FC Eilenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
FC Eilenburg
Logo
Voller Name Fußballclub Eilenburg e.V.
Ort Eilenburg
Gegründet 1. Januar 1994
Vereinsfarben blau-rot
Stadion Ilburg-Stadion
Plätze 5.600
Präsident Gerd Stephan
Trainer Nico Knaubel
Homepage www.fceilenburg.com
Liga Landesliga Sachsen
2014/15 6. Platz
Heim
Auswärts
Ilburg-Stadion
Front des Ilburg-Stadions
Ilburg-Stadion

Der FC Eilenburg ist ein Fußballverein aus dem sächsischen Eilenburg. Die Farben des Vereins sind Blau-Rot. Der FCE bezeichnet sich als größter und erfolgreichster Fußballverein im Landkreis Nordsachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

1912–1944[Bearbeiten]

Der Verein sieht sich ausweislich seiner Vereinssatzung in der Tradition des am 14. Dezember 1912 in der Eilenburger Schankwirtschaft „Zur Torgauer Höhe“ von acht Minderjährigen gegründeten FC 1912 Eilenburg.[1]

Aufgrund einer Fusion benannte sich der Verein 1919 in „Spielvereinigung 1912 Eilenburg“ um. In der Weimarer Zeit war die Spielvereinigung zumeist in der 2. Klasse des Gaus Nordwestsachsen im Verband Mitteldeutscher Ballsportvereine (VMBV) vertreten. Innerhalb der Stadt konnte sie als bürgerlicher Verein jedoch weder die Spielstärke noch die Beliebtheit der im ATSB organisierten Sportvereinigung Vorwärts Eilenburg erreichen.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und dem Vorwärts-Verbot waren die „Zwölfer“, nunmehr im Kursachsen-Kreis (Gau Mitte) spielend, für kurze Zeit die Nummer 1 der Stadt. Da jedoch die Vorwärts-Sportler nach und nach zur Reichsbahnsportgemeinschaft (RB) Eilenburg wechselten, verlor die Spvg. 1912 Mitte der 1930er-Jahre diesen Status wieder. Im Juli 1939 fusionierten schließlich die Zwölfer und RB, wobei der Spielbetrieb als RB Eilenburg weitergeführt wurde. Den größten Erfolg erreichte dieser Verein 1943 mit dem Gewinn des Kursachsen-Meistertitels. Aufgrund der kriegsbedingten Umstände wurde das letzte Spiel am 14. November 1944 ausgetragen – danach wurde die Mannschaft abgemeldet.

1945–1990[Bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch des Naziregimes wurden in der sowjetischen Besatzungszone alle bis dahin bestehenden Vereine verboten. Die Löschung des Reichsbahnsportvereins im Vereinsregister erfolgte am 14. Mai 1946. Dennoch wurde auch in Eilenburg weiter Fußball gespielt. Ein Großteil der früheren Reichsbahnsportgemeinschaft fand sich Ende der 1940er-Jahre in der Mannschaft der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Fortschritt Eilenburg wieder, deren Trägerbetrieb die Eilenburger Fortschrittwerke waren. Einen beachtlichen Erfolg errang die Mannschaft am 3. August 1949. In der Kampfbahn „Am Zoo“ besiegten die Eilenburger im Endspiel des Landes-Pokals die Vertretung der BSG Waggonbau Dessau mit 3:1 und wurde auf diese Weise erster FDGB-Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den Dessauern qualifizierte sich die BSG Fortschritt auch für den 1949 erstmals ausgetragenen Ostzonen-weiten FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb. Während die Dessauer den Pokal gewannen, schied Fortschritt Eilenburg im Viertelfinale nach einer 1:3-Niederlage beim Zweitligisten BSG Carl Zeiss Jena aus.

1949/50 war die BSG Fortschritt Eilenburg ebenfalls Zweitligist und erreichte zum Saisonende in der Südstaffel der Landesklasse von Sachsen-Anhalt Platz sechs. Am 1. Juli 1950 übernahm der VEB Eilenburger Celluloid-Werk die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft, die danach den Namen BSG Chemie Eilenburg führte. Sie spielte bis 1952 weiter in der inzwischen drittklassigen Landesklasse (Einführung der DDR-Liga). Im Sommer 1952 wurden in der DDR die Länder zugunsten von Bezirken abgeschafft, was zur Folge hatte, dass auch das DDR-Fußball-Ligensystem geändert werden musste. An die Stelle der Landesklassen traten die drittklassigen Bezirksligen, Eilenburg wurde zur Saison 1952/53 in die Bezirksliga Leipzig eingegliedert. Dort war die BSG Chemie zunächst drei Spielzeiten lang vertreten, ehe sie 1955 in die Bezirksklasse Leipzig absteigen musste. Diese war nach Schaffung der II. DDR-Liga bis 1963 fünftklassig. Bis 1988 wechselten die Eilenburger, die zwischen 1972 und 1976 eine Spielgemeinschaft mit der Armeesportgemeinschaft Vorwärts Eilenburg (SpG Chemie/Vorwärts Eilenburg) bildeten, zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga. 1978 wurde die BSG Chemie als Bezirksligist durch einen 5:4-Sieg nach Verlängerung über die BSG Lok Delitzsch Bezirkspokalsieger und nahm am DDR-weiten Fußballpokal-Wettbewerb 1978/79 teil. Dort unterlag sie zuhause dem Hallenser Bezirksligisten BSG Stahl Thale mit 0:2 im Elfmeterschießen. 1988 stieg die BSG Chemie Eilenburg aus der Bezirksklasse ab, in die sie bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes 1991 nicht mehr zurückkehrte.

Seit 1990[Bearbeiten]

Nachdem das Chemiewerk nach der politischen Wende 1990 die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft eingestellt hatte, gründeten BSG-Mitglieder im gleichen Jahr den eingetragenen Verein FSV Grün/Weiß Eilenburg. 1998 wurde dieser sächsischer Hallenlandesmeister und unter Trainer Joachim Fritzsche Zweiter der Bezirksliga. Dies konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein in Eilenburg hinter dem mittlerweile zweimaligen Bezirksmeister MFC Eilenburg (hervorgegangen aus dem Mörtitzer SV) in der Stadt erneut nur die Nummer 2 war. Nachdem auch im Folgejahr der Aufstieg in die Landesliga verpasst wurde und sich auch die BSG Lok 1998 bereits dem MFC angeschlossen hatte, kam es 2001 zur Fusion.

Als FC Eilenburg spielt der Verein seither in der Spitze des sächsischen Fußballs eine sehr gute Rolle. 2004 gelang unter Trainer Martin Polten der Gewinn des Hallenlandesmeistertitels, der Gewinn des Sachsenmeistertitels und der Aufstieg in die Fußball-Oberliga Nordost, in der sich der Verein fünf Jahre halten konnte. Größter Erfolg war dabei Platz drei in der Serie 2006/07 vor ostdeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem Halleschen FC oder dem FSV Zwickau. Ab der Saison 2009/10 spielt der Verein wieder in der Landesliga Sachsen.

Mannschaft[Bearbeiten]

Kader Saison 2015/16[Bearbeiten]

Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum im Verein seit vorheriger Verein

Tor

28 Marko Sujica KroateKroate 08.07.1992 2013 NK Hrvatski Dragovoljac
X Florian Thomas DeutscherDeutscher 12.03.1997 2015 SG Dynamo Dresden

Abwehr

4 Stanko Cvitkovic BosnierBosnier 01.07.1990 2015 NK GOŠK Gabela
5 Stephan Hofmann DeutscherDeutscher 17.09.1984 2010 Kickers 94 Markkleeberg
14 Henrik Jochmann DeutscherDeutscher 16.04.1992 2013 Chemnitzer FC II

Mittelfeld

6 Richard Seidlitz DeutscherDeutscher 13.09.1994 2015 VfB IMO Merseburg
7 Sebastian Heidel DeutscherDeutscher 25.05.1989 2014 VfB Lübeck
8 Philipp Sauer DeutscherDeutscher 04.08.1994 2015 BSG Chemie Leipzig
9 Dennis Kummer DeutscherDeutscher 14.06.1994 eigene Jugend
10 Adam Fiedler DeutscherDeutscher 12.01.1993 2015 BSG Chemie Leipzig
13 Max Theinert DeutscherDeutscher 18.07.1995 eigene Jugend
17 Christoph Bartlog DeutscherDeutscher 23.11.1991 eigene Jugend
22 Martin Schlegel DeutscherDeutscher 12.07.1992 2013 Chemnitzer FC II

Angriff

11 Friedrich Wolf DeutscherDeutscher 11.02.1994 2015 SG Union Sandersdorf
12 Dennis Zivcec KroateKroate 06.07.1994 2015 SC Wiesen
18 Maximilian Röhrborn DeutscherDeutscher 12.03.1994 2014 RB Leipzig II
19 Moritz Zeiße DeutscherDeutscher 21.09.1994 2015 SG Union Sandersdorf

Erfolge[Bearbeiten]

  • 1997 Aufstieg in die Landesliga
  • 2004 Aufstieg in die Oberliga

Stadion[Bearbeiten]

Der FC Eilenburg trägt die Heimspiele seiner ersten Männermannschaft im Ilburg-Stadion aus. Dieses Stadion verfügt über 5.600 Plätze, davon 600 Sitzplätze (250 überdacht). Es ist mit einer Flutlichtanlage ausgestattet. Die Spiele der Nachwuchsmannschaften finden im Sparkassen-Fußball-Zentrum auf zwei Rasen- und einem Kunstrasenplatz unweit des Ilburg-Stadions statt.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Platzierungen[Bearbeiten]

Saison Liga Platz Tore Punkte
1994/95 Bezirksliga 05. 53:28 036:24
1995/96 Bezirksliga 06. 58:42 0044
1996/97 Bezirksliga 01. 71:30 0068
1997/98 Landesliga
1998/99 Landesliga 08. 55:54 0043
1999/00 Landesliga 07. 56:45 0046
2000/01 Landesliga 12. 35:39 0028
2001/02 Landesliga 05. 44:27 0047
2002/03 Landesliga 03. 48:27 0056
2003/04 Landesliga 01. 68:25 0060
2004/05 Oberliga 12. 42:52 0041
2005/06 Oberliga 12. 32:39 0031
2006/07 Oberliga 03. 45:32 0055
2007/08 Oberliga 12. 42:48 0034
2008/09 Oberliga 14. 28:46 0027
2009/10 Landesliga 03. 55:27 0064
2010/11 Landesliga 05. 56:40 0054
2011/12 Landesliga 12. 30:37 0034
2012/13 Landesliga 10. 31:31 0038
2013/14 Landesliga 02. 62:32 0065
2014/15 Landesliga 06. 49:33 0049

Farblegende:  - Aufstieg,  - Abstieg

Personen[Bearbeiten]

Trainerhistorie[Bearbeiten]

  • bis 12/1994: Gerd Stephan
  • 01/1995 bis 06/1996: Hans-Joachim Hobusch
  • 07/1996 bis 10/1997: Gerd Stephan
  • 11/1997 bis 12/2001: Jörg Wunderlich
  • 01/2002 bis 06/2002: Hans-Joachim Klinger
  • 07/2002 bis 06/2005: Martin Polten
  • 07/2005 bis 11/2005: Frank Pohl
  • 11/2005 bis 06/2006: Wolfgang Letzian
  • 07/2006 bis 05/2008: Joachim Steffens
  • 05/2008 bis 06/2008: Carsten Hänsel
  • 07/2008 bis 11/2008: Roman Müller
  • 11/2008 bis 12/2008: Carsten Hänsel
  • 01/2009 bis 05/2009: Thomas Matheja
  • 05/2009 bis 06/2010: Carsten Hänsel
  • 07/2010 bis 06/2011: Béla Virág
  • 07/2011 bis 06/2012: Rico Winkler
  • 07/2012 bis 06/2013: Olaf Schaller
  • 07/2013 bis 08/2015: Tomislav Piplica
  • seit 08/2015: Nico Knaubel

kursiv: Interimstrainer

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • D.F.S.F (Hrsg.): DDR-Chronik – DDR-Fußball 1949–1991. Berlin 2007–2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ilburg-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steffen Tänzer u.a., Jetzt kommen die tapferen Eilenburger. Das Jahrhundertbuch zur Eilenburger Fußballgeschichte, ISBN 978-3-00-036326-9