Doris Leuthard

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Doris Leuthard (2011)
Doris Leuthard auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2017

Doris Leuthard (bürgerlich Doris Leuthard Hausin;[1] * 10. April 1963 in Merenschwand; heimatberechtigt in Sarnen und Merenschwand) ist eine Schweizer Politikerin (CVP) und amtierende Bundespräsidentin.

Von 1999 bis 2006 war sie Nationalrätin, von 2004 bis 2006 Parteipräsidentin der CVP. Seit dem 1. August 2006 ist sie Mitglied der Schweizer Regierung, des Bundesrats und steht dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) vor. Von 2006 bis 2010 war sie Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD). 2009 und 2016 war sie Vizepräsidentin des Bundesrats, 2010 und 2017 Bundespräsidentin.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doris Leuthard wuchs als ältestes von vier Geschwistern auf. Ihr Vater Leonz Leuthard war viele Jahre Gemeindeschreiber von Merenschwand und sass im Grossen Rat des Kantons Aargau. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in Merenschwand und Muri besuchte sie die Kantonsschule Wohlen. Sie studierte Rechtswissenschaft an der Universität Zürich und machte Studienaufenthalte in Paris und Calgary. 1991 erhielt sie das Rechtsanwaltspatent.

Ihre politische Karriere begann 1993, als sie zur Schulrätin des Bezirks Muri gewählt wurde. 1997 folgte die Wahl in den Grossen Rat des Kantons Aargau. Durch diese Tätigkeiten wurde sie rasch bekannt. 1999 kandidierte sie sowohl für den Nationalrat als auch für den Ständerat. Ihr Wahlkampf sorgte für Aufsehen, da der damalige Parteisekretär der CVP Aargau, Reto Nause, Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt bedrucken und verteilen liess. Die Aargauer Zeitung kreierte die Schlagzeile «Duschen mit Doris», die zum inoffiziellen Wahlkampfspruch wurde.[3] Zwar reichte es nicht für die Wahl zur Ständerätin, doch Leuthard erreichte bei der Wahl in den Nationalrat eines der besten Ergebnisse des gesamten Kantons.

Im Jahr 2000 gab sie ihre Mandate als Schul- und Grossrätin ab und wurde Vizepräsidentin, sowohl der Kantonalpartei als auch der CVP Schweiz. Im Nationalrat gehörte sie der Kommission für Wirtschaft und Abgaben an. Nach dem Rücktritt von Parteipräsident Philipp Stähelin leitete Doris Leuthard die Partei interimistisch während einiger Monate. Am 18. September 2004 wurde sie schliesslich zur Parteipräsidentin der CVP gewählt.

Bei der Nachfolgewahl für Joseph Deiss im Jahr 2006 wurde Leuthard in einer Einzelkandidatur mit 133 von 234 gültigen Stimmen in den Bundesrat gewählt; ihr Nachfolger im Nationalrat ist Markus Zemp, das Parteipräsidium übernahm Christophe Darbellay.

Am 10. Dezember 2008 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Leuthard mit 173 von 198 gültigen Stimmen zur Vizepräsidentin für das Jahr 2009. Am 2. Dezember 2009 wurde sie mit 158 von 183 gültigen Stimmen zur Bundespräsidentin des Jahres 2010 gewählt.[4]

Auslandbesuche als Bundespräsidentin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ort Hauptgrund
11. bis 13. Februar Vancouver (KanadaKanada Kanada) Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele und Besuch von Wettkämpfen
22. Februar Madrid (SpanienSpanien Spanien) Treffen mit dem spanischen König Juan Carlos I. und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero
25. und 26. Februar Paris (FrankreichFrankreich Frankreich) Teilnahme am OECD-Agrarministertreffen
25. und 26. März Wien (OsterreichÖsterreich Österreich) Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer und Vizekanzler Josef Pröll
12. und 13. April Washington, D.C. (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) Teilnahme am Nuklearen Sicherheitsgipfel
18. April Krakau (PolenPolen Polen) Teilnahme am Staatsbegräbnis für den polnischen Präsidenten Lech Kaczyński
23. April Berlin (DeutschlandDeutschland Deutschland) Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel 
6. und 7. Mai Rom (ItalienItalien Italien) und VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt Teilnahme an der Vereidigung der Rekruten der Päpstlichen Schweizergarde sowie Audienz bei Papst Benedikt XVI. und Treffen mit dem Staatssekretär des Vatikan, Tarcisio Bertone sowie dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi
27. und 28. Mai Paris (FrankreichFrankreich Frankreich) Teilnahme an einer Sitzung des OECD-Rats auf Ministerebene
8. Juni Berlin (DeutschlandDeutschland Deutschland) Teilnahme an der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel
11. Juni Johannesburg und Vanderbijlpark (SudafrikaSüdafrika Südafrika) Treffen mit südafrikanischen Regierungsvertretern, Besuch des Eröffnungsspiels der WM 2010 sowie Besuch im Trainingscamp der Schweizer Fussballnationalmannschaft
6. bis 8. Juli Jakarta und Surabaya (IndonesienIndonesien Indonesien) Staatsbesuch; Treffen mit Präsident Susilo Bambang Yudhoyono und weiteren indonesischen Regierungsvertretern
9. Juli SingapurSingapur Singapur Treffen mit Präsident Sellapan Ramanathan und weiteren Regierungsvertretern
19. Juli Brüssel (BelgienBelgien Belgien) Treffen mit dem Präsidenten des Europäischen Rats Herman Van Rompuy und dem Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso
21. Juli Paris (FrankreichFrankreich Frankreich) Treffen mit Präsident Nicolas Sarkozy
10. bis 14. August Chongqing, Shanghai und Peking (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) Treffen mit Vertretern der chinesischen Regierung und Behörden sowie Vertretern der Schweizer Wirtschaft, Besuch der Expo 2010 sowie Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und dem Vorsitzenden des Volkskongresses Wu Bangguo in Peking
26. August Sotschi (RusslandRussland Russland) Treffen mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew
6. September Vaduz (LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein) Treffen mit dem liechtensteinischen Regierungschef Klaus Tschütscher und Erbprinz Alois
23. September New York City (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) Teilnahme an der Generalversammlung der Vereinten Nationen
3. Oktober Doha (KatarKatar Katar) Treffen mit dem Emir von Katar, Hamad bin Chalifa Al Thani und Premierminister Hamad ibn Dschasim ibn Dschabir Al Thani
4. und 5. Oktober Amman (JordanienJordanien Jordanien) Treffen mit König Abdullah II. und Premierminister Samir Rifai sowie Besuch eines Flüchtlingslagers
14. und 15. Oktober Oslo (NorwegenNorwegen Norwegen) Staatsbesuch; Treffen mit König Harald und Premierminister Jens Stoltenberg
1. November Lübeck (DeutschlandDeutschland Deutschland) Teilnahme am Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter
8. und 9. Dezember Cancún (MexikoMexiko Mexiko) Teilnahme an der UNO-Klimakonferenz

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ort Hauptgrund
6. April Brüssel (BelgienBelgien Belgien) Treffen mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker
10. April Tallinn (EstlandEstland Estland) Treffen mit Präsidentin Kersti Kaljulaid und Premierminister Jüri Ratas
18. bis 20. April Buenos Aires (ArgentinienArgentinien Argentinien) Treffen mit Präsident Mauricio Macri und weiteren Regierungsvertretern
21. April Lima (PeruPeru Peru) Treffen mit Präsident Pedro Pablo Kuczynski
25. April Zagreb (KroatienKroatien Kroatien) Treffen mit Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović und Premierminister Andrej Plenković
5. und 6. Mai Rom (ItalienItalien Italien) und VatikanstadtVatikanstadt Vatikanstadt Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni; Teilnahme an der Vereidigung der Rekruten der Päpstlichen Schweizergarde sowie Audienz bei Papst Franziskus und Treffen mit Erzbischof Paul Gallagher
13 bis 15. Mai Peking (China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China) Treffen mit Präsident Xi Jinping und Teilnahme am OBOR-Gipfel
31. Mai Leipzig (DeutschlandDeutschland Deutschland) Treffen mit den Verkehrsministern des Güterverkehrskorridors Rotterdam-Genua

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Doris Leuthard wurde am 8. Dezember 2012 Preisträgerin der Arosa Humorschaufel 2012, eines Jurypreises des Arosa Humor-Festivals.[5][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Doris Leuthard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eidgenössische Bundeskanzlei: Der Bund kurz erklärt, Seite 71, erschienen 2008
  2. Präsidialjahr 2017. In: admin.ch. Abgerufen am 1. Januar 2017.
  3. Das Dilemma der Doris Leuthard. In: NZZ Online. 29. April 2006, abgerufen am 14. April 2011
  4. Doris Leuthard zur Bundespräsidentin gewählt. In: NZZ Online. 2. Dezember 2009, abgerufen am 14. April 2011
  5. Aroser Zeitung vom 9. November 2012, S. 30
  6. 20 Minuten Online: Doris Leuthard für ihren Humor ausgezeichnet, abgerufen am 10. Dezember 2012
Vorgänger Amt Nachfolger
Joseph Deiss Mitglied im Schweizer Bundesrat
seit 2006