Grammatikbegriffe im Deutschen

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Der Artikel Grammatikbegriffe im Deutschen listet grammatikalische Begriffe der Deutschen Sprache auf, wie sie in der traditionellen Grammatik und Schulgrammatik begegnen, und stellt sie entsprechenden lateinisch-deutschen Bezeichnungen gegenüber, die in wissenschaftlichen Grammatiken häufiger benutzt werden. Hierbei handelt es sich oft, aber nicht immer, um eine reine Übersetzung von Bezeichnungen; besonders im Bereich der Syntax können hinter den deutschsprachigen Bezeichnungen auch andere Systeme stehen als hinter den latinisierten, siehe hierzu die Anmerkungen bei einzelnen Begriffen.

Hinweise zur Systematik[Bearbeiten]

Einige grammatische Begriffe (lateinische Bezeichnungen) haben in der Vergangenheit einen Bedeutungswandel erfahren. Für andere gibt es verschiedene Sichtweisen oder Schulen.

Einige lateinische Bezeichnungen haben mehrere deutsche Entsprechungen.

Präteritum und Imperfekt

Während früher Präteritum der Oberbegriff dreier Vergangenheitsformen (Imperfekt, Perfekt, Plusquamperfekt) war, ist heute in der Schulgrammatik Präteritum der Begriff für das frühere Imperfekt.

Nomen und Substantiv.

Traditionell, von der Lateingrammatik her, wird Nomen im weitesten Sinne als Bezeichnung der deklinierbaren Wortarten verwendet. Die aktuelle Schulgrammatik setzt Nomen (Namenwort, Nennwort) mit Substantiv (Hauptwort) gleich, und folgt damit dem Sprachgebrauch der meisten wissenschaftlichen Grammatiken (und der englischsprachigen Fachliteratur).

Wortarten[Bearbeiten]

Deutsche Bezeichnungen Lateinisch-deutsche Bezeichnungen
Nennwort, Namenwort Nomen
Hauptwort, Dingwort Substantiv
Eigenschaftswort, Beiwort, Wiewort/Wie-Wort (kindlich) Adjektiv
Geschlechtswort Artikel
Fürwort Pronomen
Zahlwort Numerale
Zeitwort, Tätigkeitswort, Tuwort (kindlich) Verb
Bindewort, Fügewort Konjunktion
Verhältniswort, Vorwort, Lagewort (jünger) Präposition
Umstandswort, Nebenwort Adverb
Empfindungswort Interjektion
Hinweise
  • Substantiv, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Numerale werden dekliniert und Verben werden konjugiert. Sie alle sind flektierbare Wortarten (sie werden dekliniert bzw. konjugiert).
  • Konjunktion, Präposition, Adverb und Interjektion sind unflektierbare Wortarten (sie behalten immer ihre Form).
  • Traditionell wird Nomen im weitesten Sinne als Bezeichnung der deklinierbaren Wortarten (Substantiv, Adjektiv, Artikel, Pronomen, Nomen numerale) verwendet. Die moderne Schulgrammatik setzt Nomen (Nennwort, Namenwort) mit Substantiv (Hauptwort) gleich.

Wortformen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wortform

Hinweis: Nomen wird hier in der Bedeutung der traditionelle Grammatik verwendet.

Deutsche Bezeichnung Lateinisch-deutsche Bezeichnung Hinweise
Fall
  • 1. Fall / Werfall / Nennfall
  • 2. Fall / Wes(sen)fall / Zeugefall
  • 3. Fall / Wemfall / Gebefall
  • 4. Fall / Wenfall / Klagefall
Kasus Bei Nomen.
Zahl
  • Einzahl
  • Mehrzahl
  • Zweizahl
Numerus Bei Nomen und Verben.
Nicht bei unbestimmten Verbformen.
Geschlecht
  • männlich
  • weiblich
  • sächlich
Genus Bei Nomen.
KNG-Kongruenz der Nomen (Deklination
nach Kasus, Numerus, Genus)
Steigerung
  • 1. Stufe
  • 2. Stufe
  • 3. Stufe
Komparation Gesteigert werden Adjektive.
Person
  • 1. Person
  • 2. Person
  • 3. Person
Bei Verben. Nicht bei unbestimmten Verbformen.
Zeit (Zeitform)
  • Gegenwart
  • Vergangenheit (öster. Mitvergangenheit)
  • Vollendete Gegenwart (öster. Vergangenheit)
  • Vollendete Vergangenheit (öster. Vorvergangenheit)
  • Zukunft
  • Vollendete Zukunft (Vorzukunft)
Tempus Bei Verben.
Form des Verbs
  • Tatform
  • Leideform
Genus Verbi / Diathese Bei Verben.
Aussageform (Aussageweise)
  • Wirklichkeitsform
  • Möglichkeitsform
  • Befehlsform
Modus Bei Verben.
Unbestimmte Verbform
  • Nennform (Grundform)
  • Mittelwort
    • – der Gegenwart
    • – der Vergangenheit
Infinite Verbform Verbform, die nicht nach Person, Zahl (Numerus)
und Modus bestimmt – d. h. davon unabhängig – ist.
Beugung (Biegung) Flexion Oberbegriff für Deklination und Konjugation.
Deklination Bei Nomen.
Konjugation Bei Verben.

Satzlehre (Syntax)[Bearbeiten]

Deutsche Bezeichnung Lateinisch-deutsche Bezeichnung Hinweise
Satzgegenstand Subjekt Bedeutung nicht immer identisch, siehe Subjekt (Grammatik)#Subjekt und Satzgegenstand
Satzaussage Prädikat Mit „Prädikat“ manchmal anderer Begriffsumfang verbunden, siehe dort
Ergänzung Argument oder: Objekt Ergänzung“ wird in verschiedenen engeren oder weiteren Bedeutungen verwendet.
Satzergänzung Objekt
Beifügung Attribut oder: Apposition Deutsche Bezeichnung „Beifügung“ ist mehrdeutig
Umstandsbestimmung Adverbiale Bestimmung Unter „Umstandsbestimmung“ werden Satzadverbiale oft nicht einbezogen.
Angabe Modifikator, Adjunkt Zusätzlich zählt auch der freie Dativ als Angabe, jedoch nicht als Modifikator.[1]
„zielendes“ Zeitwort transitives Verb Traditionell oft auf Verben mit Akkusativ-Ergänzung eingeschränkt
„nicht zielendes“ Zeitwort intransitives Verb Verben ohne eine zweite Ergänzung, oder dort mit anderem Kasus als Akkusativ
Nebensatz
  • Beifügungssatz
    • Bezugssatz
  • Umstandssatz
    • Bedingungssatz
    • Begründungssatz
    • Einräumungssatz
    • Folgesatz
    • Zwecksatz (Absichtssatz)
    • Zeitsatz
subordinierter Satz
Fragesatz Interrogativsatz

Weitere Begriffe[Bearbeiten]

Deutsche Bezeichnung Lateinisch-deutsche Bezeichnung
Vorsilbe Präfix
Nachsilbe Suffix
Selbstlaut Vokal
Mitlaut Konsonant
Doppellaut Diphthong
einfaches Wort Simplex
zusammengesetztes Wort, Zusammensetzung Kompositum
nur in der Einzahl
benutztes Wort
Singularetantum
(Mehrzahl: Singulariatantum)
nur in der Mehrzahl
benutztes Wort
Pluraletantum
(Mehrzahl: Pluraliatantum)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dudengrammatik 8.Aufl. (2009), S. 780