Günter Neubert

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Günter Neubert (* 11. März 1936 in Crimmitschau, Sachsen) ist ein deutscher Komponist und Tonmeister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günter Neubert wurde am 11. März 1936 in Crimmitschau, Sachsen geboren. Nach dem Abitur an einer Oberschule in Crimmitschau im Jahr 1954, studierte er von 1954 bis 1955 Schulmusik an der Hochschule für Musik Leipzig und von 1955 bis 1960 das Fach Tonmeister an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Er beendete seine Studien 1960 mit dem Staatsexamen und Diplom. Von 1959 bis 1965 war er Gasthörer bei Rudolf Wagner-Régeny. Von 1965 bis 1967 war er dessen außerplanmäßiger Aspirant und erwarb die Lehrbefähigung für Musiktheorie an der Berliner Musikhochschule. Von 1968 bis 1971 war er Meisterschüler für Komposition bei Wagner-Régeny und Paul Dessau an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost).

Neubert war von 1960 bis 1961 assistierender Tonmeister beim Rundfunk der DDR in Berlin. Er arbeitete von 1961 bis 1991 als Tonregisseur am Rundfunk in Leipzig. Von 1978 bis 1989 und von 1999 bis 2006 war er Lehrbeauftragter der Leipziger Musikhochschule. Zudem war er von 1978 bis 1989 Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. 1987 wurde er Privatdozent. Im Jahr 1990 wurde er Vorstandsmitglied des Sächsischen Musikbundes, den er von 1998 bis 2000 leitete. Schließlich arbeitete er von 1992 bis 2000 als Tonmeister beim Mitteldeutscher Rundfunk.

Er wirkte von 1992 bis 1995 als Vorstandsmitglied des Deutschen Komponistenverbandes. Hier leitete er die Reihe Das Außergewöhnliche Konzert und rief den Förderpreises für junge Komponisten und Musikwissenschaftler ins Leben. Er war von 1995 bis 2001 Mitglied im Sächsischen Musikrat und Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Komponistenverbands. Im Jahr 1996 war er Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste. Seit 2009 ist er Vorsitzender der Grieg-Begegnungsstätte Leipzig (Notenspur-Station 3 der Unesco-Initiative Leipzig). Er gehört dem Kuratorium der Hans-Stieber-Stiftung, die regelmäßig den Hans-Stieber-Preis vergibt, an. Außerdem ist er im Kuratorium der Freunde und Förderer des MDR Rundfunkchores e.V. tätig.

Er komponierte 2001 bis 2005 ein Oratorium mit Texten von Karl May und Jesaja, das am 22. November 2006 in Dresden uraufgeführt wurde.

Neubert lebt in Ferch, Brandenburg.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kammermusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971: Intermezzo eines Liebhabers. Capriccio für 4 Celli, UA 1971 Rostock
  • 1978: Goccia-Capriccio per flauto e chitarra, UA 1978 Leipzig
  • 1980: Ma-krokosmos I für 4 Instrumente, Schlagwerk und 4-Kanal-Zuspiel, UA 1980 Schkeuditz
  • 1983: Triptychon für Englisch Horn, Bratsche, Kontrabaß und Gitarre, UA Leipziger Consort, 1984.
  • 1986: Mors et vita. Komposition für 3 Klanggruppen und Tonbandzuspiel nach Texten Friedrich Hölderlins, UA Gruppe Neue Musik Hanns Eisler, 1988.
  • 1994: Wachet auf. Für Trompete und Orgel, UA 1994 Münster.
  • 1996: Triptychon II Für Englisch Horn, Fagott, Bratsche und Gitarre, UA Ensemble Sortisatio, Alte Handelsbörse, 1996 Leipzig

Musikdramatische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974: Weihnachtsgans Auguste. Für Baßbuffo, Sprecherin, Kinderchor und kleines Orchester, UA 1974 Nordhausen
  • 1983: Das verschenkte Weinen. Ballett in 11 Bildern, UA Händelfestspielorchester, Theater des Friedens, 1990 Halle
  • 1990–1995: Persephone oder Der Ausgleich der Welten Oper in 4 Akten, UA Gewandhausorchester, Opernhaus, 2001 Leipzig.
  • 1997: Brücken für Orchester, UA 1997 Weimar
  • 2005: Animal maris cantans – Der singende Fisch musikalische Allegorie für einen Sprecher, UA Dresdner Philharmonie, Kulturpalast, 2005 Dresden.
  • 2006: Wo der Herr nicht das Haus baut... Oratorium in 11 Teilen, UA Sinfonietta Dresden, Martin-Luther-Kirche, 2006 Dresden.

Vokalsinfonik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975: Gewaltig wie der Tod. Orchesterlieder nach Texten der Bibel, UA 1975 Gera
  • 1983: Laudate Ninive. Oratorium, UA Göttinger Symphonie Orchester, NDR, 1983 Hannover.
  • 1983: Von menschlichen Schwächen. Nach Texten von Martin Luther, UA 1983 Dresden
  • 1991: … jeder Herkunft leben. Orchesterlieder nach Texten von Ingeborg Bachmann, UA 1991 Hannover
  • 1987: Hymne an die Menschheit für Soli, Chor, Orgel und Orchester nach Texten von Friedrich Hölderlin, UA 1993 Hamburg als a cappella-Zyklus.

Solokonzert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1978: Concerto ritmico per pianoforte ed orchestra.

Hörspielmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]