Frankfurt-Nieder-Erlenbach

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Wappen von Nieder-Erlenbach
Wappen von Frankfurt am Main
Nieder-Erlenbach
42. Stadtteil von Frankfurt am Main
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Über dieses Bild
Koordinaten 50° 12′ 11″ N, 8° 42′ 32″ OKoordinaten: 50° 12′ 11″ N, 8° 42′ 32″ O
Fläche 8,340 km²
Einwohner 4656 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 558 Einwohner/km²
Postleitzahl 60437
Vorwahl 06101 (Ortsnetz Bad Vilbel)
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 13 – Nieder-Erlenbach
Stadtbezirke
  • 640 – Nieder-Erlenbach
Verkehrsanbindung
Bus 25 27 29 65 n4
Quelle: Statistik aktuell 07/2016. Einwohner mit Hauptwohnung in Frankfurt am Main. Abgerufen am 30. Juni 2016.

Nieder-Erlenbach ist seit dem 1. August 1972 der nördlichste Stadtteil und Ortsbezirk von Frankfurt am Main.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nieder-Erlenbach, gegründet als Haufendorf, liegt in den südlichen Ausläufern der Wetterau am gleichnamigen Erlenbach, rechter Nebenfluss der Nidda. Die Frankfurter Hauptwache liegt ca. 9 Kilometer entfernt, Bad Vilbel (Rathaus) etwa 2,5 Kilometer. Petterweil liegt 3 km im Norden. Nach Dortelweil im Osten sind es ebenso wie nach Frankfurt-Nieder-Eschbach im Westen etwa 2 km. Im Südwesten liegt Frankfurt-Harheim und im Südosten Massenheim – jeweils 2 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 779 wurde Nieder-Erlenbach im Lorscher Codex als Arilbach (Erlenbach) erstmals erwähnt: eine Frau Meginburc beschenkte das Kloster Lorsch mit ihrem gesamten dort gelegenen Eigentum. Das waren neben landwirtschaftlichen Flächen, Wirtschaftsbauten und Wohnhäusern auch vier Leibeigene. Nieder-Erlenbach lag nach dieser Eintragung im Gau Wettereiba (Wetterau).

Ab 1376 übte die Reichsstadt Frankfurt am Main die Herrschaft in Nieder-Erlenbach aus; die Stadt konnte nach dem von Karl IV. verliehenen Recht der Dorfherrschaft auch die Schultheißen und Schöffenämter besetzen. Im Jahr 1401 gebot der König den Nieder-Erlenbachern noch einmal ausdrücklich, Frankfurt gehorsam zu sein. Der Grund dieser Anordnung ist nicht überliefert, lässt aber nicht auf große Liebe der Dörfler zu ihren städtischen Herrschern schließen. Die von Frankfurt eingesetzten Beamten nannten sich in der Folge (spätestens ab 1403) Burggrafen.

Im 17. Jahrhundert wurde Nieder-Erlenbach zweimal durch verheerende Brände weitgehend vernichtet (1602 und 1677). Nach der Gründung der Freien Stadt Frankfurt waren die Nieder-Erlenbacher ab 1823 durch einen Deputierten im Gesetzgebenden Körper repräsentiert, aber erst 1853 erhielten die Dorfbewohner das allgemeine Wahlrecht. 1866 besetzte Preußen die Freie Stadt Frankfurt nach dem Deutschen Krieg und gab im Friedensvertrag vom 3. September 1866 Nieder-Erlenbach an das Großherzogtum Hessen ab.[1] Nieder-Erlenbach blieb ein eigenständiges Dorf im Landkreis Friedberg, bis es am 1. August 1972 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen zusammen mit Harheim und Nieder-Eschbach nach Frankfurt am Main eingemeindet wurde.[2] Zuvor war ein Zusammenschluss mit fünf Nachbargemeinden zur Gemeinde Eschbachtal gescheitert.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juli 1968 wurde der Gemeinde Nieder-Erlenbach im damaligen Landkreis Friedberg ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Schild von Rot und Silber geteilt, oben ein goldgekrönter silberner Adler, unten ein blauer gewellter Schrägbalken.[3]

Der silberne Adler steht für Frankfurt, der blaugewellte Schrägbalken für den Erlenbach.

Einwohnerentwicklung, soziale Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Daten sind erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt. 1815 hatte Nieder-Erlenbach 556 Einwohner. Im Jahre 1900 ist die Bevölkerungszahl auf 1900 angewachsen, 1950 dann auf 1500 Einwohner. 2010 sind es ungefähr Viereinhalbtausend. Nieder-Erlenbach hat eine überdurchschnittlich gute soziale Schichtung, im hier noch ländlich geprägten Raum ist der Anteil der Eigenheimbesitzer besonders hoch und mit nur ca. 1,3 Prozent Arbeitslosen (2012) wird der niedrigste Stand in Frankfurt verzeichnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeiratswahl vom 6. März 2016
(Stimmen in %)[4]
 %
50
40
30
20
10
0
48,2
16,8
18,4
8,8
7,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011[5]
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,9
-5,4
-1,3
-3,0
+4,9
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d vorh. FW

Die 9 Sitze des Ortsbeirats sind nach der Kommunalwahl 2016 wie folgt verteilt:[4]

Ortsvorsteher ist seit September 2016 Yannick Schwander (CDU)[6]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schule am Erlenbach (Grundschule)
  • Anna-Schmidt-Schule (privates Ganztagsgymnasium)
  • Schule im Reinhardshof (private Förderschule)

Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Alten Friedhof Nieder-Erlenbach sind Gruft und Gräber der Familie von Lersner kulturhistorisch bedeutsam.

Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmäler in Frankfurt-Nieder-Erlenbach

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausfahrt Frankfurt-Nieder-Eschbach an der Bundesautobahn 661 erreicht man in 6 km. Eine weitere Verbindung zur Innenstadt und zur A 661 führt Richtung Bad Vilbel zur Bundesstraße 3, Anschluss Massenheim. Über die Buslinien 25 (Berkersheim/Harheim), 27 (Preungesheim; nur morgens) und 29 (Nordwestzentrum) ist der Ort an die S6 in Berkersheim bzw. die U-Bahn-Linie 2 in Nieder-Eschbach angebunden. Die Buslinie 65 verbindet den Frankfurter Stadtteil mit Bad Vilbel und Bad Homburg-Ober-Erlenbach, während die Linie N4 in allen Nächten den Anschluss an das Frankfurter Nachtbusnetz herstellt.

Als erste Straße Frankfurts wurde 2009 die Straße Alt-Erlenbach als „Shared Space“ eingerichtet.[7] Nach Kritik der Anwohner und Verkehrsbehinderungen wurde das Projekt jedoch 2013 wieder beendet.[8]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit 1537, der ersten urkundlichen Erwähnung dieser Festlichkeit, feiert der Ort alljährlich die Nieder-Erlenbacher Kerb. Seit 1976 findet im Juni regelmäßig das Internationale Volleyball-Freiluftturnier statt.

Lapidarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2010 wurden in der Nähe des Gedenksteins zu 1200-Jahr-Feier auf einem kleinen Platz vier im Jahre 2009 gefundene Grenzsteine und einer aus Privatbesitz zu einem Lapidarium vereint. Markant ist der Stein mit der Inschrift Ca. für die Casa alma, also die Stiftung Städtischer Almosenkasten. Ferner fällt der Stein mit der Gravur VS, dem Kürzel für die Sondershausen-von Gläsernthalsche Stiftung, auf.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Visuelle Eindrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Nieder-Erlenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Art. 15, Nr. 6 des Friedensvertrages, abgedruckt bei: Ernst Rudolf Huber: Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte 2 = Deutsche Verfassungsdokumente 1851–1900. 3. Aufl., Stuttgart 1986. ISBN 3-17-001845-0, Nr. 192, S. 260ff.
  2. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg vom 11. Juli 1972, GVBl. I S. 230; GVBl. II Nr. 330-19
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 3. Juli 1968 (StAnz. S. 1099) Seite 3 der tif-Datei 4,6 MB
  4. a b – Ortsbeiratswahl am 6. März 2016 in Frankfurt am Main, abgerufen am 9. März 2016
  5. Kommunalwahlen 2011 in Frankfurt am Main, abgerufen am 22. April 2011
  6. Extrem heimatverbunden auf der Website der Frankfurter Rundschau; abgerufen am 13. Oktober 2016
  7. “Shared Space”-Modell Nieder-Erlenbach In: Frankfurter Rundschau, 14. Mai 2010
  8. Kein Verkehrsschild ist auch keine Lösung In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Juli 2013
  9. FAZ, 15. Juli 2010, Seite 39