Grabenstetten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Grabenstetten
Grabenstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grabenstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 31′ N, 9° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 688 m ü. NHN
Fläche: 14,53 km2
Einwohner: 1667 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 72582
Vorwahl: 07382
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 028
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Böhringer Str. 10
72582 Grabenstetten
Webpräsenz: www.grabenstetten.de
Bürgermeister: Roland Deh
Lage der Gemeinde Grabenstetten im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Grabenstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Reutlingen in Baden-Württemberg. Es ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabenstetten liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, etwa 19 Kilometer östlich von Reutlingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer dem gleichnamigen Dorf gehören zur Gemeinde Grabenstetten keine weiteren Ortschaften.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Gemeinde Grabenstetten grenzen die Städte und Gemeinden Erkenbrechtsweiler¹, Lenningen¹, Römerstein, Bad Urach und Hülben. Die Aufzählung orientiert sich am Uhrzeigersinn mit Beginn im Norden. Die Genannten gehören zum Landkreis Reutlingen bzw. zum Landkreis Esslingen¹:

Historische Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegt die Burgruine Hofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alemannische Ausbausiedlung Grabenstetten wird erstmals in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts als Grabanostetten und 1152 unter dem Namen Grabanostettin erwähnt. Der Name leitet sich von den Überresten der Befestigungsanlagen des im 20. Jahrhundert als keltisches Oppidum belegten Heidengraben ab.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) machte sich erst 1635 in Grabenstetten bemerkbar. Soldaten zündeten bei ihrem Abzug den Ort an, bis auf die Kirche, das Pfarrhaus, die Schule und ein paar kleineren Häusern brannte der ganze Ort nieder. Im folgenden Jahr starben durch Hunger und Krankheit 325 Personen. Der Vogt von Neuffen berichtete dem Herzog, dass in Grabenstetten nicht mehr als noch 6 Burger vorhanden seien. Der Wiederaufbau nach dem Brand von 1635 ging nur sehr langsam voran. 1664 wohnten erst wieder 13 Familien im Dorf.

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1842 gehörte Grabenstetten zum Oberamt Nürtingen, dann wurde es in das Oberamt Urach umgegliedert. Als dieses 1938 aufgelöst wurde, fiel Grabenstetten an den Landkreis Reutlingen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen (1721 und 1760), Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohner
1721 315
1760 520
1. Dezember 1871 ¹ 992
1. Dezember 1900 ¹ 1074
17. Mai 1939 ¹ 957
13. September 1950 ¹ 1064
6. Juni 1961 ¹ 1113
27. Mai 1970 ¹ 1220
Jahr Einwohner
25. Mai 1987 ¹ 1312
31. Dezember 1991 1414
31. Dezember 1995 1458
31. Dezember 2000 1549
31. Dezember 2005 1576
31. Dezember 2010 1534
31. Dezember 2015 1667

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1275 ist eine Kirche in Grabenstetten belegt. Die Reformation wurde, wie auch sonst im Herzogtum Württemberg, 1534 eingeführt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Grabenstetten hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtliche Endergebnis. Die Wahlbeteiligung lag bei 58,71 % (2009: 65,33 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wähler 6 Sitze 59,74 % (2009: 6 Sitze, 55,7 %)
Unabhängige Wähler 4 Sitze 40,26 % (2009: 4 Sitze, 44,3 %)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Harald Steidl (CDU) wurde im Oktober 2010 mit 94,8 % der Stimmen wiedergewählt.[2] Am 20. Oktober 2016 verstarb Steidl im Alter von 57 Jahren [3]. Zu seinem Nachfolger wurde am 15. Januar 2017 der unabhängige Kandidat Roland Deh gewählt.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold (Gelb) eine gestürzte blaue Pflugschar, beiderseits begleitet von je einer bewurzelten, gebogenen grünen Ähre. Die Gemeindeflagge hat die Farben Grün–Gelb (Grün–Gold).

Das Wappen, dessen Figuren auf die Landwirtschaft hinweisen, geht auf ein „Fleckensigill“ aus dem Jahre 1825 zurück. Wappen und Flagge wurden am 14. November 1967 vom Innenministerium Baden-Württemberg offiziell verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsmitte von Grabenstetten, Februar 2008

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frühgeschichtliches Museum, 1998 eingerichtet
  • Arbeitskreis Kultur und Geschichte, gegründet 2004
  • Förderverein Heidengraben e. V., gegründet 2005

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Turn- und Sportverein Grabenstetten 1913 e. V.
  • Motorsportclub Grabenstetten e. V., gegründet 13. Februar 1987
  • Schützenverein Grabenstetten e. V.
  • Fliegergruppe Grabenstetten-Teck-Lenninger Tal e. V.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesangverein Liederkranz Grabenstetten e. V.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Obst und Gartenbauverein, gegründet 1933
  • Schwäbischer Albverein
  • Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten e. V., gegründet 1973
  • Förderverein Heidengraben, gegründet 2005
  • Jugendclub Grabenstetten, gegründet 2009

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eingang zur Falkensteiner Höhle.

Die Falkensteiner Höhle liegt am Albtrauf zwischen Grabenstetten und Bad Urach. Die ca. 5 km lange Höhle ist eine aktive Wasserhöhle, d. h. die Niederschläge sickern durch den Karst der Albhochfläche und gelangen durch die Höhle ins Freie. Die Wasser der Höhle bilden die Quelle der Elsach.

Die Gustav-Jakob-Höhle ist eine ca. 427 m lange, vorwiegend horizontale Durchgangshöhle. Sie liegt unter der Ruine Hofen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kandelfescht: Straßenfest der örtlichen Vereine, jedes Jahr meistens am zweiten Wochenende im Juli.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industriebetriebe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unweit des Dorfes liegt ein großer Steinbruch mit angeschlossenem Schotterwerk. Die Jurakalke werden für Straßenschotter abgebaut. Der Steinbruch wurde erst 2014 nach Westen, zum Ort hin, um 9,8 Hektar erneut erweitert. Die Abbautiefe beträgt 85 m unter der Geländeoberfläche. [5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landesstraße 211 verbindet die Gemeinde im Westen mit Bad Urach und im Osten mit Lenningen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 221. Die nächstgelegene Bahnstation ist Oberlenningen, rund 4 km entfernt und im VVS.

Grabenstetten verfügt über einen Flugplatz, der von der Fliegergruppe Grabenstetten-Teck-Lenninger Tal e.V. betrieben wird.


Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabenstetten verfügt mit der Rulamanschule über eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen stehen in Nachbarorten zur Verfügung. Für die jüngsten Bewohner gibt es einen Kindergarten in evangelischer Trägerschaft.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Friedrich Weinland etwa 1890

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://www.staatsanzeiger.de/politik-und-verwaltung/nachrichten/wahlen/buergermeisterwahlen/grabenstetten/, http://www.gea.de/region+reutlingen/neckar+erms/amtseinsetzung+auf+in+die+zweite+runde.1807193.htm
  3. http://www.swp.de/muensingen/lokales/alb-neckar/geradlinig-und-kantig-13858955.html
  4. http://exchange.hirsch-woelfl.de/news/getFile.php?id=2272785&id2=392239&id3=26302&file=70070-1484561234-0.pdf
  5. Artikel "Steinbruch Moeck will erweitern" bei swp.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grabenstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien