FC Eilenburg

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FC Eilenburg
Logo
Basisdaten
Name Fußballclub Eilenburg e.V.
Sitz Eilenburg, Sachsen
Gründung 1. Januar 1994
Farben blau-rot
Präsident Steffen Tänzer
Website www.fceilenburg.com
Erste Mannschaft
Trainer Nico Knaubel
Stadion Ilburg-Stadion
Plätze 5.600
Liga Oberliga Nordost
2016/17 1. Platz (Landesliga Sachsen)
Heim
Auswärts
Ilburg-Stadion
Front des Ilburg-Stadions
Ilburg-Stadion

Der FC Eilenburg ist ein Fußballverein aus dem sächsischen Eilenburg. Die Farben des Vereins sind Blau-Rot. Der FCE bezeichnet sich als größter und erfolgreichster Fußballverein im Landkreis Nordsachsen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912–1944[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein sieht sich ausweislich seiner Vereinssatzung in der Tradition des am 14. Dezember 1912 in der Eilenburger Schankwirtschaft „Zur Torgauer Höhe“ von acht Minderjährigen gegründeten FC 1912 Eilenburg.[1]

Aufgrund einer Fusion benannte sich der Verein 1919 in „Spielvereinigung 1912 Eilenburg“ um. In der Weimarer Zeit war die Spielvereinigung zumeist in der 2. Klasse des Gaus Nordwestsachsen im Verband Mitteldeutscher Ballsportvereine (VMBV) vertreten. Innerhalb der Stadt konnte sie als bürgerlicher Verein jedoch weder die Spielstärke noch die Beliebtheit der im ATSB organisierten Sportvereinigung Vorwärts Eilenburg erreichen.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und dem Vorwärts-Verbot waren die „Zwölfer“, nunmehr im Kursachsen-Kreis (Gau Mitte) spielend, für kurze Zeit die Nummer 1 der Stadt. Da jedoch die Vorwärts-Sportler nach und nach zur Reichsbahnsportgemeinschaft (RB) Eilenburg wechselten, verlor die Spvg. 1912 Mitte der 1930er-Jahre diesen Status wieder. Im Juli 1939 fusionierten schließlich die Zwölfer und RB, wobei der Spielbetrieb als RB Eilenburg weitergeführt wurde. Den größten Erfolg erreichte dieser Verein 1943 mit dem Gewinn des Kursachsen-Meistertitels. Aufgrund der kriegsbedingten Umstände wurde das letzte Spiel am 14. November 1944 ausgetragen – danach wurde die Mannschaft abgemeldet.

1945–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zusammenbruch des Naziregimes wurden in der sowjetischen Besatzungszone alle bis dahin bestehenden Vereine verboten. Die Löschung des Reichsbahnsportvereins im Vereinsregister erfolgte am 14. Mai 1946. Dennoch wurde auch in Eilenburg weiter Fußball gespielt. Ein Großteil der früheren Reichsbahnsportgemeinschaft fand sich Ende der 1940er-Jahre in der Mannschaft der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Fortschritt Eilenburg wieder, deren Trägerbetrieb die Eilenburger Fortschrittwerke waren. Einen beachtlichen Erfolg errang die Mannschaft am 3. August 1949. In der Kampfbahn „Am Zoo“ besiegten die Eilenburger im Endspiel des Landes-Pokals die Vertretung der BSG Waggonbau Dessau mit 3:1 und wurde auf diese Weise erster FDGB-Landespokalsieger von Sachsen-Anhalt. Gemeinsam mit den Dessauern qualifizierte sich die BSG Fortschritt auch für den 1949 erstmals ausgetragenen Ostzonen-weiten FDGB-Fußballpokal-Wettbewerb. Während die Dessauer den Pokal gewannen, schied Fortschritt Eilenburg im Viertelfinale nach einer 1:3-Niederlage beim Zweitligisten BSG Carl Zeiss Jena aus.

1949/50 war die BSG Fortschritt Eilenburg ebenfalls Zweitligist und erreichte zum Saisonende in der Südstaffel der Landesklasse von Sachsen-Anhalt Platz sechs. Am 1. Juli 1950 übernahm der VEB Eilenburger Celluloid-Werk die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft, die danach den Namen BSG Chemie Eilenburg führte. Sie spielte bis 1952 weiter in der inzwischen drittklassigen Landesklasse (Einführung der DDR-Liga). Im Sommer 1952 wurden in der DDR die Länder zugunsten von Bezirken abgeschafft, was zur Folge hatte, dass auch das DDR-Fußball-Ligensystem geändert werden musste. An die Stelle der Landesklassen traten die drittklassigen Bezirksligen, Eilenburg wurde zur Saison 1952/53 in die Bezirksliga Leipzig eingegliedert. Dort war die BSG Chemie zunächst drei Spielzeiten lang vertreten, ehe sie 1955 in die Bezirksklasse Leipzig absteigen musste. Diese war nach Schaffung der II. DDR-Liga bis 1963 fünftklassig. Bis 1988 wechselten die Eilenburger, die zwischen 1972 und 1976 eine Spielgemeinschaft mit der Armeesportgemeinschaft Vorwärts Eilenburg (SpG Chemie/Vorwärts Eilenburg) bildeten, zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga. 1978 wurde die BSG Chemie als Bezirksligist durch einen 5:4-Sieg nach Verlängerung über die BSG Lok Delitzsch Bezirkspokalsieger und nahm am DDR-weiten Fußballpokal-Wettbewerb 1978/79 teil. Dort unterlag sie zuhause dem Hallenser Bezirksligisten BSG Stahl Thale mit 0:2 im Elfmeterschießen. 1988 stieg die BSG Chemie Eilenburg aus der Bezirksklasse ab, in die sie bis zum Ende des DDR-Fußballspielbetriebes 1991 nicht mehr zurückkehrte.

Seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Chemiewerk nach der politischen Wende 1990 die Trägerschaft für die Betriebssportgemeinschaft eingestellt hatte, gründeten BSG-Mitglieder im gleichen Jahr den eingetragenen Verein FSV Grün/Weiß Eilenburg. 1998 wurde dieser sächsischer Hallenlandesmeister und unter Trainer Joachim Fritzsche Zweiter der Bezirksliga. Dies konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein in Eilenburg hinter dem mittlerweile zweimaligen Bezirksmeister MFC Eilenburg (hervorgegangen aus dem Mörtitzer SV) in der Stadt erneut nur die Nummer 2 war. Nachdem auch im Folgejahr der Aufstieg in die Landesliga verpasst wurde und sich auch die BSG Lok 1998 bereits dem MFC angeschlossen hatte, kam es 2001 zur Fusion.

Als FC Eilenburg spielt der Verein seither in der Spitze des sächsischen Fußballs eine sehr gute Rolle. 2004 gelang unter Trainer Martin Polten der Gewinn des Hallenlandesmeistertitels, der Gewinn des Sachsenmeistertitels und der Aufstieg in die Fußball-Oberliga Nordost, in der sich der Verein fünf Jahre halten konnte. Größter Erfolg war dabei Platz drei in der Serie 2006/07 vor ostdeutschen Traditionsvereinen wie dem FC Sachsen Leipzig, dem Halleschen FC oder dem FSV Zwickau. Ab der Saison 2009/10 spielt der Verein wieder in der Landesliga Sachsen. In der Saison 2016/17 gelang dem FC Eilenburg der erneute Aufstieg in die Oberliga.[2]

Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Spieler Nat. Geburtsdatum im Verein seit vorheriger Verein

Tor

1 Andreas Naumann DeutscherDeutscher 17.01.1993 2017 ZFC Meuselwitz
23 Florian Thomas DeutscherDeutscher 12.03.1997 2015 SG Dynamo Dresden

Abwehr

5 Stephan Hofmann DeutscherDeutscher 17.09.1984 2010 Kickers 94 Markkleeberg
13 Toni Majetschak DeutscherDeutscher 17.09.1994 2016 SSV Markranstädt
14 Henrik Jochmann DeutscherDeutscher 16.04.1992 2013 Chemnitzer FC II
16 Alexander Vogel DeutscherDeutscher 09.02.1997 2017 RB Leipzig II
22 Martin Schlegel DeutscherDeutscher 12.07.1992 2013 Chemnitzer FC II
24 Sebastian Klemm DeutscherDeutscher 15.09.1993 2016 VFC Plauen

Mittelfeld

2 Philipp Sauer DeutscherDeutscher 04.08.1994 2015 BSG Chemie Leipzig
3 Felix-Benjamin Zehrfeld DeutscherDeutscher 03.03.1998 2014 eigene Jugend
4 Sebastian Schmidt DeutscherDeutscher 16.07.1997 2016 1. FC Lokomotive Leipzig
7 Sebastian Heidel DeutscherDeutscher 25.05.1989 2014 VfB Lübeck
8 René Winkler DeutscherDeutscher 30.12.1992 2013 Hallescher FC II
9 Dennis Kummer DeutscherDeutscher 14.06.1994 2009 eigene Jugend
10 Adam Fiedler DeutscherDeutscher 12.01.1993 2015 BSG Chemie Leipzig
17 Christoph Bartlog DeutscherDeutscher 23.11.1991 2008 eigene Jugend
21 Paul Stöbe DeutscherDeutscher 18.04.1990 2016 Kickers 94 Markkleeberg
25 Robin Dietrich DeutscherDeutscher 11.05.1993 2016 FC Eilenburg II

Angriff

11 Branden Stelmak US-AmerikanerUS-Amerikaner 22.06.1989 2016 SCD Concordia Cleveland
18 Maximilian Röhrborn DeutscherDeutscher 12.03.1994 2014 RB Leipzig II
19 Moritz Zeiße DeutscherDeutscher 21.09.1994 2015 SG Union Sandersdorf
20 Fabian Döbelt DeutscherDeutscher 12.05.1998 2009 eigene Jugend

Transfers Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugänge
Nat. Name abgebender Verein Transferperiode
DeutschlandDeutschland Alexander Vogel RB Leipzig II Sommer 2017
DeutschlandDeutschland Andreas Naumann ZFC Meuselwitz
DeutschlandDeutschland Robin Dietrich FC Eilenburg II
DeutschlandDeutschland Felix-Benjamin Zehrfeld FC Eilenburg U19
Abgänge
Nat. Name aufnehmender Verein Transferperiode
KroatienKroatien Marko Sujica beruflich nach China Sommer 2017
DeutschlandDeutschland Richard Seidlitz VfB Zwenkau 02
DeutschlandDeutschland Lukas Schlesinger VfB Zwenkau 02
DeutschlandDeutschland Johann Stoklassa Ziel unbekannt

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993, 1997 Aufstieg in die Landesliga
  • 2004, 2017 Aufstieg in die Oberliga

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Eilenburg trägt die Heimspiele seiner ersten Männermannschaft im Ilburg-Stadion aus. Dieses Stadion verfügt über 5.600 Plätze, davon 600 Sitzplätze (250 überdacht). Es ist mit einer Flutlichtanlage ausgestattet. Die Spiele der Nachwuchsmannschaften finden im Sparkassen-Fußball-Zentrum auf zwei Rasen- und einem Kunstrasenplatz unweit des Ilburg-Stadions statt.

Ligazugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Liga Platz Tore Punkte
1990/91 Bezirksliga 03. 54:30 038:18
1991/92 Bezirksliga 07. 62:47 033:27
1992/93 Bezirksliga 01. 70:25 049:11
1993/94 Landesliga 13. 26:57 016:36
1994/95 Bezirksliga 05. 53:28 036:24
1995/96 Bezirksliga 06. 58:42 0044
1996/97 Bezirksliga 01. 71:30 0068
1997/98 Landesliga 14. 43:71 0027
1998/99 Landesliga 08. 55:54 0043
1999/00 Landesliga 07. 56:45 0046
2000/01 Landesliga 12. 35:39 0028
2001/02 Landesliga 05. 44:27 0047
2002/03 Landesliga 03. 48:27 0056
2003/04 Landesliga 01. 68:25 0060
2004/05 Oberliga 12. 42:52 0041
2005/06 Oberliga 12. 32:39 0031
2006/07 Oberliga 03. 45:32 0055
2007/08 Oberliga 12. 42:48 0034
2008/09 Oberliga 14. 28:46 0027
2009/10 Landesliga 03. 55:27 0064
2010/11 Landesliga 05. 56:40 0054
2011/12 Landesliga 12. 30:37 0034
2012/13 Landesliga 10. 31:31 0038
2013/14 Landesliga 02. 62:32 0065
2014/15 Landesliga 06. 49:33 0049
2015/16 Landesliga 06. 50:43 0048
2016/17 Landesliga 01. 74:27 0068

Farblegende: - Aufstieg, - Abstieg

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainerhistorie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 12/1994: Gerd Stephan
  • 01/1995 bis 06/1996: Hans-Joachim Hobusch
  • 07/1996 bis 10/1997: Gerd Stephan
  • 11/1997 bis 12/2001: Jörg Wunderlich
  • 01/2002 bis 06/2002: Hans-Joachim Klinger
  • 07/2002 bis 06/2005: Martin Polten
  • 07/2005 bis 11/2005: Frank Pohl
  • 11/2005 bis 06/2006: Wolfgang Letzian
  • 07/2006 bis 05/2008: Joachim Steffens
  • 05/2008 bis 06/2008: Carsten Hänsel
  • 07/2008 bis 11/2008: Roman Müller
  • 11/2008 bis 12/2008: Carsten Hänsel
  • 01/2009 bis 05/2009: Thomas Matheja
  • 05/2009 bis 06/2010: Carsten Hänsel
  • 07/2010 bis 06/2011: Béla Virág
  • 07/2011 bis 06/2012: Rico Winkler
  • 07/2012 bis 06/2013: Olaf Schaller
  • 07/2013 bis 08/2015: Tomislav Piplica
  • seit 08/2015: Nico Knaubel

kursiv: Interimstrainer

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D.F.S.F (Hrsg.): DDR-Chronik – DDR-Fußball 1949–1991. Berlin 2007–2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilburg-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steffen Tänzer u.a., Jetzt kommen die tapferen Eilenburger. Das Jahrhundertbuch zur Eilenburger Fußballgeschichte, ISBN 978-3-00-036326-9
  2. Bewerbungen für das Spieljahr 2017/18. In: Amtliche Mitteilungen Nr. 02/2017. Nordostdeutscher Fußballverband, 28. April 2017, S. 7, abgerufen am 1. Juni 2017 (PDF).