Klaus Martin Kopitz

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Klaus Martin Kopitz (1995)

Klaus Martin Kopitz (* 29. Januar 1955 in Stendal) ist ein deutscher Komponist und Musikwissenschaftler.

Komponist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopitz studierte 1975 bis 1980 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin in den Fächern Komposition, Klavier und Musikwissenschaft. 1985 bis 1987 war er Meisterschüler von Paul-Heinz Dittrich an der Akademie der Künste der DDR und besuchte Kurse in dem von Georg Katzer gegründeten Elektronischen Studio der Akademie. Anschließend leitete er die Schauspielmusik am Theater Neustrelitz.

Er trat zunächst mit Kammermusik und Elektronischer Musik hervor. Außerdem realisierte er mehrere Filmmusiken, darunter für den letzten DEFA-Film Der Besucher des israelischen Filmregisseurs Dror Zahavi, außerdem Musiken für Theater und Hörspiel.

Seinen neueren Werken, die sich keiner bestimmten Stilrichtung zuordnen lassen, bescheinigte Oliver Buslau „ein immer wieder überraschendes Panorama von klassisch bis freitonal, von jazzig bis minimalistisch.“[1] Der US-amerikanische Musikkritiker Huntley Dent nennt sie „unique among current and past releases“[2] – einzigartig unter den gegenwärtigen und vergangenen Veröffentlichungen.

Musikwissenschaftler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 bis 1984 betrieb Kopitz zunächst private Studien bei dem Schweizer Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt. 2000 wurde er bei Helmut Loos in Musikwissenschaft promoviert und gründete 2002 mit Rainer Cadenbach die Beethoven-Forschungsstelle an der Universität der Künste Berlin, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Von 2006 bis 2008 wurden seine Beethoven-Forschungen von der Ernst von Siemens Musikstiftung finanziert.

Daneben gab er erstmals das Gesamtwerk des Komponisten Norbert Burgmüller heraus, unterstützt von der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte, der Kunststiftung NRW und dem Landschaftsverband Rheinland. Die sieben Bände umfassende Ausgabe erschien im Verlag Dohr in der Reihe Denkmäler Rheinischer Musik.

Seit 2012 arbeitet er an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an der Gesamtausgabe der Korrespondenz von Robert und Clara Schumann.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gisela Nauck, Nachdenken über John Cage. Klaus Martin Kopitz und Ellen Hünigen im Gespräch. In: Positionen, Heft 2/1988, S. 6–8
  • Antonie Brentano in Wien (1809–1812). Neue Quellen zur Problematik „Unsterbliche Geliebte. In: Bonner Beethoven-Studien, Band 2 (2001), S. 115–146, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Wer schrieb den Text zu Beethovens Chorphantasie? Ein unbekannter Bericht über die Uraufführung. In: Bonner Beethoven-Studien, Band 3 (2003), S. 43–46, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Beethovens Wesen – Gedanken zu einer „Borderline-Persönlichkeit. In: Der „männliche“ und der „weibliche“ Beethoven. Bericht über den Internationalen musikwissenschaftlichen Kongress vom 31. Oktober bis 4. November 2001 an der Universität der Künste Berlin, hrsg. von Cornelia Bartsch, Beatrix Borchard und Rainer Cadenbach. Beethoven-Haus, Bonn 2003, S. 137–162
  • mit Oliver Korte, „Written on his death-bed“. Ein Beethoven-Autograph aus dem Besitz von Johann Andreas Stumpff. In: Musik und Biographie. Festschrift für Rainer Cadenbach, hrsg. von Cordula Heymann-Wentzel und Johannes Laas, Würzburg: Königshausen & Neumann, 2004, S. 179–196 (Digitalisat)
  • Beethoven und die Zarenfamilie. Bekanntes und Unbekanntes zur Akademie vom 29. November 1814 sowie zur Polonaise op. 89. In: Bonner Beethoven-Studien, Band 5 (2006), S. 143–149, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Beethoven und seine Rezensenten. Ein Blick hinter die Kulissen der Allgemeinen musikalischen Zeitung. In: Beethoven und der Leipziger Musikverlag Breitkopf & Härtel, hrsg. von Nicole Kämpken und Michael Ladenburger, Bonn: Beethoven-Haus, 2007, S. 149–167
  • Beethoven as a Composer for the Orphica: A New Source for WoO 51. In: The Beethoven Journal, Vol. 22, No. 1 (Summer 2007), S. 25–30, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Ein unbekanntes Gesuch Beethovens an Kaiser Franz I. In: Bonner Beethoven-Studien, Band 6 (2007), S. 101–113, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Haydns Wiener Wohnungen. Einige Anmerkungen und Korrekturen. In: Die Tonkunst, Jg. 3, Nr. 3 vom Juli 2009, S. 324–328, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Beethovens Jugendliebe Johanna von Honrath (1770–1823). Ein Beitrag zu ihrer Biographie. In: Bonner Beethoven-Studien, Band 9 (2011), S. 155–158, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Beethovens Berufung nach Kassel an den Hof Jérôme Bonapartes. Eine Spurensuche. In: Die Tonkunst, Jg. 5, Nr. 3 vom Juli 2011, S. 326–335, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • „Immer noch leuchtet der verklärte Haydn mir vor“ – Plädoyer für eine Sammlung aller zeitgenössischen Aussagen über den Komponisten nebst einer kleinen Auslese unbekannter oder bislang nur unvollständig bekannter Quellen. In: Almanach für Musik I (2011), hrsg. von Christoph Dohr. Dohr, Köln 2011, S. 65–118
  • Das Beethoven-Porträt von Ferdinand Schimon. Ein 1815 für die Bonner Lesegesellschaft entstandenes Bildnis? In: Beiträge zu Biographie und Schaffensprozess bei Beethoven. Rainer Cadenbach zum Gedenken, hrsg. von Jürgen May, Bonn: Beethoven-Haus 2011, S. 73–88, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • „Du kanntest Mozart?“ Unbekannte und vergessene Erinnerungen von Beethoven, Haydn, Hummel und anderen Zeitgenossen Mozarts. In: Mozart Studien, Band 20 (2011), ISBN 978-3-86296-025-5, S. 269–309
  • mit Torsten Oltrogge, Ein Dichter namens Louis du Rieux und Schumanns Märchenbilder op. 113. Annäherungen an einen geheimnisvollen Verehrer des Komponisten. In: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 11, 2013, S. 112–140, saw-leipzig.de (PDF)
  • Die frühen Wiener Aufführungen von Beethovens Kammermusik in zeitgenössischen Dokumenten (1797–1828). In: Friedrich Geiger, Martina Sichardt (Hrsg.): Beethovens Kammermusik (= Albrecht Riethmüller [Hrsg.]: Das Beethoven-Handbuch, Band 3). Laaber 2014, S. 165–211
  • Christiane Apitzsch (1806–1838), Robert Schumanns Geliebte „Charitas“. Eine Identifizierung. In: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, Heft 13, 2014, S. 26–53, klaus-martin-kopitz.de (PDF)
  • Beethovens „Elise“ Elisabeth Röckel. Neue Aspekte zur Entstehung und Überlieferung des Klavierstücks WoO 59. In: Die Tonkunst, Jg. 9, Nr. 1 vom Januar 2015, S. 48–57, klaus-martin-kopitz.de (PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oliver Buslau, Kopitz’ andere Seite, in: Rondo, Nr. 3/2018, S. 62
  2. Jacqueline Kharouf, Speaking Its Own Language: An Interview with Klaus Martin Kopitz on Mia Brentano’s Hidden Sea, in: Fanfare (2018) (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]