Klaus Martin Kopitz

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Klaus Martin Kopitz (1995)

Klaus Martin Kopitz (* 29. Januar 1955 in Stendal) ist ein deutscher Komponist und Musikwissenschaftler. Bekannt wurde er insbesondere mit seinem Album Mia Brentano’s Hidden Sea. 20 Songs for 2 Pianos. In den USA gelangte es 2018 auf die Jahresbestenliste („Want List“) des Klassikmagazins Fanfare.[1] 2019 folgte die CD Mia Brentano’s River of Memories. A Mystery Trip. Sie kam ebenfalls auf die Jahresbestenliste von Fanfare.[2]

Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopitz studierte 1975 bis 1980 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin in den Fächern Komposition, Klavier und Musikwissenschaft. 1985 bis 1987 war er Meisterschüler von Paul-Heinz Dittrich an der Akademie der Künste der DDR und besuchte Kurse in dem von Georg Katzer gegründeten Elektronischen Studio der Akademie. Anschließend leitete er die Schauspielmusik am Theater Neustrelitz. In dieser Zeit realisierte er mehrere Filmmusiken, darunter für den letzten DEFA-Film Der Besucher des israelischen Filmregisseurs Dror Zahavi, außerdem Musiken für Theater und Hörspiel.

Unter dem Pseudonym Mia Brentano[3] veröffentlichte er 2018 Mia Brentano’s Hidden Sea. Oliver Buslau bescheinigte dieser Musik „ein immer wieder überraschendes Panorama von klassisch bis freitonal, von jazzig bis minimalistisch.“[4] Der US-amerikanische Musikkritiker Huntley Dent nennt das Album „unique among current and past releases“ (einzigartig unter den gegenwärtigen und vergangenen Veröffentlichungen).[5]

Große Anerkennung fand auch das avancierte, 2019 veröffentlichte Nachfolgeprojekt Mia Brentano’s River of Memories. Es spannt stilistisch einen Bogen von Jazz-inspirierter Kammermusik über Elektronische Musik bis hin zu Soundcollagen, die Elemente der Radiokunst und des Hörspiels einbeziehen. Dave Saemann bekannte in einer umfangreichen Besprechung: „This is the most moving new album I’ve heard in some time.“ (Dies ist das bewegendste neue Album, das ich seit einiger Zeit gehört habe.) Am Schluss resümierte er: „Mia Brentano, if other composers would only listen and learn, probably is the future.“ (Mia Brentano, wenn andere Komponisten nur zuhören und lernen würden, ist wahrscheinlich die Zukunft.)[6]

Musikwissenschaftler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 bis 1984 betrieb Kopitz zunächst private Studien bei dem Schweizer Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt. 2000 wurde er bei Helmut Loos in Musikwissenschaft promoviert und gründete 2002 mit Rainer Cadenbach die Beethoven-Forschungsstelle an der Universität der Künste Berlin, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Von 2006 bis 2008 wurden seine Beethoven-Forschungen von der Ernst von Siemens Musikstiftung finanziert.

Daneben gab er erstmals das Gesamtwerk des Komponisten Norbert Burgmüller heraus, unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte, der Kunststiftung NRW und dem Landschaftsverband Rheinland. Die sieben Bände umfassende Ausgabe erschien im Verlag Dohr in der Reihe Denkmäler Rheinischer Musik.

Seit 2012 arbeitet er an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an der Gesamtausgabe der Korrespondenz von Robert und Clara Schumann.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gisela Nauck, Nachdenken über John Cage. Klaus Martin Kopitz und Ellen Hünigen im Gespräch, in: Positionen, Heft 2/1988, S. 6–8
  • Jacqueline Kharouf, Speaking Its Own Language: An Interview with Klaus Martin Kopitz on Mia Brentano’s Hidden Sea, in: Fanfare, Jg. 42, Heft 1 (September/Oktober 2018), S. 84–90
  • Jacqueline Kharouf, A Critical Distance: An Interview with Composer Klaus Martin Kopitz, in: Fanfare, Jg. 43, Heft 1 (September/Oktober 2019), S. 97–102
  • Reinhard Lemelle, Mia Brentano. Zwischen Traum und Wirklichkeit, in: Rondo, Heft 4/2019, S. 22 (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fanfare, Jg. 42, Heft 2 (November/Dezember 2018), S. 190f. und 205f. (online)
  2. Fanfare, Jg. 43, Heft 2 (November/Dezember 2019), S. 150f. und 166
  3. Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek
  4. Oliver Buslau, Kopitz’ andere Seite, in: Rondo, Nr. 3/2018, S. 62 (online)
  5. Fanfare, Jg. 42, Heft 1 (September/Oktober 2018), S. 89 (online)
  6. Fanfare, Jg. 43, Heft 1 (September/Oktober 2019), S. 102f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]