 10. März 2018.
  9. DAfF-Preis 2018: Deutsche Akademie für Fernsehen gibt die Nominierten bekannt. Deutsche Akademie für Fernsehen, abgerufen am 1. Oktober 2018.
  10. Pressemappe: Ein Kind wird gesucht: ZDF Presseportal. Abgerufen am 26. September 2018.
  11. TV Spielfilm Online: Ein Kind wird gesucht – Krimi – TV Spielfilm. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  12. Ein Kind wird gesucht – Kritik zum Film bei tittelbach.tv. Abgerufen am 11. Dezember 2017.
  13. Medien: Ein Krimidrama: Mord an Mirco als Filmpremiere. In: Die Zeit. 23. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. Dezember 2017]).
  14. Tom Heise: Beeindruckende Verfilmung des Falls Mirco. In: noz.de. 15. Dezember 2017, abgerufen am 15. Dezember 2017.