François Baroin

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François Baroin, 2012

François Baroin (* 21. Juni 1965 in Paris) ist ein französischer Politiker und ehemaliger Journalist. Er war vom 20. März 2010 bis zum 15. Mai 2012 war er Minister - zunächst Haushaltsminister und dann Finanzminister (Ministre de l'Économie, des Finances et de l'Industrie) - unter Premierminister François Fillon (UMP).

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baroin begann seine journalistische Karriere in der Politik-Redaktion des Senders Europe 1. Von 1987 bis 1988 war er Beauftragter des Vorsitzenden eines Komitees, dessen Aufgabe in der Vorbereitung der Feierlichkeiten zur Begehung des 200-jährigen Jubiläums der Französischen Revolution bestand.

1989 wurde er für die Partei RPR zum Mitglied des Gemeinderates von Nogent-sur-Seine gewählt, am 2. April 1993 zum Abgeordneten der Nationalversammlung und 1995 schließlich zum Bürgermeister von Troyes.[1]

Im gleichen Jahr benannte Premierminister Alain Juppé ihn zu seinem Pressesprecher (Staatsminister im Kabinett Juppé I). Nachdem Juppé ihn im November 1995 für das Kabinett Juppé II nicht wiederberief, wurde er Beauftragter des Präsidenten Jacques Chirac und behielt diesen Posten, bis er am 1. Juni 1997 erneut ein Abgeordnetenmandat errang.

Im Juni 2002 zog Baroin nach der Parlamentswahl erneut für das Département Aube in die Nationalversammlung ein. Zwischenzeitlich hatte er sich der neu gegründeten Partei UMP angeschlossen, innerhalb derer er unter dem Vorsitz von Alain Juppé das Amt des stellvertretenden Generalsekretärs bekleidete.

Seit dem 2. Juni 2005 war er als Nachfolger von Brigitte Girardin in der Regierung von Dominique de Villepin Minister für Fragen der Gebiete in Übersee (Ministre de l'Outre-mer)[2] und wechselte am 26. März 2007 auf den Posten des zurückgetretenen Innenministers Nicolas Sarkozy, der bei der Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2007 zum Staatspräsidenten gewählt wurde.

Am 22. März 2010 wurde er Haushaltsminister (Ministre du Budget) im Kabinett Fillon II; dort folgte er Éric Woerth.[3] Baroin wurde auch im Kabinett Fillon III (das am 13. November 2010 antrat) Haushaltsminister und zusätzlich „Minister für den Öffentlichen Dienst“. Am 29. Juni 2011 wurde er Nachfolger von Christine Lagarde (UMP) als Minister für Wirtschaft und Finanzen. Nach der Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2012, bei der Amtsinhaber Sarkozy gegen François Hollande (PS) verlor, trat das Kabinett Fillon III zurück; damit endete Baroins Zeit als Minister.

Baroin ist seit 2014 Vorsitzender der Association des maires de France (Vereinigung der Bürgermeister Frankreichs).[4]

Er unterstützte 2017 die Präsidentschaftskandidatur von François Fillon und galt im Falle eines Wahlsiegs als möglicher Premierminister.[5] Nach dessen Scheitern bei der Wahl am 23. April bot Baroin Emmanuel Macron an, im Fall von dessen Sieg „als Premier bereit zu stehen“.[6] Dies wurde von Macron jedoch abgelehnt.[7]

Baroin gilt seit Fillons Scheitern als neuer „starker Mann“ der Republikaner. Er steht für eine klare Abgrenzung vom Front National („Wer sich mit dem FN verbündet, wird aus der Partei ausgeschlossen“).[8]

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlmandate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993–1995: Abgeordneter
  • 1995: Staatssekretär beim Premierminister und Regierungssprecher
  • Seit 1995: Bürgermeister von Troyes im Département Aube
  • 1997–2005: Abgeordneter
  • 2005–2007: Minister für Fragen der Gebiete in Übersee
  • 26. März–18. Mai 2007: Innenminister

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: François Baroin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorgänger: Robert Galley
  2. Ab dem 18. Mai 2007 war das zuständige Überseeministerium (Ministère de l’Outre-mer) bis 2012 mit dem Innenministerium (Ministère de l’Intérieur) zusammengelegt (Ministère de l’Intérieur, de l’Outre-mer et des Collectivités Territoriales).
  3. vgl. Frankreich: Sarkozy zieht nach Wahlschlappe Konsequenzen bei focus.de, 22. März 2010
  4. www.amf.asso.fr: Tätigkeitsbericht 2014-15
  5. FAZ.net 7. März 2017 / Michaela Wiegel: Der „Trump-Moment“ der Republikaner
  6. Le Figaro: Baroin prêt à être premier ministre de Macron. 26.4.2017. Abgerufen am 29. April 2017
  7. Le Figaro: Macron au Figaro: << Je prendrai en compte la colère des Français >>. Interview, 29. April 2017
  8. FAZ.net / Michaela Wiegel: 4. Mai 2017